271000 Einträge hat Google zum Thema Globalisierungsgegner. Nun gut. Fragen wir also mal Wikipedia, wie immer, wenn wir Antworten suchen:
Globalisierungskritik ist ein Sammelbegriff für die Anliegen der verschiedensten politischen Positionen, die die Globalisierung ganz oder in ihrer aktuellen, von ihnen als neoliberal kritisierten Form, ablehnen. Die (seltenen) Positionen, die Globalisierung vollständig ablehnen und die globale Verflechtung reduzieren wollen, werden als Globalisierungsgegner bezeichnet. Die häufigere Position ist die der Globalisierungskritik im engeren Sinn, die sich für eine andere Globalisierung einsetzt (daher auch französisch altermondialisation und englisch alter-globalization von alter = anders). Im allgemeinen Sprachgebrauch und auch in den Medien werden die Globalisierungskritiker teilweise unzutreffend als Globalisierungsgegner bezeichnet.
Wir haben also wieder einmal das, was unsere Medien und die gekauften Politclowns am besten können, einen Etikettenschwindel. Globalisierungskritiker werden als Globalisierungsgegner bezeichnet. Das macht durchaus Sinn. Selbst Lieschem Müller weiß, das sie auf einem kugelförmigen Globus lebt. Wer also gegen Globalisierung ist, will aus dem Ding eine Scheibe oder einen Würfel machen. Der muss also falsch liegen.
Der Begriff Globalisierungsgegner ist auf jeden Fall diskriminierend gemeint und man sollte sich dagegen wehren.
Aber unter dem ganzen liegt noch eine weitere Lüge der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten. Es geht nämlich gar nicht um Globalisierung. Es geht nur darum, das ungefähr 7 Prozent der Weltbevölkerung einen Trick brauchten, um die Arbeitserträge der anderen 93 Prozent, für sich reklamieren zu können. Deshalb wurde das Schlagwort Globalisierung erfunden, das eigentlich nur sagen soll, das, wenn es irgendwo Tageslöhne von einem Euro gibt, es überall Tageslöhne von einen Euro geben muss.
Ein guter Trick, aber natürlich Blödsinn. Schon Karl Marx hatte Schwierigkeiten damit, Arbeit vergleichbar zu machen und er musste sich nicht mit den riesigen Unterschieden der heutigen Zeit beschäftigen. Arbeit ist nämlich nur im Kontext der nationalen Wirtschaft und der individuellen Fähigkeiten in Zusammenhang mit der Produktivität zu bewerten. Praktisch also kaum vergleichbar.
Weiterhin ist es grober Unfug so zu tun, als ob man auf einem Billiglohnmarkt auf Dauer Produkte für einen Hochlohnmarkt mit Hochlohnpreisen fertigen könne und gleichzeitig die Arbeitsplätze auf dem Hochlohnmarkt abbauen, bzw. die Löhne drücken könne. Das funktioniert eben nicht. Die Löhne eines Marktes und die auf diesem Markt erzielbaren Preise, hängen nämlich eng zusammen.
Die Profite die durch Produktionserlagerung in Billiglohnmärkte entstehen, werden durch Kostenverlagerung auf die Allgemeinheit in den Hochlohnmärkten bezahlt und führen letztendlich dazu, das nur Billiglohnmärkte exisitieren, die gleichzeitig auch nur Billigpreismärkte sind. Es ist also eine kurzfristige und dumme Vorgehensweise, die nur Sinn macht, wenn man das Denken auf Quartale oder nur wenige Jahre beschränkt.
Die gesamte Globalisierungsfrage stellt sich also gar nicht. Sie ist nur Augenwischerei, die verhindern soll, das die wirklichen Probleme benannt werden.




















Warum ignorieren diese Leute die einfachen Fakten? Überall auf der Welt, wo ie Marktwirtchaft Fuß fasst, steigt der Lebensstandard und das Einkommen aller Bevölkerungsschichten und sinkt die Armut. Die letzten Beispiele dafür sind Indien und China. Die Globalisierung hat hier zu einem Boom geführt, an dessen Segen auch die ärmsten teilhaben.
Ganz anders sieht die Situation in Afrika aus. Die Almosen der Entwicklungshilfe versickern, die Länder werden in Abhängigkeit von reichen Spendern gehalten und die Lethargie, die Unfähigkeit der Menschen, sich selbst zu helfen, wächst.
Schaut man sich diese Entwicklung genau an und überlegt man, warum die Globalisierungsgegner vor den Fakten so tapfer die Augen verschließen, wächst ein schlimmer Verdacht.
Wirkliche Globalisierung als Verbreitung der demokratisch organisierten Marktwirtschaft, wie sie von Weltbank, IWF und den G7 seit Jahrzehnten betrieben wird, erhöht zwar das Lebensnivieau in den Entwicklungsländern, schränkt damit aber gleichzeitig liebgewordene Privilegien der Menschen in den Industrieländern ein. Nicht die Armen der Welt müssen Angst vor der Globalisierung haben, sondern die Besitzstandswahrer in den Inustrieländern mit Zweitwagen, 35-Stunden-Woche und Urlaub auf den Malediven.
Da spendet man doch lieber ein paar Euro für eine Entwicklungshilfe, die keine ist und hält die dritte Welt auf Bettler-Niveau. Globalisierung ist so gesehen natürlich zu bekämpfen.
Jörg Friedrich, Du stinkst nach FDP oder Börsenzocker!
Gruß
Alex
So dreist ist noch nicht einmal Springer.
Gruß
Alex
Ansonsten Danke für die Illustration meiner Frage "Warum ignorieren diese Leute die einfachen Fakten?" Wobei mir eine Antwort ja lieber gewesen wäre.