U.S. Entertainment Inc. lässt keine Chance aus, zu unterhalten. Nachdem aber das immer neue Wiederhervorkramen von Al Kaida selbst bei Regierungsgläubigen nur noch ein müdes Lächeln hervorholt, musste einfach eine neue Geschichte her. Und da die Piraten der Karibik im Kino und auf DVD ein dreifacher Erfolg wurden, hatte man auch schnell den neuen Aufhänger gefunden:
Piraten entern mit schnellen Piratenschiffen die Frachter der friedlichen Seefahrer vor Somalia - oder doch lieber vor dem Jemen, wo zumindest das International Maritime Bureau die wenigen Piratenattacken des letzten Jahres verortet. Aber der Jemen hat kein Gas, kein Öl und keine anderen Rohstoffe, die nur darauf warten gestohlen zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Piraten von Somalia aus zuschlagen, damit man einen Grund hat, Somalia zu überfallen.
Natürlich ist es ein wenig peinlich für Merkel, den emeritierten Bush und die anderen Kriegstreiber, dass Susanne Härpfer den Jahresbericht des International Maritime Bureau tatsächlich gelesen hat und uns auf Heise den Inhalt erklärt.
So spricht der Bericht nicht von einer Zunahme von Piraterie, sondern davon, dass die Fälle von 469 Piratenattacken im Jahr 2001 auf 94 im Jahr 2008 zurückgegangen sind. Aber das hätte Merkel ja nicht in ihr Kriegskonzept gepasst. Abgesehen davon, dass ihr Kriegsminister dringend zerbrochene Hundemarken von toten Soldaten braucht, um seine Gedächtnisbaracke zu füllen. Aber Susanne Härpfer hat noch mehr zu berichten.
Sie kamen im Speedboot und jagten das Schiff. Zwölf Mann enterten und nahmen die Crew gefangen. Ein Lösegeld soll gezahlt worden sein. Die Rede ist von der Al Mansourah. Seltsam. Denn laut Schiffsdatenbank dürfte es diesen Frachter gar nicht mehr geben. Er ist nämlich als „tot“ eingetragen. Warum wird ein Schiff gejagt, dass erstens gar nicht existieren und zweitens Zement aus Pakistan geladen haben soll. „Welchen Sinn macht es, bestimmte Güter von einem Land zum anderen zu transportieren. Dies fragen wir uns immer“, erläuterte ein Zöllner der Autorin, was für sie der Auslöser für Kontrollen sei. Daher muss die Frage erlaubt sein, weshalb ausgerechnet Zement aus Pakistan den weiten Weg verschifft worden und dann so interessant sein soll, dass dafür ein Überfall riskiert wird. Es gibt eine blühende Zement- und Betonindustrie in Afrika.
Fall zwei: Ein Hafen in Nigeria. Sie kamen zu zehnt. Mit Speedbooten die einen, die anderen von der Landseite mit Motorrädern. Sie fielen über das Schiff her, um in den Raum einzubrechen, in dem Farbe gelagert wird. Weil das klingt wie aus der Sendung mit Käpt´n Blaubär, noch einmal: Speedboote und Motorräder, um Farbe zu stehlen? Selbst im Ölland Nigeria dürfte das Benzin für die Boote und Motorräder den Wert von Farbe übersteigen. Worum ging es also wirklich? Was war tatsächlich an Bord, das so wertvoll war? Piraten bringen manchmal ein Schiff in ihre Gewalt, behalten es, überpinseln den Namen und lassen es dann unter neuem Namen auf den Meeren fahren. Schiffspapiere, Deck-Unterlagen gewissermaßen können also z.B. interessant sein.
Schon nagt der Wurm an meinem Herzen. Ist es wieder einmal die CIA, die dort ihr eigenes Spiel mit fremdem Personal spielt? Der Bericht gibt genug Anlass zu solchen Vermutungen. Es sieht wie auf Bestellung gemacht aus. Natürlich spielen die Piraten keine Rolle. Es geht um Gas, Öl und andere Rohstoffe und darum, das Gebiet endlich zu unterwerfen. Aber nebenbei ein wenig Sonderprofit nehmen die USA immer gerne mit. Sie sollten sich lieber auf Lieder über Piraten und Filme beschränken. Damit könnten sie Herzen gewinnen, so bekommen sie nur Verachtung.
Für das Unternehmen Deutschland ist die 3-Punkte-Partei von 18 auf 1 Punkt 8.
Dem Unternehmen Deutschland macht das nichts aus.
Wo sind zwei Punkte?
In welcher Demokratie leben wir?