Tatsächlich ist es ja nur ein unglaubliches Subventionspaket, das vermutlich scheitern wird, aber erst einmal zu Kursgewinnen und damit verringertem Abschreibungsbedarf führt, was die aktuelle Druckspitze aus dem Markt nimmt. Die amerikanischen Aktionäre und Pensionisten die ja von den Aktienkursen und deren stetigen Steigerungen leben, werden es ihm und vor allem den Republikanern danken.
Natürlich ist die Idee an sich schwachsinnig und unbezahlber. Selbstverständlich wird sie dazu führen, das kein Manager sich mehr Gedanken über sein Tun machen wird, da er ja sicher sein kann gerettet zu werden. Vermutlich werden die Milliarden gleich in neue Spekulationsblasen an die Spieltische dieser Welt wandern. Aber Barack Obama ist erledigt.
Er war mitsamt seinen Demokraten seltsam sprachlos und Paulsons Plan kann er nichts entgegen setzen. Lehnen die Demokraten im Parlament ab, haben sie die Aktionäre gegen sich und damit den Wahlkampf bereits verloren. Stimmen sie zu, erkennen sie die politische Führungsmacht der Republikaner faktisch an. Jedes Verhandeln wird ihnen als Nachkarten ausgelegt. Sie können es nur falsch machen.
Natürlich ist das unfair. Obama hatte keine Chance. Hätte er zu früh ein entschlossenes Handeln gefordert, hätte man ihm Panikmache vorgeworfen. Tatsächlich hätte er auch nichts bewirken können, da es an der politischen Macht fehlt. Er wird von jetzt ab nur reagieren können, was ihm ausgerechnet im Bereich Wirtschaft, wo ihm noch am ehesten Kompetenz eingeräumt wurde, massiv schadet. Er dürfte erledigt sein.
Angela Merkel plustert sich auf und schimpft über Großbritannien und die USA, die sich jeder Regulierung entzogen haben. Dabei vergisst sie nur zu gerne, dass sie ihren Ackermann noch weniger im Griff hatte. Die Merkel sieht unausweichlich was auf sie zukommt. Sie wird schlussendlich anordnen müssen, das auch Steinbrück die faulen Papiere der deutschen Banken kauft.
Die USA werden ihr keinen Ausweg lassen. Sie wird noch in dieser Woche Butter bei die Fische tun müssen, weil Paulson sein Paket gnadenlos durchboxt. Sie kann sich keine Abkühlung in ihrem Verhältnis zu den USA leisten, weil das ihr einziger internationaler Pluspunkt ist. Bisher war sie nicht so angebunden wie die Engländer und konnte immerhin so tun, als ob sie nicht unter Besatzungsdiktat stünde. Das ist in dieser Woche vorbei.
Steinbrück hat das Paket von Paulson schon gelobt, aber er wird Angela Merkel die Entscheidung nicht abnehmen. Auch wenn Steinbrück die SPD erledigen will, so offensichtlich kann auch er das nicht tun. Aber Angela Merkel stand ja angeblich für ein Ende der Schuldenpolitik. Sie verschärfte im Grunde genommen Schröders Agendapolitik noch durch Nichthandeln, oder die Änderungen beim Elterngeld die nur reiche Eltern fördern.
Merkels soziale Kälte war solange bedeutungslos bis sie offen gegen die Interessen der Menschen in Deutschland handeln muss. Paulson wird sie dazu zwingen. Vermutlich wird sie im ersten Atemzug mit hundert Milliarden davonkommen. Hundert Milliarden die sie allerdings nicht hat. Die Folgen sind klar. Eine neue Inflationswelle macht die Menschen in Deutschland ärmer. Die Industrie bekommt immer mehr Absatzprobleme in Deutschland und der Handel bricht endgültig zusammen.
All dies muss sie in der Woche vor den bayrischen Landtagswahlen einrühren. Damit ist absehbar, das eine CSU-Alleinregierung unmöglich werden dürfte. Ein offener Kurswechsel so kurz vor der Wahl wird auch in Bayern bestraft. Beckstein und Huber sind mit ihrem Können ja schon lange am Ende, aber eine dramatische Neuverschuldung können sie nicht überstehen.
Beckstein und Huber haben ja schon seit langem die Bundespolitik für ihr absehbares Scheitern verantwortlich gemacht. Um im voraus schon mal die Fronten abzustecken. Dies wird nach einer vergeigten Wahl um so schlimmer werden. Sie werden den Namen Merkel voller Zorn nennen und vor allem um von sich selbst abzulenken.
Genau darauf aber warten die CDU Granden. Keiner will den Königinnenmörder geben, aber wenn Beckstein und Huber toben, dann ist es ein leichtes die Merkel zu opfern. Man braucht sie vermutlich auch für den nächsten Wahlkampf nicht. Die SPD hat ihren Untergang selbst zurück geholt und wird auf absehbare Zeit bestenfalls der Juniorpartner der CDU sein, ohne eine eigene Perspektive zu entwickeln.
Es könnte sogar sein, das Wulff mit Westerwelle zusammen genügend Stimmen zum regieren erhält, aber Wulff könnte auch mit der SPD. Vor allem aber ist Wulff ein schöner Übergangskandidat, weil er anders als Merkel nicht tatsächlich Macht haben will, sondern die Macht sich wieder auf viele Köpfe in der CDU verteilen wird.
Angela Merkel kann Paulsons Wunsch nicht ausweichen und opfert sich damit praktisch selbst. Sie dürfte vor Wut toben.
http://www.jjahnke.net/gedanken35.html#merk
Gedanken zur Zeit 1049 22-09-08: Der Schaden der Finanzkrise wird von den USA weitgehend nach Europa abgedrückt werden
Die USA haben viele Wege, sich für ihren Einsatz von 700 Milliarden Dollar für den Aufkauf fauler amerikanischer Wertpapiere in Europa zu sanieren. Indirekt können sie es durch die Notenpresse. Sie werden nun Dollar auf amerikanische Schatzpapiere zur Finanzierung des Aufkauffonds drucken, die sie an alle Welt, auch nach Europa, verkaufen werden. Aber sie können es auch auf direktere Weise. Denn die neue "Bad Bank", die Paulson mit dem Einsatz von 700 Mrd Dollar in den Aufkauf von mehr als 2 Billionen Dollar azurück n minderwertigen Papieren zu 10 % bis 50 % ihres Nominalwertes einrichten wird, kann einen enormen Druck auf den Marktwert dieser Papiere ausüben.
Einerseits wird dies durch den Aufkaufspreis geschehen. Denn der soll durch eine umgekehrte Auktion bestimmt werden. Die Banken sollen den eben noch akzeptablen niedrigsten Preis bieten. Wer der Billigste ist, bekommt den Zuschlag. Damit werden Preise bestimmt, die von den am meisten bedrückten Banken eben noch akzeptiert werden. In der Folge wird der allgemeine Marktwert für solche Papiere weiter abgesenkt und werden auch die europäischen Banken, die etwa die Hälfte davon halten, in enormen weiteren Abschreibungsbedarf gezwungen werden. Natürlich werden sie dann von ihren Regierungen erst recht ein ähnliches Programm wie in USA verlagen und sonst ihren Konkurs an die Wand malen.
Andererseits kann die amerikanische Regierung jederzeit mit dem Verkauf der aufgekauften Papiere beginnen und damit weiteren Negativdruck auf deren Preise schaffen. Auch das wird die europäischen Banken unter Druck setzen, mit den eben beschriebenen Folgen.
Schon jetzt verlangt die amerikanische Regierung ähnliche Rettungsaktionen auch in anderen Ländern. US-Finanzminister Henry Paulson rief am Sonntag ausländische Staaten "energisch" dazu auf, das amerikanische Vorbild zu kopieren. "Das sollten sie tun", sagte Paulson dem US-Fernsehsender ABC. Die USA würden "aggressiv" dafür werben. Führende Vertreter der US-Regierung sollen bereits an Deutschland, Japan, Großbritannien und andere Staaten herangetreten sein. Das US Finanzministerium habe zunächst erwogen, ausländische Banken, die in den USA tätig sind, auch in den Genuss des Rettungsprogrammes kommen zu lassen. Dann sei aber entschieden worden, die Regierungen in Großbritannien, Japan, Deutschland und in anderen Staaten zu bitten, selbst die Initiative zu ergreifen. Ausländische Banken sollen von dem neuen US Fonds nur profitieren, wenn sie in den USA wesentliche Aktivitäten ausüben.
Eigentlich müßte die US Regierung, die in alle Welt verbreiteten amerikanischen Papiere zurückkaufen, zumal die Rating Agenturen, die diesen Verkauf erst ermöglicht haben, alle amerikanische waren. Aber nun sind die Europäer wieder einmal die Dummen.
http://www.jjahnke.net/gedanken35.html#merk
Gedanken zur Zeit 1049 22-09-08: Der Schaden der Finanzkrise wird von den USA weitgehend nach Europa abgedrückt werden
Die USA haben viele Wege, sich für ihren Einsatz von 700 Milliarden Dollar für den Aufkauf fauler amerikanischer Wertpapiere in Europa zu sanieren. Indirekt können sie es durch die Notenpresse. Sie werden nun Dollar auf amerikanische Schatzpapiere zur Finanzierung des Aufkauffonds drucken, die sie an alle Welt, auch nach Europa, verkaufen werden. Aber sie können es auch auf direktere Weise. Denn die neue "Bad Bank", die Paulson mit dem Einsatz von 700 Mrd Dollar in den Aufkauf von mehr als 2 Billionen Dollar azurück n minderwertigen Papieren zu 10 % bis 50 % ihres Nominalwertes einrichten wird, kann einen enormen Druck auf den Marktwert dieser Papiere ausüben.
Einerseits wird dies durch den Aufkaufspreis geschehen. Denn der soll durch eine umgekehrte Auktion bestimmt werden. Die Banken sollen den eben noch akzeptablen niedrigsten Preis bieten. Wer der Billigste ist, bekommt den Zuschlag. Damit werden Preise bestimmt, die von den am meisten bedrückten Banken eben noch akzeptiert werden. In der Folge wird der allgemeine Marktwert für solche Papiere weiter abgesenkt und werden auch die europäischen Banken, die etwa die Hälfte davon halten, in enormen weiteren Abschreibungsbedarf gezwungen werden. Natürlich werden sie dann von ihren Regierungen erst recht ein ähnliches Programm wie in USA verlagen und sonst ihren Konkurs an die Wand malen.
Andererseits kann die amerikanische Regierung jederzeit mit dem Verkauf der aufgekauften Papiere beginnen und damit weiteren Negativdruck auf deren Preise schaffen. Auch das wird die europäischen Banken unter Druck setzen, mit den eben beschriebenen Folgen.
Schon jetzt verlangt die amerikanische Regierung ähnliche Rettungsaktionen auch in anderen Ländern. US-Finanzminister Henry Paulson rief am Sonntag ausländische Staaten "energisch" dazu auf, das amerikanische Vorbild zu kopieren. "Das sollten sie tun", sagte Paulson dem US-Fernsehsender ABC. Die USA würden "aggressiv" dafür werben. Führende Vertreter der US-Regierung sollen bereits an Deutschland, Japan, Großbritannien und andere Staaten herangetreten sein. Das US Finanzministerium habe zunächst erwogen, ausländische Banken, die in den USA tätig sind, auch in den Genuss des Rettungsprogrammes kommen zu lassen. Dann sei aber entschieden worden, die Regierungen in Großbritannien, Japan, Deutschland und in anderen Staaten zu bitten, selbst die Initiative zu ergreifen. Ausländische Banken sollen von dem neuen US Fonds nur profitieren, wenn sie in den USA wesentliche Aktivitäten ausüben.
Eigentlich müßte die US Regierung, die in alle Welt verbreiteten amerikanischen Papiere zurückkaufen, zumal die Rating Agenturen, die diesen Verkauf erst ermöglicht haben, alle amerikanische waren. Aber nun sind die Europäer wieder einmal die Dummen.
Eine Antwort, seine Schulden los zu werden, ist die Gläubiger umlegen. Der Paulsson und seine Jahrgänge sind durch die in ihrer Jugend gezeigten Western konditioniert worden. Wenn alle Gläubigerstaaten kollabiert sind, hat der Sixshooter gesiegt, ist doch klar. Nur wer am Boden liegt, kann nicht mehr zurück schiessen, äh, Treasuries einlösen wollen.
Wir und andere hängen am Tropf der USA. Die Amis ballerten schon lange mit ihren Kreditbomben in der Gegend herum, und die Simplexe dachten was für ein fröhliches Feuerwerk. Das war es aber nicht. Es war die angehende Schuldenbereinigung.
Nun werden wir auf der Hauptstrasse durch Schlamm waten, der durch das Geschwätz der Politiker wie durch Dauerregen entsteht. Das hypnotisierende Pladdern soll die drohende Gerechtigkeit abwenden.
Merke: Der Phönix steigt aus den USA. Das kann er, wenn alle Asche sind.