Es gibt Schlagzeilen, die erzählen selber mehr als der eigentliche Artikel.
Heise ist so eine Schlagzeile gelungen.
IT-Gipfel: Vertrauenswürdige De-Mail von Innenministerium und Telekom
Schöner kann man es doch nicht mehr formulieren, wie weit unser Land schon heruntergekommen ist. Abhör- und Überwachungsminister Schäuble und die Telekom, die schon gar nicht mehr weiß, wen sie alles abgehört und überwacht hat, schaffen eine vertrauenswürdige E-Mail. Den Bock zum Gärtner machen, nennt man so was wohl im allgemeinen.
Weder Schäuble noch die Telekom haben auch nur die Spur von Vertrauen verdient - oder könnten es bekommen. Der Gedanke daran, dass diese beiden Partner nur am Rande die Kommunikation von Bürgern und Wirtschaft kontrollieren und manipulieren könnten, lässt die schlimmsten Befürchtungen hochkommen.
DE-Mail würde sehr schnell zur Pflicht, und früher oder später würde jede andere Mail-Kommunikation verboten. Es gäbe keine Verschlüsselung mehr, und Telekom wie auch das Innenministerium würden direkt jede Kommunikation per Mail kontrollieren und auswerten können. Natürlich wäre das ein Vorteil, weil so gezielt Wettbewerber der Telekom wie auch missliebige Bürger ausgeschaltet würden.
Es ist leicht vorstellbar, dass der Staat durch manipulierte Mails Fristversäumnisse provoziert, die weitreichende Folgen hätten. Natürlichen sollen nach außen hin Vertreter der Privatwirtschaft die Verantwortung übernehmen, während innen im System die Telekom und Schäuble auf jeder Leitung hocken.
Aber es gibt ein gutes Mittel der Gegenwehr. Einfach nicht benutzen. Die Bürger können Schäuble nicht abwählen, aber sie können sein System ins Leere laufen lassen.
(Wenn das mal nicht ein typischer deutscher Satz war. Ich hoffe die Grammatik ist korrekt.)
https://www.e-konsultation.de/buergerportalgesetz/index.php?page=viewcompiler_faq&id_view=3&menucontext=29
u.a. e-porto, die spinnen die Römer!
So sehr ich De-Mail als fragwürdig bis überflüssig empfinde, aber "Pflicht" und "verboten" halte ich dann doch für etwas weit hergeholt.
Parallel existierende Mail-Systeme könnten hypothetisch zugunsten von De-Mail verdrängt werden, aber für ein Verbot wäre die offene Diktatur erforderlich, und dann könnten die sowieso machen was sie wollen und De-Mail gleich als verbindlich einführen.
Für wahrscheinlicher halte ich, daß sie eine Verbindlichkeit für den Behördenverkehr vorschreiben, und vielleicht werden auch einige Unternehmen darauf bestehen.
Nach der nächsten Wahl, machen sie dann den Sack zu.