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Kurzkommentar 2008-08-27
• Studiengebühren - Verrechnet?
• Deutsche Bahn will mit Rumänien börsenfit werden
• Spitzenkandidat für Europa
• Wahlkampf im Saarland - » Der dritte Mann «
• US-Hauspreise stürzen ab
Studiengebühren - Verrechnet?
Eine Umfrage der Universität Hohenheim zum Bezahlstudium gerät wegen ihrer Methodik in die Kritik. Von Repräsentativität kann hierbei wohl keine Rede sein
Die Umfrage sorgte für Zündstoff: 70 Prozent der Studenten plädierten für eine sofortige Abschaffung der Studiengebühren, berichteten Wissenschaftler der Universität Hohenheim vor einigen Wochen und verwiesen auf die Ergebnisse ihrer zweiten Gebührenkompass-Studie. Zahlreiche Medien griffen die Zahlen auf, darunter auch die ZEIT.
Jetzt wird Kritik am methodischen Vorgehen der Studie laut: Der Hohenheimer BWL-Professor Markus Voeth habe grundlegende Regeln der Umfrageforschung für die Stichprobenziehung verletzt, die Ergebnisse seines Gebührenkompasses seien daher wertlos, sagt der Siegener Soziologe Wolfgang Ludwig-Mayerhofer. »Da sind irgendwelche Studenten irgendwo auf dem Campus befragt worden, ohne die notwendige Zufallsausfall, auf dieser Grundlage kann man nicht auf die Grundgesamtheit der Studierenden einer Universität schließen.«
Dies ist ein typisches Muster für den Zeit Journalismus. Man hat eine Nachricht gebracht die der INSM und Mohn/Bertsmann mit dem CHE nicht gefallen hat, dann muss sofort eine "Gegendarstellung" erfolgen. Wolfgang Ludwig-Mayerhofer einen Erbsenzähler zu nennen liegt nahe, dabei geht es ihm doch nur darum, dafür zu sorgen, dass die heiligen Regeln des neoliberalen Sprachgebrauchs, nachdem Studiengebühren gut sind, zu retten. Es ist auch nicht seine Nähe zu bestimmten Organisationen die ihn dazu bringt. Aber das was er auf seiner Uniseite unter Verschiedenes bringt, sagt mehr über ihn aus, als ihm lieb sein dürfte.
Tatsächlich haben die Hohenheimer natürlich die richtige Erkenntnis aus ihrem Datenmaterial gezogen. Aber wir werden sicher bald eine gewichtete Studie von Herrn Ludwig-Mayerhofer zu sehen bekommen, die feststellt das 90 Prozent der Studenten Studiengebühren begrüßen. Diese Umfrage wird dann technisch korrekt, aber nicht wahr sein, aber das wird niemanden stören. Neoliberales Gewäsch ist nämlich nie wahr.
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Deutsche Bahn will mit Rumänien börsenfit werden
Die Deutsche Bahn http://www.deutsche-bahn.de will kurz vor ihrem geplanten Börsengang Ende Oktober in Rumänien die führende Spedition Romtrans übernehmen. Wie die Financial Times Deutschland heute, Donnerstag, unter Berufung auf Verhandlungskreise beider Seiten berichtet, soll der Kaufpreis zwischen 80 und 100 Mio. Euro liegen. Dem Bericht nach sollen detailliertere Informationen schon in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. "Die Deutsche Bahn hat, was Expansionen betrifft, ihre Fühler bereits in viele Richtungen ausgestreckt. Wenn man überlegt, in Rumänien hinzuzukaufen, kann ich mir vorstellen, dass sich dies positiv auf die spätere Aktienkursentwicklung auswirkt", sagt Karl-Peter Naumann, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn http://www.pro-bahn.de, gegenüber pressetext.
Ja, das ist eine positive Entwicklung. In Deutschland fehlt das Geld um die Schienen zu reparieren und die Bahnhöfe zu erhalten, während Geld in Rumänien ausgegeben wird, das durch Fahrpreiserhöhung in Deutschland verdient werden soll. Das die Bahn in Deutschland das Streckennetz ausdünnt, bis nur noch die Hochgeschwindigkeitsstrecken übrig bleiben ist ebenfalls sehr gut, so spart die Bahn an Unterhaltskosten. Mit Romtrans hat sie auch die Möglichkeit Schenker praktisch aus dem deutschen Tarifrecht herauszunehmen und auf rumänisches Lohnniveau zu bringen. Das ist alles sehr positiv.
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Spitzenkandidat für Europa
Das SPD-Präsidium hat am Montag in Berlin den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament Martin Schulz einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Europawahl im Juni 2009 nominiert.
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Der 52-Jährige Schulz ist bereits seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments. Als Vorsitzender der SPE-Fraktion steht er seit Juli 2004 an der Spitze der europäischen Sozialdemokraten in Straßburg und Brüssel.
Martin Schulz ist mit eines der unsympathischten Gesicher in der europäischen Politik. Selbst wenn er ausnahmsweise mal recht hat, schafft er es mit Sicherheit durch die Art seines Vortrages und sein Gehabe, auch den letzten Willigen zu vergrämen. Berlusconi erlebte geradezu eine Sternstunde als er Schulz im Parlament abbürstete. Nicht weil Berlusconi auch nur den Ansatz von Recht gehabt hätte, sondern weil Schulz eben Schulz ist. Wenn man einen Grund für die völlig Wirkungslosigkeit der SPE in Europa sucht, kann man ihn mit Martin Schulz sogar genau benennen.
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Wahlkampf im Saarland - » Der dritte Mann «
CDU und Linke im Saarland haben die bevorstehende Landtagswahl zum Lagerwahlkampf erklärt. Zwischen den Fronten kämpft SPD-Landeschef Heiko Maas - und droht dabei zerrieben zu werden.
Der Landes- und Fraktionschef der Sozialdemokraten an der Saar stellt sich im kommenden Jahr erneut als Spitzenkandidat zur Wahl. 2004 war Maas das schon einmal, damals sei er an Hartz IV gescheitert, sagt der 42-jährige Jurist heute. 2009 könnte er an fehlender Aufmerksamkeit scheitern. CDU-Ministerpräsident Peter Müller, der das Land seit 1999 regiert, hat Linke-Chef Oskar Lafontaine zu seinem Hauptgegner im Wahlkampf erkoren. Lafontaine, von seiner Partei vor drei Wochen bei einer Krönungsmesse zum Spitzenkandidaten erhoben, teilt diese Sichtweise. Zwei regierungserfahrene Alphatiere, gegen die Maas um seinen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung kämpfen muss. Dabei ruhen die Augen der Bundes-SPD schon aus einem Grund fest auf ihm: Wenn die Demoskopen nicht allzu sehr danebenliegen, könnte es im Saarland nächstes Jahr für die erste rot-rote Koalition in den alten Bundesländern reichen. Maas formuliert vorsichtig, wenn die Rede auf Rot-Rot kommt. Ein solches Bündnis unter Führung der SPD sei "kein Automatismus", jedenfalls "sehr, sehr schwierig". Das Problem seien vor allem die Personen. "Es wird unterschätzt, was da an persönlichen Verletzungen besteht. Viele Linke sind schmutzige Lieder singend aus der SPD ausgetreten, und das nicht aus politischen Gründen", sagt Maas.
Ich glaube das Maas sich keine Sorgen machen muss. Entweder wird er der Juniorpartner der CDU oder der Juniorpartner der Linken. Das heißt er persönlich wohl nicht mehr, weil er am Wahlabend wohl seine "Führungsrolle" beenden wird. Da er immer noch auf einen Bundesjob hofft, kann er sich im Saarland zu saarländischen Problemen nicht gegen die Bundes-SPD positionieren, die genau die Politik der saarländischen oder bundesweiten CDU macht. Warum ihn im Saarland außer seiner Mutter und seiner Frau jemand wählen sollte, der keinen Posten bei der SPD hat, ist nicht zu erkennen.
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US-Hauspreise stürzen ab
Die Preise purzelten gemäß des am Dienstag veröffentlichten Case-Shiller-Hauspreisindex im zweiten Quartal um 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im Juni lag der Index, der die größten 20 US-Metropolen erfasst, sogar 15,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat.
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Im Juli wechselten auf das Jahr hochgerechnet 5 Millionen Privatimmobilien den Besitzer. Enorm gestiegen ist, vor allem durch die große Zahl an Zwangsversteigerungen, allerdings auch der Bestand an Häusern, die zum Verkauf stehen. Nach jetzigem Stand würde es fast ein Jahr dauern, die derzeit zum Verkauf stehenden Immobilien zu verkaufen - bei weiterer steigender Zahl von Eigenheimbesitzern, die verkaufen wollen oder müssen.
Das bedeutet im Klartext das die Immobilienpreise mit steigender Geschwindigkeit weiter sinken werden, weil ein zu großes Angebot auf eine zu geringe Nachfrage stößt und die Nachfrage noch weiter sinken wird, da die Finanzmarktkrise andauert. Im Grunde dürften Häuser im Durchschnitt nicht mehr als ein Vierteljahr leerstehen.
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Tags für diesen Artikel: bahn, börse, europa, immobilien, lohndrücker, mehdorn, neoliberal, saarland, spd, studiengebühr, usa, wahl, wirtschaftsfaschist
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Aber ich glaube ich verstehe, diese Art der Zufälligkeit ist nicht deterministisch genug. Es werden einfach die falsche Sorte von Studierenden befragt.
Ich frage mich schon eine ganze Zeit lang, wer am Ende in den USA die ganzen billigen Grundstücke mit wertlosem Haus kaufen wird...
Als Oskar ihn damals hat fallen lassen, weil er zum neoliberalen Arschkriecher mutierte, spielte er mehrere Monate lang die beleidigte Leberwurst und konnte nur über seinen Ortsverband in Position bleiben. In jedem anderen Fall wäre er nämlich damals ausgeschlossen worden. Und jeder Saarländer hätte es ihm gegönnt, wenn er sich dann aus lauter Frust in der Saar ertränkt hätte!
Als Juniorpartner von Peter Müller wäre er ja noch gut dran. Aber als Juniorpartner von Oskar Lafontaine hätte er echt die A...-Karte gezogen. Dann wäre er nämlich ein für alle Mal im Lande erledigt. Dann würde nicht mal mehr die JuSos ihn unterstützen, weil er sich dann als ein noch größerer Depp geoutet hätte, als das sie ihn alle so schon halten.
Der Mann mag vielleicht Jurist sein, aber der hat in seinem ganzen Leben (und ich kenne den Clown schon über 25 Jahre) noch nicht einmal einen einzigen Handschlag getan. Ein wenig körperliche Arbeit für € 1 die Stunde würde ihm mal gut tun. Damit er sieht, wo man hirnlos endet, wenn man sogar zum Politiker zu beschränkt ist. Der gute Heiko ist das exzellente Beispiel dafür, welche Nasen im Moment in der SPD im Bund das Sagen haben.
MfG
lachend
Ps.: Wird Zeit, das du ein Smileyboard einbaust, Jochen!