Der Ramadan im Zentrum einer Rechtspolemik

Die Verschiebung eines Musterprozesses auf Antrag von Anwälten, die sich dabei auf den Ramadan beriefen, hat am Freitag den 5. September für Empörung gesorgt. Von den antirassistischen Organisationen über die Chefs der radikalen Linken und Sozialisten bis hin zu LePen folgten die Reaktionen der Entrüstung aufeinander.
Der neue Generalstaatsanwalt, Léonard Bernard de la Gatinais, widerspricht:
Keinesfalls wird mich der Ramadan davon abhalten, gegen einen Aufschub zu sein, denn dies wäre vollkommen gegen das republikanische Prinzip der laïcité,
erklärte er auf einer Pressekonferenz.
Ich vermag nicht zu erkennen, wieso die Justiz aufhören sollte, Personen muslimischen Bekenntnisses abzuurteilen, (bloß) weil diese den Ramadan einhalten.
Wie der Generalstaatsanwalt weiter mitteilte, lagen der Entscheidung mehrere Fakten zu Grunde. Justizministerin Rachida Dati nannte es
unvorstellbar
,
daß ein Prozess wegen des Ramadan verschoben werde.
Diese Polemik ist ein weiteres Ereignis in einer Kette von Ereignissen innerhalb dieser Affäre. Der Prozess, der sich mit einer Serie 2000 bis 2001 begangener Raubüberfälle auseinandersetzt, wurde schon einmal verschoben, und zwar im Februar, als einer der Rechtsanwälte den Zuhörern eröffnete.
daß einer der Beamten, der die Vernehmungen geführt hatte, wegen sexueller Nötigung eines Zeugen verurteilt worden war. Dieser Polizist erwartet das Resultat seiner Berufung. Ausserdem
müssen sich zwei weitere Belastungszeugen noch vor 2009 in St.Malo wegen einer Rauschgiftgeschichte vor Gericht verantworten.
In der Gesamtwürdigung habe ich es somit für richtig gehalten, mich dem Ansinnen nicht entgegenzustellen, um der Geschichte im folgenden Jahr zu mehr Gelassenheit zu verhelfen.
Verteidiger und Nebenkläger sind jedoch trotz dieser Argumentation skeptisch. Bei beiden Wiederaufnahmen im Sommer hatte die Verteidigung ihre Anträge auf Aussetzung/Verschiebung stets im Einklang mit der Strafprozessordung gestellt, und beide Male hatte die Staatsanwaltschaft dem widersprochen.
Das Risiko der Ungleichbehandlung
Am 27. August unternahmen die beiden Verteidiger, Yann Choucq und Antoine Comte, einen neuen Versuch; sie führten aus, dass, wenn der Prozess im Ramadan fortgesetzt würde, man in Betracht ziehen müsse, daß ihre Mandanten Muslime seien und nach 14 Stunden Fasten zu geschwächt seien, sich angemessen zu verteidigen. Sie führen die Gefahr der Ungleichbehandlung sowie die Anti-Diskriminierungs-Prinzipien ins Feld.
Der Präsident des Berufungsgerichts, Joël Christien, setzte den Parteien für ihre entsprechenden Schriftsätze eine Frist bis zum 1. September und gab dem Antrag statt,
zum Wohle eines einwandfreien Verfahrensablaufs
Franck Berton, ein weiterer Verteidiger fragt sich, was denn dieser Schriftsatz Neues bringt.
Wie man unschwer erkennen kann, wird hier über die Manöver von Anwälten berichtet, deren Strategie es ganz offensichtlich ist, zum Wohle ihrer Mandanten das Verfahren in die Länge zu ziehen. So etwas dürfte in allen Gerichtssälen der Welt gängige Praxis sein.
Mit dem Islam und dem Ramadan hat es nur sehr am Rande und mit der immer noch angeblich schleichenden Islamisierung nun überhaupt nichts zu tun. Das haben, wie man oben ebenfalls leicht erkennen kann, weder die aufeinanderfolgenden Protestierer, noch Justizministerin Dati begriffen.
Der oben verlinkte zweite Beitrag aus dem
Figaro lässt die wichtigen Zusatzinformationen aus und legt den Schwerpunkt allerdings genau darauf - Das erste Mal sei es in Frankreich zu einer solchen Entscheidung gekommen, will sagen: wieder ein Damm ist gebrochen und es ist wieder der Anfang von einem Tsunami oder so. In dieser Form und mit dieser Schwerpunktsetzung ist er auch auf "islamkritische" Seiten in Deutschland übernommen worden.
Zum Figaro sollte man folgendes wissen:
Im Zuge ihrer kulturrevolutionären Strategie ("Gramscianismus von Rechts"; "Umwertung der Werte") bemühte sich die französische Neue Rechte (Nouvelle Droite) um Deutungshoheit und kulturelle Macht, statt um parlamentarische Erfolge. Nationales und internationales Aufsehen erregte sie erstmals, als Alain de Benoist, Kopf der GRECE (Think-Tank der Neuen Rechten Frankreichs) und Vordenken der französischen Nouvelle Droite sowie weitere führende GRECE - Mitglieder 1979 in die Redaktion des Supplements "Figaro Magazine" berufen wurden. Der ausgelöste Skandal führte zwar knapp 1981 wieder zu ihrer Abberufung -ihnen blieb der Videoteil des "Figaro"- ihr Aufstieg und ihr knapp zweijähriges Verbleiben in einer derart wichtigen publizistischen Position verrät aber Einiges über ihren bereits geltend gemachten Einfluss.
Am 19. September 2006 veröffentlichte Robert Redeker im Le Figaro den islamkritischen Artikel Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre ? (dt.: "Was soll die freie Welt angesichts der islamistischen Einschüchterungsversuche tun?"), ein Beitrag zur Debatte um das Papstzitat von Regensburg.
(aus dem deutschen Wikipedia-Eintrag).
Apartheid im Ramadan?

Unser Lieblingsbelgier ist in Erwartung von Fußfessel/Haftantritt jetzt auch wieder fleissig. In
diesem Eintrag beklagt er sich über angebliche antiflämische Apartheid: In der Gemeinde
Sint-Jans-Molenbeek, einer der 19 Gemeinden der zweisprachigen Hauptstadt, werden angeblich Flamen wegen des Ramadan aus einem Teil des Stadtzentrums ausgesperrt, da man die Hauptstraße, den Gentse Steenweg abgesperrt und so die Flamen ausgesperrt habe.
Vlamingen zijn niet meer welkom in bepaalde delen van hun eigen gemeente.
soll heissen:
Flamen sind in bestimmten Teilen ihrer eigenen Gemeinde nicht mehr willkommen.
Womit die gesamte Gemeinde, in der es auch Wallonen und 30% - hauptsächlich marokkanischstämmige - Ausländer gibt, mal eben kurz im Handstreich für Flandern vereinnahmt wird.
Der Hintergrund ist allerdings ein anderer: wie wir aus Brüssel erfuhren, wurden in der Tat 150m des Gentse Steenwegs gesperrt, aber damit keineswegs das Viertel
abgesperrt. Die Verkehrssituation ist ganz offensichtlich chaotisch, und schon lange vor Ramadan wurden
Lösungsvorschläge präsentiert:
Vanaf 1 juli past Sint-Jans-Molenbeek haar parkeerbeleid grondig aan: vanaf die datum is het gedaan met kosteloos parkeren op het grondgebied van de gemeente.
Soll heissen, dass man in der Gemeinde - Ausnahmen abgesehen -
nicht mehr kostenlos parken kann.
ein weiterer Lösungsvorschlag zur Beherrschung des drohenden Verkehrskollaps soll ein
autofreier Sonntag am 21. September sein, wie er in den Brüsseler Gemeinden
schon öfter durchgeführt wurde.
Die flämische Presse, sowohl die
"linkse haatkrant", de Morgen, als auch das in islamkritischen Kreisen besonders gerne zitierte
"Het Laatste Niews" berichten textgleich darüber, daß - wegen der wohl zum Iftar besonders häufig zum Einkaufen fahrenden Muslime - man die Innenstadt meiden solle. Nun ja, sowas gibt es auch zu Weihnachten. Die angeblich "hochschlagenden" Emotionen wegen Verkehrschaos und Hunger, die Debie ausmacht, konnten sonst in keiner Publikation ausgemacht werden. Übrigens sind Straßensperrungen anlässlich von Großereignissen auch
andernorts nichts aussergewöhnliches.
Aber die Rettung naht: Seine neue Verlobte ist Vorsitzende der
zweiköpfigen Fraktion des Vlaams Belang im Gemeinderat. Und sie wird jetzt eine Anfrage starten, wieso, warum und was das alles kostet. Bestimmt nicht so viel, wie die Massendemo zum letzten 11. September, die für den belgischen Steuerzahler seinerzeit mit 82.000 Euro zu Buche schlug.
Und warum schreibt er sowas?
Der Gute möchte doch nicht vergessen werden, bis Hausverkauf, Scheidung und Haft/Fußfessel überstanden sind und er wieder neu durchstarten kann! Jetzt kommt schließlich nur noch ein highlight am 19. September, wo er sich als Ehrenmitglied von Pro Köln noch mal richtig ins Zeug legen, bei Filip Dewinter einen guten Eindruck hinterlassen, die Braut vorstellen und mit den Kumpels Kölsch trinken kann, und dann wird es unromantisch. Daß er im letzten Teil des Beitrags auf den obenerwähnten Prozess in Frankreich zu sprechen kommt, empfindet er sicherlich als Pflicht.
Und die deutschen Islamkritiker?
unser Freund
kewil regt sich über muslimische Diabetiker auf, die fasten(wollen) und von einer Amsterdamer Klinik betreut werden. Einen entscheidenden Satz hat er wohl übersehen: in dem
von ihm verlinkten Artikel der italienischen Nachrichtenagentur ADN-Kronos steht als letzter Satz:
...many patients are advised against fasting.
Es lohnt sich, das weiter zu vertiefen: Das Krankenhaus in Amsterdam-Slotervaart, einem Viertel Amsterdams mit hohem Migrantenanteil und allgemeines Diabetes-Kompetenzzentrum, bemüht sich um die Integration von Islam und moderner Medizin. Es rät Diabetes-PatientInnen im Regelfall vom Fasten ab:
We have to tell them it's not a good idea. We explain to them that there are verses of the Qur'an which allow very sick people to be excused from fasting.
Quelle.
Natürlich würde kewil gar niemals eine Quelle wie "Islamonline" heranziehen, aber es hätte weitere Quellen jenseits der islamischen Weltverschwörung gegeben:
Eine davon:
Een groep artsen uit het Slotervaart-ziekenhuis roept diabetespatiënten op om niet mee te doen met het vasten tijdens de Ramadan.
Oder man könnte zum Äussersten schreiten und die
Spezial-Diabetes-Seiten des Krankenhauses aufrufen. Beim Nach-unten-scrollen findet man auch Texte in Englisch sowie einen Ratgeber
"Diabetes und Ramadan", in dem es auf der zweiten Seite heisst:
...in principe moet aan diabetespatiënten altijd geadviseerd worden niet te vasten.
Deutsch:
Grundsätzlich muß man Diabetespatienten vom Fasten abraten.
Also etwas vollkommen Anderes, als kewil dort heraus bzw. hineinliest. Da kann man nur mit Kommentator (bei Kewil) sKommando nur sagen:
Ich kann so schon kaum fassen was ich hier tagtäglich lese!
Leider ist das alles real.

Genau. Ich denke, man kann das alles auch nur noch wahrnehmungspsychologisch erklären. Das Beste kommt allerdings zum Schluss:
das Spitzenblog. Liest man auch nur die ersten Kommentare, fragt man sich, wie sie alle zu dieser Wahrnehmung kommen. Nein, man fragt sich schon garnicht mehr: es ist der Kampf gegen die eigenen Dämonen. Und der ist für mich ganz wesentlich auch mit psychologischen Kategorien von Wahrnehmungsverzerrung wie
Projektion, Halo- und
Rosenthal-Effekt zu beschreiben. Die Handlungsbereitschaft, die fähige Demagogen erzeugen können, kann im Extremfall die des
Milgram-Experiments sein. Und so werden sie, wenn man sie denn lässt (wofür ich dringend plädiere!, am 19.September auch in Köln auflaufen und sich gegenseitig ihr Weltbild bestätigen und versuchen, in diesen Sog auch andere hineinzuziehen. Deswegen kann man auch die Skepsis der Verteidiger
und Nebenkläger beim obigen Prozess verstehen, wenn von "mehr Gelassenheit" die Rede ist. Gäbe es sie, müsste dieser Artikel nicht geschrieben werden und es gäbe keinen 19. September.
Jedoch: Am Gegengift wird gearbeitet.
Wer während dieses Ramadan noch weitere Beispiele für die oben beschriebenen Phänomene lesen will, wird sicherlich bei den hier verlinkten - und denen, die hier nicht verlinkt wurden - fündig. Aber - danke, PI - lassen wir zum Schluß Muslime selber über den Ramadan sprechen:
Bildnachweis: www.kunstundjustiz.de,
brusselniews, Kölner Stadtanzeiger
Disclaimer: Durch meine persönliche Linksetzung und die vom System vorgenommene Linksetzung auf ähnliche Artikel dokumentiere ich diese nur und mache sie mir nicht "zu eigen". "Ähnlich" ist ein weiter Begriff...
Hier scheint noch alles sehr ruhig. Deshalb möchte ich Dir ein Geheimnis veraten, doch wie immer muss man sehr vorsichtig sein.
Das Böse scheint nur zu schlafen es ist noch volltrunken vom letzten Rausch und ergötzt sich noch am Leid der Menschen, dass sie ihnen zugefügt haben. Und wie beim nachlassen der Wirkung einer Droge brauchen sie bald mehr davon. Es war einfach zu schön und der Nervenkitzel vorher, der dich nachher endlich zu einem "Helden" macht. Was kann es schöneres geben? Big Berta, bist Du noch da?
Möchtest Du mehr hören?
Aber lass mal hören. :-)
Es fängt meist ganz harmlos an, mit einem kleinen Opfer und seinen großartigen, fatalen Auswirkungen.
Der letzte Ladendiebstahl war doch eine Superidee- ein Griff in die Ladenkasse und keiner hat es gesehen.Man ist um 2000 Euro reicher und alle Sorgen los.
Dann steigert sich der böse Wunsch schnell und bei jedem Mal ein wenig und wird unbemerkt größer bis zum grausigen Entsetzen.
Solche Gedanken werden als "eigene Ideen" erkannt, sie entstammen jedoch in Wahrheit von dem, den die Bibel Satan nennt.
Seit Menschengedenken dirigiert er seine Opfer durch Eingebung geistiger Gedanken ins Unglück und verspricht dabei großartige Gewinne und nichts als Vorteile.
Dabei ist es ihm gleichgültig, ob ein Mensch Christ, Hindu, oder Moslem ist.
Er hasst alle Menschen und will alle Menschen vernichten.
Er hatte wie alle Engel von Gott den Auftrag erhalten, den Menschen zu dienen und das jedoch empört abgelehnt.
Seitdem will er Gott gleich sein und schafft sein eigenes Reich. Die Menschen sind seine Opfer und werden durch scheinheilige Versprechen gegeneinander gehetzt.
Wenn man das von der Seite aus betrachtet, dann ist derjenige auch ein Opfer, der jede Kontrolle über seine bösen Gedanken verloren hat, welche ständig verlockend auf ihn einprügeln um Ihm nichts als Vorteile zu versprechen, wenn sie nur ein bisschen "Mut" zeigen und ein kleines Opfer bringen
Mit den Gedanken ist es so wie mit dem Schatten, nur ein scharfer Sinn erkennt, ob Freund, oder Feind
Wenn ein vernünftiger Mensch nun die Ursache berücksichtigt, wie will er dann gegen einen Schatten ankämpfen?
Ich bin einmal in eine Polizeiwache gegangen und habe darum gebeten: Bitte helfen sie mir und verhaften sie meinen Schatten. Er verfolgt mich ständig bei jedem Schritt, den ich tue. Nicht einmal im Bett ist man noch ungestört und sogar vom essen will er jedes Mal etwas abbekommen und wenn ich ihn schlage, dann schlägt er zurück!" Keiner konnte mir helfen.
Wenn man anstelle des bösen Geistes nun eines dieser "Opfer" beseitigt, dann nutzt das niemandem, denn dafür stehen sogleich 40 andere wieder auf und führen das weiter, was der andere nicht mehr kann. Wem ist damit gedient?
Böse Gedanken kann man nicht bekämpfen, man kann sie jedoch durch - Gebet zu Gott - sehr einfach vernichten.
Diese Bewußtsein muss wachsen in den Köpfen der Menschen und nicht der Hass.
Jeder sollte das einmal ausprobieren und zu Gott um einen klaren Verstand und reine Gedanken bitten und das Böse wegzunehmen.
Ich tue das jedes Mal, und jedes Mal mit Erfolg.
Und ich weiß auch, dass die meisten Moslems das tun und sich so durch Gebet reinigen, so wie gerade jetzt im Rammadan.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine Zeit des Fastens in Verbindung mit der intensiven Reue über eigene Sünden, eine deutlich spürbare Nähe Gottes bewirken und völlig neues Bewußtsein öffnet.
In Liebe
Wolfgang Patzer
Für das freche "Du" will ich mich bei Ihnen entschuldigen.
Die Art und umständliche Schreibweise diente nur dem Zweck einem wichtigen Thema mehr Ausdruck zu verleihen. Eine Beleidigung ist in keinem Punkt beabsichtigt oder gewollt.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen, dass Sie auf die blockweise Übertragung eingegangen sind, obwohl Sie zuerst nicht wissen konnten was damit beabsichtigt war.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mein Kommentar viele Menschen zum nachdenken bewegt, zum besseren Verständnis anregt und Gutes bewirkt.
Hochachtungsvoll
Wolfgang Patzer