Jeder ist irgendwie geschmeichelt, wenn andere ihn auffordern, zu handeln. So ungefähr die ersten dreihundert Mal. Danach wird es eher mühsam.
Bettina Winsemann aka Twister schreibt sich bei
TELEPOLIS den Frust von der Seele.
Bürgerrechtsaktivisten sehen sich zunehmend einer enormen Erwartungshaltung ausgesetzt. Man verzeihe die deutlichen Worte, aber man fühlt sich schon fast wie im Film "Das Leben des Brian", wenn bei jedem vermutlich verfassungswidrigen Gesetz, jeder Initiative usw. schon der Ruf nach "Ak-Vorrat, tut was! Twister, tu was! FoeBuD, macht was! usw." erfolgt ...
So wie in dem vorgenannten Film Brian, dem seine Anhänger hinterherlaufen, sich zunehmend mit der Rolle des unfreiwilligen Messias konfrontiert sieht, ab und zu noch versucht, denjenigen, die ihm als "Masse" zujubeln, beizubringen, dass sie alle Individuen sind ... so dürfte es auch etlichen Bürgerrechtlern gehen.
Ich weiß nicht, ob es der Wunsch nach einem Führer ist (Irgendwo müsste es noch eine gleichnamige Geschichte von mir geben: Wir brauchen einen Führer) oder einfach das Gefühl, alleine hilflos zu sein, ob es Bequemlichkeit, Faulheit, Ratlosigkeit oder was auch immer ist. Aber es ist eine Tatsache, dass die Bürgerrechtler nicht die nächsten Machtpersonen werden soll(t)en, es sollte mehr Eigenverantwortung geben. Insofern ist der ewige Ruf "Was machst Du dazu, Twister?" letztendlich nicht einmal mehr schmeichelhaft oder für das Ego förderlich, sondern setzt einen auch einem starken Druck aus - indem jeder, der danach ruft, dass etwas getan wird, selbst aber eher dasitzt und höchstens eine Onlineunterschrift leisten will, seine Verantwortung abgibt und einfach nur auf jemanden (wen auch immer) wartet, der diese übernimmt - dadurch schafft er den Raum für die nächste Machtfülle.
Natürlich maßen wir uns auf Duckhome nicht an, uns als Bürgerrechtler zu bezeichnen. Dies nicht aus falscher Bescheidenheit, sondern weil wir das nicht sind. Das Betriebsziel von Duckhome ist, Gegenöffentlichkeit zu bieten, Dinge aus anderer Sicht zu betrachten und den Mainstream manchmal zu hinterfragen - und selbst das gelingt uns nach unseren eigenen Maßstäben meist höchst ungenügend.
Trotzdem sind auch wir immer wieder in der Situation, dass Themen an uns herangetragen werden, die wir unbedingt bearbeiten sollten. Die meisten dieser Themen wären es auch sicherlich wert, behandelt zu werden, aber um über etwas wirklich fundiert berichten zu können, muss man recherchieren. Je weiter man von einem Thema entfernt ist, desto höher ist der Aufwand und desto unsicherer sind die Erfolgschancen. Deshalb nimmt man Themen, von denen man etwas versteht.
Aber auch das sind zumeist mehr, als man wirklich abarbeiten kann. Vor allem ist es aber auch der falsche Weg. Wie Twister schon schreibt, kommt es darauf an, dass die Leute selbst etwas tun. - Das kann übrigens jeder. Wer nicht selbst schreiben will, kann jede Menge Hilfsarbeiten hier und überall woanders leisten. Es ist fast völlig egal wo, überall werden Leute gebraucht. Leute jeder Qualifikation.
Die Zeiten ändern sich rasant. Die Weltwirtschaftskrise beschleunigt sich. Noch gibt es Punkte, an denen wir normale Menschen die Weichen herumreißen können. Und davon gibt es mehr, als man glaubt. Aber vor allem müssen Menschen gesammelt und aktiviert werden. Die Zeit des Jammerns und Wehklagens ist vorbei. Es geht nicht mehr um das etwas Schlechtere, es geht um das ganz Schlechte.
Wir werden hier in Deutschland Hunger erleben, während das Großkapital tanzt. Die sogenannte Mittel- und untere Oberschicht werden ihr Erspartes, ihre Häuser und ihre Zukunft verlieren, während das Großkapital auch dieses Geld noch verfrisst und verspekuliert. Unsere Regierungen sind weltweit nicht in der Lage und vor allem nicht Willens, den wirtschaftsfaschistischen Neoliberalen Einhalt zu gebieten.
Wer heute glaubt, dass ihn das alles nichts angeht, wer meint, dass andere das Problem schon lösen werden, der geht einen gefährlichen Weg. Anders als Twister bin ich der Meinung, dass ein paar der Bürgerrechtler sich jetzt den politischen Hut aufsetzen müssten, damit eine Keimzelle da ist, um die, die Menschen um sich sammeln können.
Sammelverfassungsklagen sind eine gute Sache und notwendig. Aber bei einem Innenminister, der die Verfassung mit lautem Lachen missachtet, und einer Kanzlerin, die nicht einmal weiß, wozu eine Verfassung dienen könnte, geht es um mehr. Es geht jetzt darum, einen neuen großen Krieg zu verhindern, wie er immer die letzte Lösung des Großkapitals war.
Es geht darum, die Arbeitsplätze nicht nur zu erhalten, sondern auch anständige Löhne, Bedingungen und Arbeitszeiten zu erlangen. Die EU plant die 65-Stunden-Woche - am liebsten bis zum Tod. Rente bezahlen und sie den privaten Versicherern in den Hals stecken - Riester ist das beste Beispiel! Artikel sind wichtiges Informationsmaterial, vor allem, weil die Systempresse praktisch nichts mehr aus der realen Welt berichtet und sich auf die Hoffnungen und Träume von Politik und Kapital beschränkt.
Aber Artikel und leises Murren auf dem Klo werden nicht ausreichen. Es reicht auch nicht, aus Protest die einen zu wählen oder gar auf sein Wahlrecht zu verzichten. Das alles spielt kaum noch eine Rolle. Wenn die Deutschen nicht im Februar, oder besser im Januar auf der Straße sind und mit einem Generalstreik diese Regierung, die Banken und das Lobbyistenpack hinwegfegen, dann verbluten ihre Söhne auf den Schlachtfeldern der Amerikaner, vor allem aber im Kampf gegen ein Russland, das den Deutschen wohlgesonnen ist.
Die, die nicht kämpfen und sterben müssen, werden unter den erbärmlichsten Bedingungen, den miesestes Löhnen und in endlos langen Stunden für das Großkapital knechten müssen und ohne Rechte nur noch bittere Tränen weinen können. Wer Schäuble, Merkel, Steinmeier, Struck machen lässt, im trauten Verein mit Mohn/Bertelsmann, Springer, Thumann, Hund und Kannegießer, der hat verloren. Dessen letztes Lebensblut wird dem Ackermann und den anderen Bankstern geopfert.
Es geht in Deutschland nicht mehr darum, ob jemand kämpfen möchte. Die Deutschen haben gar keine Wahl mehr. Sie stehen nicht mit dem Rücken an der Wand, sondern an einem Abgrund, und unter den Absätzen bröckelt es schon. Deshalb: einen Schritt nach vorne - und dann mit Gebrüll und Verstand auf die Gegner! Es bleibt nicht mehr viel Zeit.
Natürlich fühlt man sich unter diesen Bedingungen ohnmächtig. Wie dagegen angehen, gegen diesen Weltumspannenden Wahnsinn? Kämpfen ? Mit dem Küchenmesser gegen Panzerfäuste und Raketen? Das Ergebnis wäre ein unvorstellbares Blutbad und zwar in erster Linie unter den eh schon Geschundenen und Geschlagenen. Mein Ansatz ist ein Anderer, und meiner Meinung nach auch der einzig gangbare Weg. Er lautet schlicht und einfach VERWEIGERUNG! PASSIVER WIDERSTAND! Ich weis es klingt utopisch aber gerade dieses Medium ist wie geschaffen um diese UTOPIE realität werden zu lassen. Frei nach dem Motto " stellt euch vor es ist Krieg und keiner geht hin"!
Rein hypotetisch. Stellen wir uns vor wir setzen einen Thermin, sagen wir den 15.März nächsten Jahres. Alle welche die Möglichkeit haben verbreiten über Dieses und die anderen Medien weltweit: Alle die guten Willens sind sollen sich Vorbereiten indem sie für, sagen wir ein halbes Jahr,Vorräte anlegen - dabei auch an Die denken welche nicht die Möglichkeit dazu haben,also bei denen die es sich leisten können darf es ruhig etwas mehr sein- und ab dem 15. März bleiben vielleicht nicht alle aber doch die große Mehrheit schön zu hause. Machen Urlaub vom WAHNSINN!GENERALSTREIK! Was würde dann wohl geschehen? Die Systemerhalter würden sich überschlagen.Es würde eine relativ kurze Zeit etwas ungemütlich. Danach aber schicken wir die Verursacher des Wahnsinns nach AFRIKA-ASIEN-LATEINAMERIKA um bei Wasser und Brot WIEDERGUTMACHUNG ZU LEISTEN! Das ist der einzige gangbare und verantwortbare Weg! Übrigens, jeder dessen Verstand noch einigermassen funktioniert, hat heute und täglich die Möglichkeit dieses System in seinem Lebens und Arbeitsbereich, kreativ zu sabotieren. Also auf, laßt es uns angehen! Ich bin übrigens schon länger kreativ tätig und es ist ein verdammt gutes Gefühl! Grüße Stefan
Das Du mir in Deinem Kommentar den Verstand absprichst, ok, das kann ich akzeptieren. Wir denken wohl nicht im gleichen Feld. - Immerhin bin ich aktiv geworden -> und bin sowieso eigentlich mehr aktiv als nur ein Zuschauer (Mitleser). Den Vergleich mit der Bild finde ich jedoch schmerzhaft. Seit Stunden lässt mich das nicht los. Wieso? Frage ich mich andauernd. Mag ja sein, daß ich mir nicht bei jedem Beitrag Heidegger oder Nietzsche zum Vorbild nehme und alles bis zur letzten Trennschärfe durchdenke, aber sowas habe ich nun auch nicht verdient! Immerhin habe ich mich bewegt und was geschrieben und auch nicht nachgedacht habe ich vorher - über den Tiefgang kann man ja streiten - war mehr sowas Emotionmales.(Was schert es die Welt was ich denke und schreibe?)
Ich werde durch einen Beitrag in meinem Blog nicht die Welt verändern, zumindest dies, ist mir schon klar geworden - vielleicht lesen ihn nicht mal die richtigen Leute, also die, die was verändern könnten - aber zumindest nehme ich Anteil. Es gibt soviele Sachen, die ich nicht in Ordnung finde: Klimawandel, Genttechnik, Kernkraft, SPD, Frau Merkel, den Change von Obama oder die Piraten im Golf von Aden - es gibt reichlich Sachen, über die ich das Nachdenken nötig finde: Iglu Studie, Pisa Studie, Verteilung von Ertrag und Reichtum, Politik und Philosophie... und in meinem Blog versuche ich zwischen dem beliebten Hedonismus und meinem persönlichen Kabalismus zu vermitteln... also, warum wirfst Du mir eine Bild-Zeitung an den Kopf?
Natürlich bin ich dankbar für die meisten Kommentare... soweit bin ich nicht, daß mich die Welt zur Kenntnis nehmen würde, doch habe ich das verdient? Ich finde : Nein! Gib mir wenigstens eine intelligente Rechtfertigung, damit ich Dich nicht scheisse finden muß und mich mit Dir und Deinem Kommentar ausseinandersetzen kann.
Danke kopflast - selbstkritisch, teamfähig und frei.