Ich habe den Artikel zwar schon mal im alten watchblog gepostet, aber jetzt noch mal überarbeitet, denn ich ich finde, er ist eine entspannende Sonntagslektüre und führt ersteinmal in eine Namensliste ein, die man schon im Hinterkopf haben sollte:
Freunde kennenlernen mit Big Berta.
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Es fing alles damit an, dass ich mir auf dem Köln-Bonner Flughafen ein Sprachenmagazin gekauft hatte, ein ganz entspanntes für relative Anfänger und was sah ich da? Eine veritable Neocon-Riege:
Niall Ferguson,(Foto rechts, auf das thumbnail klicken)
der beim American Enterprise Institute publiziert, die Familie
Kagan von denen
Frederick zur Zeit auch Fellow am AEI ist,
Robert, laut einer Besprechung seines neuesten Buches in der "Zeit"
der drittberühmteste Großdeuter der Weltpolitik,
über den in dieser Besprechung steht:
Der Verfasser gehört zum außenpolitischen Beraterkreis von John McCain – nicht auszuschließen, dass sich in diesem Band das Weltbild der nächsten US-Präsidentschaft spiegelt. Kagan ist ein Anti-Fukuyama.
und Schwiegertochter
Kimberly,und das Klärchen Berlinski haut auf den Putz.
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Klärchen who? Nun, im letzten Frühsommer war nicht nur das Treffen der deutschen "Islamkritik", sondern eine große Sause in Kalifornien, in Pepperdine dem Ort, an dem Daniel Pipes lehrt; schauen wir bei dem seinerzeitigen Veranstalter nach dem
Personal, so finden wir unseren wohlbekannten Freund Robert Spencer als Associate Fellow - aber wir waren ja erstmal beim Lehrtext, um Englisch zu lernen - voriges Jahr musste nämlich dringend ihr Buch,
Menace in Europe beworben werden.
Und so lernt man Vokabeln mit Klärchen, denn das oben zu Wikipedia verlinkte Buch hat so schöne Sätze (die, wie man sehen kann, auf der Seite auch zitiert werden) wie:
For the most part, Europe is regarded byAmerican policymakers as an irrelevant museum at best, a squawking nuisance at worst”.
(squawking nuisance = zeternder Quälgeist).

Und dann zetert Quälgeist Klärchen weiter:
The September 11 attacks were plotted in Hamburg. The assasins of Afghanistan’s Northern Alliance Leader…carried Belgian Passports, Zacarias Moussaoui…was born in France and educated in Britain.
Was lernt uns das? Europa hat die Terroristen ausgebildet und zur Strafe kollabierte es letzes Jahr - heuer kollabiert gerade das US-Finanzsystem und die die US-Wirtschaft.
Mittlerweile hat Klärchen einem
rechten Magazin noch ein paar
feuchte TräumeGedanken über die Europäer mitgeteilt:
American religiosity doesn't need to be explained; after all, throughout history, in every civilization, people have believed in the supernatural. What needs to be explained is European atheism, which is the aberration-unique in the world and in human history...There is something going on in Europe, a flourishing of sects, all of which have something in common and that is an absolute, virtually pathological, refusal to profit from experience.
Und:
The phenomena to be explained are the irrationality and the ardor of European anti-Americanism. Irrational, because entirely disproportionate to any real faults in American society. Of course America has flaws, and no, it is not lunacy to point them out.
Merken: Die Kritik, die Europäer äussern, ist, im Vergleich zu den klitzekleinen Fehlerlein, die in den USA passieren, vollkommen dysproportional und die Europäer sowieso völlig bekloppt. Die Deutschen und Franzosen hat sie noch immer richtig gerne:
No, France is not an ally, precisely, but neither it is an enemy. Ask me again in 75 years, when France will be the first Islamic nuclear power in Europe. Then we may have a real problem on our hands.
Und:
It's worth observing German tourists as they enter cafes in Paris. No loud voices, for one thing, unlike the Americans; no one wants to be caught blaring away in German. A constant furtiveness for another. And from the waiters, never an attempt to speak German. English sure; there's money involved. Italian? Why not. They love those people. But German? Mais non. No waiter alive thinks of the Germans as fellow Europeans and no German thinks of himself as just another tourist.
Jaja, 2050 ist der Kölner Dom die Claudia-Fatima-Roth-Moschee und Niveau ist eine Hautcreme.
Dann kommt der unvermeidliche Antisemitismus und hier, da ein französischer Text in die Debatte eingeführt werden muß, muß sie zugeben, daß sie zwar seit einigen Jahren in Paris abhängt, aber offensichtlich bislang unfähig/unwillig war, die Sprache so zu lernen, daß sie in der Lage ist, ihn zu übersetzen. Wer erzählt ihr denn, was in den französischen Zeitungen steht?
Nun, so gehyped sie - wie Sangesschwester Hirsi Ali - letztes Jahr noch war: momentan scheint sie, wie diese, im Gegensatz zu den Kagans nicht mehr so, äh,
en vogue zu sein.
Ein etwas gutwilligerer Zeitgenosse passt auf, dass die Europäer
keine Fehler machen, (die Amerikaner machen in den Augen solcher Leute natürlich nie welche…) jawohl, dann kommt der “handsome” Herr Ferguson ganz steil aus dem Gebüsch und im Artikel zu Ehren:
It’s not America’s enemies, who hate the United States most; it’s people in countries, that are supposed to be America’s friends, if not allies.
Ja, das ist natürlich voll gemein. Aber ein gewisser Francis auf der Leserseite einer Zeitung hat eine Erklärung:
The losers of the word always hate the winner
, was zur Zeit im Zeichen des Finanzdesasters seinen speziellen Charme hat, und “Howard Juneau” (muss man den kennen?) sagt:
No one likes us…We don’t care.
Ob er das heute, wo die Millionen fleissiger Amerikaner, die von denen, die von diesen Herrschaften so besungen wurden, um die Früchte ihrer Lebensleistung, um Altersversorgung und Haus gebracht wurden darauf angewiesen sein werden - und ein Recht darauf haben - , daß das kollabierte Europa ihnen zur Hilfe eilt noch mal wiederholen würde? Und haben in diesem Artikel auch einen
“Gay”, der so tolle Bücher schreibt, wie (wird natürlich gleich mit beworben):
While Europe slept. How Radical Islam Is Destroying the West from Within.
Mittlerweile hat er was Neues, Schreckliches, herausgefunden:
Europäische Muslime debattieren die Todesstrafe für Homosexuelle. Nun, das gibt es wirklich und es macht auch einen wirklich häßlichen Fleck. Mal abgesehen davon, daß diese "Europäischen Muslime" -
alhamdulillah - niemals die Macht hätten, sowas durchzusetzen: sollte Mrs. Palin irgendwie zu Einfluss kommen, fürchte ich, wird sich Mr. Bawer auch nicht mehr
wohl fühlen. Dann sagt er - wohlgemerkt, alles in diesem Sprachenlern-Text! -
Europe is steadily committing suicide...
, und das kann man sich 2008 genüsslich auf der Zunge zergehen lassen.
Klärchen schloss den Text mit einem:
To Hell with Europe.
So weit der englische Übungstext, betrachtet aus einem Jahr Entfernung. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es glatt zum Lachen, wie auch dieses Programm:
TheCollapseofEuropeConf...pdf Es wirkt aus der Rückschau wie eine bitterböse Satire. Ist es aber nicht. Sich gegen diese Herrschaften zu positionieren, ist kein Antiamerikanismus.
Antiamerikanismus wäre, die Amerikaner mit diesen und ähnlichen Gestalten alleine zu lassen!
Deswegen hier noch mal die schönsten Lieder aus dem Amerika das wir lieben:
Disclaimer: Durch meine persönliche Linksetzung und die vom System vorgenommene Linksetzung auf ähnliche Artikel dokumentiere ich diese nur und mache sie mir nicht "zu eigen". "Ähnlich" ist ein weiter Begriff...
Als ob ich es geahnt hätte: habe ich nicht hier noch mal dokumentiert, wie ein Teil der US-Neoconnerie sich verbissen darin übt, Europa schlecht zu reden - was dann von den einschlägigen Adepten auch hier in Deutschland nachgebetet wird - so blubbert etwa ...
Ach ja, mein Lieblings-ex-Polizist und pro-Köln-Ehrenmitglied. Da wollte er ein ganz Harter sein, Elfmeter-Bart, Bart Penalty, vielen Freunden lieb und wert, weil er, fleissig wie er war, bei der Vorbereitung der 200-Mann-Demo in Brüssel unserem hochgesch ...
Tja, wir werden uns weiter mit der Neoconnerie, den US-Neocons beschäftigen, die uns diese Woche richtig viel Arbeit machen, sei es, weil sie jetzt alle im Chor begehren, nicht schuld zu sein, sei es, weil sie den bedrängten Freunden vom Vlaams Belang hel ...
Gott, was isses schön! Daß ich das noch erleben darf! Obama ist Präsident, aber es gibt noch bessere Nachrichten: Teile der US-Neocons setzen sich von Bush und vom Irak-Krieg ab und behaupten, sie sind es nicht gewesen. Bush wird jetzt der alleinige Bu ...
Die Verurteilungs- und Hinrichtungspraxis im Irak finde ich interessant. Während Saddam Hussein ja blitzartig für ein - gemessen an dem, was man ihm sonst vorwarf - relativ geringes Verbrechen verurteilt und um die Ecke gebrachthingerichtet wurde, gibt ma ...