Das was ich gestern in meiner Definition der Mietmäuler andeutete, wird heute zur Gewissheit. Die ständige Wiederholung von Falschmeldungen führt dazu, das die Falschmeldungen leichter geglaubt werden.
Auf wissenschaft.de wird heute eine Studie von Kimberlee Weaver vorgestellt, die an der University of Michigan im Institute for Social Research arbeitet. Bei Tests mit über tausend Freiwilligen haben die Wissenschaftler herausgefunden, das die ständige Wiederholen einer Meinung:
die eigene Glaubwürdigkeit erhöht und das die Zuhörer den Standpunkt als allgemein bekannt bewerten, auch wenn dieser es in Wirklichkeit nicht ist. Die Studie zeige, wie Menschen eine Meinungsäußerung bewerten und wie leicht eigene Eindrücke beeinflusst werden können
Die Probanden schenkten einer bestimmten Auffassung mehr Glauben, wenn diese von mehreren Teilnehmern geäußert wurde, stellten die Psychologen fest. Überraschenderweise zeigte sich dieser Effekt aber auch dann, wenn nur eine Person einen Standpunkt mehrmals wiederholte. Die Forscher vermuten, dass eine Meinung dadurch leichter im Gedächtnis haften bleibt und ein Gefühl der Vertrautheit entsteht.
Eine ähnlich Ansicht vertrat ja auch schon 1892 Gustave Le Bon in seiner "Psychologie der Massen"
Handelt es sich jedoch darum, der Massenseele Ideen und Glaubenssätze langsam einzuflößen, z. B. die modernen sozialen Lehren, so wenden die Führer verschiedene Verfahren an. Sie benutzen hauptsächlich drei bestimmte Arten: die Behauptung, die Wiederholung und die Übertragung oder Ansteckung (contagion). Ihre Wirkung ist ziemlich langsam, aber ihre Erfolge sind von Dauer.
Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sichres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen. Je bestimmter eine Behauptung, je freier sie von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie. Die religiösen Schriften und die Gesetzbücher aller Zeiten haben sich stets einfacher Behauptungen bedient. Die Staatsmänner, die zur Durchführung einer politischen Angelegenheit berufen sind, die Industriellen, die ihre Erzeugnisse durch Anzeigen verbreiten, kennen den Wert der Behauptung.
Die Behauptung hat aber nur dann wirklichen Einfluß, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken. Napoleon sagte, es gäbe nur eine einzige ernsthafte Redefigur: die Wiederholung. Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird.
Man versteht den Einfluß der Wiederholung auf die Massen gut, wenn man sieht, welche Macht sie über die aufgeklärtesten Köpfe hat. Das Wiederholte setzt sich schließlich in den tiefen Bereichen des Unbewußten fest, in denen die Ursachen unserer Handlungen verarbeitet werden. Nach einiger Zeit, wenn wir vergessen haben, wer der Urheber der wiederholten Behauptung ist, glauben wir schließlich daran. Daher die erstaunliche Wirkung der Anzeige. Haben wir hundertmal gelesen, die beste Schokolade sei die Schokolade X, so bilden wir uns ein, wir hätten es häufig gehört und glauben schließlich, es sei wirklich so. Tausend schriftliche Zeugnisse überreden uns so sehr, zu glauben, das Y-Pulver habe die bedeutendsten Persönlichkeiten von den hartnäckigsten Krankheiten geheilt, dass wir uns am Ende, wenn wir selbst an einem derartigen Übel erkranken, versucht fühlen, es zu probieren. Lesen wir täglich in derselben Zeitung, A sei ein ausgemachter Schuft und B ein Ehrenmann, so werden wir schließlich davon überzeugt, vorausgesetzt allerdings, dass wir nicht zu oft in einem andern Blatt die entgegengesetzte Meinung lesen, die die Eigenschaften der beiden miteinander vertauscht. Behauptung und Wiederholung allein sind mächtig genug, um einander bekämpfen zu können.
Wenn eine Behauptung oft genug und einstimmig wiederholt wurde, wie das bei gewissen Finanzunternehmungen der Fall ist, die jede Konkurrenz aufkaufen, so bildet sich das, was man eine geistige Strömung (courant d'opinion) nennt, und der mächtige Mechanismus der Ansteckung kommt dazu. Unter den Massen übertragen sich Ideen, Gefühle, Erregungen, Glaubenslehren mit ebenso starker Ansteckungskraft wie Mikroben.
Le Bons Meinung von 1895 wird durch die amerikanischen Forschungen bestätigt. Es liegt also nahe den Einsatz der Mietmäuler durch Kannegiesser, INSM, Mohn/Bertelsmann, Springer als auf diesen Theorien aufbauend zu begreifen. Es ist also kein zufälliges Zusammentreffen, sondern eine geplante konzertierte Aktion, die das Volk beeinflussen und verdummen soll.
Im Zeitalter der modernen Massenkommunikationsmittel geht dies besonders einfach. Aber müssen wir wirklich diese "Verbrecher" mit unseren Köpfen spielen lassen oder gibt es einen gesetzlichen Schutz vor einer derartigen Beeinflussung. Wir reden darüber nervende Telefonwerber zu verbieten und müssen gleichzeitig der INSM und anderen erlauben unsere Köpfe zu sabotieren.
Das mag ja vielleicht gesetzmäßig sein, richtig ist es aber auf keinen Fall.






















