Ein echter Held, oder so... Allerdings gefällt mir der Vergleich eines anderen Bloggers mit "
Jackass" besser. Dieser heroische Selbstversuch wird jetzt in Österreich diskutiert, denn die Justizminsterin hat den Einsatz verboten, wogegen Vilimsky protestieren wollte. Ach ja, Vilimsky protestiert öfter,
hier nach seinem Köln-Besuch im September, wo er, wie unsere
belgischen Freunde auch, einen
Ausnahmezustand ausmachte. Ansonsten hat auch er sich um die
Unterstützung der Pro's verdient gemacht, aber das nur am Rande, auch, dass es nicht, wie erwünscht, zum "
diplomatischen Nachspiel" kam.
Der Test wurde soft abgefedert, Vilimsky durch zwei Beamte gehalten. Allerdings soll das jetzt ein Nachspiel haben - für die Beamten:
Vilimsky hatte den Versuch selbst veranlasst und auch die Beamten, die bei der Durchführung geholfen haben, organisiert. Der blaue Mandatar wollte mit seiner Aktion die Österreicher von dem umstrittenen - seiner Meinung nach aber harmlosen - Elektroschocker überzeugen. Ob der Selbstversuch wirklich das reale Gefahrenpotenzial des Tasers wiedergeben kann, ist fraglich. Vilimsky wurde nämlich von zwei kräftigen Beamten gehalten. Gegner des Tasers argumentieren, dass die schwersten Verletzungen beim ansonsten unvermeidlichen Aufprall nach dem lähmenden Elektroschock passieren.
Dazu gibt es weitere Wirkungen: so kann es zu
Stromschäden am Herzen kommen: Kammerflimmern, Herzstillstand, kleine Gewebsverbrennungen. Die Wirkung des Tasers auf den gesamten Körper unterscheidet sich nur quantitativ, aber nicht wesentlich von derjenigen beim Stromunfall. Auch bei einer therapeutischen Defibrillation gilt als wesentlichste Komplikation das
Kammerflimmern.
Ausserdem: der vielzitierte bissige Drogensüchtige oder andere angeblich Gewaltbereite dürften möglicherweise unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stehen, schlecht ernährt mit einer verrutschten Balance der Blutsalze (Elektrolyte). Diese "entgleisen" unter Stress. Alles "Variable", die Vilimsky und sein(e) Schleppenträger nicht bedacht haben.
Es dürfte also sicher sein, dass ein Taser nicht so ungefährlich ist. Trotzdem diese Show, die auch für den Redakteur wohl ein Mittel zur Profilierung gewesen sein dürfte - so couragiert, die ganz realistischen Bedingungen durchzuziehen, d.h., sich nicht festhalten und sanft auf der Erde ablegen zu lassen, war man dann doch nicht. Ausserdem war ein Arzt dabei - Heldentum mit Absicherung. Jackass eben. Und trotzdem für den Redakteur
14 Tage Spital: warum wohl? Somit wäre
diese und
diese Diskussion wohl eigentlich überflüssig. Der Kurier zitiert selber, daß es in den USA bereits zu Todesfällen gekommen sei, doch nicht nur da.
Via Politisch Korrekt komme ich auf Seiten in Kanada.
Hier wird bereits seit längerem, intensiver
seit dem Tod eines polnischen Einwanderers, über die
Wiederabschaffung diskutiert.
Auf dieser Seite kann man sich informieren und eine zweiteilige Dokumentation anschauen. Ganz klein am rechten Rand der Seite findet sich - als Trailer zu einem nicht mehr aufrufbaren Video folgender bemerkenswerte Satz:
RCMP use of Tasers
Sandra Bartlett reports that RCMP use of Tasers has increased dramatically in 2006 and 2007
Telepolis fasst hier noch einmal
den Tod von Robert D. zusammen.
Da ist es wohl garnicht so, daß die Sicherheitslage das erfordert, denn die dürfte ja nicht "dramatisch" unsicherer geworden sein und so dürfte das in Österreich wohl auch nicht sein. Sicher hat sich doch auch in Österreich herumgesprochen, dass man am Taser sterben kann. Aber so san's halt, die "Blauen", die Freiheitlichen: Jackass.
Obwohl sicher nicht beabsichtigt, ist Herrn Vilimsky und Kumpan gleich noch ein Statement zum Thema Schlachten und Betäubung gelungen. Ein passendes Video zu einem Rind habe ich nicht gefunden, somit will mir keine Überleitung gelingen:
Ein für die Schlachtung getasertes Pferd, sozusagen. Das nicht gefragt wurde und auch kein Interview mehr gab. Wer das sieht, dürfte den Tierschutzaspekt sicherlich in einem anderen Licht sehen.
Es ist ja nicht so, dass z.B. in den USA nur richtige Polizisten mit Taser ausgerüstet sind. Auch Campus Cops und andere Mietsheriffs, die - sagen wir mal - weniger Erfahrung bei der Konfiktbewältigung haben. Man stelle sich vor jeder Securityspaten, in Supermärkten, Kaufhäusern, Nachtwächter, oder Türsteher in Deutschland hätte so ein Ding...