Die "islamkritische" Szene jubelt: haben die Muslime doch anscheinend wieder ihre Demokratieunfähigkeit bewiesen und erdreisten sich jetzt auch noch, in die Besetzung von Professorenposten hineinzureden. Und so probiert man sich wieder in agenda setting. In diesen Diskurs sind die "Mainstream-Medien" längst eingestiegen. Höhepunkt war dann vorgestern - zum 3. Oktober, dem "Tag der offenen Moschee" - dieser Bericht in den Tagesthemen.
Muhammad Sven Kalisch - keine große Sache.
Was wir aber von solchen Leuten - Kalisch ist Schiit - an Objektivität zu erwarten haben, zeigt beispielhaft sein heutiger Artikel im KStA. Unter der Überschrift "Kritik ohne Selbstkritik" schreibt der Konvertit über die Reaktionen auf den geplanten Kölner Moscheebau. Sage und schreibe 5 Zeilen lang tadelt er den Islam ein wenig, in den restlichen 90 Zeilen des Artikels wendet er sich unablässig gegen Christen und Juden
Dann wird ein wenig Häme über diejenigen ausgeschüttet, die mit Kalischs Lehren so ihre Probleme haben, und seitdem Kewil begriffen hat, daß es von muslimischer Seite Einwände gibt und darüberhinaus vorgestern Tagesthemen geguckt hat, ist Kalisch bei ihm rehabilitiert:
Professor Muhammad Sven Kalisch, der als erster deutsche Islamlehrer ausbilden sollte, ist offensichtlich eine ehrliche Haut, der seinen Beruf ernst nimmt und ihm Ehre macht..
Somit fühlt Kewil sich bemüssigt, für den im Internet veröffentlichten Solidaritätsaufruf zu trommeln. (s.u.)
Die veröffentlichte Meinung geht nicht anders vor. Zunächst wird relativ neutral über ihn berichtet:
• 2004 in der "ZEIT online": Die Mission sei "heikel", denn:
Vielleicht ist Muhammad Sven Kalisch auch deshalb gut geeignet für seinen wackeligen Stuhl: Er hat an jeder Seite etwas zu kritisieren, und jede Seite hat an ihm etwas auszusetzen. Weil er es keinem ganz Recht macht, können sich alle auf ihn einigen.Im Artikel wird auch die muslimische Mitbestimmung nicht infrage gestellt:
Noch sind die meisten, die hier sitzen, Islamwissenschaftler und keine angehenden Islamlehrer. Denn der Start des Studiengangs wurde verschoben, auf das Sommersemester 2005. Grund: Der muslimische Beirat soll genügend Zeit haben, sich den Lehrplanentwurf genau anzuschauen. »Der Beirat ist für uns das Scharnier in die Praxis«, sagt Kalisch, »denn die Verbände sollen auch einmal über die Inhalte im Religionsunterricht mitbestimmen.
Hier werden am 1. Oktober die "islamkritischen" Bemerkungen des Professors dokumentiert:
Richtig, aber wenn man mit der Methodik der Aufklärung an eine Religion herangeht, bleibt sie nicht die gleiche. Das ist dem Judentum ebenso widerfahren wie dem Christentum. Die spannende Frage ist, ob die Muslime sich darauf einlassen – oder ob der Islam in seinen traditionellen Formen erstarrt.
und:
So etwas ist:
Auf das offensichtliche Reizwort ist noch einzugehen. suggeriert es doch, daß eben diese Forschung - mit einem anderen Begriff "Hermeneutik" genannt - vom Islam abgelehnt werde und dort nie existiert habe. Und Regina Mönch von der FAZ macht sich so stark. (Eilnachricht an Frau Mönch: um "voraussetzungsloses Forschen" geht es hier nicht...)
Starker Tobak für die organisierten Muslime. Sie beendeten die Zusammenarbeit im Beirat des Centrums für Religiöse Studien. Der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) erklärte, er könne muslimischen Studenten nicht länger empfehlen, dort zu studieren. Dem KRM gehören die vier größten muslimischen Verbände an. „Wir können doch nicht den Propheten in Frage stellen”, sagte Ali Kizilkaya, Sprecher des KRM, der WAZ. „Die historisch-kritische Herangehensweise lehnen wir ab. Der Koran ist aus unserer Sicht vollkommen. Wir glauben, das ist Gottes Wort.”
Die Reaktion hierauf: Der Koordinierungsrat der Muslime beendet seine Zusammenarbeit im Beirat. Zur Begründung heisst es:
KRM kündigt Zusammenarbeit auf und nimmt seine Empfehlung für Muhammad Kalisch zurück – Ex-Assistentin Kaddor: „eine extreme Theologie quasi ohne Gott halte ich in der Ausbildung von Religionslehrkräften für höchst bedenklich“...Der Sprecher des Koordinationsrats...dass der Grund in der erheblichen Diskrepanz zwischen den Grundsätzen der islamischen Lehre und den veröffentlichten Positionen des Leiters des CRS in Münster liege“.und:
Selbstverständlich kann jeder in Deutschland lehren, was er für richtig hält – es gibt ja schließlich die Freiheit der Lehre und Forschung. Aber wer mit dem Anspruch auftritt, Lehrerinnen und Lehrer für einen zukünftigen Bekenntnis-orientierten islamischen Religionsunterricht in der Schule nach Paragraph 7,3 heranzubilden, der muss schon mit dieser Messlatte rechnen.und ist sich da einig mit Kewil, der hier im Kommentarbereich schreibt:
Nun, wenn einer nicht glaubt, was der Papst sagt, dann fliegt er bei uns auch aus der Priesterausbildung raus. So einfach ist das, und normal und richtig. Ich kann doch nicht einen Atheisten als Theologen einstellen! Anders wäre es mit Kirchenhistorie zum Beispiel oder so was!
[Wobei er nicht mal merkt, daß er damit das ganze dementsprechende Posting ad absurdum führt - aber das ist eine andere Baustelle...]
Lamya Kaddor kann sich diesen Sinneswandel ihres ehemaligen Professors nur so erklären: „Ich glaube, dass Prof. Kalisch anfänglich eine angemessene Besetzung für diesen Lehrstuhl war“. Sie sei aber nach ausführlichen theologischen Auseinandersetzungen zu der Überzeugung gelangt, „dass er den Aufgaben des Lehrstuhls mittlerweile nicht mehr gerecht wird.“ausserdem fühle er sich der Advaita-Bewegung verbunden. Sie wird solche Äusserungen sicherlich auch vor Gericht vertreten können.
Gegenüber islam.de führt Kaddor weiter an, dass er ihr in mehreren persönlichen Gesprächen gesagt habe, dass er zum Beispiel „die mehrfache Wiedergeburt" für sich nicht mehr ausschließe,
Der Prophet habe nicht gelebt, es gebe die Wiedergeburt, hinduistische Versatzstücke und die angeblich nie stattgefundene historisch-kritische Betrachtung und fehlende Aufklärung... - was noch?
Wenn der Islam nicht als dauerbeleidigter und selbstmitleidiger Obskurantenverein enden möchte, dann muss sich das islamische Denken neuen Herausforderungen stellen und auch neue Wege gehen.
Das ist "islamkritisch" - bis hin in die Begrifflichkeit.
Es ist zwar auf dem Boden von zwei Veröffentlichungen etwas kühn, aber ich nehme auch hier einen deutlichen Sprung wahr von den Kindern Abrahams (der Festschrift zur Institutseröffnung) bis zu Selbstmordattentätern im israelisch-palästinensischen Konflikt?
Insgesamt scheint es mir so, als sei Professor Kalisch von erheblichen Glaubenszweifeln erfasst, was legitim ist. Lustig finde ich, wenn von katholischer Seite dann - grob vereinfacht - der Flankenschutz kommt. So schreibt Radio Vatikan, die "Stimme des Papstes und der Weltkirche":
Moslems (sic!) kündigen Theologie-Professor..„Die Verbände vertreten eine Vorstellung von Theologie, die nicht zeitgemäß ist“, so Kalisch. Die islamische Theologie stehe dort, wo die christliche im 19. Jahrhundert gestanden habe. Die Weichen müssten nun in Richtung einer historisch-kritischen Forschung gestellt werden.
Nachdem sie am 15. April 1987 in einer Fernsehsendung des WDR aus dem Marien-Wallfahrtsort Kevelaer Zweifel an der biologischen Jungfrauengeburt Marias kundgetan hatte: "Viele Juden sind umgebracht worden, weil sie nicht an die Jungfrauengeburt glauben konnten. Und ich kann das auch nicht", entzog ihr der Essener Bischof Franz Hengsbach am 15. Juni 1987 die Lehrbefugnis für katholische Theologie.In ihrem Spätwerk "Nein und amen" formuliert sie dies als
In ihrer Auffassung, dass die Jungfrauengeburt nicht biologisch, sondern theologisch zu verstehen sei, sah sie sich durch die Aussagen der beiden führenden Theologen Karl Rahner SJ (1904-1984) und Joseph Ratzinger bestätigt. Sie bezog sich in ihrer Argumentation auf Rahners Bezeichnung der Jungfrauengeburt als legendären Midrasch[2] und auf die Sätze Ratzingers in seinem Buch "Einführung in das Christentum", wonach die Gottessohnschaft nicht auf der Jungfrauengeburt beruht[3]. Ratzinger hat diese Sätze in einem seiner späteren Bücher korrigiert.
Siebenfaches, negatives Glaubensbekenntnis:
•Die Bibel ist nicht Gottes-, sondern Menschenwort.
•Dass Gott in drei Personen existiert, ist menschlicher Fantasie entsprungen.
•Jesus ist Mensch und nicht Gott.
•Maria ist Jesu Mutter und nicht Gottesmutter.
•Gott hat Himmel und Erde geschaffen, die Hölle haben die Menschen hinzuerfunden.
•Es gibt weder Erbsünde noch Teufel.
•Eine blutige Erlösung am Kreuz ist eine heidnische Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster (Nein und Amen S. 417)
Dass das jeder Muslim unterschreiben kann, lassen wir mal aussen vor...
Ich verlasse jedoch den Wissenschaftsbetrieb nicht und nehme stattdessen die Nicht-Berufung von Ulrich Hemel in Eichstätt?
Ulrich - wer? Wo? In der einzigen katholischen Hochschule durfte der ehemalige Priesterseminarist und Manager sein Amt als gewählter Präsident nicht antreten. Da der Vatikan schweigt, ist man auf Vermutungen angewiesen und man vermutet:
Der Grund: Der Vatikan prüft Bedenken gegen Hemel. Der Theologe gilt als kirchenkritisch und ist in dritter Ehe verheiratet.Die Zeit nennt dies eine Posse.
Can. 810 — § 1. Aufgabe der nach den Statuten zuständigen Autorität ist es, dafür zu sorgen, daß in katholischen Universitäten als Dozenten berufen werden, die sich, außer durch wissenschaftliche und pädagogische Eignung, durch Rechtgläubigkeit und untadeliges Leben auszeichnen, und daß sie unter Einhaltung des in den Statuten festgelegten Verfahrens aus ihrem Amt abberufen werden, wenn die geforderten Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind...
Can. 812 — Wer an einer Hochschule eine theologische Disziplin vertritt, muß einen Auftrag der zuständigen kirchlichen Autorität haben...
Can. 814 — Die Vorschriften über die Universitäten sind in gleicher Weise auf andere Hochschuleinrichtungen anzuwenden...
Can. 823 — § 1. Um die Unversehrtheit der Glaubenswahrheiten und der Sittenlehre zu bewahren, ist es Pflicht und Recht der Hirten der Kirche, darüber zu wachen, daß nicht durch Schriften oder den Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel Glaube oder Sitten der Gläubigen Schaden nehmen; Kommunikationsmittel Glaube oder Sitten der Gläubigen Schaden nehmen; ebenso haben sie zu verlangen, daß von Gläubigen herauszugebende Schriften, die den Glauben oder die Sitten berühren, ihrem Urteil unterworfen werden; schließlich haben sie Schriften zurückzuweisen, die dem rechten Glauben oder den Sitten schaden...Can. 827 — § 1. Katechismen sowie andere für die katechetische Unterweisung bestimmte Schriften und deren Übersetzungen bedürfen zu ihrer Herausgabe der Genehmigung des Ortsordinarius...
§ 2. In allen Schulen dürfen als Texte, auf die sich die Unterweisung stützt, nur solche Bücher benutzt werden, die mit Genehmigung der zuständigen kirchlichen Autorität herausgegeben oder von ihr nachträglich genehmigt worden sind, wenn sie Fragen der Heiligen Schrift, der Theologie, des Kirchenrechts, der Kirchengeschichte oder andere, die Religion oder Sitten betreffende Disziplinen behandeln.
§ 3. Es wird empfohlen, Bücher, die in § 2 genannte Materien behandeln, auch wenn sie nicht als Texte bei der Unterrichtserteilung benutzt werden, ebenso Schriften, in denen etwas enthalten ist, was sich in besonderer Weise auf die Würde von Religion oder Sitten bezieht, dem Urteil des Ortsordinarius zu unterwerfen...
Can. 831 — § 1. In Tageszeitungen, Zeitschriften oder anderen periodischen Veröffentlichungen, welche die katholische Religion oder die guten Sitten offenkundig anzugreifen pflegen, dürfen Gläubige nichts schreiben, es sei denn, es läge ein gerechter und vernünftiger Grund vor; Kleriker aber und Mitglieder von Ordensinstituten dürfen das nur mit Erlaubnis des Ortsordinarius tun.
Wie man sieht: nicht ganz das, was man sich unter freiem Forschen, Denken, Schreiben so vorstellt. Ausserdem: die Befähigung zum Lehramt ist auch verhaltensabhängig.
Katholischen Religionsunterrricht erteilen darf, wer eine Missio Canonica hat, eine Erlaubnis der zuständigen kirchlichen Behörden. Die Erteilung ist ebenfalls auch von der Lebensführung abhängig - Auszug:
Bei der Beantragung der Missio canonica sagen die LehrerInnen zu, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der Katholischen Kirche zu erteilen. Da Glaubenszeugnis und Lebensführung nicht zu trennen sind, versprechen sie, ihr persönliches und öffentliches Leben an den Grundsätzen der christlichen Ethik und Soziallehre auszurichten.
Kirchenrechtliche Voraussetzungen für die Erteilung der Missio Canonica sind bei Verheirateten eine kirchlich gültige Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder.
Und für die Missio Canonica, die Erlaubnis zur Erteilung katholischen Religionsunterrichts stehen die Voraussetzungen hier: Missio.PDF
Can. 804 — § 1. Der kirchlichen Autorität unterstehen der katholische Religionsunterricht und die katholische religiöse Erziehung, die in den Schulen jeglicher Art vermittelt oder in den verschiedenen sozialen Kommunikationsmitteln geleistet werden; Aufgabe der Bischofskonferenz ist es, für dieses Tätigkeitsfeld allgemeine Normen zu erlassen, und Aufgabe des Diözesanbischofs ist es, diesen Bereich zu regeln und zu überwachen.
§ 2. Der Ortsordinarius hat darum bemüht zu sein, daß sich diejenigen, die zu Religionslehrern in den Schulen, auch den nichtkatholischen, bestellt werden sollen, durch Rechtgläubigkeit, durch das Zeugnis christlichen Lebens und durch pädagogisches Geschick auszeichnen.
Can. 805 — Der Ortsordinarius hat für seine Diözese das Recht, die Religionslehrer zu ernennen bzw. zu approbieren und sie, wenn es aus religiösen oder sittlichen Gründen erforderlich ist, abzuberufen bzw. ihre Abberufung zu fordern.
Dabei will ich es bewenden lassen. Es dürfte deutlich sein, daß die katholische Kirche - und ich bin sicher, daß die Verhältnisse in der evangelischen Kirche nicht anders sind - wesentlich engere Kriterien anlegt, als es der Koordinierungsrat tut, der sich ja nur dagegen ausspricht, dass Kalisch Religionslehrer ausbildet.
Langsam ist somit nicht mehr erkennbar, worum es denen, die sich da echauffieren, eigentlich geht. Wir zitieren noch einmal -
• Kewil::
Nun, wenn einer nicht glaubt, was der Papst sagt, dann fliegt er bei uns auch aus der Priesterausbildung raus. So einfach ist das, und normal und richtig. Ich kann doch nicht einen Atheisten als Theologen einstellen! Anders wäre es mit Kirchenhistorie zum Beispiel oder so was!
• den Koordinierungsrat:
Selbstverständlich kann jeder in Deutschland lehren, was er für richtig hält – es gibt ja schließlich die Freiheit der Lehre und Forschung. Aber wer mit dem Anspruch auftritt, Lehrerinnen und Lehrer für einen zukünftigen Bekenntnis-orientierten islamischen Religionsunterricht in der Schule nach Paragraph 7,3 heranzubilden, der muss schon mit dieser Messlatte rechnen.
• Professor Kalisch selber (am 1.10.):
Ich fühle mich wohl in Münster und von der Universität gut unterstützt. Ich könnte mir vorstellen, dass mein Lehrstuhl außerhalb der Lehrerausbildung zu einer Art Stützpunkt für liberale Muslime wird.
Wie man in Bayern sagt: Da sammer scho' beieinand: der Professor ist nicht mehr in die Ausbildung der Religionslehrer involviert, sondern forscht - wertfrei und neutral - über den Islam. Seine Glaubenszweifel sind seine Privatsache und damit hat niemand ein Problem. Alles wird gut.
Oder doch nicht?
Erkennbar sind die Glaubenszweifel von Professor Kalisch, die ihn offenbar auch psychologisch nicht ganz unbeeinträchtigt gelassen haben. Wenn das stimmt, was man über seine religiösen Überzeugungen liest, hat er sich von zumindest der Hälfte des muslimischen Glaubensbekenntnisses verabschiedet nämlich,
...daß Muhammad Sein Prophet ist.
Den Umgang mit jenen, die sich von zentralen Glaubensinhalten verabschiedet haben, hat die Katholische Kirche geregelt, die evangelische Kirche auch: so jemand kann forschen, lehren, schreiben - aber halt nicht mehr namens und im Auftrag der Kirche. Genau das wird man den Muslimen auch zubilligen müssen. Insofern geht diese Solidaritätserklärung für mich an den realen Verhältnissen vorbei und legt ausserdem zweierlei Mass an. Wäre sie konsequent und ehrlich, müsste sie sich auch für die Berufung von Ulrich Hemel einsetzen sowie für die Rücknahme des Verdikts gegen Uta Ranke-Heinemann, Eugen Drewermann, Hans Küng.
Der "Fall" von Muhammad Kalisch ist eigentlich keine große Sache, jedenfalls in einer säkularen Gesellschaft nicht "größer" als die Fälle der obengenannten - aber wird dazu gemacht, weil sich damit trefflich wieder Behauptungen transportieren lassen, die längst - allgemeingültig - widerlegt wären, wären sie nicht so nützlich, um den Islam weiterhin zu skandalisieren: die "historisch-kritische Methode" ist in der islamischen Theologie schon länger bekannt als in der christlichen - und über die angeblich nicht stattgefundene "Aufklärung gibt es auch eine Menge mehr zu sagen, als daß sie angeblich nicht stattgefunden haben. Der "Fall" konnte auch deswegen skandalisiert werden, weil der Islam noch immer keine anerkannte Religionsgemeinschaft im Sinne des Staatskirchenrechts ist. Dann wäre das Recht der Muslime, über die Eignung von Lehrern für den Religionsunterricht zu befinden, anerkannt. Die Verbände sind dringend gefordert, dies auf den Weg zu bringen.
Tags für diesen Artikel: antiislam, aufgelesen, bildung, debatte, demagogen, desinformation, gesellschaft, gewissen, glaube, interreligiöser dialog, islam, islamophobie, katholisch, kirche, moschee, populismus, religion, universität, vatikan, wissenschaft
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Duckhome am
10/07/08 um 09:55
Muhammad Sven Kalisch - eine Nachlese
Duckhome hatte hier und hier über den Fall Kalisch berichtet; Heute hat die Hamburger Schura eine Presseerklärung herausgegeben, in der es unter anderem heisst: Auch für die Schura in Hamburg sind die jüngsten Thesen von Prof. Kalisch über den Propheten ...
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Einen allmächtigen Gott kann und darf man nicht anzweifeln. Eine allmächtige Kirche und ihre Wahrheiten noch viel weniger.
Da wird Nachdenken leicht zur Häresie.