"Linda ist eine festkochende Kartoffel mit tiefgelbem Knolleninneren, die als besonders aromatisch gilt. Sie hatte im Jahr 2004 einen Marktanteil von etwa 1,4 % in Deutschland. Beim Direktverkauf von ökologisch wirtschaftenden Landwirten ist sie jedoch eine wichtige Sorte. Um die Verlängerung der deutschen Sortenprüfung ist derzeit ein Rechtsstreit anhängig.
"Europlant argumentiert, dass Linda sehr anfällig gegen Krautfäule, Knollenfäule und Virusnekrosen sowie nicht resistent gegen Nematoden und Krebserkrankungen sei. Deshalb benötige sie unnötig viel Pflanzenschutzmittel. Des weiteren sei ihre Kocheigenschaft oftmals nicht stabil, das heißt, sie verändere diese während der Lagerperiode von fest- zu mehligkochend. Im Interesse des Umwelt- und Verbraucherschutzes empfehle sie deshalb andere Sorten.
Befürworter der Linda verweisen auf die ökologische Landwirtschaft, die Pflanzenschutzmittel gegenüber den ohnehin niedrigen gesetzlichen Grenzwerten weiter beschränke, sodass eine Gefährdung der Umwelt und der Verbraucher vernachlässigbar sei." [
Quelle]
Die deutschen Bauern glauben, dass das Bundessortenamt Hannover die Zulassung der Kartoffelsorte Linda absichtlich verzögert. Karsten Ellenberg von
Bioland () dazu
im taz-Interview ():
"Sie braucht weniger Düngemittel und kommt ohne Spritzmittel aus. Auch die Verbraucher wollen sie. Zum anderen geht es uns ums Prinzip: Konzerne dürfen nicht bestimmen, was wir anbauen und essen dürfen."
In der
Pressemitteilung () vom LINDA-Freundeskreis heißt es:
"Ellenberg und der LINDA-Freundeskreis haben sowohl in Deutschland als auch in Großbritanien und Tschechien den Antrag auf Neuzulassung der Kartoffelsorte LINDA gestellt. Der Sortenschutz für die Kartoffel war nach 30 Jahren erfolgreichem Anbau ausgelaufen. Das
Pflanzenzuchtunternehmen Europlant () als Sortenschutzinhaber hatte jedoch Ende 2004 die Zulassung zurückgezogen, die auch unbegrenzt hätte weiterlaufen können. Europlant wollte mit dieser Maßnahme LINDA vom Markt nehmen, um neueren Sorten bessere Absatzchancen zu bieten. Ellenberg, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Bioland haben dagegen eine sehr erfolgreiche Kampagne zur Rettung von LINDA auf die Beine gestellt.
In Großbritanien wird im Juni 2009 über die Neuzulassung entschieden, in Tschechien nach der Prüfung in 2009. „Um LINDA bleibt es spannend, wir machen weiter“, so Ellenberg und Janßen."
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Weitere Informationen:
Rettet LINDA
Pressestimmen zum Thema
Ich habe dieses Jahr selbst Kartoffeln angebaut, (unter anderem Linda, Sieglinde, Ackersegen, Hermans Blaue, ..) ohne Spritzmittel und ohne Dünger und das funktioniert auch.
Vielleicht sollte sich jeder der die Möglichkeit hat mal mit dieser Thematik auseinandersetzen, bevor solche Sorten nur noch in Spitzbergen erhältlich sind.
http://www.kartoffelvielfalt.de/
Ich neige im Moment dazu, die Umwelt mit meinen Abgasen zu belästigen und fahre in den Odenwald - da gibts dann Kartoffeln mit Geschmack und unterschiedlicher Farbe.
Mein derzeitiger Favorit sind auch die blauen Sorten - da wird derzeit nicht soviel dran rumgebastelt, sind eher etwas selten, aber lecker und lustig fürs Auge.
Leider scheinen die Arten aber auch dort weniger zu werden. Auf einem Kartoffelfest vor vielen Jahren wurden bestimmt 15 Sorten angeboten - beim dem diesjährigen sah ich grade mal 4 Sorten, davon zwei, die es in JEDEM Supermarkt gibt.
Die Webseite oben hab ich schon früher entdeckt - die Infos dort fand ich schon recht aufschlussreich. Und sollte ich jemals wieder Garten zur Verfügung haben, landen ein paar von den bunten bestimmt bei mir. Bis dahin werd ich die Bauern mit den unüblicheren Sorten der Umgebung unterstützen. Lagern ist leider schlecht, wenn man im Mietshaus mit Minikeller wohnt.
- gegen Unkraut hilft die Hacke
- gegen ausgelaugte Böden gibts Tiermist
- gegen Kartoffelkäfer hilft ein Fruchtwechsel, also min. 2-Felderwirtschaft und hin und wieder ein Brachjahr
Wie unsere Sorten heißen kann ich nicht mal sagen. Beide (fest und mehlig) stammen aus 1999 und wurden seit dem immer direkt vom Keller wieder gelegt ... die geerntete Menge variiert dabei lediglich in Abhängigkeit vom Wetter (Niederschläge)
Zur Lagerung eignen sich allerding KEINE betonierten Keller - hier ist ganz altbacken ein Lehmboden gefragt, auch wenn in der Übergangszeit mitunter Gummistiefelzwang durch eindringendes Grund- oder Oberflächenwasser herrscht.
Was ich damit sagen will ist, Leute lasst Euch nicht verrückt machen und seht zu, Euer eigenes Ding zu machen ... mit Nachbarn, Freunden oder zur Not auch allein. Dann können die Beschließen was sie wollen und erreichen letztlich doch garnichts damit.
Für die anderen zukünftigen Hobbybauern ... www.bantam.de der Mais eignet sich prima als nahrhafte und leckere Fruchtfolge ;-)