Gott, was isses schön! Daß ich
das noch erleben darf! Obama ist Präsident, aber es gibt noch bessere Nachrichten:
Teile der US-Neocons setzen sich von Bush und vom Irak-Krieg ab und behaupten, sie sind es nicht gewesen. Bush wird jetzt der alleinige Buhmann, was "wir" ja von 1945 kennen. Da war es auch der Adolf alleine.
Aber das heisst nicht, dass die Neoconnerie als Ganzes jetzt Geschichte ist, denn andere Teile drehen auf und finden sich in den Reihen von McCain. Von diesen stellen einige aus meiner Sicht das Bindeglied zu einem Teil unserer vernetzten europäischen Rechten dar, denn einige von ihnen wohnen in Brüssel, sei es, weil sie Funktionen bei der NATO haben, sei es, weil sie ihre Ehepartner dorthin begleiten, sei es, weil es in "Old Europe", dem "
irrelevant museum" doch angenehmer zu sein scheint als in der Heimat.
Daß sie McCain nichts genützt haben, hat man ja jetzt gesehen - aber ist das solch ein Grund zum Jubeln?

Selbst PI, das sich ja mal als
Bush-Fanclub gegründet hat, hat es schon bemerkt und ist naturgemäß todunglücklich, wohingegen die Stellungnahme der Freunde in Belgien und Österreich noch nicht überliefert ist;
erstere, denen wir das wunderschöne Demo-Foto rechts verdanken, haben sich
nicht erst gerade mit
Blood and Honor vertüddelt bzw. müssen sich von ihren
paar Stündchen im Knast erholen,
HCStrache würgt sich ein zweideutiges Statement raus,. das gleichberechtigt neben
Mölzers Statement zu einer angeblichen "Osmanen-Lobby" steht.
Aber es ist schon wahr - der Stern von Bush und Co. sinkt ganz beträchtlich - allerdings will mir scheinen, daß sich eine Menge Leute erst jetzt aus den Löchern trauen, und daß das eine bestimmte Funktion erfüllt:
Deswegen zunächst auch eine kleine Presseschau - bei PI (allerdings war der heutige Artikel einfach - tapfer...) reichen dafür ja schon zwei Titelbilder von letzter Woche, doch wir wollen uns etwas mehr Mühe geben: Der Stern überschreibt seinen Beitrag - der Ruinator - mit:
Unehrenhaft entlassen
und
lästert auch online,
die Bilanz die der "Spiegel" aufmacht, ist auch negativ,
die Tagesschau spricht von einer Negativbilanz, genau wie die
Netzeitung.

Mir ist das zu personalisiert. Gut, die Wahlen 2000 hat er gegen Al Gore mittels
Manipulation gewonnen, aber:
Wie gestern abend Eberhard Piltz, der frühere Korrespondent des ZDF in den USA sehr richtig sagte: die Wahlen 2004 habe Bush jr. deutlich gewonnen; ausserdem sei er eine zeit lang der beliebteste Politiker der schwarzen Unterschicht gewesen, habe erst mit dem Mißmanagement von "Katrina" das Vertrauen der Amerikaner verspielt. Was er
immer gewesen sei:
Gelenkt von Männern mit Zielen.
Einer dieser Männer war
eine Frau, um die es, nachdem sie anfangs auch reichlich gehyped wurde, doch in letzer Zeit ziemlich still ist.
Strippenzieher Cheney hat, wie ein Leserbriefschreiber im Spiegel bemerkte, mitgeholfen, die Taschen der Industrie zu füllen - seit 1991 hat er in unterschiedlichen Funktionen mitgeholfen, die Privatisierung unterschiedlichster Sicherheits- und hoheitlicher Aufgaben voranzutreiben; das Ergebnis kann in so unterschiedlichen Feldern wir im Irak und beim Hurrikan Katrina besichtigt werden. Das Verhalten bei letzterem hat nach Ansicht mehrerer Kommentatoren Dabbeljuh die schwarze Wählerbasis gekostet und die verbesserte Sicherheit bei zweiterem wird schlicht
gekauft, was auch
Robert Kagan im unten zitierten Interview bestätigen muss:
Erfolge …
SPIEGEL: … die unbestreitbar sind, aber nicht unbedingt nachhaltig. Und die wesentlich darin begründet liegen, dass die US-Regierung Zehntausenden sunnitischer Kämpfer Bestechungsgelder dafür bezahlt, dass sie sich von der Qaida abwenden und die US-Truppen nicht mehr angreifen.
Kagan: Es geht nun wirklich nicht primär
um diese Gelder...

Ich denke, Bush ist bloß eine Charaktermaske, die jetzt ausgewechselt wurde. Der wird mir viel zu krachend fallengelassen.
Zur Nachfolgregelung gab es mehrere Varianten: entweder der/die genehme Kandidat/in: aus dem Modell „Minderheit“ die Variante „Frau“, erst besetzt mit Hillary; nicht umsonst sind bei Wohltätigkeits-Events immer Bush sr. und Clinton gemeinsam aufgetreten. Hillary sollte – aus meiner Einschätzung – die Fortsetzung Bushs mit anderen Mitteln sein. Bekanntlich hat sie nach einem ordentlichen Start durchblicken lassen, wie sehr sie an die Macht
will, , darin Andrea Ypsilanti sehr ähnlich, und für die ging das ja auch schief. Wie ich gestern ja bereits erwähnte, soll es Hinweise darauf geben, daß die Kampagne: „Barack
Hussein Obama auf ihrem Mist gewachsen ist, und ich meine, mich daran zu erinnern, daß es einiges an Tritten unter die Gürtellinie von ihr gegen Obama gab. Hillary gab sich übrigens, genau wie die Anderen zunehmed religiös. Unser geschwätziger belgischer Robocop hat in seinem weblog sogar mal behauptet, sein „amerikanischer Freund“,Robert Spencer gehöre zu ihrem Beraterkreis – allerdings habe ich dafür keine weiteren Belege im Netz gefunden. Nachdem sie es nicht geschafft hat, sollte „Frau“ in der Ausprägung „Palin“ auf den Schild gehoben werden, um die Evangelikalen zu bedienen. Darüber haben wir hier und hier geschreiben, und ich denke, die Artikel werden erst zusammen ein Ganzes, Höre ich da jemand sagen, sie sei dumm und provinziell? Nun, das war Bush auch...
Wie wir bereits geschrieben hatten, sollte der Plan unseres Erachtens so laufen, daß man zunächst McCain wählen lässt – was ja nicht ausgeschlossen war, denn ich denke schon, daß man dessen persönlicher Geradlinigkeit Respekt zollen sollte. Dann sollte er zu Gunsten von Palin „aus Gesundheitsgründen“ verzichten...
Palin, so denke ich, hatte durchaus mal die Option auf eine eigene Kandidatur, was sich aber – nach allzu vielen Patzern – jetzt erledigt haben dürfte, Wie hieß es gestern: sie habe sich als „Belastung“ herausgestellt und McCain habe mir ihr wohl ein allzu glückliches Händchen bewiesen. Somit denke ich, daß sich auch ihre – von einschlägigen Blogs in Deutschland so verzweifelt herbeigesehnte - Kandidatur 2012 erledigt hat. Ich halte sie zwar für duchaus fähig, eine genausolche Präsidenten-Performance hinzulegen wie Schorsch Dabbeljuh, aber ein solcher Vizepräsident zu sein wie Dick Cheney – dazu fehlt es an allen Ecken und Enden; das hätte sie niemals hingekriegt. Und das meine ich nicht mal so unbedingt nur negativ.
Mir war deswegen bei der Euphorie der eingefleischten Obama-Fans nie ganz wohl. Mit einem solchen Erdrutsch-Sieg hätte ich nie gerechnet. Ich will nicht als Miesepeterin auftreten, aber ich denke, dass die „Männer mit Zielen“ sich auf diese Situation einstellen können bwz. bereits eingestellt
haben. Ein erster Hinweis ist aus meiner Sicht das Interview mit dem „drittberühmtesten Großdenker“, Robert Kagan im Spiegel 44/2008, S. 126 ff. Das ist der, aus dem das obige Titelbild stammt. Kagan ist im Übrigen mit der US-Botschafterin bei der NATO verheiratet und lebt in Brüssel, was nicht uninteressant sein dürfte.
Kagan arbeitet dafür, eine neue bipolare Weltordnung zu etablieren, gegen Russland und China, und stellt es als gegeben hin, daß ein
Bund der Demokratien
unter Führung der USA Front bildet gegen den
Club der Autokraten
. Wohlweislich benennt Kagan nicht, wer seiner Meinung nach dazugehört; das kann man sicher – je nach Wohlverhalten – flexibel handhaben. Das Gleiche dürfte sinngemäß für den „Bund“ gelten – die Mitgliedschaft dort kann sicher verliehen und wieder entzogen werden.
Gemessen an allen Kriterien – militärische Macht, wirtschaftlicher Einfluss, kulturelle Vorherrschaft – bleibt Amerika die Nummer eins, obwohl es von anderen Spielern in seiner Rolle bedrängt sein mag.
Laut Spiegel sieht Kagan
Europa im Abseits
, was das Interview nicht hergibt, sich aber sicherlich aus seinen weiteren Werken schlüssig belegen lässt. Europa im „Abseits“ – die USA nicht mehr wirtschaftlich stützend? Warum nicht? Nein, jetzt wegen Obama nicht.
Die „Männer mit Zielen“ wissen sich sicherlich auch auf den „Schwarzen“ einzustellen und ich könnte mir vorstellen, daß man die Optionen durchgegangen ist:
Attentat? Dann wäre er zur Legende geworden und
Michelle Obama zur mächtigen Witwe, mächtiger als Jackie Kennedy jemals war, denn die Frau ist stark - und könnte aus meiner Sicht auch alleine - als Witwe eben - zur politischen Größe werden und nicht nur zur Jetsetterin wie Jackie O.
Der Plan B sah aus meiner und Jochens Sicht vor, vor der Wahl noch die große
Enthüllung
zustandezubringen; man hatte ja, wie ich
gestern nochmals zusammenfasste, eine ganze Menge versucht: bon "Obama ist Muslim" bis zu Tante Zeituni - oder die "Obsession"-Kampagne, die sich offenbar als echter Rohrkrepierer erwiesen hat - denn, so, wie ich das mitbekommen habe, gingen ja gerade die Swing States an Obama.
Diese ganzen Seilschaften im Washingtoner Apparat und bei den Lobbyisten sind ja weiterhin relativ intakt und werden sicher alles tun, Obama Steine in den Weg zu legen und seine Glaubwürdigkeit zu unterminieren. Kagan, dessen Frau Botschafterin bei der NATO ist, hat damit schon angefangen. Eine besondere Unverschämtheit fand ich diese Passage im Interview:
dass große Mächte sich heute verhalten, wie sich große Mächte in der Geschichte immer verhalten haben. Die internationale Finanzkrise ändert daran nichts. Sie kennt übrigens keine Gewinner, wenn Sie mal von denen absehen, die an den Börsen auf fallende Kurse gesetzt haben. Aber die Krise,so schlimm sie ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ideologisch eine globale Spaltung haben...
...die Kagan und Co herbeischwätzen wollen. Und noch indiskutabler:
SPIEGEL: McCain hat angedeutet, er wolle Russland aus dem G-8-Club der führenden
Wirtschaftsnationen werfen. Kagan: Tatsächlich passiert das schon. Nach Georgien und jetzt in der Finanzkrise haben die führenden Nationen weitgehend ohne Russland miteinander gesprochen. Der Demokratien-Bund soll die Vereinten Nationen nicht ersetzen, sondern entscheidend ergänzen.
Hier sieht man Mr. Kagan in einer Diskussion mit
Thomas Friedman. So lange diese Leute noch Macht und Einfluss haben, ist der "Change" eventuell geringer, als mancheR das erhofft. Was
Carnegie Endowment (der Think Tank von Kagan) so (um) treibt, kann man ja trotzdem schauen.
Das war jetzt genug der Düsternis:
Hier kann man Obamas Siegesrede anschauen, und sich danach von Robert Misik anstecken lassen:
Allerdings: Wir sprechen uns wieder...
Und?
... Wir sprechen uns wieder... ach, wirklich? Wenn da mal vor "Heulen und Zähneklappern" noch die Fähigkeit zu qualifizierten Dialogen erhalten bleibt...
...denn die Kriegsvorbereitungen für den (nächsten) Weltkrieg kommen gut voran.
Wenn da mal die "DIcke Berta" keinen Rohrkrepierer gezündet hat.
Obama? Obama lol