Weissgarnix der meist eine ganze Menge über das Geschehen und seine Hintergründe weiß, war in Urlaub und hat auf Madeira sieben glückliche Tage ohne Netz und Nachrichten von den Finanzmärkten und der Politik verbracht. Für andere wäre das ein Grund gewesen, den Urlaubsort sofort zu verlassen.
Aber vielleicht ist es ganz gut mal eine Woche nicht wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren sondern einfach mal wieder die Sache von hinten aufzurollen. Man findet Dinge die man sonst leicht übersehen hätte.
Oskar Lafontaines Redebeitrag im Bundestag, ist an mir vorbeigeflutscht, weil ich den Linken kaum noch Bedeutung beimesse. Sie werden, um an die Macht zu kommen und an der Macht zu bleiben genau wie die Berliner Linken jede Kröte fressen und sich für das leckere Mahl bedanken. Weissgarnix steht ihm und seinen "linken Compagneros" wohl noch skeptischer Gegenüber als ich.
Aber da auch das blindeste Huhn mal einen Korn trinkt, muss man diesen Beitrag einfach bringen, den Weissgarnix Die nackte Wahrheit in 11:06 Minuten betitelt.
Er hat es wirklich sehr schön zusammengefasst, wie sie sich jauchzend dem Diktat der Finanzmärkte unterworfen und wohl schauernd in multiplen Missbrauchsorgasmen gewälzt habe. Was er nicht erwähnt hat, ist das er mal Bundesfinanzminister war und die Gelegenheit hatte das Steuer herum zu reißen. Statt dessen hat er lieber die Memme gegeben und sich beleidigt auf seine Terrasse zurückgezogen.
Auch wenn Oskar jetzt ausnahmsweise mal die Wahrheit spricht, glaubt man seinen Lügen besser nicht. Oskar wird gemeinsam mit Gregor die Menschen in Deutschland verraten. Da sind die beiden noch flinker als es die Grünen um Fischer waren. Es tut mir leid um die Linke und die vielen ehrlichen Köpfe die in ihr sind, aber Fisch beginnt am Kopf zu stinken und diese Köpfe Oskar und Gysi stinken gar zu arg.
Es ist ja nicht so, dass die größten Kritiker der Elche, nur früher selber einmal welche waren, nein einige wollen gerne selber noch Elche werden. Aber es gibt ein Gerücht. Ein Gerücht das besagt, das von Thüringen und anderen deutschen Ländern zur Zeit ein Licht aus den Ruinen einer Partei aufgeht, die schon fast zerstört schien. Trotz des unwürdigen Schauspiels, das die SAG noch im Juni bot, scheint sich an vielen Orten etwas zu tun.
Aber unabhängig davon, ob die Partei nun SAG oder wie auch immer heißen wird. Deutschland braucht einen Neuanfang und der geht nur mit einer neuen Partei und neuer Politik. Vor allem aber mit neuen Menschen.
Also dieses Linken-/Lafontaine-Bashing ist man ja schon gewohnt, es in dieser Form hier und in anderen eher "linken" Blogs zu lesen, ist schon ziemlich seltsam... ähnliche Texte findet man auch anderswo.
Wenn du ihm nicht glaubst und ihm vorwirfst, er würde eh bald Verrat begehen - warum verweist du dann doch häufig auf seine Reden? Die Begründung mit dem blinden Huhn halte ich für recht armselig...
Ich mache mir was die Linke angeht ja auch keine allzu großen Illusionen (grade Berlin ist ein gutes Beispiel) - aber dass, was hier an unsachlicher und hetzerischer Polemik verbreitet wird, ist schon grenzwertig.
Man kann Lafontaine (warum auch immer) vorwerfen, er sei ein "Wohlstandslinker" - aber dass er gerade die verraten würde, für die er in seinen Reden das Wort ergreift (und dass ist in vielen wesentlichen Fragen die Mehrheit der Bürger dieses Landes) - dass halte ich für platte Propaganda.
Alleine dafür, dass er, der bekanntlich so "machtbesessene Napoleon von der Saar" 1999 lieber ein wichtiges Amt in einer gerade erst gewählten Regierung allein aus Anstand ggüb. dem Wähler und der Wahrung der Selbstachtung niedergelegt hat - und danach noch die Kraft hatte, durch harte Arbeit eine neue Linke Kraft als parlamentarisches Kontrollorgan in viele Parlamende zu bringen (natürlich nur wegen seinem Ego und Rachegelüsten ggüb. der SPD...), welche alleine durch ihr dasein allzu hemmungslosen Sozialabbau gestoppt hat - dass entbehrt nun wirklich jeder halbwegs nachvollziehbaren Grundlage...
Ist sogar eine Sarah Wagenknecht auch unglaubwürdig, weil sie im letzten Jahr einen "Hummer-Skandal" hatte? Was ist falsch daran, als Parlamentarier eine entsprechende Vergütung zu erhalten? Müssen die, die sich für eine insgesamt gerechtere Wohlstandsverteilung einsetzen, grundsätzlich alle in enthaltsamer Askese leben, weil sie sonst in euren Augen nicht glaubhaft sind? Bin ich als (vermeintlich gut abgesicherter) Beamter auch per se unglaubwürdig, wenn ich mich politisch für das Wohlergehen anderer und die Durchsetzung "linker" Ideen einsetze?
Man kann es mit dem internen "Klassenkampf" auf übertreiben...
Es geht nicht um Klassenkampf und nicht um den Saarnapoleon. Es geht um den Verrat den er beging in dem er sein Amt hinwarf, als er hätte kämpfen müssen. Wer das einmal macht, tut das immer wieder.
Das ist das gleiche bei Gregor Gysi der auch die erste Gelegenheit wahrnahm sich aus der Verantwortung hier in Berlin wegzustehlen.
Ich will auf solche Leute keine Zukunft aufbauen und warne immer wieder davor dass andere dies tun. Mir ist die politische Herkunft egal. Ob Kommunistische Plattform, Sozialdemokraten, Trotzkisten, Maoisten oder Herz-Jesu-Marxisten aus der CDU.
Aber ich will keine Verräter. Dafür reicht mir die SPD. Die Linke hat sich Oskar und Gregor an die Spitze gewählt, da kann sie dann eben nicht mehr auf meine oder die Unterstützung vieler anderer rechnen.
Hinzu kommt das die Linke in Berlin zwar an der Regierung aber nicht existent ist. Für die Fraktion der Linken in Berlin gibt es wahrscheinlich nicht einmal Flaschenpfand. Sie sind Realpolitiker wie die Grünen, die real alles abnicken was ihnen die Pöstchen erhält.
Nein, solche Linke will ich nicht und solche Linke braucht auch Deutschland nicht.
Na weißt du, sich in auswegloser Situation zurückzuziehen, Kräfte zu sammeln, und dann bei passender Gelegenheit vorzustoßen, halte ich für vernünftiger, als eine Heldentod zu sterben.
Gysi hatte schon nen Herzinfarkt, und wollte mehr auf seine Gesundheit achten, Lafo wurde Vater, und hielt sein Kind für wichtiger, als sich in aussichtslosen Kämpfen aufzureiben.
Insofern 2 Vorbilder für das was diesem Land Not tut.
Tut mir leid. Das akzeptiere ich nicht. Oskar hätte diese Entscheidung auch 4 Wochen vorher treffen können und Gysi ebenso. Außerdem macht es einen Unterschied, ob ich die Hoffnungen von Millionen oder doch wenigstens Zehntausenden trage, oder für mich alleine stehe.
Sie wollten das Amt, hatten aber nicht das Rückgrat es auszufüllen und haben deshalb beim ersten Gegenfurz gekniffen. Memmen halt.
Was wir brauchen sind Männer und Frauen die ihren Mann und ihre Frau stehen. Keine Oskars und Gregors.
Schau dir Bisky an. Das ist ein Mann oder nimm die Wagenknecht. Rücken steif und sich dem Wind entgegenstellen. Das sind Leute die ich, ohne ihre Meinung bis in das Detail teilen zu müssen, sofort würdigen kann.
zur ersten Antwort noch: klingt irgendwie wie das geheule eines ehemaligen (was das Parteibuch angeht) linken Sozialdemokraten!? ;)
Wie stellst du dir das 1999 eigentlich so im Nachhinein vor? Schröder und der Rest der Seeheimer fällt Lafontaine in den Rücken - und beschließt in strenger Partei- und Fraktionsdisziplin Gesetze, die er inhaltlich nicht mittragen will. Soll er dann als Finanzminister dafür Verantwortung übernehmen, nur damit er in deinen Augen keine "Memme" ist? Es ging einfach nicht mehr anders, hätte er sich mit Flassbeck im Finanzministerium verbarrikadieren sollen...!? Er war im übrigen noch sehr lange in der SPD und hat sehr wohl für den Richtungswechsel gekämpft. Nur irgendwann war der Punkt erreicht, dort auszutreten. Und jeder "linke" Sozialdemokrat, der sich von ihm dann im Stich gelassen oder gar "verraten" gefühlt hat, der hat einfach noch nicht verstanden, dass die SPD von sich selbst aus nicht mehr sozialdemokratisch ist - und auch aufgrund der Agenda-Politik nie mehr werden kann... und dazu verdammt ist, auf lange Sicht unbedeutend zu werden. Diese Lücke muss eine andere Partei schließen - und die kann momentan nur die Linke sein!
...Bisky, Wagenknecht schön und gut... - aber glaubst du, dass die mit den rhetorischen Fähigkeiten bzw. der Ausstrahlung von G/L mithalten könnten? Anderen (besonders den Meinungsbeherrschenden Medien) ist es eben nicht egal, ob jemand Trotzkist, Kommunist, Sozialdemokrat oder SED-Mitglied ist/war (siehe z. B. die Hetzjagd gegen Frau Wegner zur Hessen-Wahl). Glaubst du, die Linke, so wie sie heute im Bundestag sitzt, wäre ohne die beiden überhaupt möglich gewesen? Nochmal: Mir passt auch nicht alles an der Führungsspitze (auch dass sie sich in der Finanzkrise so auffällig brav verhält) - aber dass genügt mir nicht, um den Personen eitle Machtgelüste und Verrat vorzuwerfen.
Wie gesagt: Wenn du so wenig von dem Mann hälst, brauchst du eigentlich auch keine Reden von ihm zitieren...
Ja der arme Oskar. Anstatt zurückzutreten hätte er nur sein Maul aufreißen aufmachen und die Sozialdemokraten in der SPD ansprechen und aufrütteln müssen.
Das hat er nicht getan. Er ist lieber feige und schweigend geflohen. Das wird er beim nächsten Mal wieder tun und die Linke wird für ein Regierungsamt Soldaten in jeden denkbaren Krieg schicken unter dieser Führung. Glaub es mir ruhig.
Die haben fertig bevor sie angefangen haben. Wir brauchen eine neue Partei in der solche Leute wie Oskar und Gregor keine Chance mehr haben.
Und komm mir bitte nicht mit rhetorischen Fähigkeiten und Ausstrahlung. Die braucht man für die Presse aber nicht für die Menschen und die Systempresse wird Leute die für die Menschen sind immer niederschreiben.
Gut, deine Abneigung gg. Lafontaine kann ich mit gutem Zureden nicht ändern; da schlägt mir auch bei vielen anderen, gerade auch unmittelbaren Opfern der Agenda-SPD eine dermaßen unverständliche Antipathie entgegen, die ich mir rational nicht erklären kann.
Irgendwie daher auch ziemlich widersprüchlich, dass du keine Probleme hast, den beiden Extremen (L auf der einen, Münte auf der anderen) den selben Vorwurf (Verrat) zu machen... Ist Lafontaine am Ende sogar ein Schröderianer?!
Ich wiederhole mich zwar: Lafontaine ist nicht "schweigend davongerannt" - er hat nach dem Abtritt als Finanzminister massiv innerparteiliche Oppositon betrieben, die so weit ging, dass man ihn auch mehrmals mit Parteiausschlussverfahren gedroht hat.
Und welche aufrichtigen Sozialdemokraten hätte er damals denn noch im Stile eines Gegenputsches gg. Schröder aufrütteln sollen?! Die 12 aus der Arbeitsgruppe "Sozialdemokraten in der SPD"? Die Partei stand, immer noch siegestrunken durch die Ablösung von Kohl voll und ganz hinter Schröder! Wie oft haben sich "Abweichler" und Grüne von Schröder eigentlich noch mal bei Abstimmungen im Parlament mit an Sachfragen gekoppelten Misstrauensfragen erpressen lassen?! Ansonsten schließe ich mich der Meinung Manul voll und ganz an!
Wenn du weiterhin die BILD-Version "Lafontaine flieht vor der Verantwortung" vertreten willst - nur zu... "der Sache" dienlich ist das mit Sicherheit nicht...
Ja ich weiß. Wer Oskar nicht bejubelt steht auf der Seite der Bild.
Ich habe von Oskars innerparteilicher Opposition nichts mitbekommen. Er hat selbst gute Freunde nur ausgelacht. Was glaubst du hätte Schröder getan wenn Oskar im Amt geblieben wäre und sich strikt verweigert hätte. Ein Parteiausschlußverfahren?
Er hätte so vieles für die Menschen tun können, die er durch seine feige Flucht nur verraten hat.
Natürlich ist er wie Müntefering. Es ist das gleiche Kaliber. Aber wahrscheinlich kenne ich Müntefering auch nicht richtig.
Du träumst. So wie die Grünen geträumt haben. Petra Kelly hatte diesen Traum und als sie sah wo er endete, endeten ihre Hoffnungen auch.
Lass dich nicht verführen. Die Linke steht nicht auf der Seite des Volkes. Sie tut es in Berlin nicht und sie wird es nirgendwo tun.
Eine Linke die mit Sarrazin regieren kann, ist genau das wofür Oskar und Gregor stehen. Nichts anderes als feiger Verrat und Pöstchengeklammer.
Diese Politiker braucht kein Mensch. Wirklich nicht.
Ich bin kein Fan von Lafontaine, aber die letzten Jahre der rot-grünen Regierung und was danach aus der SPD geworden ist, hinterlässt bei mir ein gewisses Verständnis dafür warum Lafontaine das Handtuch schmiss. Nach der Wahl 1998 habe auch ich mir damals (als SPD-Mitglied) einiges davon versprochen, aber schon die Ernennung der Minister machte mich etwas skeptisch, aber grundsätzlich übte ich mich in einer gewissen Geduld - in meiner Naivität dachte ich, dass es eigentlich kaum schlimmer sein kann, als die bisherige schwarz-gelbe Regierung. Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass auch Lafontaine zunächst mal die Nomierung angenommen hat und sich Zeit gelassen hat, um für sich heraus zu finden, inwiefern er in dieser Regierung gegensteuern kann und als er merkte, dass es kaum möglich ist gegen die rechten und neoliberalen Kräfte anzugehen, die sich in der Regierung entfaltet haben, hat er nur einen kleinen Vorwand gesucht, um sich aus dem Gefüge zu verabschieden. Ehrlich gesagt, wenn ich mir das so im nachhinein anschaue, dann weiss ich nicht, ob ich nicht ähnlich gehandelt hätte (ich bin ja selbst auch 2002 aus der SPD ausgetreten, weil mir die Politik dieser Partei völlig fremd geworden ist und ich mich mit ihr überhaupt nicht mehr identifizieren konnte).
In der Hinsicht ist Lafontaine ziemlich clever gewesen, im Gegensatz zu Beck, der erst in der Öffentlichkeit bloss gestellt wurde, um handlungsunfähig gemacht zu werden und um später dazu gedrängt zu werden den Posten nieder zu legen. Lafontaine wird zwar auch überall durch den Dreck gezogen, aber er ist nun in einer ganz anderen Situation, denn auf die Linke einzudreschen hat weniger mit der Personalie von Lafontaine und Gysi zu tun, sondern richtet sich hauptsächlich gegen die gesamte Ideolgie, die diese Partei vertritt - und macht sie letztendlich auch in mancherlei Hinsicht populärer, denn auch eine negative Publicity ist eine Publicity und sorgt dafür, dass man in den Schlagzeilen bleibt.
Sofern.. die wirklichen Verräter sind nicht die Linken, sondern jene kapitalistischen Sozialdemokraten, die die Partei und ihre Ideale verkauft und zerstört haben - und damit ja nicht zuletzt auch die Linke gestärkt haben. Ich bin ehrlich gesagt auch froh drum, dass es in Deutschland eine Partei wie die Linke gibt, die auch das Potential hat jene anzusprechen, bei denen CDU/SPD/Grüne/FDP nicht ankommt, denn anderenfalls hätten auch wir hier möglicherweise starke rechtsextreme oder nationalistische Parteien, die dort verstärkt fischen würden (was sie ja ohnehin tun, jedoch ohne den Erfolg, wie die FPÖ z.B. in Österreich oder die PiS in Polen).
Die Linke mag auch sein, wie sie ist, auch für mich stellt sie keine grosse Alternative dar, aber das liegt einfach daran, dass es überhaupt an starken Parteien mangelt, die wirklich ernsthaft das Volk vertreten (ohne die Parolen von vorgestern) - aber auch das ist kein spezielles deutsches Problem, sondern ein gesamteuropäisches Problem. Das System als Solches ist nämlich verfilzt und korrupt ohne Ende, gekrönt von einem Lobbyistenverein, der sich Europäische Kommission nennt. In Zeiten, wie diesen, ist eine solche Machtkrise gefährlich, denn sie ist ein perfekter Nährboden für Extremisten aller Art und so in der Art praktisch zum Scheitern verurteilt. Wir werden aber noch sehen wohin das führt...
Über den Verrat der Müntefering Schröder SPD an den Menschen sind wir uns einig.
Wenn es keine starken Parteien gibt, die das Volk vertreten, dann müssen wir sie schaffen. So einfach ist das, auch wenn es verdammt schwer werden wird.
Hihi. Nein, soweit ich weiß ist sie an die Futternäpfe der Linken geeilt. Daniel Neun hat ihr bei Radio Utopie ein paar unfreundliche Artikel gewidmet. Sie sitzt bestimmt bald oben.
Ich habe die SAG auch für tot gehalten, aber es rührt sich an allen Ecken und Enden etwas und das ist gut so. Es geht ja auch gar nicht um die Schaffung von Bundesparteien. Parteien für die Menschen müssen sich vor Ort verankern.
Wohin uns Bundesparteien führen, sieht man an der aktuellen Politik die nur noch dem Großkapital nützt und allen anderen Menschen schadet. Nehmen wir einfach die Freien Wählergemeinschaften, die verschieden lokalen Parteien und die SAGs wo sie sind und bilden für die Bundestagswahl eine bunte Liste, bei der die Kandidaten vor Ort und nicht in den Parteizentralen entschieden werden.
Einfach mal Demokratie wagen. Politik mit Menschen und nicht mit Funktionären machen.
Wenn du ihm nicht glaubst und ihm vorwirfst, er würde eh bald Verrat begehen - warum verweist du dann doch häufig auf seine Reden? Die Begründung mit dem blinden Huhn halte ich für recht armselig...
Ich mache mir was die Linke angeht ja auch keine allzu großen Illusionen (grade Berlin ist ein gutes Beispiel) - aber dass, was hier an unsachlicher und hetzerischer Polemik verbreitet wird, ist schon grenzwertig.
Man kann Lafontaine (warum auch immer) vorwerfen, er sei ein "Wohlstandslinker" - aber dass er gerade die verraten würde, für die er in seinen Reden das Wort ergreift (und dass ist in vielen wesentlichen Fragen die Mehrheit der Bürger dieses Landes) - dass halte ich für platte Propaganda.
Alleine dafür, dass er, der bekanntlich so "machtbesessene Napoleon von der Saar" 1999 lieber ein wichtiges Amt in einer gerade erst gewählten Regierung allein aus Anstand ggüb. dem Wähler und der Wahrung der Selbstachtung niedergelegt hat - und danach noch die Kraft hatte, durch harte Arbeit eine neue Linke Kraft als parlamentarisches Kontrollorgan in viele Parlamende zu bringen (natürlich nur wegen seinem Ego und Rachegelüsten ggüb. der SPD...), welche alleine durch ihr dasein allzu hemmungslosen Sozialabbau gestoppt hat - dass entbehrt nun wirklich jeder halbwegs nachvollziehbaren Grundlage...
Ist sogar eine Sarah Wagenknecht auch unglaubwürdig, weil sie im letzten Jahr einen "Hummer-Skandal" hatte? Was ist falsch daran, als Parlamentarier eine entsprechende Vergütung zu erhalten? Müssen die, die sich für eine insgesamt gerechtere Wohlstandsverteilung einsetzen, grundsätzlich alle in enthaltsamer Askese leben, weil sie sonst in euren Augen nicht glaubhaft sind? Bin ich als (vermeintlich gut abgesicherter) Beamter auch per se unglaubwürdig, wenn ich mich politisch für das Wohlergehen anderer und die Durchsetzung "linker" Ideen einsetze?
Man kann es mit dem internen "Klassenkampf" auf übertreiben...
Das ist das gleiche bei Gregor Gysi der auch die erste Gelegenheit wahrnahm sich aus der Verantwortung hier in Berlin wegzustehlen.
Ich will auf solche Leute keine Zukunft aufbauen und warne immer wieder davor dass andere dies tun. Mir ist die politische Herkunft egal. Ob Kommunistische Plattform, Sozialdemokraten, Trotzkisten, Maoisten oder Herz-Jesu-Marxisten aus der CDU.
Aber ich will keine Verräter. Dafür reicht mir die SPD. Die Linke hat sich Oskar und Gregor an die Spitze gewählt, da kann sie dann eben nicht mehr auf meine oder die Unterstützung vieler anderer rechnen.
Hinzu kommt das die Linke in Berlin zwar an der Regierung aber nicht existent ist. Für die Fraktion der Linken in Berlin gibt es wahrscheinlich nicht einmal Flaschenpfand. Sie sind Realpolitiker wie die Grünen, die real alles abnicken was ihnen die Pöstchen erhält.
Nein, solche Linke will ich nicht und solche Linke braucht auch Deutschland nicht.
Gysi hatte schon nen Herzinfarkt, und wollte mehr auf seine Gesundheit achten, Lafo wurde Vater, und hielt sein Kind für wichtiger, als sich in aussichtslosen Kämpfen aufzureiben.
Insofern 2 Vorbilder für das was diesem Land Not tut.
Sie wollten das Amt, hatten aber nicht das Rückgrat es auszufüllen und haben deshalb beim ersten Gegenfurz gekniffen. Memmen halt.
Was wir brauchen sind Männer und Frauen die ihren Mann und ihre Frau stehen. Keine Oskars und Gregors.
Schau dir Bisky an. Das ist ein Mann oder nimm die Wagenknecht. Rücken steif und sich dem Wind entgegenstellen. Das sind Leute die ich, ohne ihre Meinung bis in das Detail teilen zu müssen, sofort würdigen kann.
Wie stellst du dir das 1999 eigentlich so im Nachhinein vor? Schröder und der Rest der Seeheimer fällt Lafontaine in den Rücken - und beschließt in strenger Partei- und Fraktionsdisziplin Gesetze, die er inhaltlich nicht mittragen will. Soll er dann als Finanzminister dafür Verantwortung übernehmen, nur damit er in deinen Augen keine "Memme" ist? Es ging einfach nicht mehr anders, hätte er sich mit Flassbeck im Finanzministerium verbarrikadieren sollen...!? Er war im übrigen noch sehr lange in der SPD und hat sehr wohl für den Richtungswechsel gekämpft. Nur irgendwann war der Punkt erreicht, dort auszutreten. Und jeder "linke" Sozialdemokrat, der sich von ihm dann im Stich gelassen oder gar "verraten" gefühlt hat, der hat einfach noch nicht verstanden, dass die SPD von sich selbst aus nicht mehr sozialdemokratisch ist - und auch aufgrund der Agenda-Politik nie mehr werden kann... und dazu verdammt ist, auf lange Sicht unbedeutend zu werden. Diese Lücke muss eine andere Partei schließen - und die kann momentan nur die Linke sein!
...Bisky, Wagenknecht schön und gut... - aber glaubst du, dass die mit den rhetorischen Fähigkeiten bzw. der Ausstrahlung von G/L mithalten könnten? Anderen (besonders den Meinungsbeherrschenden Medien) ist es eben nicht egal, ob jemand Trotzkist, Kommunist, Sozialdemokrat oder SED-Mitglied ist/war (siehe z. B. die Hetzjagd gegen Frau Wegner zur Hessen-Wahl). Glaubst du, die Linke, so wie sie heute im Bundestag sitzt, wäre ohne die beiden überhaupt möglich gewesen? Nochmal: Mir passt auch nicht alles an der Führungsspitze (auch dass sie sich in der Finanzkrise so auffällig brav verhält) - aber dass genügt mir nicht, um den Personen eitle Machtgelüste und Verrat vorzuwerfen.
Wie gesagt: Wenn du so wenig von dem Mann hälst, brauchst du eigentlich auch keine Reden von ihm zitieren...
Das hat er nicht getan. Er ist lieber feige und schweigend geflohen. Das wird er beim nächsten Mal wieder tun und die Linke wird für ein Regierungsamt Soldaten in jeden denkbaren Krieg schicken unter dieser Führung. Glaub es mir ruhig.
Die haben fertig bevor sie angefangen haben. Wir brauchen eine neue Partei in der solche Leute wie Oskar und Gregor keine Chance mehr haben.
Und komm mir bitte nicht mit rhetorischen Fähigkeiten und Ausstrahlung. Die braucht man für die Presse aber nicht für die Menschen und die Systempresse wird Leute die für die Menschen sind immer niederschreiben.
Irgendwie daher auch ziemlich widersprüchlich, dass du keine Probleme hast, den beiden Extremen (L auf der einen, Münte auf der anderen) den selben Vorwurf (Verrat) zu machen... Ist Lafontaine am Ende sogar ein Schröderianer?!
Ich wiederhole mich zwar: Lafontaine ist nicht "schweigend davongerannt" - er hat nach dem Abtritt als Finanzminister massiv innerparteiliche Oppositon betrieben, die so weit ging, dass man ihn auch mehrmals mit Parteiausschlussverfahren gedroht hat.
Und welche aufrichtigen Sozialdemokraten hätte er damals denn noch im Stile eines Gegenputsches gg. Schröder aufrütteln sollen?! Die 12 aus der Arbeitsgruppe "Sozialdemokraten in der SPD"? Die Partei stand, immer noch siegestrunken durch die Ablösung von Kohl voll und ganz hinter Schröder! Wie oft haben sich "Abweichler" und Grüne von Schröder eigentlich noch mal bei Abstimmungen im Parlament mit an Sachfragen gekoppelten Misstrauensfragen erpressen lassen?! Ansonsten schließe ich mich der Meinung Manul voll und ganz an!
Wenn du weiterhin die BILD-Version "Lafontaine flieht vor der Verantwortung" vertreten willst - nur zu... "der Sache" dienlich ist das mit Sicherheit nicht...
Ich habe von Oskars innerparteilicher Opposition nichts mitbekommen. Er hat selbst gute Freunde nur ausgelacht. Was glaubst du hätte Schröder getan wenn Oskar im Amt geblieben wäre und sich strikt verweigert hätte. Ein Parteiausschlußverfahren?
Er hätte so vieles für die Menschen tun können, die er durch seine feige Flucht nur verraten hat.
Natürlich ist er wie Müntefering. Es ist das gleiche Kaliber. Aber wahrscheinlich kenne ich Müntefering auch nicht richtig.
Du träumst. So wie die Grünen geträumt haben. Petra Kelly hatte diesen Traum und als sie sah wo er endete, endeten ihre Hoffnungen auch.
Lass dich nicht verführen. Die Linke steht nicht auf der Seite des Volkes. Sie tut es in Berlin nicht und sie wird es nirgendwo tun.
Eine Linke die mit Sarrazin regieren kann, ist genau das wofür Oskar und Gregor stehen. Nichts anderes als feiger Verrat und Pöstchengeklammer.
Diese Politiker braucht kein Mensch. Wirklich nicht.
In der Hinsicht ist Lafontaine ziemlich clever gewesen, im Gegensatz zu Beck, der erst in der Öffentlichkeit bloss gestellt wurde, um handlungsunfähig gemacht zu werden und um später dazu gedrängt zu werden den Posten nieder zu legen. Lafontaine wird zwar auch überall durch den Dreck gezogen, aber er ist nun in einer ganz anderen Situation, denn auf die Linke einzudreschen hat weniger mit der Personalie von Lafontaine und Gysi zu tun, sondern richtet sich hauptsächlich gegen die gesamte Ideolgie, die diese Partei vertritt - und macht sie letztendlich auch in mancherlei Hinsicht populärer, denn auch eine negative Publicity ist eine Publicity und sorgt dafür, dass man in den Schlagzeilen bleibt.
Sofern.. die wirklichen Verräter sind nicht die Linken, sondern jene kapitalistischen Sozialdemokraten, die die Partei und ihre Ideale verkauft und zerstört haben - und damit ja nicht zuletzt auch die Linke gestärkt haben. Ich bin ehrlich gesagt auch froh drum, dass es in Deutschland eine Partei wie die Linke gibt, die auch das Potential hat jene anzusprechen, bei denen CDU/SPD/Grüne/FDP nicht ankommt, denn anderenfalls hätten auch wir hier möglicherweise starke rechtsextreme oder nationalistische Parteien, die dort verstärkt fischen würden (was sie ja ohnehin tun, jedoch ohne den Erfolg, wie die FPÖ z.B. in Österreich oder die PiS in Polen).
Die Linke mag auch sein, wie sie ist, auch für mich stellt sie keine grosse Alternative dar, aber das liegt einfach daran, dass es überhaupt an starken Parteien mangelt, die wirklich ernsthaft das Volk vertreten (ohne die Parolen von vorgestern) - aber auch das ist kein spezielles deutsches Problem, sondern ein gesamteuropäisches Problem. Das System als Solches ist nämlich verfilzt und korrupt ohne Ende, gekrönt von einem Lobbyistenverein, der sich Europäische Kommission nennt. In Zeiten, wie diesen, ist eine solche Machtkrise gefährlich, denn sie ist ein perfekter Nährboden für Extremisten aller Art und so in der Art praktisch zum Scheitern verurteilt. Wir werden aber noch sehen wohin das führt...
Wenn es keine starken Parteien gibt, die das Volk vertreten, dann müssen wir sie schaffen. So einfach ist das, auch wenn es verdammt schwer werden wird.
War/ist Lucy Redler da nicht noch Mitglied?
Ich habe die SAG auch für tot gehalten, aber es rührt sich an allen Ecken und Enden etwas und das ist gut so. Es geht ja auch gar nicht um die Schaffung von Bundesparteien. Parteien für die Menschen müssen sich vor Ort verankern.
Wohin uns Bundesparteien führen, sieht man an der aktuellen Politik die nur noch dem Großkapital nützt und allen anderen Menschen schadet. Nehmen wir einfach die Freien Wählergemeinschaften, die verschieden lokalen Parteien und die SAGs wo sie sind und bilden für die Bundestagswahl eine bunte Liste, bei der die Kandidaten vor Ort und nicht in den Parteizentralen entschieden werden.
Einfach mal Demokratie wagen. Politik mit Menschen und nicht mit Funktionären machen.