Was war passiert: Die von
Senatorin Dr. Heidi Knaake-Werner geführte Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat
eine Broschüre herausgegeben mit dem Titel
Mit Kopftuch aussen vor?
Schmissig und schmackig halt, doch die stellt in ihrem Vorwort bereits klar:
Mit dieser Broschüre geht es nicht um eine weitere Ergänzung die breitgeführten „Kopftuch- debatte“...Ich hoffe, dass mit dieser Broschüre die Diskussion versachlicht wird und ein Beitrag dazu geleistet werden kann, Diskriminierungen im Vorfeld zu verhindern und muslimische Frauen zu ermutigen, sich gegen Benachteiligungen zu wehren.
Die Broschüre befasst sich auf insgesamt 19 Seiten mit dem Berliner Neutralitätsgesetz, das das Tragen religiöser Symbole im öffentlichen Dienst untersagt -
Das Bild einer muslimischen Verkehrspolizistin, die unter ihrer Polizeimütze ein Kopftuch trägt, ist für Berlinerinnen und Berliner, im Gegensatz zu Menschen aus London, undenkbar. Eine solche Begegnung gibt es nicht, kann es aus gesetzlichen Gründen nicht geben und sie würde nicht in das herrschende Gesell- schaftsbild passen.
was ich hier nicht hinterfragen will und werde. Sie befasst sich weiterhin mit Diskriminerung(serfahrung) und Lösungsansätzen, die Musafira
hier bereits untersucht und bewertet hat. Mir geht es auch nicht (mehr) um das Kopftuch, denn dazu ist aus meiner Sicht alles gesagt. Mir geht es um die Funktion des Diskurses in der aktuellen politischen Auseinandesetzung um die und mit der Linkspartei.
Die
Junge Freiheit legt am 11. August vor. Heute zieht BILD nach und holt unter dem Titel
"Zoff um Kopftuch-Broschüre" gegen Knaake-Werner aus.
In der Broschüre heißt es unter anderem, das Tragen eines Kopftuchs aus religiösen Motiven sei nicht immer das Ergebnis von Unterdrückung oder Zwang
Was nach Meinung von "BILD" wohl unerhört ist.
Focus und
Tagesspiegel haben sich die unvermeidlichen Ates und Cileli ins Boot geholt und ich wette darauf, daß heute die ersten "islamkritischen" blogs und weitere Medien auf das Thema anspringen. Von weiteren Schlachtschiffen und Gallionsfiguren wird man sicherlich ebenfalls noch hören und auch ein paar unerschrockene Verteidiger des Kopftuchs werden mit breiter Brust bella figura machen und hasanat ("Pluspunkte bei Allah") sammeln wollen.
Dabei
stehen,
wie die Deutschen auch wissen, ganz andere
Themen an.
Hier hätte auch ein schneller Blick auf die bei BILD mit diesem Artikel verlinkten Themen weitergeholfen:
Spendierlaune bei Senatorin Knake-Werner - Ich bin 27 und
habe noch nie gearbeitet - Wozu Arbeiten? Hartz IV reicht doch! - Arbeitslose würden für Job nicht umziehen! -
usw. usw - jeder Artikel einen eigenen Eintrag wert.
Was will uns das sagen? It's not the Kopftuch -
but...
It's the economy, stupid.
Und morgen können wir dann erleben, wie unseren islamkritischen Freunden der Ramadan die Wahrnehmung durcheinanderbringt.
Disclaimer: Durch meine persönliche Linksetzung und die vom System vorgenommene Linksetzung auf ähnliche Artikel dokumentiere ich diese nur und mache sie mir nicht "zu eigen". "Ähnlich" ist ein weiter Begriff...
Die Handbroschüre der Berliner Senatsverwaltung für Integration mit dem Titel: “Mit Kopftuch außen vor?“ sorgt für Aufregung. Warum? Es geht um die Situation muslimischer Frauen mit Kopftuch. Und daraus folgende Erschwernisse im Alltag, besonde... ...