...hieß ein Beitrag, den das Watchblog Islamophobie im letzten Jahr veröffentlicht hat. Es war der erste und bislang wichtigste Versuch, ein
Wandermärchen gegen Barack Obama in Stellung zu bringen. Zur Stunde steht es 103:34 für Obama - die
smearcaster scheinen ihr Ziel nicht erreicht zu haben, aber es ist noch zu früh, zu jubeln.

Wie alles anfing: Fox (jaja...) berichtete über eine
Kampagne mit unverfolgbaren eMails, und Daily Kos hat/te Hillary Clinton im Verdacht, damit angefangen zu haben. Mit Obsession ging es weiter, Daniel Pipes hat
am 21. Oktober noch mal nachgelegt.
Nach der Initialzündung gab es eine Kampagne, die aus den “Hinterhöfen des Internet” in die Mainstream-Medien blubberte, von dort zurückgedrängt wurde, und im Netz immer noch weiter wuchert sihe oben.
Fox News hatte im Januar als erste “gebracht”, daß Präsidentschaftskandidat Barack Obama in einer radikalen Madrassah erzogen worden sei. Er selber stellte seinen Wahlkampf darauf ein und bezeichnete die Behauptung als “lächerlich” und verleumderisch.
Die Behauptung verschwand nach der reichlich aggressiven Replik aus Fox, weiteren mainstream-Medien und den führenden konservativen Blogs, um in mailing-Listen weiter zu wuchern, wie das amerikanische Portal berichtet. Wie hier in Deutschland machen sich anonyme Schmuddler ans Werk und halten den Mythos am Leben. Man könnte sich natürlich fragen, was so schrecklich daran wäre, wenn er es denn wäre, aber nun gut…
Eine Kettenmail behauptete:
Barack Hussein Obama hat sich der United Church of Christ angeschlossen, um seinen muslimischen Hintergrund herunterzuspielen.
Und dann versucht jemand - ganz wie einige hier - strategisch zu denken:
Die Muslime haben einen Plan: sie wollen die USA von innen heraus zerstören. Was ist besser, als ganz oben anzufangen?
Der Rest des Verschwörungsgebräus geht in etwa so: Kind Hussein besuchte angeblich in Indonesien eine muslimische Schule. Mutter, weiß, mied jegliche Religion, also aus der christlich-jüdischen Wertegemeinschaft gefallen, und hatte somit Wahhabi-Vater, schwarz, nichts entgegenzusetzen. Wie Politico berichtet, sei das “Obama ist Muslim” für viele das erste, das sie vom Kandidaten hörten.
Die erste, die die Geschichte aufbrachte, sei die smearcasterette
Debbie Schlussel gewesen. Sie brachte 2006 als erste die Geschichte:
Einmal Muslim, immer Muslim!
Unter der Überschrift: der Feind im Inneren (the Enemy within) ist eine der Mails auf einer Seite zu bestaunen, die sich mit
wanderlustigen Märchen beschäftigt, was wir ja auch des Öfteren tun. Auch hier ist ein Märchen gewandert:
Behaltet AUCH im Gedächtnis, daß er, als er vereidigt wurde, NICHT auf die Heilige Bibel schwor, sondern auf den Koran (deren Entsprechung unserer Bibel, aber mit sehr unterschiedlichem Glauben).
So ein Böser aber auch. Bloß: das ist ein Märchen, weil gewandert. Auf den Koran vereidigt wurde der erste Muslim im US-Kongress,
Keith Ellison.
Hier ist die Behauptung “er ist Muslim” gleichzusetzen dem “er ist Jude/jüdisch versippt” der dreißiger oder dem “er ist Kommunist” der fünfziger.
Was gab es sonst noch?
Pitbull, die sich nach aktuellen Analysen wohl doch mehr als Belastung herausstellte, laberte irgendetwas von Obama als
Terrorist, er sei
kein gebürtiger Amerikaner, und die
Tante.
Alles in allem ein sehr bezeichnendes Stück Wanderlegende, an dem man das Funktionieren von Diffamierung nochmal sehr schön studieren kann. Das werde ich zum Anlass nehmen, die Grundlagentexte dazu, die letztes Jahr auf dem Watchblog veröffentlicht wurden, nochmals hier einzustellen.
Unabhängig vom Ergebnis der Präsidentschaftswahl ein sehr schönes Beispiel für Spindoktorei.
Gott, was isses schön! Daß ich das noch erleben darf! Obama ist Präsident, aber es gibt noch bessere Nachrichten: Teile der US-Neocons setzen sich von Bush und vom Irak-Krieg ab und behaupten, sie sind es nicht gewesen. Bush wird jetzt der alleinige Bu ...