Sie wissen es: ich fühle mich nicht in vorderster Front dazu befugt und bereit, allerlei Unfug über Gott zu widerlegen. Doch es gibt Grenzen. Die Vize-Präsidentschaftskandidatin der Republikaner, Sarah Palin holt Gott hervor, um junge amerikanische Soldaten aufzuscheuchen, damit sie im Irak die Drecksarbeit machen und im gleichen Arbeitsgang Leitungen zu legen, die die Umwelt vergiften...
Sie ist leider weder die erste noch die einzige: der heutige Präsident Bush antwortete auf eine Frage der New York Times, ob er gelegentlich mal nachhöre, was sein Vater, der ehemalige Präsident Bush Senior, denn zu sagen habe, sein
"Vater" sei nicht von dieser Welt, doch daß ihn tägliche Einflüsterungen von Gott dem Vater erreichten, die ihn leiteten.
De Pers (NL) hat die Neuigkeit:
Der amerikanische Einfall in den Irak war "ein Auftrag von Gott", so Sarah Palin, die Republikanische Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft. Die running mate von John McCain machte diesen Ausspruch in einer Rede, die seit kurzem auf vielen Internet-Seiten zu sehen ist. Palin sprach im Juni in ihrer Kirche vor einer Gruppe Prediger-Studenten. Sie rief die Studenten auf, für die US-Truppen im Irak zu beten und berichtete, ihr ältester Sohn würde auch bald dorthin geschickt. Sie sagte weiter:
"Unsere nationalen Führer schicken sie dorthin in Gottes Auftrag. Wir müssen uns vergewissern, dass wir dafür beten - daß dahinter ein Plan steht, Gottes Plan."
Palin, Gouverneur von Alaska, erzählte den Studenten, daß sie in ihrer Funktion Ihr Bestes tun wolle. Dazu gehört unter anderem der Bau einer großen Gas-Pipeline.
"Gottes Wille muss ausgeführt werden und Menschen und Firmen vereinigt, damit die Pipeline gebaut werden kann. Deswegen lasst uns dafür beten." so Palin.
Religiöse Republikaner des konservativen Flügels sind von McCains Entscheidung für Palin sehr eingenommen. Doch nicht jeder ist glücklich darüber, dass Palin ihre Religion so nach aussen trägt. Ein Wortführer einer amerikanischen Vereinigung, die sich für eine weitergehende Trennung von Staat und Religion ausspricht, sagt, er bedauere Palin's Äusserungen:
"Ich sehne mich nach der Zeit zurück, in der Geistliche Predigten und Politiker Reden hielten."
Ich bin mit Barack Obama einig, daß man die Schwangerschaft ihrer 17-jährigen Tochter nicht gegen Palin verwendet werden darf. Für sich alleine betrachtet, macht dies sie für das anvisierte Ziel nicht mehr oder weniger geeignet. Bei diesen für US-Präsidentschaftswahlkämpfe nicht unüblichen Schlammschlacht mache ich nicht mit.
• Doch die Ansicht, einige empfingen Botschaften von Gott und andere nicht, und daß man sich vor den "Eingebungen" verneigen muß, die Leute wie Palin und Bush jr. offensichtlich jeden Morgen empfangen, ist eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand und
• der Aufklärung, von der einige den Mund so voll nehmen, die dann doch Republikaner wählen und
• der aufrechten Gläubigen, die sich hingebungsvoll mühen, die Lehren ihres Glaubens zu verstehen, während sie sich durch ihr tägliches Leben kämpfen.
Ich hoffe und bete, daß bald wieder der gesunde Menschenverstand triumphiert.
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Soweit Huib. Doch es gibt noch mehr über Mrs. Palin zu erzählen.
Zur Einstimmung darauf von
dieser Website ein Video über "Sarah Palin's Demon Haunted Churches":
Erste Hinweise dazu gibt Dietmar Näher von Politisch Korrekt: unter der Überschrift:
Antisemitin Sarah Palin?
schreibt Dietmar:
Eine Woche nach ihrer Nominierung zur republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin wird Sarah Palin mehr und mehr zu einer Belastung für John McCain, denn nun scheint sie es sich auch noch mit der jüdischen Gemeinde in den USA gründlich verdorben zu haben.
Palin ist Mitglied der Wasilla Bible Church. Dort war sie auch am 17. August, als Pastor David Brickner, Gründer der Gruppe Jews for Jesus eine denkwürdige Predigt hielt, in der er unter anderem sagte, dass Gott den Juden ein Strafgericht angekündigt habe. Und dieses Strafgericht sei sehr real...
In der Wasila Bible Church scheint es richtig interessant zu sein, wenn Frau Palin anwesend ist, und laut PK war sie anwesend, als
dies gepredigt wurde (übersetzt von PK):
When Isaac [Brickners Sohn, PK] was in Jerusalem he was there to witness some of that judgment, some of that conflict, when a Palestinian from East Jerusalem took a bulldozer and went plowing through a score of cars, killing numbers of people. Judgment - you can’t miss it. And Jesus talks about it, but He didn’t leave us there. There’s a promise of a return from this judgment.
deutsch:
Als mein Sohn in Jerusalem war, sah er einen Teil des Strafgerichts, dieses Konflikts, als ein Palästinenser aus Ost-Jerusalem mit einem Bulldozer Dutzende über Autos rollte und viele Menschen tötete. Strafgericht – man kann es nicht übersehen. Jesus hat davon gesprochen, aber er lässt uns nicht allein. Es gibt einen Weg zurück vom Strafgericht.
PK schreibt:
Mit anderen Worten: Die palästinensischen Terrorattacken sind die Strafe Gottes für alle Juden, die das Christentum - im wahrsten Sinne des Wortes - ums Verrecken nicht annehmen wollen.
und verlinkt auf
diesen Beitrag, der überschrieben ist mit:
Jüdische Wähler sollten mit Palin vorsichtig sein.
Da frage ich mich doch, wo hier die sensiblen Streiter gegen den Antisemitismus sind, die schon laut aufjaulen, wenn sie irgend ein Pali-Tuch sind, und die am liebsten den Antisemitismus-Begriff ins Uferlose ausdehnen würden...

Ich gebe Huib recht, wenn er schreibt, dass die Schwangerschaft ihrer Tochter nichts im Wahlkampf zu suchen hat, aber ich denke, dass es legitim ist,
darauf hinzuweisen, dass Palin sich vehement gegen Sexualkundeunterricht in den Schulen ausspricht. Weiter will sie, daß die Schöpfungsgeschichte
gleichwertig
neben der Evolutionstherorie gelehrt wird. Nun ja,
diese Forderung ist - zumindest in Hessen ja auch hierzulande politikfähig. Wer sich allgemein weiter über den religiösen Hintergrund der Kandidatin informieren will, kann das
hier tun; ich habe noch einige weitere Einzelheiten:
Bei Folgendem müssten eigentlich alle laut aufheulen, die Homosexuellenverfolgung und Diskriminierung einzig in der islamischen Welt verorten: wie das ausgezeichnete, kollaborative und breit aufgestellte, US-amerikanische Portal
Talk to Action - es lohnt sich, den Artikel ganz zu lesen - unter Berufung auf
AP meldet, unterstützt Palin's Kirche eine am 13.09. in Alaska stattfindende "ex-gay"-Konferenz mit dem Titel
"Love Won Out". Die Chicago Sun-Times veröffentlicht den gleichen Artikel und zitiert:
Pray Away The Gay
, verlinkt darüberhinaus allerdings auf
diesen Artikel, in dem es heisst:
This church is extremely radical and its teaching are not in step with a judicious handling of democratic institutions.
Der Artikel verlinkt
hierhin und
hierhin. Unter dem zweiten Link kommentiert Daily Kos, ein US-Top-blog, unter Berufung auf eine Meldung von
CNN:
Health and Human Services Secretary Michael Leavitt has proposed a new rule that will limit the rights of women to receive medically accurate information and treatment. The alleged goal of the rule is to protect the rights of health care workers, volunteers, and trainees. The result would be limited access to birth control and abortion for women all over the country - regardless of state law.
Was soviel heissen soll: das Recht von Frauen auf medizinische Information und Behandlung soll eingeschränkt werden!!! Hallloooo? Bei den Frauen und FrauInnen, die sich so wacker nur am Islam abarbeiten, jemand zu Hause? Hallloooo!!! Die amerikanischen Schwestern haben ein Problem!!!
Einen habe ich noch:
Unter Berufung auf dieses
TIME-Portrait und diese
Quelle berichtet Talk to Action, Palin habe versucht, in der Stadtbibliothek bestimmte Bücher von der Ausleihe, äh, auszuschließen, und als das nicht geglückt sei, versucht, die Bibliothekarin zu feuern:
... Back in 1996, when she first became mayor, Sarah Palin asked the city librarian if she would be all right with censoring library books should she be asked to do so.
According to news coverage at the time, the librarian said she would definitely not be all right with it. A few months later, the librarian, Mary Ellen Emmons, got a letter from Palin telling her she was going to be fired. The censorship issue was not mentioned as a reason for the firing. The letter just said the new mayor felt Emmons didn’t fully support her and had to go...
Die Story wurde seinerzeit nachrecherchiert mit folgendem Ergebnis. Palin habe keine bestimmten Bücher genannt, vielmehr sei es so gewesen:
Palin told the Anchorage Daily News then that the letters were just a test of loyalty as she took on the mayor’s job...
Achso.
Mehrere Personen kamen übrigens in den Genuss brieflicher Loyalitätstests:
Four days before the exchange at the City Council, Emmons got a letter from Palin asking for her resignation. Similar letters went to Police Chief Irl Stambaugh, public works director Jack Felton and finance director Duane Dvorak. John Cooper, a fifth director, resigned after Palin eliminated his job overseeing the city museum.
Sarah Palin ist nun keineswegs die kuriose, aber patente "Hockey Mum" aus der Provinz, die mal eben so, weg von der heimatlichen Elchfleisch-Tiefkühltruhe in die Höhen der Politik geweht wurde, sondern sie ist Produkt und - jetzt auch - Gesicht einer bestimmten gesellschaftlich-politisch-religiösen Strömung in den USA. Darüber gibt
dieser Kommentar Auskunft:
user "Sirius" schreibt:
Consider the following:
Since 1980, both political parties have been to beholden to the narrow and intolerant views of the Christian fundamentalists. Consequently, our rights and liberties have been abrogated under the guise of being a "good Christian".
Seit 1980 werden beide politischen Parteien immer weiter den engen und intoleranten Ansichten der Christlichen Fundamentalisten verpflichtet und als Folge und in der Verkleidung "guter Christen" unsere Rechte und Freiheiten ausser Kraft gesetzt. Was er als Endergebnis dieses fundamentalistisch-christlichen Wirkens beschreibt, ist 1984 im Gewand einer totalitären Theokratie. er schliesst mit den Worten:
Is it not obvious that the imposition of the evangelical ideology--any fundamentalist ideology for that matter--lies in direct opposition to a free people in a democratic land? Our Constitution, specifically the separation of church and state, serves as a bulwark against the morality police, who seek to impose faith-based notions such as illegal abortion, "creationism" and book-burnings upon those of us with rational minds.
Ist es nicht offensichtlich, daß das Aufzwingen der evangelikalen Ideologie - in der Tat jedweder fundamentalistischen Ideologie - (dem Konzept von) einem freien Volk in einem demokratischen Land diametral entgegensteht? Unsere Verfassung, besonders (der Grundsatz der) Trennung von Kirche und Staat, dient als Bollwerk gegen die Moralpolizei, die denjenigen, die ihre Venunft gebrauchen, ihre glaubensbasierten Grundsätze von Illegalisierung der Abtreibung; "Kreationismus" und Bücherverbrennung aufzwingen will.
Selbst
SpOn war "die bigotte Glaubenswelt der Sarah Palin" gestern einen Artikel wert.
Nein, Mrs. Palin wurde wahrlich nicht aus Alaska mal eben herübergeweht, und im Gegensatz zum im obigen SpOn-Artikel zitierten Pfarrer McGraw bin ich der Meinung, daß sie
gerade deswegen gewählt wurde.
Schauen wir doch einmal, wofür Palin - nicht nur im Wahlkampf - sonst noch steht:
aus gutem Grund wurde hervorgehoben, daß Palin Mitglied der
National Rifle Association ist, die laut Michael Moore für eine
Kultur der Angst
steht. Ihr Daseinszweck war in ihrem Gründungsjahr sicherlich gerechtfertigt; damals war die StaatlichkeitLange Zeit aber galt das
Gewaltmonopol des Staates (Max Weber) allgemein als vereinbart, nachdem es Aufgabe und eine der Legitimationen des Staates sei, die äussere und innere Sicherheit seiner Bürger gewährleisten zu können. Es gebe zwei Pole, wird
in dieser Arbeit beschrieben:
Im Gegensatz zur
Gewaltherrschaft vollzieht sich im Rechtsstaat der Gebrauch der verfügbaren
Zwangsmittel, um von der Gesellschaft als legitim anerkannt zu werden, innerhalb eines bestimmten rechtlichen Rahmens, in dessen Verbindlichkeit alle, diepotentielle gewaltsamen Handlungen unterworfen sind, zugunsten ihrer eigenen Rechtssicherheit und ihres eigenen Rechtsschutzes virtuell eingestimmt haben.
neu ist:
Der Staatstypus des 21. Jahrhunderts tritt aber nicht mehr nur als quasi monopo- listischer Anbieter von Ordnungsarbeit auf, sondern agiert immer öfter partiell selbst als Nachfrager auf Sicherheitsmärkten, indem er Ordnungsdienstleistungen anderer, der Sicherheitsindustrie, anderer Organisationen oder Teilen der Bevölkerung in Anspruch nimmt.
Für die Privatisierung der äusseren Sicherheit stehen die privaten Militärfirmen wie - um nur die bekanntesten zu nennen - Blackwater, Sandline, DynCorp und MPRI. In einem Buch, das ich für ein Standardwerk und Must Read halte,
Corporate Warriors von Pete W. Singer, steht eine umfangreiche Liste von US-amerikanischen, britischen, südafrikanischen, russischen und israelischen Firmen - zwei deutsche Firmen sind ebenfalls gelistet.
In diesem Eintrag findet man weitere.
Prototyp nicht nur einer solchen Firma, sondern Prototyp für Handeln aus religiösem Antrieb ist die Firma
Blackwater und ihr Chef
Erik Prince.
Das Buch von Jeremy Scahill: ebenfalls ein Must-Read!
Im Zusammenhang dieses Artikels ist allerdings interessant, was den Gründer, Erik Prince antreibt. Prince stammt aus einer niederländischstämmigen Familie, die ihre Herkunft auf Angehörige der - calvinistischen -
Nederlandse Hervormde Kerk zurückführt. Nach den Lehren von
Calvin kann man schon auf Erden sehen, ob das Individuum gesegnet ist: am guten Leben, am wirtschaftlichen Erfolg. Laut Max Weber die
philosophische Grundlage der Herausbildung des Kapitalismus. Seine Schwester,
Betsy DeVos, ist mit dem Präsidenten und Besitzer des Strukturvertriebes
Amway verheiratet. Beide Familien sind milliardenschwer, also - nach calvinistischen Maßstäben von Gott gesegnet.
Frau DeVos lässt sich mit folgendem Statement zitieren:
"[M]y family is the largest single contributor of soft money to the national Republican party... I have decided, however, to stop taking offense at the suggestion that we are buying influence. Now, I simply concede the point.
Deutsch:
Meine Familie ist der größte Einzelspender der Republikanischen Partei...Ich habe mich entschieden, nicht mehr beleidigt zu sein, wenn jemand behauptet, wir würden Einfluss kaufen. Ich gebe es jetzt einfach zu.
Prince ist mittlerweile zum Katholizismus konvertiert und ist nicht der einzige: ein enger Freund und Berater von Bush jr.,
"Father" Richard Neuhaus, der sich vom evangelikalen Geistlichen zum katholischen Priester wandelte. Die TIME rechnet ihn unter die
25 einflussreichsten Evangelikalen.
Hier kann man sie alle 25 durchklicken.
Neuhaus agiert auf der Schnittmenge zwischen Evangelikalen und Katholizismus und ist Mitverfasser des Buches "Evangelicals and Catholics together - Towards a Common Mission, von dem eine
Kurzfassung im Netz steht.
• Teil 2.
• Teil 3.
Was Blackwater und die anderen Firmen militärisch so treiben, hat sich schon herumgesprochen: so hat die Firma jetzt verkündet, in der Lage zu sein, jedem der zahlen kann, eine voll ausgerüstete Brigade (ca 10.000 Mann/Frau) an jedem Ort der Welt bereitstellen zu können. Das erspart dann lästige Mandatierungsverfahren im eigenen Land oder den Vereinten Nationen. Doch das muss an anderer Stelle vertieft werden.
"Sicherheit" ist ein riesiger Markt, und um die maximale Menge an Profit zu generieren, muß man dafür ersteinmal Akzeptanz schaffen: dazu gehört zunächst einmal das Aushungern und Delegitimieren von UNO, Militär, Polizei. Ein Gefühl der Bedrohung von dunklen Kräften wie Sittenstrolchen, ausländischen Banden und "Migrantengewalt" muß herbeigeschrieben werden - mit Internet-Briefkästen und privaten Fahndungaufrufen wird nicht nur in Deutschland ein Gefühl herbeigeschrieben, das nicht nur die Wahl einer entsprechenden Partei, sondern auch ein "Noch mehr" an privatisierter Sicherheit bringe die Rettung. Dazu gehört übrigens auch die Behauptung, Straftäter würden in den Gefängnissen verpäppelt, was - laut Jeremy Scahill in den USA schon zu "glaubensgestützten" Gefängnissen geführt hat, zu deren Resozialisierung zwangsweises Bibellesen führt sowie die Aussicht auf Erleichterung bei Konversion zum Evangelikalen Glauben.
Die entsprechenden Seiten brauche ich nicht schon wieder zu verlinken. JedeR findet sie.
Wohin das führt und schon geführt hat, kann
hier und
hier bestaunt werden.
In den USA stehen dafür Organisationen wie die NRA und Personen wie Sarah Palin. - Glaubensgestützt.
TIME schrieb schon 2005 vom
"Zahltag" für Bush an die religiöse Rechte. McCain ist nicht gesund und könnte überraschend aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten müssen. Dann würde Frau Palin - sicherlich gerne - zahlen.
Das sollte sich niemand wünschen.
Bildnachweis: De Pers (NL), Staat Alaska,
Schon Bush Junior verstand sich am Eufrat und Tigris als einen Kreuzritter, der dort das 'Böse' besiegen will - und machte sich gleichzeitig zum willenlosen Werkzeug amerikanischer Lobbyinteressen. So ist das Einzige, was Palin wirklich qualifiziert, die Tatsache, dass sie reaktionären Fanatismus mit Bereitschaft der Lobbyarbeit verbindet, also quasi zu einer selben Marionette gemacht werden kann wie Bush. Das merkt man schon an ihrer Einstellung dem Thema gegenüber, wenn es darum geht mitten in den einmaligen Naturparks Alaskas nach Öl zu bohren. Wenn man aus solchen Bundesstaat kommt und sowas als eine gute Tat bezeichnet, wohl wissend, dass so etwas die Landschaften unwiederbringlich zerstört, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.
Sollten sich die Republikaner wieder durchsetzen, sehe ich schwarz, denn sie werden sicherlich mit Hochdruck daran arbeiten die Dinge zu Ende zu führen, was Bush nicht mehr geschafft hat - nur das ist und war das komplette Gegenteil von einer Politik, die derzeit an sich bitter nötig wäre, angesichts dessen, dass ganze Bevölkerungsschichten verarmen und die Gesellschaft sich in einer Geschwindkeit spaltet, die schwindelerregend ist und der staatliche Haushalt immer neue Negativrekorde einfährt. So gesehen wäre es wieder Zeit für einen neuen 'New Deal', der auch wegweisend für alle anderen westlichen Nationen ist, die die radikale neoliberale Wirtschaftspolitik für das Non-Plus-Ultra halten. Nur ich traue da schon den Demokraten einen solchen Schritt nicht zu - auch wenn hier es immer wieder Leute gibt, die in der jüngsten Vergangenheit an der Ökonomie ohne Bremsen ihre Zweifel geäussert haben. Die Republikaner mit ihren schwerreichen Gönnern werden da erst recht den Teufel tun, bis zu dem Tag, an dem die Amerikaner aufwachen und feststellen, dass ihnen in ihrem eigenen Land nichts mehr gehört, nicht mal die Ampel an der Kreuzung, und asiatische und arabische Geldgeber sämtliche Bedingungen diktieren.
Das ist genau das, was ich meine. Dafür steht Frau Palin - in grösserem Ausmass als McCain, der aus meiner Sicht nur so lange von Nutzen ist, bis die Wahl gewonnen ist.
Ich glaube, dass wenn die Amerikaner diesmal wieder die Republikaner wählen, dann ist denen wirklich nicht mehr zu helfen, denn ganz abgesehen mal von solchen Fanatikern, stehen die Republikaner mehr denn je für eine völlig reaktionäre Politik wie aus dem 19. Jahrhundert.
Ich denke, in den USA kommt es auch weniger auf Parteien an, als auf Konzepte und die Personen , die sie verkörpern.
Hillary Clinton hat sich meiner Meinung nach mittlerweile auch an die Evangelikalen verkauft. Dieser Herr
http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Spencer war, wie unser geschwätziger belgischer Ex-Cop mal geschrieben hat, im Wahlkampfteam von Hillary Clinton gewesen sein. Daß Clinton der "Plan A" der Familie Bush war, ist bekannt.
Eigentlich sollte man meinen, soviel Borniertheit müsste beim Volk der "Dichter und Denker" etwas Irritation auslösen und den ein oder anderen Gedanken an unserer Teilhabe an dem ganzen Spektakel in Gang setzen. Doch das Denken scheint bei den Deutschen ein bisschen aus der Mode zu kommen.
Vielleicht gibt es ja wirklich einen Gott. Wenn dem so sein sollte, hoffe ich doch sehr, dass er sich noch nicht ganz von seinem Prototypen verabschiedet hat und er es vielleicht mal mit dem Herabregnenlassen von Hirn versucht, nachdem das mit dem heiligen Geist so böse in die Hose gegangen ist.
http://en.wikipedia.org/wiki/Assemblies_of_God
Zu dieser Denomination gehörte auch die Kirchengemeinde des Generals William G. Boykin („mein Gott ist größer als dein Gott“). In ihrem Gemeindeblatt „Issachar File“ veröffentlichte er im Februar 2000 einen bemerkenswerten Aufsatz mit dem Titel „The Church As An Army“.
http://de.wikipedia.org/wiki/William_G._Boykin
In jüngster Zeit häufen sich die Klagen, dass Geistliche der „Assemblies of God“ in der Militärseelsorge der US-Armee überproportional vertreten sind. Artikel außer in „Talk to Action“ auch in „Yurica Report“, u.a. von:
Michael Weinstein:
http://www.yuricareport.com/ChurchState/ReligiousCoupInMilitary.html
und Katherine Yurica:
http://www.yuricareport.com/Dominionism/InfiltratingTheUSMilitaryGenBoykinsWarriors.html
Kleiner Hinweis: Richard Neuhaus war vor seiner Konversion zum (Rechts-)Katholizismus nicht evangelikal, sondern ein gut evangelisch-lutherischer Pastor.
Neuhaus wird von einigen - wie auch aus dem oben verlinkten TIME-Artikel hervorgeht - unter die Evangelikalen gezählt. Ausserdem wurde in einigen Medien konstatiert, daß die Evangelikalen sich auch in den gut lutherischen Gemeinden tummeln, sodaß dieser Begriff nicht zwingend eine Organisationsform kennzeichnen muss. Wichtiger als Personen sind die Schnittmengen und hat er ja in seinem Pamphlet gut dargestellt.