Dass die Union eine Partei ist, die gerne in der Propagandalüge lebt und mit der Realität eigentlich nichts zu tun haben will, ist hinlänglich bekannt. Immer dann, wenn die Realität droht, geht die Union in Verweigerungshaltung und spielt laut schreiend Gürteltier und rollt sich ein. Wenn sie dann noch aus ihrer Höhle herausblafft, geht es immer um höhere Werte - also um viel Geld.
Wie uns die CSU
bepressemitteilt, hat es diese gemeingefährliche EU doch tatsächlich gewagt, eine Ausschreibung der Planung und Erprobung eines europäischen Hochschulrankings durch die Europäische Kommission durchzuführen. Oh, welch ein Sakrileg! Man spürt förmlich den Schwefelgeruch des Satans. Aber Alexander Dobrindt rettet das Abendland und Mohn/Bertelsmann.
Mit dem europäischen Hochschulranking versucht die Europäische Kommission, die Bildungspolitik der Mitgliedstaaten aus Brüssel zu steuern und die europäischen Hochschulsysteme nach ihren Vorstellungen anzugleichen. Dies steht ihr nach den EU-Verträgen nicht zu.
Zwar sind Vergleiche und Rankings grundsätzlich sinnvoll. Sie sorgen insbesondere für Transparenz bei den Studierenden. Gleichzeitig bergen sie aber auch die Gefahr der Manipulation und Fehlsteuerung. Deshalb muss der Vergleichende über jeden Zweifel erhaben sein. Er darf über den Vergleich hinaus mit dem Ranking keine eigenen Interessen verfolgen. Das ist bei der EU-Kommission aber nicht der Fall. Sie verfolgt offen eigene strategische Bildungsziele und vergibt Fördermittel in Milliardenhöhe. Mittels eines von ihr durchgeführten Hochschulrankings könnte sie deshalb massiv in die Hochschulpolitik der Mitgliedsstaaten eingreifen und die Hochschulen mehr und mehr gleichschalten.
Dies kann weder im Sinne der Studierenden noch der Forscher sein. Wir fordern die Kommission daher auf, die Ausschreibung aufzuheben und sich um Politikbereiche zu kümmern, in denen ihr der EU-Vertrag tatsächlich Aufgaben zuweist. Bildung ist Sache der Mitgliedstaaten.
Ist dieser Kerl von Dobrindt nicht ein wirkliches Herzchen. Die EU darf kein Hochschulranking machen, weil sie ja eventuell die Bildungsziele europaweit beeinflussen könnte. Aber ansonsten sind diese Rankings natürlich klasse. Erste Sahne sind sie, wenn sie von der Familie Mohn und dem Bertelsmann-Konzern, der unmenschlichen Stiftung oder dem CHE kommen. Da dienen sie nämlich dem neoliberalen Irrsinn.
Wenn Mohn/Bertelsmann, die ihre schmutzigen Finger bis in die Kinderkrippen ausstrecken und denen wir es verdanken, dass viel weniger Menschen in Deutschland studieren, weil sie ja Studiengebühren und demnächst Schulgeld wollen, eines ihrer verlogenen Rankings erstellen, dann ist dieser Alexander Dobrindt fein ruhig. Aber wehe, die EU könnte Ergebnisse bringen!
Vor den Ergebnissen der EU müssten Dobrindt und die Famile Mohn nämlich Angst haben. Da droht Wahrheit. Da könnten die Lügen von Dobrindt und der Familie Mohn plötzlich in zehntausend Meter Höhe platzen. Ach übrigens. Natürlich ist Herr Dobrindt nicht gekauft. Er vertritt ganz demokratisch einfach die Interessen der Familie Mohn, und jetzt sollte er sich mit großer Geschwindigkeit doch gleich in Gütersloh anstellen lassen. Lobbyisten wie ihn verträgt kein Land.
Aber die Pfeifen von der Union können lügen oder sich bestechen lassen, da tritt keiner zurück. Im Zweifelsfall wird man Innenminister wie Wolfgang Schäuble. Wer am Sonntag in Hessen den Koch wählt, der wählt bewusst dieses unehrliche Volk. Die Union ist unwählbar. Sie ist ein Haufen von unerträglichen Lobbyisten und lächerlichen Jasagern.
Korrekturhinweis um 9:15
Ich hatte den Dobrindt fälschlicherweise der CDU zugeordnet, wie ein Kommentator bemerkte. Er ist in der CSU, die aber Teil der Union ist und die gleichen menschenverachtenden Ziele verfolgt. Insofern gilt der Text und auch dass ich vor der Wut noch einmal genau nachlesen sollte zu welchem politischen Betrügerclub der Vogel gehört.
Alexander Dobrindt ist Mitglied der CSU!
Hörn+Sehn, damit Ihnen, Herr Hoff, weder´s eine noch´s andre vergeht, es grüßt Sie Tom
-> http://www.youtube.com/watch?v=1wmNRP8bVjU&feature=related
Außerdem geht es hier nicht um die Algemeinbildung aus dem "normalen Schulsystem". Hier würde ich definitiv für einheitliche Lehrpläne Deutschland- oder sogar EU-weit eintreten.
Es handelt sich hier um ein Problem das Hochschulen betrifft. Hier sehe ich Probleme in den Bewertungskriterien. Die Hochschulen haben großteils unterschiedliche Ausrichtungen. Das ist schon an den Universitäten so, wo spezielle Studiengänge von einzelnen Fakultäten angeboten werden, die es so an keiner anderen Hochschule gibt, und ist noch viel unterschiedlicher bei den Fachhochschulen, die sehr stark auf lokale Bedarfe eingehen.
Vergleiche sind machbar und zulässig für einzelne Fakultäten, die in allen bewerteten Hochschulen angeboten werden. Beispiele wären Jura, Medizin, Architektur, Romanistik, Archäologie, ...
Aber wie bewertet man Studiengänge, die es nur an einer Hochschule gibt? Und braucht man die vielleicht gar nicht? Ketzerische Frage, ich weiß.
An Hochschulen wird spezialisiertes Wissen vermittelt. Hier ist der Unterschied Programm.