Natürlich verbirgt sich hinter Bofingers Rumgesülze eine noch viel dümmere Idee. Er meint nämlich, dass die Verstaatlichung von Opel die anderen Autobauer daran hindern werde, ebenfalls Hilfe bei der Bundesregierung zu suchen, weil die, wie er messerscharf schließt, ja nicht auch verstaatlicht werden wollen.
Das ist, mit Verlaub gesagt, genial. Wenn er genau das bei den Banken gesagt hätte, wäre ja noch ein Schuh draus geworden. Aber so ist es nur Gequatsche. Die Autobauer werden sich über ihre Autobanken bedienen, und sie werden ihren allgemeinen Subventionsregen abbekommen. Unsere Politik ist so dämlich. Dagegen ist nichts mehr zu machen.
Hätten unsere Wirtschaftsweislinge das, was auf den deutschen Blogs seit Jahren geschrieben wird, auch nur in Ansätzen gelesen, hätten sie das Ende dieses Systems auch vorhersagen können, wie es die Blogger schon seit langem tun. Aber da haben Herr Bofinger und die anderen noch schlimmeren Finger um ihn herum die Augen und zu und die Taschen aufgemacht.
Herr Franz und Herr Rürup wissen genau, was gemeint ist. Ihre Vorhersagen waren so, dass ihre und die Interessen ihrer Freunde, also die Interessen der Feinde der arbeitenden Menschen gestärkt wurden. Bei Franz und Rürup wäre es ja sogar angebracht, dass sich die Staatsanwaltschaft mal mit deren Einkünften beschäftigt.
Sie wollten die Wahrheit nicht wissen. Sie wollten ein System, das sich selbst kannibalisiert, mit Macht am Leben erhalten. Jetzt brauchen sie auch nichts mehr zu sagen. Es ist vorbei. Egal ob Opel oder BMW als erster gestützt wird. Wird einer gestützt, müssen alle gestützt werden. Überall in der Welt, und damit wird, wie bei den Banken, nur Geld verbrannt.
Die einzige Methode, den totalen Untergang noch aufzuhalten, wären ein Mindestlohn von 10,50 Euro, eine Begrenzung der wöchentlichen Regelarbeitszeit im Verlauf von 12 Monaten auf
35 Stunden, die Zwangsteilname aller Einkommensarten in gleicher prozentualer Höhe an den Kosten der Sozialversicherung für Personen und Unternehmen. Dazu eine Besteuerung, die sich nur mit dem
EBITDA beschäftigt.
Das allerdings wäre vernünftig, kommt aber schon alleine deswegen nicht in Frage, gerade weil es vernünftig ist. Die Wirtschaftsweisen arbeiten eben für die wahren Sozialschmarotzer. Für das Großkapital und die Neoliberalen, die erst die Löhne drückten und von allen verlangten, in Eigenverantwortung zu sterben, aber jetzt alle nach Staatsknete schreien und schon immer nur durch Subventionen am Leben gehalten wurden.
Herr Bofinger und seine Mitstreiter mögen weiterreden. Wir schauen zu, wie ihnen der Dreck um die Ohren fliegt, und bauen dann ein neues System auf. Schade, man hätte auch Zeit sparen können.
Die Ernennung der Wirtschaftsweisen ist so eine Art Heiligsprechung. Die Relevanz der Prophezeiungen dieser Wirtschaftsorakel ist Null. Die Prognosen des BIP stimmen nie. Deren Bedeutung ist die der Jahresdurchschnittstemperatur bei der Auswahl der Bekleidung.
Jede gute Hausfrau hat bessere wirtschaftliche Kenntnisse.