"Schächten" ist einer der Dauerbrenner des islamfeindlichen Diskurses, weil man weiß, wie sehr die Muslime damit zu treffen wären, würde ihnen dies verboten. Bislang werden sie "nur" behindert.
Auch diese, zunächst "Im Namen des Tierschutzes" angeschobene Kampagne wurde längst ihres angeblichen Anliegens entkleidet: Im Sinne des Prinzips "Gramsci von Rechts" wird sie längst gegen die angebliche kulturelle Hegemonie der Muslime ins Feld geführt. Ähnlichkeiten mit entsprechenden Kampagnen des "Stürmer" und anderer entsprechender Publikationen sind frappierend.
Feindbild Jude - Feindbild Muslim: ein Kettenmail, ein Urteil und eine Konferenz, Teil 2
zum Vergrößern auf die Bilder klicken
"Wer spuckt aufs Schweinefleisch?" Der Sprecher des Deutschen Fleischerverbands muss lachen. "Diese Geschichte höre ich zum allerersten Mal! Ich bin sicher, dass wir davon erfahren würden, wenn dem so wäre." Wie solle das überhaupt klappen: Zwischen Fleisch und Kunden sei doch eine Glasscheibe.
Ihr sollt kein Aas essen - dem Fremdling in deinem Tor magst du es geben, daß er's esse oder daß er's verkaufe einem Ausländer; denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter.
Das wird in dem linksstehenden Ausschnitt verkürzt zu: was zu schlecht für Euch ist, ist für Nichtjuden immer noch gut genug. An dieser Fehlinterpretation des Verses aus dem 5.Buch Mose durch deutsche Judenhasser kann man wunderbar aufzeigen, wie diese Steinbruch-Methode eben nicht funktioniert. ich habe mir zu eben jener Stelle kompetente Unterstützung geholt. Hans-Christoph Stoodt, nicht nur einer der Sprecher der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt/Main, sondern auch evangelischer Theologe schreibt mir zu diesen Versen, aus dem der 14:21 stammt:
5. Mose 14,21, worauf sich Deine Frage bezieht, faßt eine Vielzahl von Vorschriften zur kashrut zusammen, Vorschriften zur Reinheit / Unreinheit.
Sie alle beziehen sich auf die Innen/Außen-Abgrenzung Israel/Umgebung.
Ich kann das jetzt nur in aller Kürze ausführen. Historisch sind da zwei Stufen anzunehmen.
Die Stelle stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus exilischer Zeit, also dem 5. Jhdt. v.Chr., als die israelitische Oberschicht, darunter die Reste der Tempelbürokratie, nach Babylonien deportiert war und sich dort von der sie umgebenden kulturellen Umgebung religiös und rituell, besonders auch in Alltagsfragen, zB. Essen, abzugrenzen bemüht war. Darin reflektiert sich also via negationis die Kultur der Umgebung. Das Ganze wird dann in nachexilischer Zeit in die lange vergangene Zeit der Landnahme retrojiziert, also die Zeit der Einwanderung nomadischer Stämme des JHWH-Glaubens in die kanaanäische Gesellschaft seßhafter Bauern i der zeit ca. 1200 – 1000 (ist inzwischen historisch alles total umstritten, aber so die opinio communis).
Die einwandernden Hebräer waren Kleinviehnomaden, denen zB. Schweine zu halten einfach praktisch unmöglich war. Also wurde damals, vor etwa 3000 Jahren, in einer Phase der gegenseitigen Durchmischung von israelitischen Kleinviehnomaden und seßhaften kanaanäischen Bauern die Erlaubnis bzw. das Verbot des Schweinefleischessens und auch des Schweineopfers zum Differenzkenneichen zweier Gruppen, die im selben Land lebten und sich gegeneinander abzugrenzen bemüht waren: wir essen nur Ziegen, Schafe und Rinder, ihr eßt auch Schweine – das hieß einfach damals de facto nur: wir sind Nomaden, ihr seid Bauern. 600 Jahre später kodifizierten israelitische Priester diese Sitten und Gebräuche im Exil. In diesen Textbereich gehört 5.Mose 14.
In dessen Zusammenhang bedeutet also der „Ausländer“ schlicht den kulturell Fremden, u.U. den Nachbarn, und „Aas“ ist dasjenige Essen, auf das aus Gründen dieser Differenz zu verzichten ist. Die beiden Worte für „Ausländer“, die im Original zu finden sind („nochri“ und „ger“) bezeichnen dabei Gruppen, die nirgends abgewertet, sondern an vielen Stellen ausdrücklich dem Schutz der israelitischen Gemeinschaft anempfohlen werden. Sie gehören gleichsam kulturell nicht dazu, sind aber dennoch zu respektieren. Das hebr. Wort für „Aas“ (nevala) bedeutet in der hebr. Bibel schlicht „Leiche“, und zwar von Menschen wie von Tieren. Es stammt von der Wurzel „nbl“, die übrigens auch im arabischen vorkommt (nabala) und in vielen semitischen Sprachen „welken“ und daraus Abgeleitetes bedeutet. Von her aus führt die Spur zu en unterschiedlichen Tötungsformen, gerade auch im Bereich des Opfers, und der von Nomaden nicht verstehbaren Praxis, geopfertes Fleisch länger im Tempel aufzubewahren und dort auch als Fleisch für den verzehr zu verkaufen. Für Nomaden, die das Fleisch dort essen, wo sie es schlachten, ist das Aas.
Zusammengefaßt: 5. Mose 14 reflektiert die identitäre Abgrenzung einer kulturell unterdrückten, noch nicht oder nicht mehr politisch gleichberechtigten Gruppe zum Zweck der Selbstbehauptung nach innen und nach Außen.
Somit also etwas vollkommen anderes, als im Nazi-Pamphlet behauptetes; wer bei entsprechenden "islamkritischen" Ausführungen ein Déjà-vu hat, hat recht.
Forderungen nach Warnhinweisen auf Fleischpackungen hat es auch schon zu Hauf gegeben, und Kampagnen, wie schädlich das doch sei. So hat sich unser Lieblings-Ex-Top-Ermittler seinerzeit im Interview mit al-Jazeera auch gebarmt, seine armen Kinder würden im Kindergarten halal-zwangsgefüttert. Nun, heute ist ihm das aus anderen Gründen bestimmt egal, aber damals brachte er das andauernd an.
Nochmal ganz wesentlich:
Auch die Kaschrut-Gesetze verlangen das Schächten des unbetäubten Tieres!
Die Methode des rituellen Schächtens beabsichtigt, dem Tier den geringsten Schmerz zuzufügen und möglichst viel Blut zu entfernen. Sie besteht aus einem raschen Schnitt durch die Kehle mit einer tadellos geschärften Messerklinge von angemessener Länge, die völlig frei von der kleinsten Kerbe oder Unebenheit ist. Die schnelle Bewegung des Messers dauert den Bruchteil einer Sekunde und durchschneidet rasch die Luft- und Speiseröhre, die beiden Vagusnerven, sowie Halsschlagader und Venen. ...
Die von Tierschutzvereinen vorgeschlagenen Betäubungsmethoden vor dem Schächten würden dem Tier solche Verletzungen zufügen, daß es trefe wird. ...
Quelle: Kapitel 4, Schechita - das Schächten.
Das hysterische Anti-Schächt-Geschrei der "Islamkritiker" hat einen historischen Vorläufer:
Die Tierschutzbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland sah Tierversuche und Schächtung als Ausdruck einer 'jüdischen' Medizin und stellte diese in direkte Verbindung zueinander ... Für die Nationalsozialisten war der Tierschutz ein willkommenes populäres Thema [10]; sie konnten sich an die Spitze einer breiten, bislang nicht anerkannten Volksbewegung stellen und mit dem Thema Schächten deutsche Juden, die im Pelzhandel, der Medizin und Biologie eine wichtige Rolle spielten, mit Tierschutzargumentationen diskriminieren ... Bei Arthur Schopenhauer findet sich der Gedanke der Tierrechte: „Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.“ Schopenhauers Auslassungen sind von einem grundsätzlichen Antijudaismus bestimmt. So führt er aus "Die vermeinte Rechtlosigkeit der Thiere, (...), daß es gegen Thiere keine Pflichten gäbe, ist geradezu eine empörende Roheit und Barbarei des Occidents, deren Quelle im Judenthum liegt" ... das Schächten ist auch heute noch Vorwand für religiöse und insbesondere auch antisemitische Vorurteile ... Es blieb bis 1972 nahezu unverändert in Kraft. Am 16. August 1933, über drei Monate vor Erlass des Reichstierschutzgesetzes, drohte Hermann Göring in seiner Funktion als preußischer Ministerpräsident, KZ-Lagerhaft für Tierquälerei (inklusive der Schächtung ) an - eine der ersten öffentlichen Erwähnungen der Konzentrationslager wie auch eine erste Ausweitung der zunächst vor allem auf politische Gegner des Regimes begrenzten Lagerhaft.
Auf diesem historischen Hintergrund, den auch ein PI ansonsten wohlgesonnener Stammkommentierer ganz offensichtlich richtig einordnet, hat ein Verwaltungsgericht in Giessen am 5.12. den Eilantrag eines muslimischen Metzgers abgelehnt, der bereits mehrfach Ausnahmegenehmigungen erhalten hatte, die ihm genehmigte Zahl weiter zu erhöhen. Im Endergebnis kommt das, wie in diesem Kommentar von HCStoodt schon berichtet, bei angeblich grundsätzlicher Bereitschaft einer massiven Behinderung der Religionsausübung gleich: die Leute, um die es geht, haben zum Opferfest kein Fleisch. Mittlerweile ist ein Eilantrag vor dem Verfassungsgericht ebenfalls abgelehnt worden, und beim Bericht macht der Ton die Musik: Schächten fällt aus. Die NPD macht noch mehr Musik und jubelt hier:
Das Schächten ist uns Europäern fremd, für diese Form des Quälens besteht kein logischer Grund.Nun, wie Kommentator Horst in diesem Artikel richtig anmerkt: durch Kehlschnitt wird nicht nur bei Juden und Muslimen getötet - dann allerdings robuster:
Ich befürchte aber, daß das Schächten, trotz Verbot, doch weiterhin ausgeübt wird. Statt nach Auschwitz sollte jede Schulklasse ein mal im Jahr dieser Tierquälerei zuschauen müssen. Im Nu wären die Fronten zurechtgerückt. Wo bleiben die Proteste der Frau Roth und des Herrn Ströbele zur Ausübung dieser abscheulichen vorderasiatischen Religionsvorschrift? ... Endlich einmal eine gute Nachricht.
Das Schächten muß in Deutschland verboten sein. Von den rot-grünen pseudogutmenschlichen brD Naturschützern interessiert sich bekanntlich keine Sau für diese nur auserwählten Volksgruppen vorbehaltene Art der religiösen Tierquälerei. Was für ein Gott muß das sein, der so etwas von seinen Anbetern verlangt? ... @Martin : (nicht etwa “Ali”, “Yussuf” oder so ähnlich wie die Ölaugen ???) ... Alles klar, Kollege :Islam ist Friede und und die Welt eine Scheibe. Pippi Langstrumpf wird Königin von Takkatukka-Land, legt sich den Schleier um und liiert sich mit Clautschi “Burka” Roth in einer lesbischen Lebensgemeinschaft.Träum´ weiter von Deiner arabischen Mokka-Revolution…
Dies sind Bilder aus dem christlichen Georgien.
Hans Christoph Stoodt hat es dankenswerterweise nochmal übernommen, die Ähnlichkeit des jüdischen und muslimischen Schächtens zu beschreiben:
Religionsgeschichtlich geht das scharia-konforme islamische Schächten von Tieren eindeutig auf jüdisches Religionsrecht (halacha) zurück. Der Begriff “Schächten” ist hebräischen Ursprungs (sch’chita, Schlachtung). In beiden Fällen besteht der Unterschied zur zeitgenössisch-westlichen Schlachtmethode in der Vorschrift, daß das Schlachttier durch eine dazu ausgebildete Person (hebräisch: schochet) ohne vorherige Betäubung mit dem raschen Schnitt eines speziellen rassiermesserscharfen Instruments durch die Kehle getötet werden muß und anschließend (im bereits toten Zustand) ausblutet. Denn in beiden Religionen gilt das Blut als Sitz des Lebens, über das von Menschen darum nicht verfügt werden darf, indem es zB. gegessen wird ... Nachbemerkung: eine Massentierhaltung oder -schlachtung im “zivilisiert-westlichen” Sinne wäre nach halacha oder scharia undenkbar, da zB. Schlachttieren die Angst vor dem Tod dadurch zu ersparen ist, daß der Schlachtort sorgfältig von allen Spuren einer eventuellen vorherigen Schlachtung zu reinigen ist.
Hier, hier und besonders hier sind noch drei Texte über die muslimische Auffassung zum Tierschutz.
Das schreibt der französischer Politologe Vincent Geisser und Mirage hat es übersetzt:
Brigitte Bardot, etwa die neue Innenministerin?
Donnerstag, den 27. November 2008 – von Vincent Geisser, Politologe
Die Brigitte-Bardot-Stiftung hat es geschafft, eine Bildungsveranstaltung über das Schächten durch islamophobe Wahnvorstellungen verbieten zu lassen. Die Innenministerin ist ihr gefolgt. Ist etwa unsere Innenministerin mehr um das Wohlergehen der Larzac-Schafe besorgt, als um das ihrer muslimischen Mitbürger?
Das republikanische Halal: „in Laizismus steckt auch Lizenz!“ (Das ist ein Wortspiel mit laicité und licité)
Der Verein für Aufklärung, Information und Schutz der muslimischen Verbraucher (ASIDCOM) wurde im Mai 2006 von französischen Bürgern gegründet und besitzt heute eine große Glaubwürdigkeit bei den Gläubigen und den Behörden, die regelmäßig auf seine Ratschläge und seinen kompetenten Sachverstand zurückgreifen. Sein Hauptmotto „in Laizismus steckt auch Lizenz“ gibt an sich schon die Philosophie des Vereins wieder: die Interessen der muslimischen Verbraucher im Einklang mit den Prinzipien und den Werten des Laizismus schützen und fördern.
Der Verein will kein muslimischer Verbraucherlobbyist sein. Er versucht u.a. den „Halal-Business“ (Halal-Markt) ethisch zu stärken und organisiert dafür Veranstaltungen sowohl für die Gläubigen und die neuen muslimischen Unternehmer. als auch für die Behörden, die oft Probleme haben, die wirtschaftlichen Ziele und die religiösen Aspekte zu verstehen und zu vereinbaren.
Die schnelle und chaotische Entwicklung des Halal-Wirtschaftszweigs ging in den letzten 10 Jahren mit vielen Missbrauchs- und Betrugsfällen sowie merkantilen Reaktionen einher, die gleichermaßen den muslimischen Verbrauchern und auch der Allgemeinheit schaden. Deshalb lehnt es der Verein ab, einen kommunitaristischen Weg zu gehen, der dazu führen würde, im französischen Recht partikularistische Normen einzuführen. Er fordert aber vielmehr „die Anwendung des positiven Rechts und der internationalen Richtlinien“. Für die Vereinsverantwortlichen geht schließlich eine ethische Besserung des „Halal-Marktes“ unbedingt über den bedingungslosen Respekt der französischen und europäischen Gesetzgebung: es liegt im Interesse der muslimischen Verbraucher, dass alle Halal-Anbieter genaust die gesetzlichen Gesundheits- und Hygienebestimmungen einhalten. Kurz gesagt: es kann in Frankreich keine „Halal-Ausnahme“ geben.
Die Gläubigen mit den richtigen Praktiken vertraut machen
Genau aus diesem formalrechtlichen Standpunkt hat der Verein ASIDCOM beschlossen, zusammen mit dem Institut Vioscope (einer in der Nahrungsmittelsicherheit spezialisierten Tierarztpraxis) am 9. November 2008 einen Informations- und Bildungstag über die „richtigen Praktiken“ anlässlich der Aid-Fest in Grenoble zu veranstalten. Diese Veranstaltung richtet sich insbesondere an die Familienväter. Diese Aufklärungsaktion kann durchaus mit ähnlichen Aktionen der Verkehrssicherheitsorganisationen verglichen werden, die das „richtige Fahrverhalten“ den französischen Autofahrern näher bringen wollen.
Der Verein ASIDCOM wendet sich direkt an die Familienväter mit dem Ziel, diese von manchen sowohl illegalen als auch unerlaubten Vorgehensweisen, die man hier und da beobachten kann, abzubringen. Diese Veranstaltung ist kostenlos und hätte für jeden Mann offen in einer vom Grenobler Rathaus zur Verfügung gestellten Gemeindesaal stattfinden sollen. Dem Verein geht es nicht darum, jemandem die Befähigung als Schächter zu erteilen, was so wie so nicht zu seinem Ressort gehört, sondern darum, dass die Familienväter zur Einhaltung der gültigen Gesundheits- und Hygienevorschriften zu bewegen.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung behandelt die Risiken für die öffentliche Gesundheit und die zwingend erforderliche „gute Behandlung“ des Tieres beim Schächten anlässlich des Aid-Fests. Als neue und bahnbrechende Initiative in Frankreich hätte die Erfahrung in Grenoble in mehreren französischen Städten mit großer muslimischer Gemeinde eingeführt werden sollen. Aber man hatte wohl nicht mit der hasserfüllten, u.a. von der Brigitte-Bardot-Stiftung gestarteten Kampagne gerechnet.
Schützen wir die Schafe und opfern wir die Muslime: eine sehr unmoralische Moral.
Seit einigen Jahren hat sich die Brigitte-Bardot-Stiftung die Anprangerung des muslimischen Schächtens auf die Fahne geschrieben. Moralisch gesehen ist es zwar nicht schockierend, dass sich ein Verein für den Schutz des „tierischen Wohlbefindens“ einsetzt, jedoch kokettieren die Argumente der Stiftung oft mit der herrschenden Islamophobie: das Schächten wird regelmäßig als eine archaische und barbarische Handlung dargestellt.
Genau diese Argumente benutzte Christophe Marie, Vorsitzender der Brigitte-Bardot-Stiftung, um die Veranstaltung der ASIDCOM öffentlich abzustempeln und schlecht zu machen: „Dieses Programm, das eigentlich das Ziel verfolgt, die „Familienväter“ zum Schächter auszubilden, zeichnet eine neue Etappe, was die Provokation und die Verweigerung, die republikanischen Gesetze eines laizistischen Staates zu respektieren, angeht“, behauptet er in einem an den Grenobler Bürgermeister und den Staatspräsidenten adressierten Brief. Was nichts anderes heißt als: die Muslime sind nicht nur archaisch und barbarisch, sondern auch antirepublikanisch und antilaizistisch - was zu beweisen war!
Es ist festzuhalten, dass die von den „Tierschützern“ angebrachten Beweggründe sich sehr schnell zu einem Werturteil über eine vermeintliche Nicht-Konformität der französischen Muslime mit dem französischen Laizismus wandeln. Man hätte erwarten können, dass diese sehr ideologische, in der Thematik den Rechtsextremen sehr nahe Ideologie ein Einzelfall geblieben wäre.
Sie wurde aber zum größten Teil durch das Innenministerium übernommen, um das Verbot der Versammlung zu rechtfertigen. So intervenierte Gérard Gachet, der Pressesprecher des Innenministeriums, früherer Journalist bei Le Figaro und früheres Mitglied der radikal-rechtsextremen Partei der Neuen Kräfte, persönlich bei dem Präfekten des Département Isère - nicht um sich für das Versammlungsrecht einzusetzen, sondern um die Versammlung zu verbieten: „Das Ministerium bleibt bezüglich des Respekts der Gesetzgebung in dieser Angelegenheit hart“, sagte er der AFP gegenüber.
Noch schlimmer, die Kampagne der Brigitte-Bardot-Stiftung gegen die Initiativ des Vereins ASIDCOM führte zu einer regelrechten islamophoben Hysterie auf einigen Webseiten der Tierschützer. Einer gläubigen Muslime, die das Schächten verteidigte und daran erinnerte, dass es oft das Wohlergehen des Tieres weit mehr respektiert als die Schlachtung mit Betäubung, erwiderte eine Internet-Userin:
diese Leute [gemeint sind die Muslime] widern mich nur noch an! Diese [muslimische] Frau sollte doch selbst geschächtet werden, um zu sehen wie es ist!!!Nachzulesen hier im Forum.
Die Moral dieser nicht gerade moralischen Geschichte: in Frankreich ist es wohl besser, ein Schaf als ein muslimischer Bürger zu sein, soll das Innenministerium sich für einen einsetzen. Ein seltsames Konzept der republikanischen Staatsbürgerschaft, oder? „Schützen wir die Schafe, opfern wir die Muslime“, könnte das neue Motto dieser Tierschutzvereine werden, die sich anscheinend mehr für das Schicksal der Schafe als für das Schicksal unserer Mitbürger interessieren.
Soweit das Neueste über Frau Bardot. Der muslimische Komiker MOURAD nimmt es mit Humor:
Ja, man sollte sein Schaf nicht in der Badewanne oder dem Whirpool schlachten, denn sonst verstopft es, und man muss den polnischen Klempner rufen, um das ganze wieder in Ordnung zu bringen.
Eine Anspielung auf die Kampagne der Nein-Befürworter beim Referendum für die EU-Verfassung. Damals wurde eine Kampagne gestartet, wonach der "polnische Klempner" als Symbolfigur für die Billig-Arbeitskräfte aus Osteuropa den französischen Arbeitsmarkt überrollen würde, wenn die EU-Verfassung in Kraft treten sollte.
Haben wir jetzt alles? Nein. Unsere fleissigen belgischen Freunde fehlen natürlich. Ich beschrieb damals eine von Filip Dewinter vorsgestellte Anti-Halal-Kampagne:
Dankenswerterweise wird schon durch die Dekoration gezeigt, dass es weder um Tierschutz, noch um Religion geht. Vielleicht kann sich ja mal jemand die Produkte etwas genauer ansehen?
Sicherlich werden solche Aktionen bald schon in anderen Ländern auftauchen, denn es geht weiterhin um europäische Vernetzung.
Wie diese Vernetzung läuft, hatte ich ja schon öfters beschrieben, und ich werde das auch weiterhin tun in der Hoffnung, darauf zu sensibilisieren. Venetzen müssen auch wir uns. Jenseits aller Empfindlichkeiten. Bald.
Tags für diesen Artikel: antiislam, antisemitismus, eu, europa, halacha, halal, integration, islam, islamophobie, judentum, koscher, migranten, moschee, scharia, volksverhetzung
Artikel mit ähnlichen Themen:
Trackbacks
Duckhome am
12/11/08 um 12:16
Der Bolzenschuss des Filip Dewinter: Schlachten Sie auch Ihr Schaf in der Badewanne?
Heute habe ich bei einem mir befreundeten Tierarzt noch mal nachgefragt, was die "Betäubung" mit den Tieren so macht. Er erzählte mir, daß man im Schlachthof im Akkord schlachtet. Einen ersten Eindruck, sogar von einem gut geführten Schlachthof vermittelt ...
Heute habe ich bei einem mir befreundeten Tierarzt noch mal nachgefragt, was die "Betäubung" mit den Tieren so macht. Er erzählte mir, daß man im Schlachthof im Akkord schlachtet. Einen ersten Eindruck, sogar von einem gut geführten Schlachthof vermittelt ...






















Herzliche Grüße,
Hans Christoph Stoodt