Eine ähnliche Verkettung gibt es auch bei den Gewerbeimmobilien. Die Weltwirtschaftskrise sorgt dafür, dass immer mehr Firmen ihren Raumbedarf überdenken und in kleinere, billigere Räumlichkeiten umziehen. Aber selbst mit großzügigen Preisnachlässen, die wiederum den Immobilienwert senken, lassen sich keine langfristigen Verträge schließen. Solche Verträge wären aber unbedingt notwendig, um überhaupt verkaufen zu können.
Gewerbeimmobilien sind seit Mitte 2007 um 35 Prozent gefallen und liegen damit auf einem Stand von vor 10 Jahren. Aber das ist eben immer noch kein Kaufanreiz, da Banken selbst bei 50 Prozent Eigenkapital keine Kredite geben und die Preise weiter fallen. Allerdings kommt noch hinzu, dass sich einige Immobilienunternehmen in den satten Zeiten bei weitem überschuldet haben und nun jeder mit Notverkäufen rechnet, die den Preisverfall noch einmal kräftig beschleunigen könnten und damit weitere Notverkäufe auslösen würden.
Rechnet man zu den internen Problemen noch die Pfundschwäche hinzu, wird es dramatisch. So könnte etwa die geplante Übernahme der Iberia durch die British Airways platzen, weil durch den Verfall des Pfundes und die schwachen Aktienkurse der BA die Iberia plötzlich wertvoller ist als die BA.
Im Zuge der Bankenrettung droht dem Pfund noch weiteres Ungemach: Es wird damit gerechnet, dass die Rating-Agenturen die Bonität Englands zurücksetzen, was höhere Zinsen für die Staatsanleihen bedeutet.
Es zeigte sich schon beim letzten Verkauf von Bonds, dass kräftig an der Rendite gearbeitet werden müsste. Im Prinzip geht auch jeder davon aus, dass England weitere Banken verstaatlichen muss, wenn es auf diesem Irrweg bleiben will. Außerdem müssen dann immer wieder neue Gelder in die verstaatlichten Banken wie die Royal Bank of Scotland (RBS) hineingesteckt werden. Ähnlich wie bei der Hypo Real Estate, ist dies aber kaum vermittelbar und für England auch nicht bezahlbar.
Die Folge dürfte ein weiterer drastischer Einbruch des Pfundes sein. Da geht es nicht mehr um die Parität, da geht es im Extremfall darum, die Marke von 0,85 Euro je Pfund zu halten. Kann diese Marke nicht gehalten werden, was im Moment aufgrund der Euroschwäche nicht wahrscheinlich ist, droht England das Schicksal Islands.