
Somit richte ich meinen Blick auch wieder auf die Bilder der weltweiten Kriege, die - fast schon wie eine Allegorie des Wahns - das Elend auf den afrikanischen Kontinent in all zu bunten Formen zu projizieren wissen. So sind leider auch die Macheten, die nach getaner Arbeit aus den Händen der nach „Reichtum" ringenden Schurken in Zentral-Afrika gleiten, genauso blutverschmiert wie alles andere am Boden liegende, was unter Fußtritten und Ketten, durch aggressive Verteidigungs- und Angriffsschläge weltweit niedergewalzt wird.
Die Auseinandersetzungen im Uganda-Bürgerkrieg schwappen nun immer weiter zum Gebiet im Nordost-Kongo über und hinterlassen für all die, die nicht rechtzeitig flüchten konnten, einen neuen, alles mit sich reißenden Fluss aus Blut und Tränen.
Die Zeit um Weihnachten herum war nun sehr brutal, da die Mörder wussten, dass an diesen Tagen viele Menschen und Familien anzutreffen sind. Menschen wurden entkleidet, gefesselt, mit Macheten bearbeitet und zu Tode gehackt, da dies wohl munitionsparender ist, wenn man Exempel statuieren will. Kinder wurden auf bestiale Weise ermordet. Mädchen, Frauen wurden verschleppt und als Sex-Dienerinnen gehalten. Oft wurden sie gleich vor Ort vergewaltigt und danach verstümmelt, angezündet oder sonstwie „entsorgt“.
Viele Kinder werden auch, und dies seit Jahren, verschleppt, missbraucht und als durch Terror gehirngewaschene Soldaten eingesetzt. Allen, Erwachsenen wie Kindern, die dies überleben bleibt meist nicht mehr als ein endloses Trauma, lebenslanges Leid und meistens auch noch die Tatsache, als Krüppel weiterleben zu müssen.
Joseph Kpayajadia, 58, dessen Sohn ermordet wurde
berichtet, dass die Menschen grüppchenweise abgeholt und dann im Busch getötet wurden, worauf dann die nächsten 5-6 an der Reihe waren ... immer wieder, wie in einem Alptraum ... Es ist einfach unvorstellbar, was hier fern der Augen der Welt geschieht; und in den letzten Tagen wurden wieder an die 260 Menschen in 11 verschiedenen Dörfern grausam liquidiert. Nach Angaben der Hilfswerke vor Ort - wie
(CBM) - sind in den vergangenen sechs Monaten - auch durch die Auseinandersetzungen zwischen den aufgestachelten ethnischen Nachbarn: Lendu und Hema - ca. 5 000 Menschen bei Auseinandersetzungen massakriert worden.
In dieser Krisenregion in Nordost-Kongo verloren in den letzten 12 Jahren an die 5 Millionen Menschen ihr Leben, und diese Gegend wurde nun, als ob „Gott“ (gäbe es ihn) Zyniker wäre, zum Mischpult der Grausamkeiten. Man beschuldigt die LRA-Rebellen aus Uganda (Lord's Resistance Army), alles niederzuwalzen. Und eine gemeinsame Aktion Ugandas, Sudans und der Kongolesen, die Rebellen aufzuhalten, führte nur dazu, dass der alte Uganda-Konflikt wieder erweckt wurde und einen Bürgerkrieg zum pan-nationalen Problem anschwellen lässt ... Wie immer beschuldigt man sich gegenseitig!
LRA-Vertreter weigern sich, die Verantwortung für die Massaker in Doruma und anderen Dörfern zu übernehmen, und behaupten, diese würden durch verkleidete ugandische Armeeeinheiten ausgeführt, um sie der LRA in die Schuhe zu schieben ... Die Armee beschuldigt natürlich die Rebellen. Fakt ist, dass irgendwer sein Unwesen in der Region treibt und versucht, sich durch die brutalsten Attacken seit 2004 zu profilieren, um somit politisch etwas zu bewegen, indem er die Gegend erneut destabilisiert.
Der aufgeklärte Mensch weiß inzwischen, dass alle Kriege mit Lügen anfangen. Und sie sich gerade im zentralafrikanischen Bereich aufgrund von abendländisch post-kolonial gesteuerten Bodenschätze-Raubzügen entwickeln. Und ob es nun die in kleine Splittergruppen von ca. 600 Mann starken Horden zerschlagenen Kämpfer waren, die ihr Unwesen trieben, oder dies unter ganz anderer Regie inszeniert wurde, dies bleibt offen. Hier werden wieder mehrere Spiegel vorgehalten werden müssen, um herauszufinden, was wirklich gelaufen ist.
An die 100 000 Menschen wurden inzwischen wieder vertrieben, und die Leichen in den entlegenen Dörfern stapeln sich und bleiben meist dort liegen, wo sie hinfielen, weil kaum einer sich traut, zurückzukehren.
„Wir sind unschuldig," sagte Bertra Bamgbe, 35, ein Farmer aus Faradje, dem mit einer Machete ins Gesicht gehackt wurde ... Und er stellt eine einfach Frage: „Warum beschützt uns niemand?“
In Ländern wie Afrika, Nahost, in manchen Ecken Süd-Amerikas, Asiens und überall, wo das nackte Elend Teil des Alltags ist, da interessiert es wirtschaftlich gesehen kaum, Menschen zu schützen; da diese dort einfach im Wege stehen und somit das Ernten der Bodenschätze behindern. That's it ... Not more!
Bildquelle: www.cbmswiss.ch
Deutschfehler bitte ich zu entschuldigen, da dies immer noch nicht meine Muttersprache ist und auch niemals sein wird.