Das Leben kann so schön sein. Eine kleine Nachricht von Chad Bray aus dem Dow Jones Newswires macht Hoffnung, dass Josef Ackermanns Ende als Chef der Deutschen Bank doch wohl näher ist, als die kühnsten Hoffnungen erwarten ließen. Ackermann macht nämlich den Homer. Nein, natürlich nicht diesen
Homer hier. Ackermann ist schließlich ein Neoliberaler und Abzocker, aber doch kein Dichter und Denker.
Nein, auch leider nicht diesen hier, obwohl er dem in letzter Zeit mit seinen vielen Fehlern sehr nahe kommt.
Leider ist es wie immer, wenn man über Ackermann berichtet, etwas Negatives. Sein
Homer ist böse und verdorben, wie alles was er anfasst.
Die Deutsche Bank AG ist offenbar in einen Steuerskandal in den USA verwickelt. Das Frankfurter Finanzhaus sei die ausländische Bank, die eine Schlüsselrolle in dem Fall gespielt und wohlhabenden Personen geholfen haben soll, mehr als 103 Mio USD Steuern am Staat vorbei zu schleusen, sagte eine mit der Untersuchung vertraute Person am Montag.
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Laut Anklageschrift sollen Kunden von "Bank B" in komplexen Transaktionen Optionen gekauft und Kredite erhalten haben. Durch die Konstruktion der Transaktionen hätten in 38 Fällen Verluste von 429,5 Mio USD dem Fiskus gegenüber geltend gemacht werden können, und dies habe den Staat um mehr als 103 Mio USD an Steuereinnahmen gebracht.
Das als "Hedge Option Monetization of Economic Remainder" oder kurz "Homer" betitelte Steuervermeidungsverfahren soll "Bank B" für die Abwicklung Gebühreneinnahmen von 1,25% der gewünschten Steuerersparnis gebracht haben.
Die Homer-Transaktionen sind laut Staatsanwaltschaft so angelegt gewesen, dass ein Kunde sogenannte "Barrier Options" - spezielle Fremdwährungs- oder Anleiheoptionen - von "Bank B" kauft. Zwei dieser Optionen seien "in the money" und zwei andere wertlos gewesen. Der Kunde sei damit in der Lage gewesen, Verluste auf die wertlosen Optionen auszuweisen. Die daraus resultierenden Erlöse seien, nachdem sie noch über eine dritte Gesellschaft geschleust wurden, zur Rückzahlung eines Kredites verwendet worden, der zum Kauf der Optionen aufgenommen worden war.
Man muss das komplizierte System hinter dem Steuerbetrug nicht verstehen. Es reicht zu wissen, dass eine Menge an krimineller Energie aufgewandt wurde, um Geschäfte zu kreieren, die nur dem Zweck dienten, den Amerikanischen Staat, oder besser die ehrlichen amerikanischen Steuerzahler zu betrügen.
Natürlich ist die Summe, um die es jetzt geht, lächerlich. Es handelt sich auch nur um die Verhandlung gegen einen Steuerberater. Natürlich haben andere Steuerberater das gleiche oder ähnliches getan, und dieser hat das gleiche oder ähnliches sicher auch noch mit anderen Banken getan. In Deutschland wären sowohl die Steuerberater als auch ihre Kunden in relativer Sicherheit, weil man in Deutschland in solchen Fällen nicht ermittelt.
Unsere Staatsanwälte gehören ja dem Staat, und der und alle Politiker, die so tun, als ob sie den Staat und die Bürger vertreten, gehören Josef Ackermann und dem sonstigen neoliberalen Pack und dem Großkapital. In den USA ist das anders. Da werden Staatsanwälte und Sheriffs gewählt. Sie haben nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie lassen sich kaufen und werden nicht mehr wiedergewählt, oder sie müssen die Interessen ihrer Bürger vertreten.
Nichts aber ist mehr im Interesse aller Bürger in allen Ländern, als die Steuerbetrüger und vor allem diejenigen, die sie verführen, in den Knast zu bringen oder mit sehr hohen Geldstrafen zu belegen. In Deutschland darf man Ackermann kaum kritisieren. Natürlich hat das amerikanische Rechtssystem auch Nachteile, aber gegenüber dem deutschen Rechtssystem, das vor den Großen katzbuckelt und die Kleinen und Schwachen tritt, ist es geradezu eine Offenbarung.
Natürllich werden andere Staatsanwaltschaften in den USA hellhörig werden, selber ermitteln und auch Einsicht in die Bücher der Deutschen Bank bekommen und so alle anderen Fälle ermitteln. Das wird die Deutsche Bank wohl die eine oder andere Milliarde an Geldstrafe kosten. Aber die ziehen die in Deutschland ja wieder von der Steuer ab. Das sind außerordentliche Aufwendungen. Ob Ackermann in seiner Bilanz ein Konto "Scheiße, erwischt!" hat? Vermutlich wird er so ehrlich nicht sein.
Klar dürfte aber sein, dass "Homer" und seine Geschwister mit Sicherheit auch in Deutschland angeboten oder, über ausländische Filialen der Deutschen Bank, Deutschen im Inland angeboten wurden. Dabei geht es nicht nur um Beihilife zur Steuerhinterziehung, sondern natürlich auch um Aufforderung zur Steuerhinterziehung. Denn es kommt ja niemand in eine Filiale der Deutschen Bank und verlangt nach "Homer".
Das Produkt zur Steuerhinterziehung ist also aktiv verkauft worden, wie hunderte ähnlicher Produkte. Es hat wahrscheinlich Seminare und Rundbriefe an Steuerberater gegeben. Kundendaten sind daraufhin durchsucht worden, welchen Kunden man "Homer" anbieten könnte. Da hat jemand sehr fleißig gearbeitet und es ging sicher nicht um die 1,25 Prozent Bearbeitungsgebühr. Da ging es vermutlich um viel mehr.
Natürlich wird gleich wieder ein Hansel von der Deutschen Bank anrufen und erzählen das es sich bei diesem Fall um einen Einzelfall handle, den natürlich nur die Putzfrau in Washington zu verantworten habe, weil die ...
Der Anrufer kann sich seinen Atem sparen. Es gibt nur einen, der verantwortlich ist. Dieser eine ist Josef Ackermann. Er hat die Renditeforderung an die Weltwirtschaft ausgegeben, die jetzt die Weltwirtschaft zerstört hat, und er hat von seinen Leuten Geschäfte verlangt, die diese Renditen bringen. Er hat seine Mitarbeiter, andere Banken, Unternehmen, Privatkunden und die Regierungen verführt auf einem unredlichen, ja kriminellen Weg zu gehen. Dafür muss er, und die Leute die ihn zugelassen haben, zur Verantwortung gezogen werden. Schnellstens.
Im Grunde genommen gibt es nur die Möglichkeit, dass die Deutsche Bank ersatzlos verstaatlicht wird und alle Manager erst einmal in Untersuchungshaft kommen. Natürlich müssen auch die Aktionäre bestraft werden, die ja dieses Management zugelassen haben. Man müsste den Gesamtschaden aufaddieren und ihn zusätzlich einfordern. So kann es nicht mehr weitergehen.
Natürlich wird in Deutschland nichts passieren. Erst wenn Ackermann nicht mehr in die USA reisen kann, wird bei uns jemand wach werden. Aber dann hat sich Ackermann längst in die Schweiz geflüchtet. Die Schlinge zieht sich immer mehr um seinen Hals zusammen. Hoffen wir auf die USA. Sie werden zwar in vielen Dingen unseren Untergang beschleunigen, aber in Sachen Ackermann sind sie unsere einzige Hoffnung.
super Beitrag! Der Stil gefällt mir besonders gut. Kleiner Einwand:
Gott bewahre uns vor einer Verstaatlichung der Deutschen Bank! Bei dem ganzen Müll, den diese spielsüchtigen Banker dort angesammelt haben, würde unser Staat nicht mehr mit Tempo 50, sondern mit Überschallgeschwindigkeit gegen die Wand fahren.
Gibt es übrigens ein Auslieferungsabkommen mit der Schweiz? :-)