Morgens mit dem Dackel und dem Müll runter. Aufpassen das man nicht den Dackel in die Mülltonne stopft, weil das pinkeln beim Müll immer so lange dauert. Endlich mit Dackel raus aus der Haustür. Dackel geht Zeitung lesen, Herrchen beäugt mißtrauisch diesen neuen Tag. Sieht gut aus. Kein Regen sondern Sonne und angenehme Temperaturen, hübsche Mädchen auf Weg ins Büro oder ins Gymnasium. Der Tag ist ok.
Kurzes Stück durch den Park, Dackel bei Fuß. Nicht etwa weil dort schon ein Parkaufseher rumschleichen könnte, für die ist es zu früh, aber die Tour de France geht hier jeden Morgen durch. Der mangelnde Jubel der Fans wird durch lautes Klingeln ersetzt. Da leben kleine Dackel gefährlich. Mir ruft einer zu, ich soll doch mal aus dem Weg gehen, weil er mit den drei Metern Wegbreite nicht auskommt.
Klar ich könnte ja auf den Rasen ausweichen, weiche aber lieber aus dem Park. Der Dackel liest Zeitung, hier darf er wieder frei laufen. Scheinen wichtige Nachrichten zu sein. In Fahrtrichtung mit Fahrradweg, aber lieber auf dem Bürgersteig, fährt Mutter mit Kind auf dem Kindersitz. Möglichst nahe an den Hauswänden. Ich sehe das Unheil kommen. Aus der nächsten Ausfahrt tastet sich langsam ein Autofahrer.
Mutter macht Vollbremsung, Kind fällt mit Sitz vom Fahrrad und weint. Die Mutter schimpft mit dem Autofahrer. Wie kommt der auch auf die Idee aus seiner Ausfahrt zu fahren. Soll er sich doch einen Einweiser halten, der Idiot. Und überhaupt wer bezahlt jetzt ihren kaputten Kindersitz. Ich hab das Kind getröstet. Väter haben immer Taschentücher und Bonbons.
Nachdem ich die Mutter gefragt habe, ob wir nicht lieber ihren Arzt holen sollen, weil so Verrückte nicht alleine auf die Straße gehören, schnappt sie sich das Kind und rast mit wackelndem Kindersitz und Kind unterm Arm lauft schimpfend davon. Der Autofahrer, der Dackel und ich sehen uns nur kopfschüttelnd an.
Kaum sind wir um die nächste Ecke muss ein Radfahrer vom Fahrradweg auf den Bürgersteig ausweichen, weil ihm ein anderer, gegen die Fahrtrichtung, entgegen kommt. Auf dem Bürgersteig ist aber die Seniorenvereinigung des örtlichen Langlaufskiclubs unterwegs, die ohne Schnee zwar, die Stöcke, aber nicht die Ski mit hat. Trotzdem es sind zu viele. Der Radfahrer stürzt. Der Verursacher brüllt uns ein fröhliches "Vollidioten" zu und radelt weiter.
Während wir noch da stehen, schafft es ein anderer Radfahrer auf der Gegenseite in die versammelten Kunden zu fahren, die vor einem Tabakladen stehen bzw. vor einem Bäcker sitzen. Natürlich schimpft auch der mit den Fußgängern. Was haben die sich auch auf dem Bürgersteig rumzutreiben, wenn er da Fahrrad fahren will.
Ich ruf den Dackel. Mir ist das einfach zu gefährlich. Aber bald wird es ja Winter und bis dahin schränken wir die Fußwege auf das unvermeidbare ein und fahren mit dem Auto. Ob die Stadt Berlin, das Geld für die Radwege wieder zurückfordern kann. Benutzt werden sie doch eh nicht.
Gut, dass Du den Dackel zu Dir geholt hast: die üblichen 23mm Rennradreifen haben nämlich einen netten Beinamen (kein Scherz): Dackelschneider