Wer erinnert sich nicht an die vollmundigen Ankündigungen anlässlich der Großdemo letztes Jahr in Brüssel? Ich habe noch im Ohr, dass irgendjemand sagte, es würden 20.000 Demonstranten erwartet und sie kämen sogar aus Australien und Amerika. Und irgendjemand anders sagte, alleine von seinen guten Freunden von pro-Köln kämen 60...
Das Ende ist bekannt: es kamen 200 und von pro-Köln sah man auch nicht so viel. So kann man sich irren.
Ja, und was hat die Kölner Polizei gesagt?
Ob das alles wohl wieder mit
Wahrnehmung zu tun hat?
Dieser Artikel des Kölner Ratsherrn Claus Ludwig (die Linkspartei) stellt die richtige Frage...
Jetzt gehe man doch mal auf die Seite von pro-Köln und staune und lese, was der Pressesprecher der Polizei gesagt haben soll:
Peter Römers, Michael Temme und Miriam Brauns haben heute jedermann, der am Anti-Islamisierungskongreß teilnehmen will, den massiven Schutz der Polizei gegen eventuelle Störer zugesichert.
Störer hätten keine Gelegenheit, Gewalttaten zu begehen. Ja, und jetzt das, was
der Kölner Express gehört hat:
Einsatzleiter Michael Temme versicherte, man werde alles tun, „damit die als rechtsextrem eingestufte Bewegung nicht Angst und Unruhe verbreiten“ kann.
Oh, 'tschuldigung, was sagten Sie? Der ist aus dem gleichen Haus wie der meinungsmonopolistische Stadtanzeiger?
Sie haben Recht!
Dann sehen wir doch mal bei der Polizei Köln selber nach. Sie schreibt doch tatsächlich auf
ihrer Seite:
Zu den Beeinträchtigungen kommt es vor allem wegen mehrerer demonstrativer Aktionen mit zeitlichem Schwerpunkt am Freitag und Samstag, die im Zusammenhang mit einer Versammlung der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften „Bürgerbewegung pro Köln e. V.“ stehen und vom Veranstalter als „Anti-Islamisierungskongress“ beworben wird.
Die Kölner Polizei hat drei Flugblätter herausgegeben:
• für Moscheebesucher,
Und was liest man da?
Es ist unsere Aufgabe und für uns ein besonderes Anliegen, dass Sie sich mit Ihrer
Kultur und Ihrer Religion bei uns in Köln sicher fühlen können.
und:
Wir werden uns besonders für diejenigen engagieren, die friedlich für Toleranz
und Menschlichkeit auf die Straße gehen.
Das stützt nicht eben die Version von pro-Köln, oder?
•Der gleiche Satz steht in
diesem Flugblatt, das an die Kölner Schüler richtet. Die Polizei warnt vor Gewalt(tätern), und das geht durchaus
nicht nur in eine Richtung. Was aber dezidiert in eine Richtung geht, ist folgender Satz, nachdem zunächst festgestellt wurde, daß - bislang - keine Verbotsgründe gegen den Kongress vorliegen:
Sollten sich
im Vorfeld oder während der Veranstaltung Verbotsgründe ergeben, werden wir
unverzüglich reagieren.
Und dieser Satz geht unmißverständlich
nur in eine Richtung, wie man aus dem Zusammenhang feststellen kann.
•
Das dritte Flugblattrichtet sich
an die Cityanwohner.
der so
genannte „Anti-Islamisierungskongress“ der als rechtsextremistisch eingestuften
„Bürgerbewegung pro Köln e.V.“
Und
dies dürfte die angeblichen "Christen" doch eigentlich zum Nachdenken bringen...
Ja, und eine, äh, Wahrnehmung, bzw. keine hatte pro-Köln über seine Stargäste:
Jean-Marie Le Pen sagte doch tatsächlich ziemlich heftig ab und nannte pro-Köln
"Lügner".

Und dann hatte pro-Köln noch eine "Wahrnehmung bezüglich eines Herrn, mit dem ich mich soeben wieder beschäftigen wollte: HC Strache. Wie auf der pro-Köln website zu lesen war, sei er wegen einer "Zuspitzung" des österreichischen Wahlkampfs gehindert, seine ursprüngliche Zusage einzuhalten. Nun, wie sieht denn die "Zuspitzung" aus?
Nun ja, Herr Strache hat ein Problem: ihm fliegt zur Zeit ziemlich heftig sein "Paintball"-Spielen mit der Wiking-Jugend um die Ohren.

Bekannt ist das schon länger: Im August 2007 fanden wir die Geschichte zunächst in zwei
österreichischen,
antideutschen blogs, wobei das 2. Blog seinerzeit thematisierte, daß Strache ungefragt dieses Statement abgab:
Nicht jeder Kriegsteilnehmer hat ein Verbrechen begangen. Und es war auch nicht jedes Mitglied der Waffen-SS ein Verbrecher.
Worauf Cafécritique allerdings zu Recht darauf hinwies, dass das bei den Nürnberger Prozessen anders gesehen worden sei.
Ja, und
jetzt kocht die ganze Geschichte offensichtlich richtig
hoch, und der Strache offenbar bleibt lieber zu Hause. Denn s'ist
Wahlkampf in Österreich.
Damit schließe ich, und dokumentiere das, was
Wolfgang Niedecken - schon vor Jahren getextet hat:
Womit ich natürlich niemanden in die Nähe der Nazis rücken will, der da nicht hingehört!
Und auch wenn Herr Strache jetzt eine Anzeige wegen
NS-Wiederbetätigung kassiert hat, gilt die Unschuldsvermutung. Das hat pro-Köln auch so wahrgenommen. Da bin ich mir sicher.
Dafür führt
Andreas Mölzer die Österreicher an.
Bildnachweis: Express; Österreich.at, news.at
Disclaimer: Durch meine persönliche Linksetzung und die vom System vorgenommene Linksetzung auf ähnliche Artikel dokumentiere ich diese nur und mache sie mir nicht "zu eigen". "Ähnlich" ist ein weiter Begriff...
Aus aktuellem Anlass schreibe ich hier noch mal über die Geschichte des kurdischen Jezidenmädchens Du'a Khalil Aswad. Mit u.a. dieser Geschichte wurde eine Talkshow beworben, in der auch einige "IslamkritikerInnen" auftraten. Anlass genug für mich, das ...