Die umstrittene Moschee in Heinersdorf wird morgen eröffnet. Und in Erlangen findet morgen eine jüdisch-muslimische Dialogveranstaltung statt. Zwei Ereignisse, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Update um 23:00: weitere Links zu Artikeln über das Ereignis in Heinersdorf (
via):
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Junge Welt vom 15.10.08: Finale in Heinersdorf.
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Berliner Morgenpost am 11.10.08: NPD will demonstrieren
• Interview mit dem Sprecher der Initiative "Heinersdorf öffne Dich.
Audio.
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Neues Deutschland am 15.10.08: Der Alltag soll die Wogen glätten.
- und viele andere.
Die letzte Meldung der
Jungen Welt am 16.10.08:
Die neofaschistische NPD hat ihre Mahnwache nahe des Moscheegeländes unterdessen abgesagt. Es wird damit gerechnet, daß sich ihre Anhänger dem Aufzug der rechten Bürgerinitiative anschließen.
[Durch Verlinkung mache ich mir die verlinkten Artikel keinesfalls "zu eigen", sondern dokumentiere sie.]
Am 11.10.08 wird im rbb der Film "
Halbmond über Ostdeutschland" ausgestrahlt.
Einer der Dauerbrenner der "islamkritischen" Szene ist der Bau einer Ahmadiyya-Moschee in Berlin-Heinersdorf. Hier kann man den Protest besichtigen:

Die Ahmadiyya ist innerislamisch nicht unumstritten - aber darum geht es nicht, sondern darum, wie und mit welchen Verbündeten hier Stimmung gemacht wird. Der Film spricht für sich selbst, und ich denke, jenseits allen Geschwurbels steckt das Wesentliche in den ersten beiden Statements:
Die sollen leben wie sie wollen, aber nicht hier.
Und:
Ich will hier nicht in diese pakistanischen Gesichter sehen.
Die Spanne der Moscheegegener geht bis zu Republikanern und NPD - Dietmar Näher hat
letzteres recherchiert - und freien Kameradschaften, die in den Protest mittlerweile gut eingebunden sind und sich auch morgen wieder beteiligen. Die "Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger mobilisiert unter dem Motto:
Für Demokratie und Menschenrechte - Gegen Antisemitismus, Islamismus und Rechts- und Linksextremismus
, wobei nicht ganz klar ist, wo denn rechts von NPD und freien Kameradschaften noch Platz für den im Motto zitierten Rechtsextremismus sein soll.
Es werden die Ausdrucksformen des demokratischen Bürgerprotests, wie Lichterketten und Mahnwachen gekapert, und genau wie die auf dem Kölner Flughafen festsitzenden verhinderten Besucher des erfolglosen Anti-Islamisierungskongresses ruft man auch in Heinersdorf obszönerweise, daß man das Volk sei.

Aber offensichtlich ist man noch nicht mal ganz Heinersdorf - denn das andere Heinersdorf gibt es auch, und dieses Heinersdorf mobilisiert auch - siehe
hier und
hier. Mehr Aussagefähiges über die "Zukunftswerkstatt", deren Vorsitzende mit fünf anderen als "Heldin des Alltags" mit dem TAZ-Pantherpreis ausgezeichnet wurde, findet sich auch
hier. So ist man gehalten, schon wegen der eigenen Psychohygiene mehr auf solche, mutmachenden Aktivitäten zu schauen und nicht nur auf lautes Gedröhne und versuchtes Agenda-Setting am Rande der Verzweiflung.
So sei auch über ein weiteres erfreuliches Ereignis berichtet, das morgen in Erlangen stattfindet:
ein jüdisch-muslimischer Dialog. Dieser wird unter dem Motto stehen:
Juden und Muslime gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit
Alle drei TeilnehmerInnen schätze ich sehr:
•
Dr. Irene Runge, die Vorsitzende des Jüdischen Kulturvereins Berlin. Der Jüdische Kulturverein hat für die "
zwei Seiten einer Medaille" bereits klare Worte gefunden.
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Bekir Alboga, den Referatsleiter des
DITIB für interreligöse und interkuturelle Zusammenarbeit, dessen würdevolles Entgegnen auf Ralph Giordano man hier noch mal sehen kann:
Link: 
(Was das von Giordano beklagte "die Bevölkerung wird nicht gefragt" betrifft: nun, sie hat am 19. und 20. September geantwortet, aber das ist eine andere Geschichte.Mal sehen, wie sie morgen in Heinersdorf antwortet.)
• Schech Bashir Ahmad Dultz, einer der Gründungsmitglieder (1948) der Deutschen Muslimliga. ein Besuch auf
deren Website wird wärmstens empfohlen.
Übrigens gibt es noch weitere Jüdisch-Muslimische Initiativen, wie
dieses studentische Projekt - oder
dies.
Das angebliche Volk ist weder "das Volk" noch "die Bevölkerung". Es gilt, das nicht zu vergessen.
PS: Sollte jemand morgen in Heinersdorf oder Erlangen vor Ort sein, würden wir uns über einen Bericht (s. Kontaktformular) und Bilder freuen.
Gestern haben wir ja schon über den Sachstand am Vorabend berichtet. rbb berichtet, es seien 300 Gäste zum Feiern gekommen und 100 hätten gegen die Moschee demonstriert, die TAZ hat 50 Gegendemonstranten gezählt, die Antifa Pankow ebenfalls 150, auch n-tv ...