< Quo Vadis SPD - Die Rolle rückwärts als einziger Programmpunkt | Chile am 11. September vor 35 Jahren >
Kurzkommentar 2008-09-11
• Hedge-Fonds - Gesunde Pleiten
• Der real existierende Schuldenberg
• Rüstung hat wieder Konjunktur
• Kleinstadt in Südengland führt eigene Währung ein
• Ukraine soll sich an Marktpreise für Gas gewöhnen - Juschtschenko
Hedge-Fonds - Gesunde Pleiten
Die Finanzkrise macht auch vor Superstars nicht halt. In den vergangenen Tagen mussten gleich mehrere der prominentesten und erfolgreichsten Hedge-Fonds-Manager der Welt einen Offenbarungseid leisten.
Statt der gewohnten hohen Renditen schockten die Fonds die Anleger mittlerweile mit hohen Verlusten. Am härtesten traf es vielleicht den einst als Rohstoffkönig gefeierten Amerikaner Dwight Anderson, der mit seiner Vermögensverwaltung Ospraie eine lange Erfolgsgeschichte schrieb. Nach dem wochenlangen Preisverfall an den Rohstoffmärkten musste Andersen allerdings die Notbremse ziehen und den wichtigsten seiner Fonds wegen massiver Verluste schließen.
Tief im Minus liegt auch der New Yorker Hedge-Fonds Atticus, der mit seinem spektakulären Angriff auf die Deutsche Börse Schlagzeilen gemacht hatte. Und in London musste Philip Richards den Chefposten beim Hedge-Fonds RAB aufgeben, nachdem er sich mit einer Beteiligung an der Krisenbank Northern Rock verzockt hatte.
Erleben wir im Gefolge der US-Immobilienkrise jetzt die von vielen gefürchtete große Hedge-Fondskrise? Wohl eher nicht. Zwar sorgte die Serie von Pleiten, Pech und Pannen auch an den internationalen Börsen für Unruhe, aber von einer systembedrohenden Krise zu sprechen wäre doch reichlich übertrieben. Allerdings steht jetzt die nach dem Boom der vergangenen Jahre überfällige Marktbereinigung auf dem Programm.
Wenn Michael Maisch sich da nicht mal irrt. Credit Default Swaps (CDS) scheinen für ihn ein Fremdwort zu sein. Alleine Fannie Mae und Freddie Mac, bringen mal eben die Kleinigkeit von 1.470 Milliarden Dollar, die über ein Auktionsverfahren abgerechnet werden müssen und einen sehr zweifelhaften Wert darstellen. Lehman Brothers ist nur ein Opfer. Das wird den ganzen Markt und vor allem viele Hedgefonds die hier mit gigantischen Krediten engagiert sind, auf die härteste Probe seiner Geschichte stellen, die der Markt wahrscheinlich verliert.
Ach ja. Der Gesamtmarkt ist übrigens 62.000 Milliarden Dollar groß. Sein realer Wert kann nur geschätzt werden. Gutgläubige glauben an 75 Prozent, ehrliche halten 25 Prozent für weit überzogen. Ich würde nicht einmal 10 Prozent zahlen. Natürlich werden kurzfristig weitere gigantische Mittel der FED zur Marktunterstützung fließen. Die FED hat ja recht. Geld machen kostet nichts und um den realen Wert des Dollars muss sich niemand mehr Gedanken machen. Es wäre allerdings teurer ihn Drucken zu lassen. Da sollte man erst mit einem Tausend-Dollar-Schein anfangen.
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Der real existierende Schuldenberg
Die Amerikaner sind einfach nicht glücklich, wenn Verbraucher und nichtfinanzielle Firmen nicht mindestens neue Schulden von 2000 Mrd. $ im Jahr aufnehmen (können). Das hatte die Fed schon im August 2007 deutlich gemacht, als sie ihr Diskontfenster geöffnet hatte: "Um die Wiederherstellung von geordneten Finanzmarktverhältnissen zu fördern, hat das Direktorium vorübergehende Veränderungen der Diskontpolitik gebilligt."
Gemeint war damit, dass die Fed die Finanzmarktverhältnisse nur dann für geordnet hält, wenn die Schulden anderthalbmal so schnell steigen wie das BIP. Wenn Hauskäufer ohne geregeltes Einkommen den Kaufpreis zu 100 Prozent finanziert bekommen und keine Tilgungen zu leisten haben. Wenn Beteiligungsfirmen überteuerte Übernahmen zu 90 Prozent mit billigem Kredit finanzieren. Wenn Finanzinvestoren ihr Eigenkapital um ein Vielfaches mit Fremdkapital hebeln, ohne Risikoaufschläge entrichten zu müssen. Wenn Aktien und Hauspreise ständig steigen. Wenn der Finanzsektor Vorsteuergewinne von 3,9 Prozent des Nationaleinkommens einstreicht.
Und genau darum geht es jetzt wieder, wenn das US-Finanzministerium die Hypothekenfinanziers Fannie Mae und Freddie Mac unter seine Fittiche nimmt und zudem Milliarden von Dollar direkt in den Hypothekenmarkt pumpt. Der Zins auf Hypotheken - und auf alle anderen marktbasierten Kredite für Verbraucher und Firmen - muss runter, auf dass die Amerikaner wieder ihrem Lieblingszeitvertreib frönen können: Schulden anzuhäufen und Güter zu kaufen, die sie nicht herstellen.
Das muss man nicht wirklich kommentieren. Die FTD ahnt was kommt. Anstatt auf Sanierung setzen die USA auf ein "Weiter so. Nach uns die Sintflut.". Das bedeutet das nur ein Weltkrieg noch einen Ausweg bietet. Die Schuldenpolitik der USA treibt sie automatisch in einen Eroberungskrieg, nach dem sie, wie sie glaubt, ihre Probleme auf andere umlasten kann. Dieses Mittel ist aus der Geschichte bekannt genug.
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Rüstung hat wieder Konjunktur
Zwei Dekaden nach dem Ende des „Kalten Krieges“ sieht die deutsche Rüstungsbranche guten Zeiten entgegen. Nach Jahren der Stagnation stockt die Bundeswehr ihren Beschaffungsetat auf, größter Profiteur ist die EADS. Gute Geschäfte erwartet der von Airbus dominierte Konzern auch mit der inneren Sicherheit.
„Die Zeit der Konsolidierung ist vorbei, wir schalten wieder auf Wachstum“, sagt Stefan Zoller, Chef der EADS-Verteidigungssparte, stellvertretend für die Branche. Trotz klammer öffentlicher Kassen profitieren die Unternehmen von der steigenden Zahl an Auslandseinsätzen und dem wachsenden Geschäft mit der inneren Sicherheit.
Die Verteidigungssparte, einst Sorgenkind der EADS, ist längst zur Stütze des von Airbus dominierten Konzerns geworden. Im vergangenen Jahr rettete der Vorsteuergewinn von 340 Mio. Euro die EADS vor roten Zahlen, die aus den Belastungen der Flugzeugtochter Airbus drohten. Auch dem Düsseldorfer Mischkonzern Rheinmetall hilft die Rüstungssparte über das schwache Geschäft im Automobilsektor. Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) in München peilt erneut Rekordergebnisse an. Der Spezialist für geschützte Fahrzeuge für Auslandseinsätze hat seit Jahren Sonderkonjunktur. 2007 wuchs der Umsatz erneut um 33 Prozent auf 1,28 Mrd. Euro.
„Auch mittelfristig wird der Beschaffungsmarkt wachsen“, sagt ein Rheinmetall-Sprecher. Ein neuer „Kalter Krieg“, wie nach dem Kaukasus-Konflikt bereits prognostiziert, spiegelt sich in den Planungen aber noch nicht wider. „Dafür ist es noch zu früh. Dazu bräuchten wir noch ein paar solcher Georgien-Kriege“, sagt ein hochrangiger deutscher Rüstungsmanager.
Ist die Botschaft angekommen? Die wollen Krieg um jeden Preis, weil sie nur da noch Gewinne machen können und das Merkel wird die Deutschen mit einem Lachen opfern, nur damit sie durch die Weltgeschichte rasen kann. Seit die USA sich nur noch mit einem Weltkrieg aus der selbstgewählten Schuldenfalle retten können, stehen die Zeichen auf Krieg.
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Kleinstadt in Südengland führt eigene Währung ein
Ab Mittwoch gilt in der Stadt Lewes der "Lewes-Pfund" als Währung. So soll an die wirtschaftlich glorreiche Zeit bis 1895 angeknüpft werden, wo der Lewes-Pfund Währung war.
Um die brachliegende lokale Wirtschaft wieder anzukurbeln, will eine Stadt im Süden Großbritanniens eine eigene Währung einführen. Die rund 16.000 Einwohner der Stadt Lewes in der Nähe von Brighton können ab Mittwoch der "Lewes-Pfund" statt dem britischen Pfund in mehr als 60 Geschäften des Städtchen zum Einkaufen benutzen, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Damit will die Stadt an eine glorreiche Epoche von 1789 bis 1895 anknüpfen, in der sie ebenfalls ihre eigene Währung hatte. Zunächst wurden zehntausend Ein-Pfund-Scheine des neuen Lewes-Pfundes gedruckt.
Das ist keine schlechte Idee. So könnte man wenigstens einen Teil der Wirtschaft retten, wenn das Englische Pfund den Bach runter geht, was unweigerlich passieren wird. Vielleicht sollte man auch anderswo über neues Geld nachdenken, Freigeld wäre ein guter Gedanke.
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Ukraine soll sich an Marktpreise für Gas gewöhnen - Juschtschenko
Die Ukraine soll sich mit dem Gedanken abfinden, dass die Preise für Gas, das größtenteils importiert wird, früher oder später auf das Marktniveau steigen werden.
Das sagte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko am Mittwoch in einer Festsitzung anlässlich des Tages der Mitarbeiter der Öl- und Gasindustrie der Ukraine und im Zusammenhang mit dem 60-jährigen Bestehen des ukrainischen Gastransportsystems. Das betreffe sowohl die Bevölkerung als auch die Industrieverbraucher.
2008 bezieht die Ukraine Gas aus Russland zu einem Preis von 179,5 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Dabei handelt es sich hauptsächlich um zentralasiatisches Gas. Gegenwärtig verhandeln Gazprom und Naftogas Ukrainy über die Gaslieferungen im nächsten Jahr. Die russische Seite schließt nicht aus, dass die Gaspreise für die Ukraine auf über 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter wachsen könnten.
Die Ukraine verbraucht im Durchschnitt 75 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. 20 Milliarden werden im Land gewonnen. Die restlichen Mengen müssen eingeführt werden.
Ja es ist Zeit dass sich Juschtschenko und die Ukraine an Marktpreise gewöhnt. Man kann eben nicht den russischen Bären in die Eier treten und dann Sonderkonditionen verlangen. Die Amerikaner liefern den Ukrainern kein Gas und kein Öl. Sie wollten sie nur missbrauchen was ja auch gelungen ist. Nun steht die Ukraine vor einem Scherbenhaufen. Juschtschenko sollte schleunigst zurücktreten.
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