Hier und hier sind die ersten Einträge des Beitrags über Hundeführer de Winter, mit dem dritten Teil schließen wir jetzt ab, in der sich Huib damit auseinandersetzt, auf welche Einfälle unsere Freunde in den Niederlanden so kommen. Hier ging es jetzt um den Einfall, marokkanische Fußballhools durch Gassen scharfgemachter Bellos und Brutos, also Deutscher Schäferhunde zu treiben. Im dritten Teil beschäftigt sich Huib mit der “Ideengeschichte” dieses Einfalls und zieht die Konsequenzen.
Huib schreibt weiter, dass er, als er über das “Copyright” dieser kreativen Idee nachgedacht habe, einen halben Tag mit sich gerungen habe, ob er den jüdischen Schriftsteller de Winter damit konfrontieren könne, dass das Treiben von Menschen durch Gassen von Hunden im Rahmen der nazistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine große Rolle spielte, habe sich aber dazu entschlossen nach dieser de Winter’schen Rechtfertigung:
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Watchblog revisited: die Deutschen Schäferhunde des Leon de Winter - Teil 3
Die sind von Haus aus nichts anderes gewöhnt…
nämlich, daß man sie so behandelt. Huib schreibt weiter:
Nur noch mal zur Klarstellung: es geht um junge Menschen, von denen die meisten in den Niederlanden geboren sind und in der Mehrzahl der Fälle hier aufgewachsen. Obwohl ihre materielle Situation hier besser ist als in Marokko, werden sie zerrissen zwischen den Traditionen ihrer Eltern und der fremden, scheinbar toleranten, dabei bloß desinteressierten Gesellschaft.
Leute wie Leon de Winter wollen solche Menschen auf ihre Immigranten-Herkunft festnageln. Genau das Gleiche taten die Antisemiten, die die Juden als “Volksfremde Elemente” zeichneten. Ich kann auch nicht dafür: es ist so.
Eine solch strikte Unterscheidung zwischen “uns” und “ihnen” kann, ich wiederhole, k-a-n-n führen zu:Verstoßen, Ausstoßen, Vernichtung, Völkermord.Die Grenze, die nicht übertreten werden darf, liegt sehr weit vor dem Ausstoßen und Kriminalisieren, und hier macht de Winter sich schuldig.
Hunde auf Wehrlose loslassen: das passierte in Babi Jar, einer Schlucht ausserhalb von Kiew, in der 1941 Zehntausende Juden durch Einsatz- kommandos der SS ermordet wurden. Jewgenij Jetuschenko schrieb 1965 ein langes Gedicht:
Jewgenij Jewtuschenko:
Babij Jar (übersetzt von Paul Celan)
Über Babij Jar, da steht keinerlei Denkmal.
Ein schroffer Hang - der eine unbehauene Grabstein.
Mir ist angst.
Ich bin alt heute,
so alt wie das jüdische Volk.
Ich glaube, ich bin jetzt
ein Jude.
Wir ziehn aus Ägyptenland aus, ich zieh mit.
Man schlägt mich ans Kreuz, ich komm um,
und da, da seht ihr sie noch:
die Spuren der Nägel.
Dreyfus, auch er,
das bin ich.
Der Spießer
denunziert mich,
der Philister
spricht mir das Urteil.
Hinter Gittern bin ich.
Umstellt.
Müdgehetzt.
Und bespien.
Und verleumdet.
Und es kommen Dämchen daher, mit Brüsseler Spitzen,
und kreischen und stechen mir ins Gesicht
mit Sonnenschirmchen.
Ich glaube, ich bin jetzt
ein kleiner Junge in Bialystok.
Das Blut fließt über die Diele, in Bächen.
Gestank von Zwiebel und Wodka, die Herren
Stammtisch-Häuptlinge lassen sich gehn.
Ein Tritt! mit dem Stiefel, ich lieg in der Ecke.
Ich fleh die Pogrombrüder an, ich flehe - umsonst.
«Hau den Juden, rette Rußland!» -:
der Mehlhändler hat meine Mutter erschlagen.
Mein russisches Volk!
Internationalistisch
bist du, zuinnerst, ich weiß.
Dein Name ist fleckenlos, aber
oft in Hände geraten, die waren nicht rein;
ein Rasselwort in diesen Händen, das war er.
Meine Erde - ich kenne sie, sie ist gut, sie ist gütig.
Und sie, die Antisemiten, die nieder-
trächtigen, daß
sie großtun mit diesem Namen:
«Bund des russischen Volks»!
Und nicht beben und zittern!
Ich glaube, ich bin jetzt sie:
Anne Frank.
Licht-
durchwoben, ein Zweig
im April.
Ich liebe,
Und brauche nicht Worte und Phrasen.
Und brauche:
daß du mich anschaust, daß ich dich anschau.
Wenig Sichtbares noch,
wenig Greifbares!
Die Blätter - verboten.
Der Himmel - verboten.
Aber einander umarmen, leise,,
das dürfen, das können wir noch.
Sie kommen?
Fürchte dich nicht, was da kommt, ist der Frühling.
Er ist so laut, er ist unterwegs, hierher.
Rück näher...
Mit deinen Lippen. Wart nicht.
Sie rennen die Tür ein?
Nicht sie. Was du hörst, ist der Eisgang,
die Schneeschmelze draußen.
Über Babij Jar, da redet der Wildwuchs, das Gras.
Streng, so sieht dich der Baum am,
mit Richter-Augen.
Das Schweigen rings schreit.
Ich nehme die Mütze vom Kopf, ich fühle,
ich werde
grau.
Und bin - bin selbst
ein einziger Schrei ohne Stimme
über tausend und aber
tausend Begrabene hin.
Jeder hier erschossene Greis -:
ich. Jedes hier erschossene Kind -:
ich.
Nichts, keine Faser in mir,
vergißt das je!
Die Internationale —
ertönen, erdröhnen soll sie,
wenn der letzte Antisemit, den sie trägt, diese Erde,
im Grab ist, für immer.
Ich habe kein jüdisches Blut in den Adern.
Aber verhaßt bin ich allen Antisemiten.
Mit wütigem, schwieligem Haß,
so hassen sie mich –
wie einen Juden.
Und deshalb bin ich
ein wirklicher Jude.
(Aus: Paul Celan: Gesammelte Werke. Bd. 5. Übertragungen II. Frankfurt/M. 2000. S. 288ff.)
( hier kann man es anhören. ) Und sich hier weiter belesen (und eventuell beschliessen, den Film anzuschauen). Das Gedicht wurde durch die Sowjets verboten. Warum? Weil es auch die passive oder aktive Mitschuld der Bürger der Ukraine anklagte.
Das auszusprechen ist sowohl in der Unkraine als auch in den Niederlanden ein Tabu. Ist haram. Doch es ist genauso wahr, wie, daß Niederländische Polizisten und NSBer (s. dazu den Beitrag "bringt Wilders in Israel seine Botschaften an den Mann?" in dem sich auch mit “denZahnbürsten des Geert Wilders” auseinandergesetzt wird, BB) mit Hunden Jagd auf Juden machten.
Dieses Bild, so berichtet Huib, wurde nach dem Massaker von Babi Jarvon einem deutschen Armeefotografen, Johannes Hähle gemacht. Quelle, wie auch das Folgende - bessere Darstellung durch Klicken:
„Nr. 9, Grese, war Aufseherin verschiedener Arbeitskommandos und zeitweilig Aufseherin des Frauenstraflagers in Auschwitz. Sie wurde als die schlimmste Frau des ganzen Lagers beschrieben. Es gab keine Grausamkeit im ganzen Lager, mit der sie nicht in Verbindung gebracht wurde. Sie hat regelmäßig an Selektionen für die Gaskammer teilgenommen, folterte nach eigenem Belieben und Ermessen. In Belsen setzte sie dieses grausame Verhalten genauso fort. Ihre Spezialität war es, abgerichtete Hunde auf wehrlose Menschen zu hetzen.”
Nochmal zum Mitschreiben: Irmas Spezialität war es, abgerichtete Hunde auf wehrlose Menschen zu hetzen!!!
Dann zitiert Huib noch aus einem Bericht über das Masaker. Die entscheidenden Sätze sind:
die Juden wurden von Soldaten erwartet, die mit Hunden einen Korridor bildeten…
und etwas später:
Die Hunde wurden auf sie gehetzt.
Und zum Schluss schreibt Huib: Voilà, nun ist es zitiert. Ich weiss genau, daß weder de Winter noch Ellian einen Genozid an Marokkanern planen. Doch der Einsatz von Hunden. um sie zu erniedrigen oder unter Druck zu setzen. ist der Beginn von Unmenschlichkeit gegenüber denen, die “von Haus aus” schon “Untermenschen” waren.
Sowas macht mich, so schreibt Huib, wahnsinnig. Wie kann solch ein nüchternes Land wie die Niederlande so viele Hysteriker hervorbringen?
Hysterisch? Nö. Nicht immer. Morgen berichten wir, wie eine "vollbusige" ex-muslimische Tabledancerin Islamkritik übt und Afshin Ellian glücklich macht.
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