Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz ist zwar sehr stolz darauf, dass nach der rücksichtslosen Schließung des Nokia-Werkes in Bochum bereits 1.000 Leute wieder Arbeit haben. Allerdings bedeutet dies im Umkehrschluss, dass 1.300 Arbeitnehmer immer noch arbeitslos sind, weil Nokia kein ehrliches Spiel spielte.
Es freut auch, dass Frau Scholz darauf verweist, dass durch die Leistung der Bochumer und NRW-Wirtschaftsförderung vermutlich noch 1.000 weitere Arbeitsplätze auf dem Gelände geschaffen werden können, wenn das wirtschaftliche Umfeld es zulässt, was in der Weltwirtschaftskrise wohl nicht der Fall sein wird. Es ist also eher davon auszugehen, dass Nokia es geschafft hat, eine schwierige Situation noch zu verschlimmern.
Nokia ist, wie gesagt ein Wirtschaftsunternehmen und hat mit Moral nichts am Hut. Ethik und Verantwortung sind für den Laden Fremdworte. Es gilt ausdrücklich nur die Gier und die ausgesprochene Lüge. Selbst in Rumänien ist das miese Verhalten von Nokia gegenüber seinen Mitarbeiten und die ständigen Forderungen nach Subventionen schon ein Thema. Nachdem die neoliberale Allianz "Wahrheit und Gerechtigkeit" nunmehr vom Bürger in die Wüste geschickt wurde, dürften auch die Flat-Tax und all die unsinnigen Bevorzugungen Nokias bald vorbei sein.
Das wird Nokia nicht gefallen, aber vorerst können sie da nicht weg. Noch einmal würde die EU eine solche Sanierungsaktion Nokias zuungunsten des europäischen Steuerzahlers nicht dulden. In Deutschland hat Nokia bereits deutlich Marktanteile verloren. Nun geht es darum, diesen Verlust von Marktanteilen auszubauen.
Jeder mag für sich überlegen, was die Gier Nokias Deutschland an Kosten bereitet hat. Nicht nur bei Direktbeschäftigten, sondern auch bei Zulieferern und sonstigem Gewerbe. All diese Arbeitslosen bezahlt jetzt jeder deutsche Arbeitnehmer und Steuerzahler. Macht es da wirklich Sinn, von Nokia auch noch Produkte zu kaufen? Doch wohl eher nicht. Man braucht nichts von Nokia, also kann man seinen Missmut leicht zeigen. Einfach nicht kaufen und Geschäftspartner immer wieder darauf ansprechen, ob sie es sich wirklich leisten können, Nokia weiterhin zu unterstützen.
Bereits gestern Abend gab es eine Meldung, die allen erklärten Nokia-Feinden die Freude ins Gesicht trieb: "Nokia schließt das Handywerk in Rumänien". Natüŕlich bezieht sich die Freude nicht auf die 2.200 Rumänen die nun arbeit ...