Wie wir ja schon hier angerissen haben, sagt der Umgang mit einem Phänomen oft mehr aus über die, die umgehen, als über das Phänomen selbst. Genauso ist das jetzt mit Jörg Haider, und deswegen beschäftigen wir uns jetzt ein letztes Mal mit ihm, aktuell mit seinem Begräbnis, um uns zukünftig beim Thema "Rechte in Österreich" nur noch auf die FPÖ zu konzentrieren.
Jörg Haider ist tot - wie geht es weiter - Teil 2
Wie Lysis schon schrieb: für Haider gibt es schon längst Ersatz:
Ein österreichischer Duckhome-Leser machte uns auf diesen Kommentar im Standard aufmerksam:
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Haider ist jetzt wahrlich abgefrühstückt. Selbst die BILD hat sich über die letzten Stunden breitest ausgelassen, und somit kann auch die Frage einiger Kommentatoren, wie man sich denn mit Wein - wegen der Flüssigkeitsmenge - so besaufen könne. Auch das ist jetzt beantwortet: es war Wodka.
[Um einige Fragen aus dem Kommentarbereich noch zu beantworten (wir haben so ein paar technische Probleme und zu denen gehört, daß meine Kommentare des öfteren im Datennirvana verschwinden): Ja, mit Wodka stellt sich das Flüssigkeitsproblem beim Ansaufen von 1,8 Promille nicht; nein, ich halte den Kopp-Verlag nicht für eine seriöse Quelle und Herrn Wisniewski auch nicht. Nein, ich habe nie behauptet, dass das Video Haider in jener Nacht zeigt, sondern es zgt ihn bei einer früheren Sause. Wer will kann im Netz nach weiteren Bildern suchen, auf denen er hackedicht ist und weiteren Texten (einschließlich desjenigen von Elfriede Jelinek und einer Wiener Homosexuellengruppe) über seine Beziehungen zu irgendwelchen Buberln nachgoogeln.]
Auch das war nicht mein Thema, denn Homosexualität ist für mich kein bemerkenswertes Merkmal. Bloß: wer meint, ihngegen eine solche Vermutung "verteidigen" zu müssen, hält Homosexualität offenbar genauso für einen Makel, wie das HC Strache tut.:
Die FPÖ hat sich seit Ende der 90er Jahre stetig zum reaktionären Katholizismus hin entwickelt, deswegen das Insistieren auf die Religion. Mittlerweile predigt man ein "werteverteidigendes Christentum", das natürlich katholischer ist, als das in Deutschland der Fall ist, das vom protestanstischen Preußen aus regiert wurde, und wo Katholiken praktisch bis '33 nur die zweite Geige spielten. Wer österreichische Rechte Nazis nennt, verkennt, daß es - vor '38 - eine spezifisch österreichische Faschismusvariante gab: den katholisch-ständestaatlichen Austrofaschismus. Aber zurück zu Strache. Manchmal kriegt auch ein antideutsches blog neben Kämpfen gegen Antisemitismus und Iran auch lesenswerte Beiträge hin. So fanden wir auf dem blog "Innsbrooklyn" gleich zwei, die einiges an Information bieten (natürlich mache ich mir die Beiträge nicht "zu eigen", sondern dokumentiere sie und distanziere mich vorsorglich von eventuell justiziablen Aussagen:
- HC Strache und die starken Männer.
- Das ist wirklich aussagefähig.
Natürlich muß ich mich auch von solchen Seiten distanzieren, aber sie gehören nun mal zur Chronistenpflicht: Abdelkader berichtet von Straches Anbiederung an die Serben. Allerdings steht gleich unter dem Eintrag ein hervorragender Kommentar:
Ja, und hier haben wir ein echtes Nachwuchstalent: den Sohn von Susanne Winter, Michael:
Abdelkader muß ich allerdings die Hoffnung nehmen, daß Susanne Winter ein Prozess droht: die sitzt jetzt im Nationalrat und dürfte immun sein. Und daß die Österreicher so konsequent sind wie die Belgier, glaube ich nicht.
Was sonst noch: Die FPÖ hat Ihr Recht auf die Besetzung eine Vizepräsidentenpostens im Nationalrat mit einem schlagenden Burschenschafter wahrgenommen.
Was nicht überrascht.
Herr Strache wird viel zu tun haben. Jetzt, wo die Belgier schwächeln.
Ein österreichischer Duckhome-Leser machte uns auf diesen Kommentar im Standard aufmerksam:
Haiders Tod, keine Tragödie
Vieles von dem, was Jörg Haider an Würdigungen nachgerufen wurde, ging in die Hose - von Maria Sterkl
Muss man über tote Politiker so schreiben, als wäre gerade ein Verwandter gestorben? Nein, muss man nicht. Wer sich manche Kommentare zum Ableben des Jörg Haider so durchliest, hat den Eindruck, man müsse doch. Als wäre jener Teufel, den die Medien auch beim geringsten Anlass gerne auf die Einserseiten gehievt haben, am Ende doch ein Bengelchen, mit dem zu versöhnen es nur einen kleinen Schritt brauchte, den man immer aufgeschoben hatte, da man doch so lange so gut voneinander gelebt hat: Die Medien von Haider, Haider von den Medien.
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Haider ist jetzt wahrlich abgefrühstückt. Selbst die BILD hat sich über die letzten Stunden breitest ausgelassen, und somit kann auch die Frage einiger Kommentatoren, wie man sich denn mit Wein - wegen der Flüssigkeitsmenge - so besaufen könne. Auch das ist jetzt beantwortet: es war Wodka.
[Um einige Fragen aus dem Kommentarbereich noch zu beantworten (wir haben so ein paar technische Probleme und zu denen gehört, daß meine Kommentare des öfteren im Datennirvana verschwinden): Ja, mit Wodka stellt sich das Flüssigkeitsproblem beim Ansaufen von 1,8 Promille nicht; nein, ich halte den Kopp-Verlag nicht für eine seriöse Quelle und Herrn Wisniewski auch nicht. Nein, ich habe nie behauptet, dass das Video Haider in jener Nacht zeigt, sondern es zgt ihn bei einer früheren Sause. Wer will kann im Netz nach weiteren Bildern suchen, auf denen er hackedicht ist und weiteren Texten (einschließlich desjenigen von Elfriede Jelinek und einer Wiener Homosexuellengruppe) über seine Beziehungen zu irgendwelchen Buberln nachgoogeln.]
Auch das war nicht mein Thema, denn Homosexualität ist für mich kein bemerkenswertes Merkmal. Bloß: wer meint, ihngegen eine solche Vermutung "verteidigen" zu müssen, hält Homosexualität offenbar genauso für einen Makel, wie das HC Strache tut.:
"Wir brauchen in Österreich keine Förderung von Beziehungen nur aufgrund der Sexualität", so Strache. "Ich bin Katholik und Christ, auch die Kirche spricht von der Krankheit Homosexualität. Ich bin der Meinung des Heiligen Vaters, dass alle katholischen Politiker aufgefordert sind, die Homo-Ehe nicht zu subventionieren."Wobei wir dann bei der FPÖ und ihrem Führer HC Strache wären.
Die FPÖ hat sich seit Ende der 90er Jahre stetig zum reaktionären Katholizismus hin entwickelt, deswegen das Insistieren auf die Religion. Mittlerweile predigt man ein "werteverteidigendes Christentum", das natürlich katholischer ist, als das in Deutschland der Fall ist, das vom protestanstischen Preußen aus regiert wurde, und wo Katholiken praktisch bis '33 nur die zweite Geige spielten. Wer österreichische Rechte Nazis nennt, verkennt, daß es - vor '38 - eine spezifisch österreichische Faschismusvariante gab: den katholisch-ständestaatlichen Austrofaschismus. Aber zurück zu Strache. Manchmal kriegt auch ein antideutsches blog neben Kämpfen gegen Antisemitismus und Iran auch lesenswerte Beiträge hin. So fanden wir auf dem blog "Innsbrooklyn" gleich zwei, die einiges an Information bieten (natürlich mache ich mir die Beiträge nicht "zu eigen", sondern dokumentiere sie und distanziere mich vorsorglich von eventuell justiziablen Aussagen:
- HC Strache und die starken Männer.
- Das ist wirklich aussagefähig.
serbien war nicht nur im 1. weltkrieg der feind für österreichs rechte, sondern auch im 2. und danach (donauschwaben der vojvodina) und auch in den kriegen der 1990er nach dem auseinanderfall jugoslawiens waren sie durch ihren krieg mit den katholischen kroaten soetwas wie eine “bedrohung der westlichen zivilisation”. und gerade WEIL sie die grösste gruppe unter den migranten in österreich bilden, waren (sind) sie (mit) eine zielscheibe der ausländerfeindlichen rechten. man darf sich nämlich nicht erwarten, dass straches funktionäre und sein fussvolk im tagesgeschäft bzw im alltag groß zwischen serben, bosniern oder albanern differenzieren. dass strache jetzt auf die “serbische karte” setzt, muss wohl auf irgendeinen spin doctor zurückgehen, ich halte ihn dafür für zuwenig geistreich (es ist zwar nicht allzu viel “geist” notwendig, den tatsächlichen oder vermeintlichen antagonismus “der” serben zu “dem” islam herauszuarbeiten, aber auch den traue ich ihm nicht zu).
Ja, und hier haben wir ein echtes Nachwuchstalent: den Sohn von Susanne Winter, Michael:
Der Obmann des steirischen Rings Freiheitlicher Jugendlicher (RFJ), Michael Winter (20), ist am Montag wegen Verhetzung verurteilt worden. Winter hatte in der RFJ-Zeitschrift “Tangente” (Nr. 1/2007) Muslimen eine Tendenz zur Sodomie unterstellt und als “Sofortmaßnahme” gegen Vergewaltigungen in Graz gefordert, “eine Schafherde im Stadtpark grasen” zu lassen. Von Richter Georg Allmayer setzte es dafür nach knapp 20 Minuten Verhandlung drei Monate bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Winter erbat Bedenkzeit.
Winter ist Sohn der steirischen FP-Politikerin Susanne Winter, der wegen ähnlicher Äußerungen ebenfalls ein Prozess droht.
Abdelkader muß ich allerdings die Hoffnung nehmen, daß Susanne Winter ein Prozess droht: die sitzt jetzt im Nationalrat und dürfte immun sein. Und daß die Österreicher so konsequent sind wie die Belgier, glaube ich nicht.
Was sonst noch: Die FPÖ hat Ihr Recht auf die Besetzung eine Vizepräsidentenpostens im Nationalrat mit einem schlagenden Burschenschafter wahrgenommen.
Was nicht überrascht.
Herr Strache wird viel zu tun haben. Jetzt, wo die Belgier schwächeln.
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Vorangestellt:
Es ist sehr wohl für nahe Angehörige eine Tragödie, wenn jemand zu Tode kommt!
Jörg Haider hatte in meinen Augen bei bestimmten Dingen nicht Unrecht! Damit meine ich kurz und knapp viele der Verweise, die derzeitig über ihn bei Wikipedia zu finden sind (Fallbeispiel: Verweigerung der österreichischen Staatsbürgerschaft für einen Moslem, der sich weigert, Frauen die Hand zu geben).
Ich lebte vor knapp 10 Jahren ein Jahr lang in Brüssel. Fazit: 4 Überfälle ausschließlich von jungen Leuten mit Migrantenhintergrund (alle Araber), davon 1 Kinderbande, davon einer mit eindeutig rassistischen Hintergrund (also kein Raub wie bei den anderen). Vielfache sexuelle Belästigung (tlw. tätlich) meiner Partnerin (groß, blond, blauäugig). Damals schon NoGo Area's, wo sich selbst die Polizei nicht mehr hintraute. Letztendlich Flucht... sprich indirekte Vertreibung! Vorher war ich gewissermaßen weltoffen und wirklich freundlich allen Völkern gesinnt. Seitdem innere Ablehnung und tlw. Ekelgefühle (z.B. wegen der Vermüllung öffentlicher Straßen und Plätze in Brüsselmenistan)!
Dann knapp 10 Jahre Kapstadt! Darüber schweige ich mich aber hier aus, weil es für Nichtkenner sowieso nicht nachvollziehbar ist und die, die sich auskennen, wissen was ich meine!
Diese Erfahrungen haben mich geprägt und deshalb habe ich eine gewisse Weltanschauung, die mir niemand mehr nehmen kann.
PS: Sollte Haider wirklich schwul gewesen sein, dann ist der Mann natürlich ein Arschloch gewesen, aber nur und ausschließlich deshalb!