Südwestmetallchef Stefan Roell barmt vor den Banken
Man kann es förmlich sehen, wie Stefan Roell vor den Bankern kniet und diese anfleht, der Industrie doch bitte, bitte ein paar Kredite zu geben oder wenigstens die alten nicht zu kündigen. Gleichzeitig ist zu sehen, wie Josef Ackermann sich die Hände reibt und den letzten Federstrich zum Untergang der deutschen Industrie leistet, indem er rigoros Kredite streicht oder nicht verlängert.
Stefan Roell hat aber kein Mitleid zu erwarten. Seine Aufforderung an die Banken, endlich ihre Aufgabe zu erfüllen, ist zwar richtig, aber genau das werden die Banken nicht tun. Sie sind sicher unter Angela Merkels Bankenrettungsschirm, der ja, wie der Name schon sagt, nur die Banken retten soll. Und genau an dieser Stelle beginnt die Verantwortung von Stefan Roell.
Angela Merkel tut nämlich nur das, was ihr gesagt wird. Das aber sofort und sogar ziemlich genau, es sei denn, sie hätte etwas vergessen. Und all die Jahre haben Herr Kannegiesser und ihr Berater von Pierer ihr gesagt, was sie tun müsse. Gut, mit dem von Pierer kann sich selbst die Merkel heute nicht mehr sehen lassen, weil der zwar in Deutschland nichts von der Justiz zu befürchten hat, aber z.B. in den USA ganz klar als Verantwortlicher für die Bestechungen bei Siemens genannt wurde.
Den Kannegiesser, den hat Stefan Roell aber ganz persönlich zu verantworten. Stefan Roell hat sich gefreut, wenn Kannegiesser den Menschen in Deutschland wieder etwas Geld, Gesundheit, Lebensfreude, Sicherheit und Glück mit seiner dem Gemeinwesen mehr als gefährlichen INSM genommen hat. Auch aus den Reihen der Unternehmen, die Roell vertritt, kam nie ein Mahnruf. Nie war zu hören, dass man so nicht mit Menschen umgehen könne.
Denn es ging ja nur um Arbeitnehmer, Arbeitslose, Kinder und nutzlose Alte, deren Leben vernichtet wurde. Da waren die Herren Unternehmer und Herr Roell nicht betroffen. Da blieb der eigene Arsch schön trocken, und man musste sich keine Sorgen machen. An eine Revolution in Deutschland glaubte niemand, und es schien ewig so weiterzugehen mit dem fröhlichen kannibalistischen Neoliberalismus und Kapitalismus. Eifrig waren die Gesamtmetaller und damit auch Stefan Roell dabei, alles zu fressen, was es gab. Nach der Methode Maul und Arsch, ohne Verdauungstrakt dazwischen.
Das ging ja auch lange gut. Zumindest sah es gut aus. Dann aber war selbst mit der wildesten Fusion, Zerschlagung und dem Verkauf von Einzelteilen nicht mehr genügend Geld zu verdienen, und die Banken wie das Großkapital verließen die Realwirtschaft und arbeiteten praktisch nur noch auf Schattenmärkten. Schon da wurde es für viele produzierende Betriebe, noch an Kredite zu kommen, aber man bekam sie, und sei es nur, um den Anschein von Wirtschaft aufrechtzuerhalten.
Unter dem Stichwort Globalisierung wurde die Produktion dorthin verlagert, wo sie am billigsten war, und die Produkte sollten dann, zu noch höheren Preisen, dort verkauft werden, wo die Leute ihre Arbeit verloren hatten. Das ist typisch für den Neoliberalismus. Am Abend die Kuh schlachten und braten - und am nächsten Morgen sich darüber beklagen, dass es keine Milch gibt. Neoliberalismus ist eben doof.
Nun barmt die Wirtschaft also um Kredite, die sie nicht bekommt. Das ist ärgerlich, aber der logische Schlusspunkt einer streng neoliberalen Entwicklungskette. Es wird ständig von unten nach oben verteilt, bis praktisch alles Geld oben angekommen ist. Das bedeutet, dass eben immer mehr von der Teilhabe ausgeschlossen sind.
Erst waren es die Kranken und Schwachen, dann die Langzeitarbeitslosen, dann die Arbeitslosen, die Rentner, die Arbeitnehmer, die auf Minilöhne gedrückt wurden, die kleinen Handwerker - und jetzt sind die kleinen Industriebetriebe, die mittleren Industriebetriebe und ganz zum Schluss sind auch die großen Industriebetriebe dran. Übrig bleiben die Berater und Bankster mit dem Großkapital. Die Berater werden als nächste geopfert und dann die Banker. Zum Schluss bleibt das Großkapital mit wertlosem Geld.
Das ist alles lange bekannt. Der ewige Streit im Wirtschaftsleben drehte sich deshalb immer um die Frage, mit welchen Regeln und Gesetzen die unverantwortliche Gier der neoliberalen Kapitalisten eingegrenzt werden kann. Deshalb war es immer das Hauptinteresse des Kapitals, die Politik zu kaufen, um absolute Freizügigkeit zu bekommen. Das ist dem Kapital sowohl bei der Regierung Schröder als auch bei der Regierung Merkel hervorragend gelungen, wie man an den Ergebnissen ablesen kann.
Allerdings kommt unweigerlich der Punkt, an dem das Geld nichts mehr wert ist. All die Billiarden von Dollaranleihen sind praktisch wertlos. Niemand weiß, wie viel Dollar auf diese und andere Art auf der Welt sind, aber vermutlich würde die Gesamtsumme den Wert der Erde als Handelsgut überschreiten. Die USA sind faktisch pleite. Nur kann niemand einen Gerichtsvollzieher dort hinschicken und das Land versteigern lassen.
Jeder denkbare Zeitpunkt für einen Eingriff ist längst verpasst. Die USA selber wissen das natürlich auch. Deshalb führen sie ja den Krieg im Irak und wollten eigentlich nur schnell das dortige Öl billig abräumen und daran Geld verdienen. Das hat aber nicht geklappt, weil die Felder im Süden schon ziemlich trocken sind, genau wie im Iran, war dort nicht viel zu holen. Es wird eben schon lange dort gepumpt. Im Norden des Iraks sieht die Sache besser aus, genau wie im Norden Irans. Deshalb ja auch der georgische Angriff auf Südossetien, der eigentlich ein Angriff der USA auf Russland war.
Aber auch das ging leider schief und hat nur Geld gekostet. Der Piratenkrieg soll nun den Einmarsch in Somalia und wenigstens den Raub der dortigen Bodenschätze erlauben. Da ist dann auch endlich Deutschland dabei. Frau Merkel und Herr Steinmeier wissen, dass sie jetzt dabei sein müssen, weil auch ihnen klar ist, dass es kein Halten mehr gibt.
Nur mit Raubzügen kann noch das Geld herangeschafft werden, das gebraucht wird, um die größten Löcher zu stopfen. Obama wird aber trotzdem im Frühjahr, vielleicht sogar schon im Januar den Krieg um das Öl am kaspischen Meer beginnen müssen. Erst gegen Iran - und dann wird man weitersehen. Deutschland wird dabei sein. Schäuble hat fast alle Gesetze für eine Diktatur durch, und er wird keine Sekunde zögern. Aber selbst wenn er zögerte, kann jeder andere die von ihm geschmiedete Waffe gegen die Demokratie nützen. Einer tut es immer.
Stefan Roell hat genau dafür gearbeitet. Wie jeder intelligente Mensch hätte er sehen können, wohin die Reise geht. Es gibt also nur zwei mögliche Gründe für sein Jammern. Er hofft im Auftrag Kannegiessers, dass der Bund eingreift und die Gelder, die für Bildung oder Erziehung geplant waren, in seinen Rachen schmeißt, oder er ist so dumm, dass er einem nur leid tun kann.
Natürlich ist Stefan Roell nicht dumm. Er barmt an der Stelle von Kannegiesser, dem keiner die Barmerei abnehmen würde. Dafür ist der zu gut bekannt. Natürlich wird die Regierung nichts tun. Das wissen alle. Das Fressen soll ja durch Konkurse weitergehen. Oft reicht es ja einfach, die Marktanteile eines Konkurrenten zu übernehmen oder bei einem Vorlieferanten ein neues Regime und niedrigere Löhne durchzusetzen. Selbst am Untergang werden Stefan Roell, Kannegiesser und diese ganze Art von Leuten noch verdienen.
Es sei denn, das Volk geht auf die Straße, sperrt die Verantwortlichen ein, schafft eine anständige Regierung und anständige Gerichte, gibt sich eine gültige Verfassung und lässt dann ehrliche Richter über diese Herren urteilen. Deutschland und die Welt sind so ziemlich am Ende. Wer jetzt noch Widerstand leistet, tut das zu spät. Allerdings ist es morgen schon einen Tag später.
Tags für diesen Artikel: ackermann, angela merkel, gesamtmetall, kannegiesser, pierer, siemens, steinmeier
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Nicht, daß ich nicht mit Dir übereinstimmen würde.
Aber wie stellt sich das Ende eigentlich nach einem eventuellen Macht- und Systemwechsel dar?
Bleibt das Ende nicht auch dann ein Ende?
Oder wo siehst Du da den Hoffnungsschimmer?
:-)
Na ja - das kann man positiv sehen:
zur ökologischen Rettung der Erde werden die Umweltverschmutzer abgebaut
oder negativ:
die von Morgenthau geplante Vernichtung Deutschlands als Industriestaat geht jetzt in die Endphase
jeder kann es sich aussuchen!
mfg zadgo