Blessing ist typisch für das ganze neoliberale Pack. Erst mauschelt er mit faulen Wertpapieren, dann verhebt er sich an der Übernahme der genauso faulen Dresdner Bank und rennt dann laut schreiend zu Merkel und Steinbrück, damit die ihm das Geld der Bürger schenken. Jenes Geld, das nicht dafür verwandt werden durfte, Hartz-IV-Empfängern etwas Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen.
Anstatt dann aber wenigstens die Schnauze zu halten und fein ruhig zu sein, wird dieser Kerl auch noch frech. Nun ist dreiste Verantwortungslosigkeit ja ein typisches Kennzeichen für all diese Neoliberalen, Raffigierigen und Banksters. Ackermann ist ja ebenfalls ein typisches Beispiel. Was Blessing sich aber
zurechtlügt, schlägt dem Fass den Boden aus.
Er gehe "sicherlich nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren" davon aus, dass die Regierung ihren 25-Prozent-Anteil an dem Kreditinstitut wieder verkaufe, sagte Vorstandschef Martin Blessing der "Welt am Sonntag". Das Engagement des Bundes sei allerdings nicht für die Ewigkeit bestimmt, das gelte sowohl für die Aktienbeteiligung als auch für die stillen Einlagen in Höhe von 16,4 Milliarden Euro. "Wir wollen das Geld so schnell wie möglich zurückzahlen, und wir werden es zurückzahlen", sagte Blessing.
Blessing verteidigte zugleich die Übernahme der Dresdner Bank durch sein Unternehmen. Ein Ausstieg aus dem Kaufprozess wegen der Finanzkrise wäre "keine Alternative gewesen", sagte der Bankchef. Er gehe nach wie vor davon aus, dass sich die Übernahme für sein Haus rechne. Der "Bild"-Zeitung sagte Blessing, er wolle mit den Staatshilfen die neue und größere Commerzbank "wetterfest" machen.
Wir wollen mal eben festhalten, dass die Kopfschmerzbank also bisher insgesamt 26,4 Milliarden bekommen hat. Am Samstag wurde noch von 21,2 Milliarden gesprochen. Aber das ist egal. Weg ist weg. Wenn Martin Blessing aber sagt, er wolle das Geld zurückzahlen, so ist das eine bewusste Falschaussage. Er kann das Geld gar nicht zurückzahlen. Vermutlich niemals.
Sieht man sich sein
operatives Ergebnis in dem Geschäftsbericht 2007 an, dann fällt auf, dass die Bank genau ab 2003 von der Blase profitierte. 2002 war ein Horrorjahr mit Verlusten, und 2001 kratzte am Boden der Tonne, konnte sich aber mit minimalem Überschuss retten. Man tut also gut daran, den Betrag von 2003, also rund 600 Millionen operatives Ergebnis, als dauerhaften Maximalwert zu sehen.
Das ergäbe im Mittelwert einen Konzernüberschuss von 450 Millionen Euro. Auch wenn sich die Situation durch die Dresdner Bank noch einmal erheblich verschlechtern wird: Würde ein solches Ergebnis voll für die Rückzahlung an den Staat benutzt, dann würde es nur 59 Jahre dauern, bis die Schuld getilgt wäre. Kleinigkeiten wie Zinsen und Zinseszinsen einmal völlig außen vor gelassen.
Blessing spricht von 2012 als Ausstiegsdatum für den Bund. Das ist toll. Da müsste er sein Jahresergebnis ja nur auf 6.600 Milliarden pro Jahr steigern. Also um das 15-fache. Das ist so realistisch wie Baron Münchhausen auf seiner Kanonenkugel. Nein, der feine Herr Blessing wird sich nicht an den Haaren aus dem Sumpf ziehen, aber er wird andere mit hineinziehen.
Denn natürlich macht er seine Geschäfte wie üblich weiter. Tritt mit dem Staat als Finanzier gegen die Banken an, die sich nicht auf schmutzige Spekulationen eingelassen haben, und will denen die Kunden wegnehmen. Denn genau das meint dieser Herr, wenn er von "wetterfest machen" seiner Pleitebank spricht. Die Steuerzahler und die Armen sollen diesen Herrn Blessing genauso sanieren wie die Wettbewerber.
Es gibt nur eine Lösung. Sofort schließen und: die Herren Bankster erst einmal in den Knast, bis geklärt ist, inwieweit sie verantwortlich sind. Bei den meisten wird man den Schlüssel wohl wegwerfen können. Wer jetzt noch Kunde bei der Commerzbank wird oder bleibt, tritt sich selbst in den Hintern.
Das war zwar nicht unbedingt die Art von schlechten Nachrichten an die man erstes gedacht hatte, aber sicher nicht die letzte dieser Art.
Das endet im Chaos, wenn niemand Ihnen das Handwerk legt.