< Köhler möchte die Demokratie schnell abschaffen | Update (13.12.08, 18:00) Pro-Köln: Nur nicht gleich, nicht auf der Stell', denn bei der Post geht's nicht so schnell >
Run on Africa - Mal wieder eine Jagd nach Rohstoffen ...
Nachdem ich den Streifen hier unten entdeckte, war ich von der demagogischen Aussagekraft und Intensivität der Stimme etwas geplättet. Denn hier werden Sinnlosigkeit und die nackte Grausamkeit des Krieges mit aller Kraft beschrieben. Die Hörspielaufnahme im Filmbeitrag scheint aus Ernst von Salomons Feder zu stammen - was wiederum paradox erscheinen mag.
Ernst von Salomon, geboren am 25.09.1902, im damals preußischen Kiel, war Anhänger der rechtsextremen Organisation Consul und Mitglied im paramilitärischem Freikorps. Er wurde angeklagt wegen Mittäterschaft an der Ermordung des Außenministers Walter Rathenau. (Auch Rathenau war ein Kriegstreiber im Namen der Großindustriellen, und gerade in der Geschichte Belgiens, während Weltkrieg 1 hatte er nichts Gutes im Sinn). Salomon trat am 1. November 1938 der NSDAP bei (Mitglieds-Nr. 6.738.231) war aber gleichzeitig mit einer Jüdin liiert, die er rettete, indem er sie als seine Gattin ausgab. Gespaltener kann eine Persönlichkeit wohl kaum sein.
Gespalten sind auch die Gedanken zum aktuellen Säbelrasseln. Die Bundesrepublik will sich - neben dem Deutschen-Bundesgrenzen-Verteidigungs-Auftritt in Afghanistan - zusammen mit den Raubrittern der übrigen „Aufbauhelfer-Armeen“, und dies natürlich unter Kommando der Amerikaner, erneut am Somalia-Abenteuer „beteiligen“. Manche Groß-Deutschland-Spinner werden sich hier vielleicht siegesseufzend ein traditionsgemäßes „Wir werden wieder die teutonische Horizontal-Trikolore in den sandigen und ausgemergelten afrikanischen Boden rammen“ herbeiwünschen. Auch 1992 bis 1995 war die Bundeswehr mit ca. 1700 Soldaten an der UN-„Intervention“ beteiligt, aber ein Ghana-Hochgefühl wird es dann wohl nicht direkt sein. (1683 wurde am Kap der drei Spitzen der brandenburgische rote Adler im heutigen Ghana gehisst.) Immerhin ist man fast wieder in Carl Peters Ost-Afrika angelangt.
Angela, unsere Herdenführerin, hat bereits am Mittwoch für die Freigabe von 1400 Stück Kanonenfutter, für das mediengerechte Piratenjagd-Spektakel, die Fingerchen hochgerissen, und manche Kriegsgaleeren der Bundesmarine werden bereits, unter Schutz der UN-Resolutionen, gen afrikanisches Horn gepaddelt. Die Junge Welt-Autoren bemerken hier: „Die USA streben einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats an, der zum Zweck der Piratenbekämpfung Militäroperationen auch auf dem somalischen Festland und im darüber liegenden Luftraum erlauben soll. Nach Resolution 1816 vom 2. Juni, die am 2. Dezember durch Resolution 1846 um ein Jahr verlängert wurde, sind bereits Aktionen in den Territorialgewässern Somalias zulässig" ... Kaum ein Staat wird dieser Resolution einen Stein in den Weg legen, da alle am auf afrikanischem Boden verteilten Plünder-Raubzug beteiligten Nationen Interessen haben, die geschundene afrikanische Kontinental-Haxe weiter abzunagen.
Hier geht es wohl weniger um einen humanitären Einsatz, geschweige, dass den Nato-EU-US Armeen wirklich daran gelegen ist, „Piraten“ vor Ort „präventiv“ zu jagen. Es sollte klar sein, dass eher der Iran von seinem Öllieferanten in der ehemaligen italienischen Kolonie Eritrea abgeschnitten werden soll, um somit die Schlinge um den Gottesstaat weiter zuzuziehen. Der Druck auf Ahmadinedschad wächst weiter, und es ist eine Frage der Zeit, bis auch die Agenda für den Iran-Krieg grünes Licht bekommen wird.
Belgien wird natürlich auch mit von der Partie an der afrikanischen Tafel sein, denn nebst Somalia und Simbabwe wurde auch mal wieder der Kongo auf die EU-Speisekarte gesetzt – sorry - als „Rettungsaktionsplan“. Die Vereinten Nationen haben Belgien um die Entsendung von Militärtruppen nach Ostkongo gebeten. Generalsekretär Ban Ki-Moon selbst hatte gebeten, Truppen zur Verfügung zu stellen. Die EU-Außenminister sind sich jedoch noch uneins über einen möglichen Militäreinsatz zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Ostkongo. Einen militärischen Einsatz wird es vorerst nicht geben.
Auf einen nicht gerade waffenlosen Einsatz hatte vor allem die ehemalige Kolonialmacht Belgien gedrungen. "Mit schweren Waffen sollten 2500 bis 3000 Soldaten ausreichen", sagte Belgiens Außenminister Karel De Gucht. Und weiter: „Wenn Belgien einen Beitrag zu einem eventuellen europäischen Truppeneinsatz leistet, soll es um einen bewaffneten humanitären Auftrag gehen. Humanitär vom Charakter, aber den Umständen im Kriegsgebiet angepasst.“
Dies dürfte allerdings einige Probleme mit sich bringen, denn eine belgische Fahne im Kongo zu schwenken, wäre nicht besonders klug. Man darf nicht vergessen, dass dieses Land, neben Burundi und Ruanda, mal belgische Kolonie war und während dieser Zeit an die 9 Millionen Schwarz-Afrikaner verheizt wurden ... Verteidigungsminister Pieter De Crem flog nun am Dienstag schon mal zu einem „Arbeitsbesuch“ ins Nachbarland Burundi, um herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit zwischen der burundischen und der belgischen Armee möglich ist. Was dies auch immer heißen mag, und ob hier wohl nicht eher ein Brückenkopf aufgebaut werden soll, wird sich zeigen.
Die Nato-Verbündeten sollten wirklich Acht geben, dass sie sich in ihrer Gier nach Öl und sonstigen Rohstoffen und ihrem devoten Pro-Neoliberalen-Verhalten in Afrika sowie sonstigen muslimischen Ländern - nicht die Finger verbrennen, denn ... „bella stulta sunt“ ... die meisten Regierungschefs sind es auch. Und: Letztendlich sind die meisten Opfer immer wieder unter den Zivilisten zu verbuchen!
Hierzu kommen mir diese Gedanken:
Krieg. Alle wollen sie den Krieg. Denn sie sind Könige, Herrscher der feigen Gedanken. Sie wollen an den Krieg glauben. Sie glauben zu wollen. Sie glaubten glauben zu wollen, den Krieg zu wollen, weil diese Glücksritter sich gegenseitig dafür bewundern, den Krieg zu wollen. Und unter abgeschaltetem Geist wollen manche schreien: „Es ist nicht töricht, die Sonne von der Erde zu trennen. Den Krieg zu wollen“. So flüstert das Gewissen, Hure der Gedanken, es uns in aller Seelenruhe immer wieder zu: „Nimmt ihn wieder mit, wenn er zum letzten mal röchelt, er zum letzten Male die feuchte Erde an den Gliedern spürt. Gedenkt dem/des Gedanken(s), wenn er das allerletzte mal in den Himmel blickt. Denkt den Glauben am Gedanken; denkt daran, wenn ihr dem Soldaten die Augen schließt, im Sterben, im Krieg ... „Denkt“ ...
Rechtschreibefehler bitte ich zu entschuldigen, da deutsch nicht meine Muttersprache ist.




















Zwar wollen sie den Krieg, aber kämpfen sollen die anderen.
Man muß ihnen die Mündung an die eigene Visage halten, damit sie lernen, was das heißt.