Krieg war schon immer ein schmutziges Geschäft. Von der Ausgabe mit Krankheiten verseuchter Decken an die Indianer, dem Gaseinsatz im ersten und zweiten Weltkrieg, bis zu den Schrecken der Atombombe, gibt es nichts, was Menschen sich nicht selbst antun könnten. Besonders perfide sind darin die USA und ihre Verbündeten. Was sie dem einen verbieten, nutzen sie für sich selbst schamlos aus.
Die neueste Variante sind Geschosse und Bomben mit Urankernen. Normalerweise wird dabei zumeist von
abgereichertem Uran gesprochen, welches als Abfall bei der Produktion von angereichertem Uran für die Atomindustrie oder Atomwaffen anfällt. Dieser Abfall müsste eigentlich teuer entsorgt werden.
Wieder einmal treffen die Interessen der Atomindustrie idealtypisch auf die Interessen der Waffenindustrie. Der Atommüll wird billig entsorgt, und die Waffenindustrie muss nicht auf das teure Wolframcarbid zurückgreifen, das zudem unter dem begründeten Verdacht steht, auch Krebs zu erzeugen. Die Verwendung von Schwermetallen wie Uran in Geschossen hat den Zweck, die Durchschlagskraft bei panzer- oder bunkerbrechenden Waffen zu erhöhen.
Natürlich ist auch abgereichertes Uran nicht ungefährlich. Sowohl im Moment des Auftreffens auf ein Ziel, bei dem sich Aerosole aus Uran bilden können, die sich im Idealfall im Innern eines Bunkers oder Panzer entzünden sollen, als auch bei der Korrosion der Geschosse wird ständig neues atomares Material freigesetzt. Schwermetallvergiftungen verlaufen oft tödlich.
In eher feuchten Gebieten, wie dem ehemaligen Jugoslawien, in dem diese Munition eingesetzt wurde, besteht die Gefahr eher darin, dass sich das Uran im Grundwasser oder in Pflanzen sammelt. In trockenen Gebieten wie dem Irak und Kuwait, aber auch im Gaza-Streifen oder im Libanon, wird der gefährliche Stoff immer wieder vom Wind aufgenommen und großflächig verteilt.
Natürlich dürfen offizielle Gesundheitsorganisationen nicht von den Gefahren reden, die durch diesen Uranabrieb entstehen.
Mein Parteibuch hat in dankenswerter Weise auf
das Video mit Dr. Siegwart-Horst Gunther aufmerksam gemacht, der sich seit Jahren um die Folgen der Uranmunition kümmert. Seine Erfahrungen werden übrigens immer wieder von anderen Medizinern bestätigt, die nicht der offiziellen Propaganda folgen müssen.
Diese gefährliche Munition wurde und wird natürlich auch in Afghanistan angewandt. Es ist im Moment unklar, ob es Bundeswehrsoldaten oder Polizeikräfte gibt, die verseucht wurden. Es gibt zumindest noch keine bekannten Fälle. Allerdings wird man den Betroffenen vermutlich eigene Fehler vorwerfen und sie dann mit den Folgen des versuchten Massenmordes alleinelassen.
Israel hat immer mit atomaren und atomar verseuchten Waffen geliebäugelt und besitzt sicher sowohl Atomwaffen, als auch Geschosse mit abgereichertem Uran als Kern. Geschosse mit abgereichertem Uran sind sicher im Libanon-Krieg zum Einsatz gekommen, aber 2006 im Libanon kam auch das erste Mal der Verdacht auf, dass Israel
deutlich weiter geht, als es selbst Kriegstreiber wie die USA erlauben würden.
Wie Robert Fisk im Independent berichtet, habe Chris Busby vom European Committee on Radiation Risk bei der Analyse von Bodenproben aus zwei Bombenkratern in Khiam und At-Tiri, nahe der Grenze zu Israel, "erhöhte Strahlung" nachgewiesen. Es handelt sich um Krater von israelischen Präzisionsbomben. Die Proben wurden zur weiteren Analyse an das auch mit dem britischen Verteidigungsministerium zusammen arbeitende Harwell-Labor in Oxfordshire weiter gegeben, wo die Existenz von Uran-Isotopen bestätigt worden sei. Bei der Bodenprobe von Khiam soll es sich um eine Mischung von 108 Teilen U-238 auf ein Teil U-235 handeln, was auf angereichertes Uran hindeuten würde.
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Der Waffenexperte Chris Bellamy schließt jedoch aus, dass es sich um eine "schmutzige" Bombe oder um eine Fusionsatombombe handelt. Da es angereichertes Uran mit einer sehr geringen Konzentration von U-235 ist, könnte es verbrauchtes Uran sein, das man mit natürlichem Uran vermischt und dann möglicherweise mit einer Bombe "entsorgt" hat.
Auf die Frage, ob die israelischen Streitkräfte im Libanon-Krieg Uran-Waffen eingesetzt hätten, antwortete Mark Regev, der Sprecher des israelischen Verteidigungsministeriums, ausweichend: "Israel setzt keine Waffen ein, die es nach dem internationalem Recht oder internationalen Konventionen nicht benutzen darf." Nach Fisk bedeute dies aber nicht viel, da moderne Uran-Waffen wie mit abgereichertem Uran versehene Munition (DU-Munition) vom internationalen Recht noch nicht behandelt würden und Regierungen wie die britische oder US-amerikanische, deren Streitkräfte solche Geschosse einsetzen, deren Gefährlichkeit abstreiten.
Nachdem
Daniel Neun in Radio Utopie darauf hinwies, dass norwegische Ärzte in den palästinensischen Opfern des Gazakrieges Spuren von abgereichertem Uran gefunden haben, dürfte der Einsatz derartiger Waffen im Gazastreifen erwiesen sein.
Es bleibt nur zu hoffen, das Israel nicht auch wieder angereichertes Uran verwendet. Entscheidend dürfte dabei sein, ob die israelische Führung zusammen mit den USA wirklich versuchen will, die Bevölkerung im Gazastreifen langfristig zu schwächen oder gar weitgehend zu vernichten, oder ob es sich nur einfach um einen Paukenschlag als Overtüre für Obamas Krieg gegen den Iran handelt?
Man muss in diesem Zusammenhang unbedingt zwischen der israelischen Führung und der israelischen Bevölkerung unterscheiden. Ähnlich wie in Deutschland unterliegt die israelische Bevölkerung einem Dauerpropagandafeuerwerk, das die Regierung stützt. Andere Stimmen haben nur jeweils winzige Reichweiten und werden in der großen Menge kaum gehört. Aber es gibt sie. Es gibt die Demonstrationen gegen diesen Krieg.
Allerdings dürfte eine Sache noch nicht im Bewusstsein der Israelis angekommen sein. Der radioaktive Staub, der heute die Palästinenser vergiftet, weht morgen bereits durch Israel. Er wird keinen Unterschied zwischen palästinensischen Kindern und israelischen Kindern machen. Krebs kennt keine Nationen. Die israelische Führung tötet das israelische Volk. In dem Wahn, den Amerikanern zu gefallen.
Die Führung glaubt, dass die USA eine Art von Frieden garantieren, dabei garantiert die USA nur den Krieg. Die USA braucht diese ewig schwärende Wunde, den immerwährenden Krieg, um ihre eigenen Interessen um Öl und Macht zu verfolgen. Israel ist nur ein Bauernopfer - genau wie die Palästinenser. Solange sich beide bereitwillig missbrauchen lassen, wird keiner überleben.
Beide müssten mit der gleichen Kraft, mit der sie die kriegerischen Befehle befolgen, für einen Frieden kämpfen. Ob daraus dann ein gerechter Frieden werden kann, ist fraglich. Aber selbst ein ungerechter Frieden lässt sich besser aushalten als das, was jetzt passiert.
Gaza fängt mit G an...wie Guernika...
Denn:
Was Israels Utopie vom eigenen Staat stört, sind die beiden Ghettos der enteigneten und vertriebenen Palästinenser (West Bank und Gaza).
Da man die 4 Millionen Flüchtlinge in Gaza kann man nicht einfach erschießen oder deportieren kann, sorgt man zumindest dafür, dass keine gesungen Nachkommen mehr gezeugen werden.