Die folgende dpa Meldung sagt eigentlich alles darüber aus, wie Ackermann zu Merkel und der deutschen Politik steht.
Deutsche Bank braucht keine Staatshilfe
Berlin - Die Deutsche Bank wird laut ihrem Vorstandschef Josef Ackermann auch auf absehbare Zeit keine Hilfe aus dem 500- Milliarden-Euro-Rettungspaket der Bundesregierung annehmen. Entsprechend äußerte er sich im ZDF. Die Regierung hatte den Deutsche Bank-Chef bereits scharf kritisiert, weil er den staatlichen Rettungsfonds, an dem sein Haus selbst mitwirkte, vehement abgelehnt hatte. Ackermann sagte dazu, Deutschland sollte stolz darauf sein, eine Bank zu haben, die in schwieriger Zeit Gewinn erziele.
Eine Bank die in schwierigen Zeiten Gewinne erwirtschaftet. Seltsam. Seltsam. Sollte Josef Ackermann nicht in der Lage sein, die Quartalszahlen seiner Bank zu verstehen, oder ist seine Haltung nur Teil eines gewaltigen Täuschungsmanövers, dass verhindern soll, das jemand die Deutsche Bank näher untersucht?
Beginnen wir mit den ganz einfachen Dingen. Zunächst einmal wurden für das dritte Quartal und die Zukunft durch EU-Kommission und Europaparlament Mitte Oktober im Eilverfahren die Bilanzierungsregeln für Banken in Europa gelockert. Musste bisher nach dem
"fair value" bilanziert werden, können unverkäufliche, also wertlose "Wertpapiere" jetzt vom Handelsbuch in das Anlagevermögen übernommen werden, wo sie eben nicht fair bewertet werden, sondern mit einem nicht realisierbaren Wert stehen, den sie nie wieder einbringen werden.
Der Trick soll verhindern, das die Banken jetzt den wahren Wert dieser Anlagen bilanzieren und dadurch weitere Milliarden abschreiben müssen. Das ist ein Verfahren, wie den Müll auf dem Balkon zu lagern, anstatt ihn zur Tonne zu tragen. Zum einen stinkt der Balkon und das Problem vergrößert sich eher noch, weil ja jeder weiß und riecht, was los ist.
Ein ehrlicher Kaufmann, der eine Sachgründung macht, oder nur aus seinem eigenen Besitz ein Auto oder einen Computer an seine Firma verkauft, muss mit vielen Problemen rechnen, die soweit reichen können, das man ihm im Konkursfall genau diese Geschäfte anlasten wird. Unsere Banker dürfen das machen, damit nicht klar wird das sie schon lange konkursreif sind.
Aber nehmen wir einmal
Ackermanns Quartalszahlen und seine Gewinne. Nein, es wird nicht auf die Milliarden die über die IKB und sicher auch über die Hypo Real Estate bekommen hat, reflektiert. Wozu auch. Seine eigenen Zahlen sind schlimm genug.
Dass die Deutsche Bank keinen Verlust im Quartal erlitten hat, ist aber auch auf folgende Sondereffekte zurückzuführen:
Entschärfung der Bilanzregeln für kriselnde Wertpapiere
Steuergutschrift über 321 Millionen Euro
* Verkauf der Anteile an der Allianz um 229 Millionen Euro
Moment. 321 Millionen von der Steuer plus 229 Millionen für den Verkauf der Allianzanteile, was sicher kein Fehler war, macht zusammen 550 Millionen Euro. Der "Gewinn" im vierten Quartal betrug 414 Millionen Euro, was nach Abzug der Sondereffekte einen Verlust von 136 Millionen ausmachte. Rechnen wir noch dazu, dass durch die neue Bewertung Abschreibungen von 845 Millionen Dollar nicht stattfinden mussten, hat unser Josef Ackermann in der Realität einen Verlust von 981 Millionen hingelegt oder knapp eine Milliarde verloren.
Vielleicht hätte ihm jemand seine Quartalszahlen erklären sollen. Aber er hat es der Merkel jetzt gezeigt. Natürlich begreift die nicht, dass sie nun einfach mal die Bankenaufsicht zu Ackermann schicken müsste und vermutlich den Staatsanwalt gleich mit. Er wird also mit seinem Stinkefinger durchkommen. Ob die Börsianer in für seinen Trick abstrafen, bleibt abzuwarten. Allerdings hat ein Jahr immer 4 Quartale und es darf gewettet werden, wie hoch der Verlust im vierten Quartal ist. Es wird sicher einen echten Verlust geben, trotz aller Bilanzierungstricks.
Nachdem alle Welt bereits auf die weitere
Schließung von offenen Immobilienfonds auch bei der Deutschen Bank wartet, lamentiert der DWS-Chef Klaus Kaldemorgen
über Schwierigkeiten bei den Aktienfonds.
"Das wird ein hartes Stück Arbeit werden, den Anleger von Aktien zu überzeugen. Wir haben 2000 bis 2002 eine der schwersten Baissen am Aktienmarkt erlebt und jetzt noch einmal einen draufgelegt", sagte Kaldemorgen im FTD-Interview. Bei 50 Prozent Kursverlust an den Börsen in diesem Jahr könne er verstehen, dass das Vertrauen geschwunden sei. "Der Vertrauensverlust betrifft alle Anlageprodukte, auch Aktien- und Rentenfonds."
Bei den offenen Immobilienfonds könnte eine Gesetzesänderung kommen, die es verhindert, das die Papiere zurück gegeben werden können. Das Handelsblatt sinniert über derartige Lösungen und es scheint in Brüssel Bestrebungen zu geben, entweder feste Kündigungsfristen oder aber längere Haltezeiträume zu verordnen. Damit blieben die wertlosen Papiere in den Depots der Kunden und müssten nicht zeigen, dass sie wertlos sind.
Das wird bei Aktien allerdings nicht funktionieren. Ein Teil der amerikanischen Pensionsfonds steht vor dramatischen Abschreibungen und wird infolge der geburtenstarken Jahrgänge die jetzt in den USA ins Rentenalter kommen, wohl die Renten wesentlichen senken müssen, was wiederum zu weiteren Verkäufen führen dürfte. Der gesamte Fondbereich ist als Geldanlage zu Zeit eine unsichere Sache, auch wenn die FTD noch hofft, das die Immobilienfonds echte Werte beinhalten. Aber schließlich lebt das Blatt von der Werbung für solche und andere Anlageformen.
Das erweist sich zunehmend überhaupt als echtes Problem bei Börsennachrichten. So wie es vielen Banken und Finanzinstituten heute geht, werden die Mittel für Werbung erheblich gekürzt werden müssen. Bei Gruner und Jahr dürften wohl die Wirtschaftstitel alle in Frage gestellt sein. Andere werden sich wohl bald auch von Mitarbeitern trennen müssen.
Josef Ackermann mag sich über dieses Quartal und auch das nächste noch retten können. Aber andere werden fallen und auch die Versicherungen sind alles andere als sichere Häfen. Wir stehen erst am Anfang der Krise. Die großen Brocken kommen noch.
Das die Banken ihre Pleite damit eingestehen würden!
Und anders als im Amiland hängen z.B. die Deutschen sehr an ihren Häusern. Und wenn absehbar die große Kreditkündigungswelle kommt, dann werden die Deutschen nicht so einfach ihre Häuser aufgeben (können). Wenn dazu die Banken selbst pleite sind, dann macht es sich moralisch eben sehr schlecht, wenn der Bankberater von seinen Kunden vertragskonformes Verhalten bzw. die sofortige und plötzliche Rückzahlung eines Darlehens fordert.
Es kommen schlimme Zeiten fürs Volk; wenn ich gläubig wäre, würde ich sagen: Gott sei Dank -> ein hoffentlich schnelles Ende mit Schrecken! Damit es umso eher ein Neuanfang geben kann!
Nochmal und wie woanders gesagt: Das Volk sollte in '89er Manier die sofortige Enteignung der Banken und zuallererst ein Hilfspaket für abgezockte Kunden massiv einfordern und wenn es eben per Gewalt sein muss! Es ist JETZT eine allerletzte Chance auf eine wirkliche Veränderung! Sonst wird es lange Zeit sehr dunkel werden!
Oder auch ein alter Spruch: was sollen wir mehr als unsere Ketten verlieren können?
morgen fessellos - doch wo?
EdgarAllanPoe
Verweigern sich aber die privaten Banken, so werden nur die Landesbanken gerettet, und also bleibt den Landesbanken der politische Skandal nicht erspart, und also sind sie zu reduzieren - eigentlich in Wahrheit zu schliessen.
Auf infos7.com wird das ausführlich näher erläutert (Site für Krisenanalysen).
Die Logik, den Rettungsfonds zurückzuweisen, ist also strategisch richtig und dient uns allen.
Die Bettelei der Politiker, dass die privaten Banken mitmachen, ist also klar begründet durch die Motivation, weiterhin in Landesbankenviele Posten für das politische Milieu zu haben. Ferner ist die Mitschuld des Bundesfinanzministeriums an den Skandalen sicherlich ,,peinlich'' (um hier etwas stärkere Ausdrücke zu vermeiden).