Der Fänger im Roggen II
Als ich dreissig wurde, habe ich ein Cabrio gemietet, bin nach Amsterdam gefahren und wollte ein Buch schreiben. Nach drei Tagen war ich pleite. Ich hatte dreitausend Euro ausgegeben und nicht ein Wort geschrieben. Als ich wieder nach Hause kam, hatte ich Post. Ein Verleger, der rounders.de las, hatte mir zum Geburtstag gratuliert und mir mitgeteilt, dass er, sollte ich irgendwas veröffentlichen wollen, gerne bereit steht. Ich habe das Schreiben nicht mehr. War, glaube ich, auch kein großer Verlag. Aber es war sehr nett. Ich lehnte das Angebot ab. Ich hatte nichts zu veröffentlichen oder zu sagen.
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Mediale Waschmaschine
“Zunächst soll man seinen Gegner nicht im Bett aufsuchen”, schrieb Tucholsky 1932, als die Linkspresse die Homosexualität des SA-Führers Ernst Röhm publik machte. Gilt diese Einschätzung auch dann, wenn es sich nicht um den politischen Gegner, sondern um einen Parteifreund handelt? (Was ja häufig genug identisch ist.)
In einem aktuellen Fall sollen Parteifreunde das Gerücht befördert haben, wonach ihr Regierungschef eine nicht folgenlos gebliebene Affäre mit einer Sekretärin hatte. Die Schwierigkeit bei solchen Bettgeschichten besteht jedoch darin, sie an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne als Urheber bekannt zu werden.
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Auf der Suche nach dem Arbeiter in der SPD….
In letzter Zeit ist ja in den Medien, im Internet und sonstwo immer wieder von der SPD die Rede, die gerade eine Schlagzeile nach der anderen Produziert. Was mir dabei immer wieder auffällt, ist das Gerede von der Partei der kleinen Leute, der Arbeiter- bzw. Arbeitnehmerpartei. Wikipedia sagt zur “Politischen Kernausrichtung” der Sozialdemokratie:
Die deutsche Sozialdemokratie zeichnet sich durch ein humanistisches Menschenbild aus. Weiter strebt sie grundsätzlich einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer solidarischen und pluralistischen Gesellschaft an, in der jeder Mensch gleiche Chancen und ein Maß an Freiheit und Wohlfahrt genießt. Wesentliche sozialdemokratische Theoretiker, so z.B. Karl Kautsky sahen dieses Gesellschaftsbild als Utopie an, womit sich innerhalb der sozialdemokratisch geprägten Organisationen zunehmend der Gedanke vom Weg als Ziel durchsetzte.
Vielleicht sollte der eine oder andere “Sozialdemokrat” heute sich diese Sätze mal wieder öfters Vorlesen lassen.
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Chrome, Google, die Börse und die Folgen
Vor zwei Wochen war der neue Browser Chrome von Google eines der grossen Themen in den Medien und auch in den Blogs. Teilweise als Gelegenheit zur Abrechnung unter gewissen Leuten in Berlin, die den Browser gegen Kritik verteidigten und dann irgendwie vergassen darauf hinzuweisen, dass auch der Bundesbeauftragte für Datenschutz das Programm auch nicht so locker sah. Ich sag´s mal so: Mein Ding wäre Chrome allein schon aus privaten Sicherheitsdingen nicht.
Allerdings gibt es auch Leute, die aus anderen Gründen absolut nicht euphorisch waren. Die Händler an der amerikanischen Nasdaq-Börse, an der Google gelistet ist, und die innerhalb dieses Jahres schon mal bei 747 Dollar pro Aktie zahlten. Nun müsste an der Börse so ein Browser, der der Webwerbefirma No. 1 beste Möglichkeiten bei der Werbeauslieferung an die Nutzer garantiert, angesichts des Geschäftsmodells ein gefundenes Fressen sein, und schon bei früheren Zukäufen und Entwicklungen wie Youtube oder Gmail brannte bei jedem dieser Schritte ein Kursfeuerwerk ab. Diesmal dagegen konnte sich Google nicht gegen die schlechte Lage des Marktes behaupten und stürzte in den Folgetagen nochmal um rund 10% auf extrem maue 420 Dollar ab. Übersetzt heisst das in etwa, dass die Börse im Moment auch beim Giganten Google wenig von den Zukunftsaussichten des Geschäftsmodells hält.
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Klampf der Kulturen
Die Fundamentalisten werfen wieder mit Morddrohungen um sich. Moscheen und Minarette wollen sie nicht errichten, brauchen sie nicht, sie haben schon überall ihre Kirchen stehen. Weil der protestantische Liedermacher Clemens Bittlinger in einem Song den Papst kritisiert, bekommt er jetzt Dresche von besonders nächstenliebenden Christenmenschen.
Bittlinger kenn ich, der wohnt hier ums Eck und ist mir schon vor Jahren aufgefallen, als er in peppig bunten Hemden Fernsehgottesdienste abhielt und dabei an hippen Stehtischen stand, die mit coolen lilafarbenen Lacktischdecken behängt waren.
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Google ist ein Phänomen!
Niemand hat vor 10 Jahren wirklich noch eine neue, andere Suchmaschine (ich habe damals schon lange yahoooo't) gebraucht. Doch sie kam aus dem nichts und stürmte über Nacht auf die Nr. 1 und das nicht nur im Netz. Google ist heute die teuerste Marke der Welt (empfehle dazu das Buch von G. Ogger -der Börsenschwindel- (2001), es kommt zwar Google nicht darin vor, aber Vergleiche lassen sich ziehen).
Viele Anwender wissen, dass Google alles und jedes und jeden sammelt, doch viele wenden Google und die div. Software teilweise mangelnder echter Alternative von Google trotzdem masochistisch an (einschl. mir).
Google will in eine Richtung -> alles nur noch online gestalten (BS, Office etc.). Damit sind Desktop Rechner und alle anderen Arten von PC's hinfällig und nur noch Terminals ins Netz notwendig (wenn der Tag kommt, lebe ich wieder ohne PC - es geht!).
Google wurde u.a. von dem gebürtigen Russen Sergey Brin mitbegründet, dessen Vater die böse Sowjetunion als Mensch mit jüdischem Hintergrund verlassen musste. Wohin? Natürlich in die USA! Und Söhnchen konnte an der -Leland Stanford Junior University- (eine der reichsten Unis der Welt) studieren. Den Gründern von Google stand eine Summe von knapp 1 Mio. Dollar für ihre erste Beta Version zur Verfügung [90% der Unternehmensgründer in Deutschland -und damals nach der Wende Ostdeutschlands- wären über eine solche Summe Risikokapital (also kein Kredit)] hyperfentilierend glücklich gewesen...
O. Wells - die totale Kontrolle.
Ein Schelm wer böses denkt. Also, soweit wie irgend möglich von Google die Finger lassen. Habe neulich irgendwo im Netz einen genialen Beitrag über die Zukunft von PC's, dem Internet und vor allem Google gelesen. Leider finde ich den Artikel nicht mehr, war ne echt gute Satire (da wurde beschrieben, wie jemand von Google auf Schritt und Tritt kontrolliert und ferngesteuert wurde, sobald er nur in die Nähe von einem Rechner kam).
Wie hat neulich ein Wissenschaftler gesagt? Google ist für die Menschheit existenzbedrohend.
Na dann zum Wohl aufs 10-jährige Google!