In unserem Watchblog-Islamophobie-Archiv findet sich so mancher Eintrag, der es lohnt, daß man ihm nach angemessener Zeit noch einmal nachgeht. So haben wir es mit dem Englisch-Unterricht unserer neokonservativen Freunde gehalten. Jetzt, da wir uns über das niederländische Verlagshaus Elsevier unterhalten müssen, kramen wir auf unserer Festplatte, und - siehe da: es kommt ein Eintrag hervor, de sich mit Leon de Winter beschäftigt und seiner besonderen Tierliebe.
Watchblog revisited: die Deutschen Schäferhunde des Leon de Winter - Teil 1
(Elsevier war für mich bis dato lediglich ein nicht nur in den Niederlanden höchst renommierter Fachbuch- und Fachzeitschriftenverlag, der auch in Deutsch und Englisch publiziert, viele internationale medizinische und naturwissenschaftliche internationale Standardwerke verlegt hat und auch im Bereich „Neue Medien“ recht aktiv ist. So bietet er z.B. für das „Freiwillige Fortbildungszertifikat“ für Mediziner“ kostenlos online zu lösende Aufgaben, für die man dann hinterher seine Punkte einsammeln kann. BB)
Huib schreibt:
Es wird immer verrückter im Rheindelta!
Es scheint nämlich ein Wettbewerb zu bestehen darüber, wer sich die obszönste Kollektiverniedrigung für (muslimische) Immigranten ausdenken kann.
Im vorherigen Post begegneten wir Geert Wilders, der marokkanische Jungs das Stadion mit Zahnbürsten reinigen lassen will. Den hatte ich zwar in dieser Rubrik erwartet, doch er hat mit seinem von Nazis und Sadisten entlehnten Rassismus all meine Erwartungen übertroffen.
Nun werden wir uns mit Leon de Winter beschäftigen, einem in der deutschen Presse sehr gesuchten Kommentator, wenn es um die Niederlande und ihre Immigranten geht, und Mitglied einer Bande von 3 bis 5 populistischen, intellektuellen Kommentatoren, die seit 2002 die Tagespresse unsicher machen. Was hat sich Leon denn überlegt, um den von ihm so verachteten Geert Wilders zu übertreffen?
Ellian & De Winter
Schriftsteller Leon de Winter und Jurist Afshin Ellian führen gemeinsam ein Blog. Jeden Arbeitstag findet man darin einen Beitrag von einem dieser queren Denker. Adresse.
Afshin Ellian, der „Rechtsgelehrte“, kann uns dann ein anderes Mal schön erklären, wie im Iran Frauen, die Ihren niqaab nicht ordentlich tragen in der Öffentlichkeit erniedrigt werden, was, so E., alles in den islamischen Vorschriften begründet ist. Ja, ist denn Leon de Winter mittlerweile zum Islam bekehrt? Jedenfalls ist das Benehmen ausländischer Rowdies mit dem Islam zu erklären ist, während es bei Einheimischen, die dasselbe tun,
„normal ist, sich locker die Köpfe einzuschlagen. Das fühlt sich gut an, wenn man zwischen 13 und 21 Jahre alt ist.“
Wir glauben nicht, dass Leon de Winter sich bekehrt hat. Aber: könnte das eventuell ein allgemein menschlicher Zug sein, dass bange Menschen, die die Angst der Anderen ausbeuten, die Neigung haben (selbst wenn sie in der Reagan-Bibliothek schwer beschäftigt sind), mittels Instrumenten, via aggressivem Getier oder via Gesocks die Symbole des „Anderen“ zu vernichten, zu foltern, bloßzustellen?
Nächst den jungen Marokkanern sind die seichten Immigranten-Schmuser (zu Deutsch: „Gutmenschen“. BB) die Feinde von Leon und seinen Kameraden. Nix mit „Benachteiligung“, nix mit Imitation des einheimischen (Fußball-)Vandalismus: Marokkaner sind viel zu lange durch die Leutchen, die es auch auf Leon abgesehen haben, in Watte gepackt worden. Er schreibt:
Unsinn über die Benachteiligung von marokkanischen Jugendlichen
Freitag, 25. Mai 2007, 09:29 (Elseviers Wochenblatt, web-Edition)
Eigentlich hatte ich ja über meinen Besuch in der Reagan Library schreiben wollen, da lese ich im NRC-Handelsblatt – elektronisch, ich bin noch immer in Los Angeles – dass Mohammed Allach, der technische Leiter des Fußballvereins VVV und ehemalige Profifußballer, denkt, dass marokkanische Jugendliche eben darum anfangen, zu randalieren, weil sie durch ihre Benachteiligung in Wohngegenden und Schulen frustriert sind.
Das ist natürlich blanker Unsinn!
Na klar! Und was für ein Unsinn! Die sind im Gegenteil verwöhnt, die jungen Marokkaner! Was sie wollen, dürfen sie auch…
De Winter hat noch nie etwas von den Dutzenden Studien, Artikeln und Büchern gehört oder gelesen, die über den Frust junger Arbeitsloser, Einheimischer im Allgemeinen. Fußballvandalismus begann mit Jungs voller Überdruss, ausgegrenzt und frustriert aus städtischen Problembezirken. Aber Leon weiss es besser. Einheimische wollen “für gewöhnlich” Drecksvolk treten, aber Ausländer sind nicht “gewöhnlich”: sie tun das, weil… Ja, warum eigentlich?
Einheimische Hooligans, zum Beispiel, wollen sich für gewöhnlich locker die Köpfe einzuschlagen. Das fühlt sich gut an, wenn man zwischen 13 und 21 Jahre alt ist. Und da kommt meneer Allach auch nicht mit einer Erklärung für deren wildes Benehmen daher.“
Nein, “meneer” Allach sprach ja auch über Marokkaner. Aber ich verwette sonst was darauf, daß dieser “meneer”, hätte man ihn nach einheimischen Hooligans gefragt, das Gleiche über sie gesagt hätte. Sporttrainer kennen ihre Pappenheimer aus den marginalisierten Gemeinschaften viel besser als Reagan-Fans auf Wahrheitssuche in Kalifornien. Hitler war ein großer Liebhaber deutscher Schäferhunde.
Die Einsatzkommandos der SS wußten sie auch zu schätzen, genau wie die amerikanischen Hundeführer im Irak, von denen aktuell noch einer verurteilt worden ist. Dazu später. Erst der Fachmann für Polizeieinsätze, de Winter:
Hunde
Was hilft, sind die altmodischen Latten, mit denen die Polizei früher zuschlug und vor allem Hunde, sicher gegen ausländische Hooligans. (Für sie) sind Hunde nämlich schwer “haram”, unrein. Deswegen empfehle ich der Polizei beim nächsten Länderspiel Niederlande-Marokko, zwei Dutzend hungrige Schäferhunde an der Leine zu halten, und die auf den Tribünen loszulassen, wenn die Marokkanerlein zur Sache gehen wollen.
Fortsetzung folgt. Und da lesen wir wie Leon de Winter zur Hochform aufläuft und Huib an die berühmtesten Schäferhundeinsätze erinnert .
Tags für diesen Artikel: antiislam, antisemitismus, auschwitz, ausländerfeind, Babi Jar, blog, bürgerrecht, demagogen, demokratie, desinformation, faschismus, folter, fußball, fußballjugend, genozid, gewalt, holocaust, hund, juden, judenverfolgung, jugend, kriegsverbrechen, länderspiel, marokko, migranten, moschee, muslim, rassismus
Artikel mit ähnlichen Themen:













So geht es weiter mit Hundeführer de Winter: Hier geht es weiter: Der KNVB will fünf Jahre lang kein Spiel gegen Marokko machen. Sind die nicht ganz dicht? Ich will nächste Woche wieder ein Länderspiel gegen Marokko sehen, und ich will, dass alle marokk ...
Hier und hier sind die ersten Einträge des Beitrags über Hundeführer de Winter, mit dem dritten Teil schließen wir jetzt ab, in der sich Huib damit auseinandersetzt, auf welche Einfälle unsere Freunde in den Niederlanden so kommen. Hier ging es jetzt um d ...