Update: Johannes Heesters: Hitler war ein guter Kerl
Worum geht es: einer der Import-Stars der NS-Unterhaltungsindustrie, der gebürtige Niederländer Johannes "Jopie" Heesters hat Ärger mit der Vergangenheit: Er will per Gerichtsbeschluss verbieten lassen, dass man behauptet, er habe anlässlich eines Besuches im KZ Dachau auch GESUNGEN. Das versaut ihm den heutigen 106. Geburtstag - und noch mehr, denn er ist vor Gericht gezogen.
Johannes Who? ein gebürtiger Niederländer, der in Deutschland mit seiner belgischen Gattin lebte, arbeitete und gut verdiente zu einer Zeit, als über seine Landsleute - und die seiner Frau - der Sichelschnitt hinwegfegte - ein Feldzugsplan, dazu entwickelt, beim Feldzug nach Westen die französischen Grenzbefestigungen zu umgehen. Belgier und Niederländer hatten unter ihm genauso zu leiden wie im Ersten Weltkrieg unter der nicht ganz so erfolgreichen Beta-Version, die unter dem Namen Schlieffen-Plan genauso die belgische und niederländische Neutralität verletzte und der Bevölkerung fast keine Chance zur Gegenwehr ließ. Vovon er und sein Wiesje natürlich erstmal sicherlich genauso wenig mitbekamen, wie Frau Rökk vom Wüten der Pfeilkreuzler in ihrer ungarischen Heimat. Dass sie nach dem Krieg nicht dorthin zurückkehrten, war sicher nur Zufall. Welche Rolle hatte denn Herr Heesters im 3. Reich?
Der Jopie ...,pflegte meine Mutter immer zu seufzen,
sah wirklich gut aus. Ein wirklicher Herr ...
Ja, so vermarktet er sich bis heute: Zylinder, Schal, ins Maxim und so. Damals nannte man das
Schwerenöter,heute ist es ein paar Begriffe später. Heesters war einer der gut bezahlten Importstars, wie Zarah Leander oder Marika Rökk, die zur Strafe später mit dem Wort "unverwüstlich" belegt wurde.
Irgendwie sind sie alle gut in die Nachkriegszeit gekommen: Zarah Leander wurde zur Homosexuellen-Ikone, Marika Rökk schmierte sich Creme ins Gesicht, die aus Placenta gemacht wurde, und Jopie vermarktet sich bis heute als Grandseigneur, und nachdem schon die zweite Gattin erheblich jünger war, und alle das ganz toll fanden, hat er jetzt sogar einen Werbespot gedreht mit einer von Heidi Klum's Top-Model-Kandidatinnen:
Und jetzt versaut man ihm den Lebensabend und die Karriere: Seine Landsleute reagierten komisch, als er nach all den Jahren zum ersten Mal wieder in seiner Geburtsstadt Amersfoort sang, und böse Menschen nerven ihn damit, dass sie fragen, was er denn so getrieben habe, als die Deutschen seine Heimat besetzt hatten und die niederländischen Juden zusammentrieben. Das hat er natürlich nicht mitbekommen, er war ja nicht da. Klar. Was er mitbekommen hat, war das KZ Dachau:
Er habe das KZ in Dachau lediglich besucht, dem Orchester nur zugeguckt. Aber auch diesen Besuch, zu dem er als Mitglied des Ensembles des Münchner Gärtnerplatztheaters aus Propagandazwecken gezwungen worden sei, hat Heesters im Nachhinein bereut. Er hätte es nicht tun sollen, sagte er immer wieder. 1978 schrieb er in seiner Autobiografie: "Das Lager wirkte auf uns wie ein typisches Soldatenlager, es sah so aus wie ein Arbeitsdienst- oder Hitlerjungenlager, die man aus den Illustrierten kannte. Wir trafen ein, heuchelten Interesse, ein Soldat knipste uns mit seiner Privatbox, und wir fuhren wieder nach Hause. Am Abend, so glaube ich, hatte ich bereits wieder Vorstellung."
Quelle.
Andere hatten das irgendwie anders in Erinnerung.
Da muss aber jetzt auch wirklich gut sein, oder etwa nicht? Er hat sich mit einer Klage zu Wehr gesetzt, die am 16.12. entschieden wird.
Er musste doch sicher. Wie sie alle mussten: Heinz Rühmann musste Schmählieder auf den "Ersten Seelord" singen, um die deutschen U-Boot-Männer zu motivieren (hier ist eine andere Version, denn die, in der er singt, ist bei youtube nicht auffindbar). Der Schauspieler Gustav Fröhlich "musste" sich zurückziehen, als er mitbekam, daß Josef Goebbels auf seine Freundin, die tschechische Schauspielerin Lida Baarova scharf war, und die "musste" selbstverständlich auch. Einige "mussten" auch ihre jüdischen Ehepartner hängen lassen, die nur so lange geschützt waren, wie die "privilegierte Mischehe" bestand. Dass andere nicht "mussten", nahm man ihnen hinterher übel - wenn sie es denn erlebten, wie Marlene Dietrich. Andere erlebten es nicht, wie der Schauspieler Joachim Gottschalk.
Aber es kommt noch dicker - die Welt ist schlecht! Heute hat er Geburtstag, und dazu ist er von einem niederländischen Fernsehteam interviewt worden. Was dabei herauskam, konnte auch seine Frau nicht mehr verhindern, die hinterher behauptete, ihrem Mann seien die Worte in den Mund gelegt worden:
Der Vorfall wird mittlerweile nicht nur in der niederländischen Presse diskutiert. Simone Rethel-Heesters hat eine Presseerklärung abgegeben - ihr Mann sei "hereingelegt" worden: Das schreibt:
• Der Stern.
• Die Süddeutsche.
Nur das Portal "Mut gegen rechte Gewalt" verweigert sich der offenbar erwünschten Hofberichterstattung. Hier gibt es neben einem - hoffentlich erhellenden - Artikel noch ein Video.
Eine Namensliste.
Update:[05.12.08, 18:45]
Ich fürchte, der Artikel war doch nicht so klar, wie ich dachte: es geht nicht darum, über einen 105-jährigen Greis herzufallen, es geht auch nicht darum, wohlfeilerweise jetzt noch in die Anti-Hitler-Koalition einzufallen: All diese Stars haben sofort nach dem Krieg die Botschaft transportiert:
Wir konnten es nicht wissen, wir begehren, nicht schuld zu sein, habt Verständnis.Und dann kamen genau die Geschichtchen: Ich war bei Goebbels zum Tee, und da war er ganz nett. Göring war ein Renaissance-Mensch. Alle diese Home-Stories transportieren:
Wir haben es nicht gewusst.
Und das entlastete das gemeine Volk, die sagten, ja, wenn die es nicht gewusst haben, wie denn bitte wir ...
Romy Schneiders Mutter wird von niemandem verurteilt, weil sie - nach sechs Ablehnungen, die sogar der (jüdische) Abraham-Melzer-Verlag ihr wohl abnimmt - zu einem Besuch bei Hitler auf dem Berghof war.
Kommen wir aber noch mal auf das zurück, was mit der Heimat von Heesters passierte, als er im "Reich" für gute Laune zuständig war:
Der Fliegerangriff auf Rotterdam steht - zu Recht - in einer Reihe mit jenen auf Coventry und Warschau:

Quelle.
Dieser Sieg wurde in den deutschen Medien bejubelt und auch diskutiert:
Doch auch die Deutschen selbst benutzen Rotterdam, um mit der Macht ihrer Luftwaffe zu prahlen. Ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes schreibt wenige Tage nach dem Angriff:
Will man eine Propaganda betreiben mit dem Ziele, "seht, so stark sind wir, so tüchtig ist unsere Wehrmacht, so wirken unsere Bomben und Waffen", dann ist kein Objekt besser dazu geeignet als Rotterdam. Will man aber vermeiden, weiter im Geruch des Kulturbanausentums zu bleiben, dann ist ein Besuch Rotterdams gefährlich. Da allerdings die Weltgeschichte immer dem Sieger Recht gibt, braucht uns das vielleicht für die Zukunft nicht so sehr zu bedrücken.
Quelle.
Es ging nämlich darum, überhaupt erstmal den Glauben an die deutsche Luftwaffe zu stärken. Ihr kennt doch den Spruch von Göring:
Wenn je ein feindliches Flugzeug am Himmel über Deutschland erscheint, will ich Meier heissen.
Die Taktik, feindliche Städte "auszuradieren" (das entsprechende Verb hiess "coventrieren", gesprochen "kövventrieren") wurde nicht nur bei den betroffenen Soldaten diskutiert, sondern auch in der Bevölkerung:

Mein Papa saß in einer dieser Maschinen, die die Stadt "Kövventrie" dem Erdboden gleich machten - es war sein erster Einsatz als junger Feldwebel und Heckschütze. Die Maschine geriet in einen Flakscheinwerfer, kam trotzdem wieder zurück: Fast abgeschossen worden, aber - zur "Verteidigung" seiner Heimat schien ihm das "kövventrieren" doch notwendig zu sein, und bis man seine Maschine am Ostrand des Schwarzen Meers abschoss, fand er das immer noch. Eine so breite Media-Coverage kann Herrn Heesters nicht entgangen sein.
Und die Sache mit dem Reinigen der Straßen mit Zahnbürsten dürfte ihm auch nicht entgangen sein. Sowohl in der Wiener als auch in der Amsterdamer Version wurde sie in den Medien beachtet:

Ich will mich keinesfalls über den alten Mann erheben - übrigens läuft die Diskussion in den niederländischen Medien nicht anders - aber das, was da jetzt an Entlastung probiert wird, ist einfach hanebüchen. Und da muss ich mal ein Buch empfehlen, obwohl es von Ralph Giordano stammt, das ich deswegen in das Bücher-Widget gepackt habe, das jetzt am Ende des Artikels steht: "Die zweite Schuld", über das die Redaktion Amazon schreibt:
Kurzbeschreibung
"Jede zweite Schuld setzt eine erste voraus -
hier: die Schuld der Deutschen unter Hitler. Die zweite Schuld: die Verdrängung und Verleugnung der ersten nach 1945."
Die zweite Schuld hat die politische Kultur der Bundesrepublik bis auf den heutigen Tag wesentlich mitgeprägt. Ihr Kern ist die kalte Amnestie für jede Art von Naziverbrechern, darunter hohe Repräsentanten des NS-Vernichtungsapparats: Blutrichter und -staatsanwälte, Militärs, Diplomaten, Wirtschaftsführer - die Funktionselite des "Dritten Reichs", die bis 1958 nahezu lückenlos wieder in die Nachkriegsgesellschaft eingegliedert war. Ralph Giordano nennt das den "großen Frieden mit den Tätern", für ihn ein Fundament der bundesdeutschen Staatsexistenz. Das Hauptthema Giordanos sind die Folgen der moralischen Katastrophe, die eintrat, weil das Bekenntnis zur Kollektivschuld ausblieb. Das Buch ist eine gnadenlose Abrechnung mit zahlreichen Einzelposten einer langen politischen Mängelliste bundesdeutscher Wirklichkeit. Es wurde - mit Zorn, Trauer und Hoffnung - geschrieben, damit sich nicht wiederholt, was schon einmal in Verfolgung und Krieg mündete
Sicher, diese Künstler standen unter einem gewissen Druck. Aber darum geht es nicht. Sie waren nach dem Krieg sofort wieder zur Stelle, als es ums Reinwaschen, Relativieren, Bagatellisieren und Vertuschen ging. Und das ist "die zweite Schuld" - auch von Johannes Heesters.
PS: Und dies fand ich nach Abspeichern des Artikels in meiner Mailbox. Ich denke, dass es hier reinpasst.
Tags für diesen Artikel: dachau, goebbels, heesters, hitler, konzentrationslager, kz, verdrängung, verleugnung
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Es sollte jeden Tag über die Greueltaten der USA, Israels und Englands berichtet werden. Das würde Sinn machen.
Wir leben im Heute und jetzt - diese ständige Diskutierei über die vergangenen Jahre während des 2. Weltkriegs sind nervig und nicht angebracht.
Das Nazi-Regime wurde zwischenzeitlich von den USA komplett adaptiert - in Frankreich, England und diesem diesem Land sind ähnliche Tendenzen erkennbar.
und natürlich ist die alte Scheiße noch sehr präsent ... weil die Verursacher davon nach wie vor auf freiem Fuß sind und zwar die Rothschilds, die Rockefellers, die Windsors ...
Die "alte Scheiße" ist ja wohl offensichtlich noch sehr präsent!
Hoch lebe der alte Mann.
Und wenn er Hitler nett fand, wen störts , außen linken Selbsthassern.
Ich finde ja auch die Merkel nett, trotzdem ist ihre Politik unter aller Katastrophe
Ich bin ganz ihrer Meinung.
Es ist nicht die deutsche Geschichte, sondern auch die Geschichte der Menschheit.
Deshalb dürfen wir sie nie vergessen, obwohl einige wenie ewig Gestrige es uns gerne vergessen lassen würden.
Gebe Geschichtsverklitterern keine Chance!
Ich habe keine Menschen verfolgt und geschlachtet und fühle mich insofern auch nicht dafür verantwortlich (Punkt) Und je öfter und intensiver von allen Seiten auf die "Deutsche Schuld" verwiesen wird und Generationen in Sippenhaft für die Altvorderen genommen werden, desto größer werden die Zweifel am Wahrheitsgehalt dessen, worauf so wehement verwiesen wird.
Diese Zweifel werden noch dadurch bestärkt, daß Kriegsverbrechen anderer Nationen als völlig normal hingenommen werden und keinerlei Sanktionen oder gar Raparationen eingefordert werden.
Im Klartext: Solange die USA mit England und Frankreich mit Truppen über Länderngrenzen marschieren und dort Millionen von Menschen töten, die Länder zerstören und die Rohstoffe rauben und solange Israel seine Nachbarn terrorisieren, ermorden und berauben kann und dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden und die Schäden und das Leid auf Heller und Pfennig bezahlen, solange KANN ICH DIESE ERINNERUNGSINDUSTRIE nur als das verurteilen, was sie tatsächlich ist, nämlich ein Psychopharmaka zum Diebstahl ausschließlich an den Deutschen. Und JEDER, der diese Erinnerungsindustrie einseitig unterstützt ist wenn er Deutscher ist ein Kollaborateur.
Es geht nicht um Vergessen - es geht um den Gleichbehandlungsgrundsatz der Nationen.
Was ist Geschichtsklitterung daran, daß er Hitler aus persönlicher Erfahrung als ihm gegenüber netten Kerl in Erinnerung hat, als einen "tollen Kerl"? Soll er lügen? Meine Großtante war bis ins hohe Alter ein erklärter, durch und durch romantischer Hitler-Fan. Ich hab es als Teenager nicht nachvollziehen können. Heute verstehe ich, daß das eben ihre (propagandagesteuerte) tatsächliche Wahrnehmung von diesem Mann war. Wird "Jopie" nicht anders gegangen sein. Warum ihm einen Vorwurf daraus machen? Lassen wir uns heute nicht ganz genauso von Propaganda steuern? Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein - so sehe ich das.
Ihr Kommentar beinhaltet im Wesentlichen 2 Aussagen, die man auch anders kombinieren kann, als Sie das tun:
1."Das Nazi-Regime wurde zwischenzeitlich von den USA komplett adaptiert - in Frankreich..."
2."Irgendwann reicht es, ständig die alte Scheisse, die weder Sie noch ich miterlebt haben, aufzurühren."
Zu 2. Offenbar nicht. Bei mir haben die Erzählungen meiner Eltern und Großeltern jedenfalls die Hemmschwelle für 1. derart hochgelegt, dass ich da auf keinen Fall drüberkomme.
Aber wie, außer durch Aufklärung über das was war und wie es dazu kam, wollen sie diese Tendenzen denn verhindern?
Natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen - da kann ich eh' nix gegen machen. Aber diese billige Variante führt unweigerlich zu Fragen der Enkel, denen man sich stellen muss: "Und warum hast du nichts dagegen unternommen?"
Ich würde ihnen gerne geraden Blickes in die Augen schauen können und sagen, ich habe es wenigstens versucht.
Und darum beides: Verarbeitung der Vergangenheit und Parallelen zur Gegenwart ziehen, um aufzuklären.
Man kann Duckhome ja alles mögliche nachsagen, aber dass er die Greueltataten der Gegenwart vernachlässigt nun wirklich nicht.
Gegenwärtiges ist angesagt!
Hallo Big Berta, as-salamu alaikum. Ich bin - da kann ich deinen Kritikern nur zustimmen - wirklich entsetzt über die Begeisterung, mit der du dich auf die Fehler von Leuten stürzt, um sie niederzumachen. Dieses Mal ist es ein Greis von 106 Jahren.
Und ich frage: Welche kakophile Lust ist es denn, die dich dauernd auf so monotone Weise in der Scheiße wühlen läßt? Ob es das Statement des italienischen Ministerpräsidenten über Obama ist, er sei «schön braungebrannt», das du völlig einseitig und, als müsse das so sein, rassistisch deutest (statt die Möglichkeit zuzulassen, daß es eben einmal mehr bloß ein mißlungener Scherz gewesen war), oder jetzt dieser harmlose Satz von Heesters über Hitler als einem «guten Kerl», es ist immer dieselbe Miesmache.
Und zur Sache gesprochen, kann ich nur sagen: Warum zum Donnerwetter soll es nicht möglich sein, Hitler als netten Kerl erlebt zu haben? Wer wollte es wagen, so etwas zu verbieten? Jede Person hat als ein Fall des Lebendigen so viele verschiedene Seiten, daß so eine Möglichkeit der überraschenden Entdeckung von etwas Gutem an einem vermeintlich bloß Bösen unvermeidlich notwendig ist. Und ich empfinde es geradezu als beglückend, über Herrn Hitler mal etwas Neues, mal etwas Liebenswertes zu hören, was nämlich zugleich den Beweis liefern möcht, daß diese Person doch wirklich existiert hat, die im Schema der allüberall gepflegten puren Niedermache längst aufgehört hatte, als ein lebendes Wesen gelten zu können.
Wer es nicht zuläßt, daß über irgendeine Person neben bekanntem Schlechten auch einmal etwas Gutes oder als gut Empfundenes berichtet wird, der steht mit einem Bein im Grab und im Verdacht, schon jetzt nur eine halbe Leiche zu sein und jeden Gegenstand seiner Zuwendung mit eben jener Leichenstarre zu überziehen, die er in sich trägt, da er sich bloß im Abstrakten aufhält, dem vollen Leben und seiner Vielfalt sich aber kümmerlich verweigert.
Nein! Als ein lebendes bzw. gelebt habendes Wesen hat auch Hitler ein Recht darauf, daß, wenn sich einer an ihn als einen netten Kerl erinnert, das nicht sofort von einer Phalanx solch rechthaberisch-halbtot Abstrakter niedergemacht wird. Das ist so unappetitlich, und es geschieht nach dem Schema derer, die Angst vor der lebendigen Vielfalt haben. Das geschieht so, daß die durchgehende Boshaftigkeit Hitlers schon aus dem Begriff "Hitler" folgen zu müssen scheint. Doch sei hier schlicht daran erinnert, daß Hitler eben kein Begriff, sondern der Name einer Person - individuum est inefabile - ist, die einmal gelebt hat, ein lebendes Wesen war. Und da ist es eben so, daß unvermeidlich und wundersamer Weise auch schon mal was Gutes oder hier etwas als gut Empfundenes zum Vorschein kommt.
Du schreibst, Herr Heesters hätte seinen Besuch in Dachau «im Nachinein» bereut, als mokiertest du dich darüber, daß diese Reue nicht schon im vorhinein geschehen wäre. Ich sage dir aber, daß es ein Merkmal dessen ist, was wir Reue nennen, daß sie immer nur im nachhinein geschehen kann, die gereute Tat der Reue trivialerweise vorauszugehen hat.
Bestürzend finde ich, liebe Big Berta, die maschinenwesenhafte Automatik, mit der du dich jedem besonderen, merkwürdigen, vielleicht verschrobenen, doch liebenswerten Einzelnen glatt verweigerst und statt dessen im Schema F des Allgemeinen, selbstbestallt, den nekrophil-rechthaberischen Richter machst. Das ist sehr übel und zerstört letztlich nur dich selbst. Mein Rat: Laß es einfach!
Ich weiß, daß es verlockend ist, nach dem Prinzip anzutreten «Ich bin niemals so gut wie dann, wenn ich jemanden widerlege». Es ist aber von Schaitan, und wer ihm folgt, landet schließlich dort, wo er eigentlich nicht hinwill.
Und weißt Du was: lies einfach mal den Text - es ging nicht darum, ob Hitler mal was Gutes hatte, es ging mir um die Heuchelei in der Nachkriegszeit. Für mich hatte Hitler nichts Gutes. Wenn das fü Dich anders ist, kommen wir nicht zusammen.
Habe ich Dich jetzt richtig wiedergegeben? Wenn nein, dann korrigiere mich bitte. Wenn ja, habe ich Dir nichts mehr zu sagen.
Doch, eines noch: damit erweist Du den Muslimen und allen, die sich für sie einsetzen einen Bärendienst.
Die Frage lautet: Auf was soll sich dein «damit», das ich im Zitat fett ausgezeichnet habe, eigentlich beziehen? Damit? - Womit denn? - Daß ich es gewagt habe, Big Berta zu kritisieren? Du weißt genau, daß es hier gar nicht um Belusconi, Hitler oder Heesters, sondern darum geht, daß ich es müde bin, Big Berta immer im Kot stochern zu sehen, und daß ich das als peinlich empfinde. Verstehst du es immer noch nicht: Es geht hier wesentlich um dich! Und wenn du mit denen, die sich für die Muslime «einsetzen», dich selbst meinen solltest, kann ich nur sagen: Glaubst du wirklich, du würdest dadurch, daß du permanent Im Dreck wühlst, den Muslimen einen Dienst erweisen?
Statt nichtmuslimische Kritiker immer nur anzugreifen und möglichst viel Öl in möglichst viele Feuer zu gießen, solltest du dich mal ausruhen und darüber nachdenken, welchen Schaden du damit bei Muslimen anrichtest, jedenfalls bei alle denen, die sich in ihrer Kritik am Islam doch zugleich nach dessen Wahrheit sehnen.
Wenn unser Sheikh durch Deutschland kam, haben sich so viele der Wahrheit gestellt und sich als Muslime erkannt. So viele haben die Shahada gesprochen - siehe auch meine im Auftrag unseres Sheikhs gehaltene Ansprache Christans so easily become Moslems - doch glaubst du im Ernst, deine Kot-Orgien würden irgend jemanden dazu bringen, sich selbst als Muslim zu erkennen? Auf die Dauer stößt das doch nur alle ab. Muslime und alle, die es werden könnten.
Die Betonung setze ich bewußt auf FORM(ulierungen), denn damit hat sich Salim Erich (*g*) wirklich auffallend viel Mühe gegeben (obwohl ihn das nicht hindert, auch schon mal ins Fäkale abzurutschen). Doch Ausdruck und die Fähigkeit sich zu artikulieren sucht man vergebens – nichts als eine Ansammlung pseudogebildeter Worthülsen, hinter denen nicht wirklich etwas steht, außer einer maßlosen Selbstgefällig- und Eitelkeit verbunden mit einer vehement demonstrierten Abneigung und Verbissenheit gegen die Autorin Big Berta persönlich – da scheint der banalste Anlass willkommen für ein kleines Spiegelgefecht. Den Grund kennt man zwar nicht, er lässt aber vermuten, dass da mal einem Egomanen (oder Megalomanen?) im eigenen Sandkasten gründlich ein paar Förmchen verbogen wurden, was nach finsterer Rache schreit. – Also, ich find’s zum piepen! Und irgendwie hat das pseudophilosophische Gehabe auch was Rührendes, besonders, wenn es mit orientalischen Schnörklen und gezieltem Namedropping, sei’s der hauseigene Guru oder Kant (Kant macht immer Eindruck ☺), aufgepeppt wird. Genau auf der Ebene, oder besser: Bühne der Eitelkeit treffen sich dann Salim-Erich und ein alter unverbesserlicher Zausel und wundern sich, wenn der Applaus etwas spärlich ist.
Und wenn der gute Salim (oder doch eher ein Erich?) sich ständig so fehlinterpretiert und missverstanden fühlt, warum schreibt er dann nicht mal mit schlichten Worten und in gutem Deutsch, was ihm wirklich auf der Seele liegt ?! Oder sucht er mit seinen Wortklaubereien doch nur eine Plattform für ganz andere Ambitionen?
Auf die Gefahr hin, mich hier sehr unbeliebt zu machen:
Salim hat eigentlich nur gesagt, daß man nicht alles extrem schwarz/weiß sehen kann, weil die Realität eben sehr viel vielschichtiger ist.
Zu Heesters: man muß auch mal verzeihen können, vor allem bei einem 106jährigen, der vermutlich nur sein Leben gelebt hat, ohne wesentlich bösartiger gewesen zu sein als jeder von uns, aber sich dabei mit den falschen Leuten eingelassen hat, ohne sie als das zu erkennen, was sie wirklich waren. Sollte er Hitler allerdings wirklich als Verbrecher erkannt haben und ihn dann bewußt unterstützt haben, ist er auch heute noch schuldig.
Und noch was: man muß sich sehr hüten, daß man beim Kampf gegen eine Seite des Geschehens sich nicht von einer anderen Seite benutzen lässt, die auch keine besseren Absichten verfolgt.
Auch ist es weder an Ihnen noch an uns, einem wahrscheinlich nicht böswilligen, aber ausgesprochen ignoranten alten Mann etwas zu verzeihen. Die Toten haben keine Stimme mehr!
In diesem Sinne.
Zitat: "Warum zum Donnerwetter soll es nicht möglich sein, Hitler als netten Kerl erlebt zu haben?"
Empfinde ich als kakophon!!!
LG
Joergl.
Einerseits sehe auch ich (als Angehöriger einer nach dem Krieg geborenen Generation) nicht ein, warum ich mir einen Schuldkomplex für die möglichen Verbrechen meiner Vorfahren einreden lassen sollte.
Ich hatte damit absolut nichts zu tun und die Erbsünde ist ein altbackenes religiöses Konzept, mit dem ich als Atheist ohnehin nichts am Hut habe.
Andererseits war Herr Heesters natürlich Zeitzeuge der Ereignisse, und ganz offensichtlich kein rein passiver.
Ich halte ihn nicht für einen Kriegsverbrecher, aber er war imho durchaus jemand, der sein Fähnchen in den Wind gehängt hat. Ebenso wie Rühmann und einige weitere "Showgrößen" der damaligen Zeit hat er sich nur allzu gerne vor den Karren der NS-Propagandamaschine spannen lassen.
Das er mittlerweile über 100 Jahre alt ist und die damaligen Ereignisse naturgemäß entsprechend weit zurück liegen ändert daran absolut nichts.
Denn ebenso sehr wie ich den christlichen Begriff der Erbsünde ablehne, lehne ich auch die christlich Mentalität der Vergebung ab.
Im Großen und Ganzen ist mir Herr Heesters aber eigentlich zu gleichgültig, um allzu viele weitere Gedanken an ihn zu verschwenden.
Habe mit Lady Hagar gerade den Filmausschnitt des auf Holländisch geführten Interviews (s. o.) angesehen. Und wir sind berührt und begeistert von einem Greis, der mit 106 Jahren seine Umgebung deutlich als batteriebetriebene Leichen erkennen läßt, so wahrhaftig und wunderbar lebendig, wie er ist.
Übertragen auf heutige Verhältnisse unterscheidet sich nicht mehr viel von damaligen Wachstum- und Zielvorstellungen.
Die "Weltwirtachaftskrise" schreit nach einer Löxung und jetzt wird der Libanon von deutschen Firmen aufgerüstet.
Gegen wen richtet sich das wohl?
Offiziell heißt gegen Terrorismus und wieder betrifft es Israel.
Warum darf das einem Johannes Heester nicht vergönnt sein zu sagen, was er denkt?
Der Mann ist 105 jahre alt - was für arme Geister habe es notwendig, auf diesem Mann noch herumzuhacken?
Das spricht weitaus mehr gegen diese "Kritiker" als für Hr. Heesters.
mfg zdago
Und diejenigen die diese unvorstellbar grausamen Verbrechen heute noch ganz bewusst gutheissen, folgen dem selben Weg der eigenen Selbstentmenschlichung. Ebenso wie all diejenigen die gegenwärtige Verbechen gegen die Menschlichkeit gutheissen.
Ich hätte es nicht besser formulieren können.
:-)
Die Betonung setze ich bewußt auf FORM(ulierungen), denn damit hat sich Salim Erich wirklich auffallend viel Mühe gegeben (obwohl ihn das nicht hindert, auch schon mal ins Fäkale abzurutschen). Doch Ausdruck und die Fähigkeit, sich zu artikulieren, sucht man vergebens – nichts als eine Ansammlung pseudogebildeter Worthülsen, hinter denen nicht wirklich etwas steht, außer einer maßlosen Selbstgefällig- und Eitelkeit verbunden mit einer vehement demonstrierten Abneigung und Verbissenheit gegen die Autorin Big Berta persönlich – da scheint der banalste Anlass willkommen für ein kleines Spiegelgefecht. Den Grund kennt man zwar nicht, er lässt aber vermuten, dass da mal einem Egomanen (oder Megalomanen?) im eigenen Sandkasten gründlich ein paar Förmchen verbogen wurden, was nach finsterer Rache schreit. – Also, ich find’s zum piepen! Und irgendwie hat das pseudophilosophische Gehabe auch was Rührendes, besonders, wenn es mit orientalischen Schnörklen und gezieltem Namedropping, sei’s der hauseigene Guru oder Kant (Kant macht immer Eindruck ☺), aufgepeppt wird. Genau auf der Ebene, oder besser: Bühne der Eitelkeit treffen sich dann Salim-Erich und ein alter unverbesserlicher Zausel und wundern sich, wenn der Applaus etwas spärlich ist.
Und wenn der gute Salim (oder doch eher ein Erich?) sich ständig so fehlinterpretiert und missverstanden fühlt, warum schreibt er dann nicht mal mit schlichten Worten und in gutem Deutsch, was ihm wirklich auf der Seele liegt ?! Oder sucht er mit seinen Wortklaubereien doch nur eine Plattform für ganz andere Ambitionen?
zusammengefasste Quintessenz
bleiern verquasten Formulierungen
Ansammlung pseudogebildeter Worthülsen,
maßlosen Selbstgefällig- und Eitelkeit
demonstrierten Abneigung und Verbissenheit
pseudophilosophische Gehabe
orientalischen Schnörklen
gezieltem Namedropping
Worthülsen werden zum Spiegelgefecht!!!
Traurig ist, dass die klaren Sätze Salim E.Spohr derart mißverstanden werden können. Toll auch Herrn Spohr einen zusätzlichen Namen anzudichten, dann erkennt man, dass die kleinen Mädchen noch nicht über die Aufstampfphase hinausgekommen sind.
Herzlichen Dank! War eine Riesengaudi!
;-)