Die Finanzkrise fordert immer mehr Opfer. Besonders in den kleinen Staaten, die aktiv beim globalen Monopoly mitgespielt haben, geht die Angst um (Schweiz) bzw. ist man schon einen Schritt über den Rand des Abgrundes (Island) hinaus.
Auch wo das Geld ja förmlich aus dem Wüstenboden sprudelt, hat man mittlerweile so seine Sorgen. Da nützt das schönste Feuerwerk nichts. Irgendwann enden auch Märchen aus 1000 und 1 Nacht. Warum das so ist, das können die Scheichs hier erfahren.
Sehr geehrte Hoheit Scheich Mohammed, Herrscher von Dubai
Da haben Sie nun den Salat. Die Finanzkrise kommt auch in Ihr Ölboomparadies. Die anderen Reichen dieser Welt ziehen gerade ihr Geld ab. Das müssen Sie verstehen. Man ist bei Milliardärs im Moment halt etwas klamm. So mussten wir im Handelsblatt einige unangenehme Fakten lesen. Falls Sie sich nun fragen, wie es so weit kommen konnte - ich gebe Ihnen da gerne eine Antwort.
Schauen Sie, Ihr kleines Land hatte in der jüngeren Geschichte unheimlich viel Glück. Denn es hatte sozusagen einen Lottogewinn. Ja man kann schon sagen, es war ein Superjackpot. Nun ist das mit so einem Lottogewinn so eine Sache. Der trifft einen ja immer ganz schön überraschend. Plötzlich reich, was nun?
Bei einem Lottogewinn steht dem Gewinner, in der Regel, ein Berater der Lotteriegesellschaft zur Seite. Dessen Beratung lässt sich auf eine einfache Quintessenz reduzieren. Ruhe bewahren, sich genau überlegen, was man mit dem Reichtum anfangen will, an die Zukunft denken und um Gottes Willen nicht rumprotzen. Selbstverständlich darf man sich auch Wünsche erfüllen. Aber immer mit Augenmaß.
Eigentlich bräuchte man für diese einfachen Ratschläge gar keinen Berater. Ein weiser Mann kommt da ganz alleine drauf. Was also haben Sie aus dem vielen Geld gemacht? Haben Sie diese Weisheiten in die Tat umgesetzt?
Nein, Sie haben genau das Gegenteil getan. Statt sich zu überlegen was Sie mit dem vielen Geld anfangen wollen, haben Sie es mit vollen Händen ausgegeben. Nicht für eine Zukunft auch ohne Öl. Nein, für Protzpaläste, Megahotels, den teuersten Luxus, Wasser- und Energieverschwendung, die Dekadenz ihrer Herrschaftsschicht und die größten Dummheiten dieses Planeten. (Eisbahn und Golfplätze in der Wüste.)
Haben Sie fundamental in etwas investiert, das eine wirkliche Zukunftsoption darstellt? - Sie haben Geld ausgegeben, um eine künstliche Insel in Form einer Palme zu bauen. Das ist zugegeben sehr originell. Es wird Ihnen und Ihren Landsleuten in der Zukunft aber wenig nutzen. Ich sage Ihnen, Sie haben ihre schöne Scheinwelt im wahrsten Sinn des Wortes auf Sand gebaut.
Ach ja, als ob das mit der Finanzkrise nicht reichen würde, fällt nun auch noch der Ölpreis. Sie sehen, es sieht nicht gut aus. Vielleicht versuchen Sie es ja nun einmal mit Glücksspielen. Wenn Sie Hilfe beim Zocken brauchen, dann können Sie sich ja an die größten Zocker aller Zeiten direkt wenden. Einige von denen sollen sich ja, dem Vernehmen nach, in Ihrem Ländchen verkrochen haben.
In diesem Sinn, zwar schade um all die schönen Häuser. Doch irgendwann weht der Sand drüber.
Hochachtungsvoll Ihr ergebener
J.Fuhrmann
Macht nichts! Eine ausgefallene Idee und vielleicht sind die Immobilien einer Insel profitable zu vermieten bzw. zu verkaufen.
Ein Problem ist für mich, wenn ich an die hunderte Millionen Menschen die hungern bzw. die vielen Menschen die täglich verhungern denke.
Sicher, die Scheichs haben es grandios krachen lassen, aber war das wirklich anders zu erwarten (genau wie im übrigen bei den sowjetisch/russsischen Oligarchen)?
Die haben noch vor nicht mal einem halben Jahrzehnt in der Wüste in ihren Zelten gehockt und wussten nicht, dass es noch was anderes außer Sand gibt. Und was haben in den letzten Jahrzehnten die Gutmenschen aus dem Westen getan? Sie haben nicht versucht, den Scheichs unsere Jahrhunderte alte und gewachsene Kultur zu vermitteln, nein - sie haben um jeden noch so sinnlosen Auftrag (z.B. eine Schneeabfahrtshalle in der 40 Grad heißen Wüste, wo um die Ecke in Afrika täglich tausende an Wassermangel verrecken)) gerungen! Selbst der Gerätemann Pooth ist wie so viele andere hingefahren, um auch ein Lottojackpottgewinner zu werden. Selbst solche Imperialistenkonzerne wie Mercedes oder VW haben um die Gunst der Scheichs gebettelt.
Und das die Scheichs Gott spielen wollten, indem sie das Meer teilen und neues Land hervorhoben (Palm Insel etc.) musste nicht nur religiös daneben gehen! Von Anfang an haben schon echte Experten abgewunken, weil schon das Kleinkind am Urlaubsstrand an der Ostsee weiß, dass Matschepampe nicht lange hält.
Und lieber Herr Jörg Fuhrmann, wenn Sie dem Scheich ein ergebener Hochachtungsvoller sind, dann bitte unendgeltlich hinfahren und Entwicklunsghilfe zukünftig leisten!
Für mich sind alle die Milliardäre, also die Scheichs, Oligarchen, Imperialisten und wie das ganze Gesocks sonst noch heißt, absolute Schwerstverbrecher/Menschenfeinde, weil sie ihr Kapital nicht zum Nutzen der Menschheit einsetzen, sondern es sinnlos verbraten. Und jeder noch so hinterwäldlerische Tüftler und Geschäftemacher (schaffe, schaffe - raffe, raffe), der diese Bande mit Tuningprogrammen für Rolls Royce & Co., mit diamantbesetzten Handys, mit vergoldeten Laptops und all den anderen sinnlosen Scheiß ausrüstet, ist ein mieser, dreckiger Helfershelfer.
Abschließend sei mir der Hinweis gestattet, dass die meisten Lottogewinner, die aus einfachen Verhältnissen kommen, meistens nach ein paar Jahren finanziell am Ende sind.
War aber scheinbar vergeblich, da Scheichs Söhne nach der Rückkehr in die Heimat einfach da weiter gemacht haben, wo der Vater aufhörte.
Dem Westen dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben ist zwar einfach, aber imho zumindest teilweise falsch.
Egal, nach dem Ölboom und der darauf sicher folgenden Pleite der Emirate können sie ja immer noch ihre Zelte wieder auf die Kamele packen und durch die Wüste ziehen (ohne das unter dem Wüstensand liegende Öl will die sowieso keiner haben).
Nun ist es aber so, dass Scheichs ihre Söhne (natürlich nicht ihre Töchter) zu den teuersten (und angeblich auch besten, weil teuer ja = gut) Universitäten des Westens geschickt haben und sie dort alles mögliche studieren ließen.
Der ist gut... Die meist wie ein Strauß Türklinken dreinschauenden Prinzen haben den Westen meistens dahingehend studiert, mit welchem Supercar sie aus welchem Luxusarpartement (ab 400 qm Wohnfläche) sie zur nächsten Party losziehen. Bei ner Vorlesung wurden die wenigsten selten gesehen...
Diese Typen haben doch nur deshalb ein Studium begonnen, weil es eben dazu gehört. Den Abschluß hätten sie ebenso beim Konsul Weiher kaufen können.
Selbst dran schuld.
Sorry, aber wenn einem alle Möglichkeiten offenstehen und einem sämtliche Türen geöffnet werden, man aber absolut gar nichts daraus macht, dann muss man die Schuld daran nicht zuerst bei anderen suchen.
Mein Mitleid mit den armen Prinzen, die mit goldenen diamantbesetzten Löffeln im Mund geboren werden, hält sich doch in sehr engen Grenzen.