Wie gesagt, der Fall Phoenix ist völlig egal. Aber zum ersten Mal hat der Bundesgerichtshof gesagt, dass Anleger Verantwortung tragen. Wenn die deutsche Rechtssprechung einmal konsequent ist, dann muss dies auch bei Aktionären so sein.
Die Siemensaktionäre müssen dann die Strafen für Bestechung zahlen, die Bankaktionäre für die Fehler ihrer Vorstände und Aufsichtsräte aufkommen. Es wäre endlich möglich, die richtigen zur Verantwortung zu ziehen. In Deutschland hat es sich ja eingebürgert, dass Aktionäre bestenfalls an den Geschenken der Hauptversammlungen interessiert sind, die meisten aber ihr Stimmrecht den Banken überlassen, also den Bock zum Gärtner machen.
Dies soll jetzt die Allgemeinheit zum Schutz der Anleger mit immer neuen Milliarden bezahlen. Hilgert von der West-LB möchte gerade mal eben 50 Milliarden an Scheiße, die er sich in seiner Gier angefressen hat, auf die Bürger umlasten - und seine Aktionäre mit ihm. Genau das geht nicht. Sie sollen ihre Schulden selber zahlen oder pleite gehen.
Als wichtigstes jedoch müssen die Aktionäre aufgeweckt werden. Wer sich an einem Unternehmen beteiligt, muss die Verantwortung übernehmen. Egal wie klein der Anteil ist. Wer sagt, dass er Josef Ackermann bei der Deutschen Bank nicht kontrollieren kann, mag ja recht haben, aber dann muss er halt sein Geld beim Bäcker um die Ecke in einem neuen Verkaufstresen oder einem neuen Produkt anlegen, oder beim Malermeister in einem Auto.
Wenn sich die DAX-Unternehmen nur selbst kontrollieren, dann muss eben jeder da rausgehen, der nicht die Verantwortung tragen will. Ansonsten sollte für jeden Aktionär das gelten, was auch für einen GmbH- oder BGB-Gesellschafter gilt. Die müssen nämlich sehr oft für Dinge haften, die aus mangelnder Kontrolle des Geschäftsführers resultieren. Dieses Urteil könnte ein erster Schritt auf einem langen Weg in die richtige Richtung sein.
Nichts anderes hat der BGH klargestellt...
belef