Bekannterweise steht Duckhome auf dem Standpunkt, dass sich Geschichte wiederholt. Wenn auch nicht in haargenau dem gleichen Ablauf, so läuft sie doch wie auf Schienen immer wieder durch die gleichen matschigen Karrenspuren. Selbst wenn sich dabei das allgemeine Niveau zu heben scheint, so sind es doch die gleichen Ängste und Vorbehalte, die vor jedem Pogrom standen, die auch heute wieder fröhlich Urständ feiern.
Sieht man mal von den ständigen Judenpogromen seit der Christianisierung Roms ab, so gibt es genügend andere Beispiele, wo ethnische oder religiöse Gemeinschaften aus einer Gesellschaft ausgegrenzt und faktisch zur Ermordung freigegeben wurden. Waldenser, Katharer und auch die Hugenotten sind nur einige Beispiele. Die latente Rassismusgefahr scheint dem Menschen innezuwohnen, weil es so viel leichter ist, anderen die Schuld für die eigene Misere zu geben, als sich selbst in Frage zu stellen.
Das ist ja auch etwas, was sich der Faschismus immer wieder gerne zu eigen macht. Egal ob es um Römer, Arier oder Backenbartträger geht. Es wird eine Pseudogemeinschaft aufgebaut, die sich selbst als die Guten und alle anderen als die Bösen definiert. Dazu braucht es keine Nazis. Nicht einmal unterschiedliche Hautfarbe. Das kriegt man sogar zwischen Stadtteilen hin. Manche bilden sogar Achsen.
Es lohnt sich einfach nicht, das ganze wieder und wieder zu beschreiben. Es gibt ja nichts Neues zu sagen, und das, was man sagen möchte, ist strafbewehrt und kostet im Zweifelsfall Geld, aber auf jeden Fall Zeit für unnützen Rechtsstreit. Wer die Geschichte des
Heinrich von Treitschke kennt, der mit seinem Satz "Die Juden sind unser Unglück!" zumindest als Wegbereiter des Rassismus der Nationalsozialisten begriffen werden kann, die seinen Satz 31 Jahre nach seinem Tod auf die Titelseite des Stürmers brachten, der weiß, wie vorsichtig man sein muss.
Die Welt, in der Ulfkotte ja immer wieder mal seinen Ungeist austoben kann, brachte dann am 18. Oktober einen Bericht über einen "Karikaturenstreit", der unter deutschen Islamkritikern tobe. Getreu dem Grundsatz "Auch schlechte Nachricht ist Werbung", haben wir nicht reagiert.
Dr. Udo Ulfkotte hatte sich ja schon mit den angeblichen
Morddrohungen gegen seine Frau Doris (und den nachfolgenden Betteleien um Medienpräsenz) sowie seiner
Großdemonstration zusammen mit den
iranischen Kommunisten so lächerlich gemacht, dass eine weitere Beschäftigung mit ihm unnötig erschien.
Dann jedoch änderte sich die Lage schlagartig. Der Ulfkotte-Freund Bart Debie vom Vlaams Belang äußerte sich auf seinem
Blog wie folgt:
Ik doe geen uitspraken over mijn collega's die in De Morgen vermeld worden. Als ze inderdaad bevriend zijn met dergelijke types dan vind ik dat vooral oerdom. Ik ben alvast wijs genoeg om een kerel die staat te pronken in een B&H t-shirt en waarvan zijn vrienden steevast een kramp in de rechterarm hebben, niet toe te voegen als vriend. Ik heb zeker en vast niet zulke "vriendjes" en zal die ook niet hebben. Heel die club van Blood & Honour is voor mij een semi-criminele organisatie die men maar best zo snel mogelijk kan opdoeken. Ik wil daar niets mee te maken hebben. Duidelijk ?
Ik weet dat ik nu in herhaling val en dat Jurgen Verstrepen de vraag ook al gesteld heeft in het verleden, maar bij deze een open oproep aan de partijleiding : smijt die B&H-adepten nu eens buiten aub !
Übersetzt:
Ich erzähle nichts über meine Kollegen, die in De Morgen geoutet wurden. Wenn sie tatsächlich mit dergleichen Typen befreundet sind, finde ich das vor allem saudumm. Ich bin immer noch klug genug, um einen Kerl, der mit einem Blood-and-Honour-T-Shirt protzt und dessen Freunde einen Krampf im rechten Arm haben, meinem Profil nicht als Freund hinzuzufügen. Ich habe ganz gewiss keine derartigen Freunde, und ich werde die auch nicht haben. Der ganze Verein B&H ist für mich eine halbkriminelle Organisation, die man am besten schnellstmöglich auflösen sollte. Damit will ich nichts zu tun haben. Klar?
Ich weiß, dass ich nun das wiederhole, was Jürgen Verstrepen 2006 auch schon gefragt hat, aber jetzt rufe ich ganz offen auf: Schmeisst die B&H-Adepten bitte schnellstmöglich aus der Partei!
Mit seinem Aufruf will sich Bart Debie offiziell vom Neonazi Wim Biront, der eine ganze Reihe Vlaams-Belang-Leute in seinem Facebook-Freundesprofil hat, absetzen. Schön ist auch die Formulierung, dass er klug genug sei, solche Leute nicht offiziell als seine Freunde zu zeigen. Andererseits muss Bart Debie wissen, das es viele Leute von Vlaams Belang bei Blood and Honour gibt und bei Blood and Honour ja auch für die Brüsseler Ulfkotte-Demo geworben wurde. Es ist übrigens wichtig zu wissen, dass Leute, die ein Blood-and-Honour-T-Shirt öffentlich tragen, meist nicht wirklich zu deren Führung gehören. Die haben eher tragende oder schlagende Aufgaben.
Wenn aber zeitgleich in der Welt und durch eine Ulfkotte-Rundmail an die Mitglieder der Bürgerbewegung Pax Europa eine Absetzbewegung gegen die Ultrarechten eingeleitet wird, dann riecht das ein wenig nach Absprache. In Belgien gibt es Leute, die sich der LDD, Lijst Dedecker, einem weichgespülten Vlaams Belang zugewandt haben - und das Ziel ist, die nun wieder heim ins Reich des Vlaams Belang zu holen, um sich nicht noch weiter zu zersplittern.
In Deutschland geht es darum, für die CDU und die Evangelikalen, aber auch die radikalen Juden wählbar zu bleiben. Dabei ist es egal, ob die Postkarten vom Vereinsvorsitzenden der Bürgerbewegung Pax Europa, Willi Schwend, zu verantworten sind oder vom Vorstandsmitglied Wilfried Puhl-Schmidt. Es scheint aber auch tatsächlich eine gewisse Unstimmigkeit zwischen dem Vorstand und dem Präsidenten zu geben, wenn man
Ulfkottes Rundmail für echt hält (die Duckhome übrigens auch von anderer Seite mit gleichem Text zugespielt wurde).
An alle Mitglieder der Bürgerbewegung Pax Europa
Ein privater Brief von
Pax Europa-Gründer
Dr. Udo Ulfkotte
Postfach 22 49
35532 Wetzlar
22. Oktober 2008
Persönliches Rundschreiben an alle Mitglieder
Liebe Mitglieder und Freunde der Bürgerbewegung Pax Europa,
ich bitte Sie herzlich darum, den nachfolgenden ungewöhnlichen Brief in voller Länge zu lesen, da die Zukunft unseres Vereines, ja die Zukunft der Islam-kritischen Bewegung in Deutschland, nunmehr von jedem einzelnen Mitglied und Freund abhängt. Keine Angst – es geht nicht um Finanzen.
Mit der Verschmelzung des Bundesverbandes der Bürgerbewegungen (BdB) und unseres Vereins Pax Europa haben wir im Mai 2008 einen weiteren Schritt zur Vergrößerung der Mitgliederzahlen unternommen. Durch die Aufnahme der rund neuen 100 Mitglieder des BdB sind wir derzeit schon mehr als 800 Mitglieder – mit stark steigenden Zahlen. Und ich führe vertrauliche Gespräche mit weiteren Verbänden, die komplett mit uns verschmelzen wollen. Unser Verein wird inzwischen von Politik, Medien, Kirchenvertretern und Verbänden sehr wohl wahrgenommen – und gehört. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie uns als Mitglieder und Freunde dabei unterstützen.
Seit der Verschmelzung beider Vereine bin ich als Gründer kein Vorstandsmitglied mehr (was auch so von mir gewollt wurde), habe keine juristischen Kompetenzen und Weisungsbefugnisse und erfülle nur noch eine Ehrenfunktion. In dieser Lage will und darf ich Ihnen als Privatmann Ulfkotte dennoch eine schlimme Schattenseite unserer Vereinsentwicklung nicht vorenthalten.
Zum Zeitpunkt der Verschmelzung beider Vereine hatte der Vorstand des alten BdB schon – ohne mein Wissen – „Karikaturen“ erarbeiten lassen, die nach unserer Verschmelzung – ebenfalls ohne mein Wissen - am 20. Juni 2008 im Internet veröffentlicht wurden. Diese zwölf „Karikaturen“, die als Postkartenaktion mit dem Namenszug Pax Europa zu bestellen und ohne mein Wissen verbreitet worden waren, erfüllen zumindest teilweise eindeutig den strafrechtlichen Tatbestand der Volksverhetzung.
Als ich von der Veröffentlichung (noch ohne Kenntnis der juristischen Sachlage) erfuhr, habe ich SOFORT telefonisch und schriftlich meinen sofortigen Austritt aus unserem Verein angekündigt, wenn diese „Karikaturen“ nicht SOFORT aus dem Internet entfernt und vernichtet würden, weil ich – völlig unabhängig von der späteren strafrechtlichen Behördeneinschätzung – ebenso wie viele andere Vereinsmitglieder die „Karikaturen“ als übelste Machwerke empfunden habe, die dem Verein schweren Schaden zufügen und zudem strafrechtlich relevant sein werden. Nur unter diesem Druck wurden sie dann widerwillig entfernt.
Einige Mitglieder sind vor dem Hintergrund dieser schrecklichen leider im Namen von Pax Europa verbreiteten „Karikaturen“ ausgetreten. Da ich keine aktuellen Mitgliederdateien habe, weiß ich nicht, wer und wie viele von Ihnen deshalb ausgetreten sind. Ich darf Ihnen versichern, dass ich damals sofort gefordert habe, jedes ausgetretene Mitglied anschreiben zu lassen, um Entschuldigung zu bitten und rückhaltlose Aufklärung zuzusichern. Weder das von mir geforderte Schreiben noch die Aufklärung durch den Vorstand hat es allerdings seither gegeben – wie ich schmerzlich erfahren muss. Es passierte vielmehr – wie ich nach und nach erfahren habe - das Gegenteil.
Der für die Verbreitung dieser „Karikaturen“ nach mir vorliegender schriftlicher Stellungnahme zuständige Vereinsvorsitzende Willi Schwend verteidigt die Aktion bis heute und sieht keinen Grund, vor dem Hintergrund der Ermittlungen, seine Ämter bis zur Klärung der strafrechtlich relevanten Vorwürfe ruhen zu lassen. Der Vorsitzende Schwend hat unserem seriösen Ruf schweren Schaden auch dadurch zugefügt, dass er in einem ARD-Interview den Islam vor laufender Kamera als „beschissene Religion“ bezeichnet hat. Auch Bundesinnenminister Schäuble hat in einem mir vorliegenden Schreiben das Auftreten des Vorsitzenden unseres Vereins inzwischen scharf kritisiert.
In den vergangenen Wochen und Tagen hat es aus den Reihen des Vorstands strafrechtlich relevante Aktionen – unter anderem eine Bedrohungs-/Schmähaktion eines Politikers - gegeben, so dass ich den Vorstand mehrfach erschüttert als einfaches Vereinsmitglied (das ich seit der Vereinsverschmelzung juristisch gesehen bin) dazu aufgefordert habe, sofort eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen und den Ausschluss der für diese schrecklichen Vorkommnisse Verantwortlichen gefordert habe. Dubioserweise hat man stattdessen das Vorstandsmitglied Golo Ottweiler, unseren Pressesprecher, der ebenfalls für rückhaltlose Aufklärung und Aufarbeitung der unsäglichen Vorgänge eingetreten ist, aus dem Vorstand und aus dem Verein rausgeworfen – was ethisch-moralisch verwerflich und juristisch unhaltbar ist. Wie ein mir vorliegender tagesaktueller Auszug aus dem Registergericht des AG Wetzlar belegt, ist Golo Ottweiler ein von der Mitgliederversammlung – also von IHNEN - gewähltes und weiterhin eingetragenes aktives Vorstandsmitglied, das nur durch SIE abgewählt werden kann.
Golo Ottweiler ist – ebenso wie jedes andere Vorstandsmitglied – dazu berechtigt, gemeinsam mit den Mitgliedern eines Bundeslandes einen Landesverband zu gründen. Dazu wurde er vor längerer Zeit vom Bundesvorstand für NRW beauftragt – und diese Landesgründung wird nun am kommenden Sonntag, dem 26. Oktober 2008, ab 12 Uhr in Dortmund stattfinden. Ich bitte daher alle Vereinsmitglieder aus NRW, am Sonntag um 12 Uhr zur Gründung des Landesverbandes nach Dortmund zu kommen. Ich selbst werde auch dort sein, wir werden auch dort selbstverständlich über die schrecklichen Ereignisse sprechen:
Treffpunkt/Sitzung der NRW-Mitglieder:
Adolph Kolping Haus
Raum Kolping
Silberstraße 24 – 26
44137 Dortmund
Die außerordentliche Mitgliederversammlung ALLER Vereins-mitglieder, bei der endlich gemeinsam über die schlimmen Aktionen des Vorstandes rückhaltlos gesprochen und durch die Mitglieder über den Verbleib der dafür Verantwortlichen abgestimmt werden sollte, wird nun am Sonntag, 30. November 2008 um 14:00 Uhr in Würzburg stattfinden.
Ort: 97070 Würzburg im Schönbornsaal der Residenz-Gaststätte, Residenzplatz
Wenn man mal die hasserfüllte Wertung des Süddeutschen Idiotenforums beiseite lässt, auf das hier später noch einmal eingegangen wird, möchte man Udo Ulfkotte glauben. Wer allerdings seine hasserfüllten Bücher oder die Akte Islam gelesen hat, dem ist das praktisch unmöglich. Natürlich gefallen ihm die Postkarten nicht. Sie haben nämlich einen Fehler. Sie zeigen keine Muslime, sondern sie zeigen das Judenbild des
Stürmers, dem der bereits genannte Heinrich von Treitschke den Satz "Die Juden sind unser Unglück!" lieferte. Geschichte wiederholt sich eben doch.
Das schöne ist, dass die Leser sich selbst ein Bild machen können. Auch wenn der Anblick unappetitlich ist. Vielleicht erfolgt später noch eine genauere Analyse, weil dieser Vorgang für die laufenden Verfahren interessant sein könnte.
Das Ganze ist nicht ungeschickt gemacht, aber doch nicht geschickt genug, um nicht aufzufallen. Egal, ob es nur um eine formale Absetzbewegung geht oder nicht. Da musste Udo Ulfkotte reagieren. Witzig ist in dem Zusammenhang, dass unsere Quelle der Ulfkotte-Rundmail ja auch ein enttäuschter Ulfkotte-Anhänger ist und eher aus enttäuschter Liebe, als aus echtem Hass agiert. Schlimm ist allerdings, welche Positionen dieses
Süddeutsche Idiotenforum sonst noch so einnimmt.
Schweiz/Finnland/Österreich: Welle von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen
Während man sich in Deutschland mit Meckern gegen Türkisierung begnügt, greifen die Eidgenossen - bzw. deren kurdischer Anteil - zu anderen Mitteln. Unbekannte warfen Brandsätze auf eine türkische Moschee in Bellach, ein türkisches Vereinslokal in Wattwil sowie ein Reisebüro in Winterthur. Bislang wurden keine Verdächtigen festgenommen - was uns natürlich zutiefst betroffen macht.
Nein, das darf man nicht als Aufforderung zu strafbaren Handlungen missverstehen. Das sind doch alles aufrechte Demokraten. Denen muss man doch ihre Meinungsfreiheit lassen. Das sind die Guten. Duckhome hält es lieber mit dem, was
Gerhard Polt im Interview mit der FAZ sagte, und würde auch Dr. Udo Ulfkotte zumindest ein kurzes Nachdenken über diesen Satz empfehlen.
Es gibt Ratten, und es gibt den, der pfeift. Der Rattenfänger sagt, was kann ich dafür, dass die hinter mir herkommen? Und es gibt die Ratte, die sagt, was soll ich tun, wenn gepfiffen wird, dann muss ich kommen.
Es ist an der Zeit, die ständige Eskalation zurückzufahren, bevor irgendwelche Idioten mit dem Benzinkanister losrennen. Das sind auch noch so tolle Autorenhonorare nicht wert.
http://aff.skynetblogs.be/tag/1/Blood%20and%20Honour
Viele Grüße