Es gibt einen neuen Wind auf dieser Erde, ein Wind, der sich zumindest für die amerikanischen Interessen in Lateinamerika sehr schnell zu einem Sturm entwickeln könnte. Das hat auch die Süddeutsche Zeitung erkannt, die ihrem Auftrag zur Gefahrenabwehr sofort folgt:
Bolivien hat eine neue Verfassung, die dem konfliktgeplagten Land neue Probleme beschert. Vom Aufstieg Barack Obamas war in den USA noch keine Rede, da setzte sich in einem anderen Land des Kontinents ein ebenfalls ungewöhnlicher Politiker an die Spitze einer Bewegung. Er heißt Evo Morales und verkörpert unter all den neuen Linken Südamerikas den radikalsten Wandel.
Schwupps hat das Käseblättchen die Schublade auf, und Morales wird in die linke Ecke gedrängt. Zwischendurch kommt abmildernd dann das, wofür er wirklich steht, um am Ende noch einmal richtig draufzudreschen.
Doch es muss in die Modernisierung investiert und die Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen verringert werden. Da versagen die neuen Herrscher, denen Klugheit und Diplomatie häufig fern sind. Ohne Dialog und Pragmatismus aber könnten die Staaten einen Ausbruch der Gewalt erleben.
Es ist nicht unschwer vorauszusehen, dass der US-amerikanische Imperialismus, der auf arme und unterdrückte Sklavennationen angewiesen ist, um sein Budgetdefizit durch die Ausbeutung Lateinamerikas wenigstens etwas zu senken, dort auch Mord und Bürgerkriege finanziert. Aber das würde so ein Versuchsjournalist wie Peter Burghardt ja nie schreiben. Zum einen weil es die Wahrheit wäre - und weil es ihn seinen Job kosten würde. Er füllt doch nur den Leerraum zwischen der Werbung mit anderer Werbung.
Tatsächlich hat er für die Verhältnisse der Süddeutschen schon mehr als gewöhnlich geschrieben. Aber vermutlich verlässt er sich darauf, dass seine Kontrolleure eh nur den Anfang und das Ende eines Textes lesen, weil sie den Rest sicher nicht verstehen würden.
Lateinamerika ist seit der Entdeckung durch die Spanier nur betrogen worden. Egal wie willfährig sie gegenüber den Eroberern auch immer waren, am Ende wartete nur die Armut, das Gefängnis und meist auch der Tod als Belohnung.
Salvatore Allende, der den Traum von Freiheit und Gleichheit in Chile wahrmachen wollte, wurde von den US-Amerikanern ermordet. Danach starb jeder, der etwas verbessern wollte, oder wurde zumindest politisch und menschlich erledigt. Ob in Haiti oder Cuba. Alles was rechten, faschistischen Diktaturen nützte, war das, was die USA wollten und heute noch wollen. Dafür morden sie bis heute.
Aber die Zeiten haben sich gewandelt. Die Menschen sind wütend, sie verachten die Handlanger der USA. (Huhu, Fraul Merkel, hallo, Herr Steinmeier!) Anstatt sich aber wie die Deutschen der Verzweiflung hinzugeben, kämpfen die Völker in Lateinamerika. Bolivien, Venezuela und Ecuador sind reiche Länder, und wenn sie ihren Besitz nicht an die USA verschenken müssen, dann bleiben sie das auch.
Evo Morales, Hugo Chávez und Rafael Correa sind wirklich demokratisch gewählte Präsidenten. Bekämpft werden sie von den Feinden der Demokratie. Den Handlangern der USA und der Katholischen Kirche, die ja Demokratie überall auf der Welt bekämpft, weil sie nur in einer Umgebung voller Hass, Dummheit und Angst existieren kann.
Aber es wird diesen Gegnern nichts nutzen. Natürlich werden die USA einen Bürgerkrieg anzetteln, und die Katholische Kirche wird die Waffen segnen, die die Freiheit und die Menschen töten sollen. Aber da ist immer noch Cuba als Beispiel. Es geht. Und es geht bald auch wieder in Nicaragua, und wenn Panama sich entschließt, den Kanal für amerikanische Schiffe zu sperren, dann wird es hart für die USA. Zu viele Kriege, zu viele Fronten.
Diesmal werden die USA nicht gewinnen. Ganz so, wie es damals schon gewünscht wurde:
Joan Baez Feat Mimi Farina - Viva mi patria Bolivia
QUOTE Doch es muss in die Modernisierung investiert und die Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen verringert werden. Da versagen die neuen Herrscher, denen Klugheit und Diplomatie häufig fern sind. Ohne Dialog und Pragmatismus aber könnten die Staaten einen Ausbruch der Gewalt erleben.:
Das ist doch hanebüchen, diese Behauptung, angesichts der Zugeständnisse die Morales und seine MitstreiterInnen an die Oppoition bereits gemacht haben. (Es wäre sonst nie zu einem Referendum gekommen)
und lass Morales doch ruhig "links" sein, wenn "links" sein bedeutet, sich gegen Neoliberalismus und Ausbeutung zu stellen und für Gerechtigkeit zu kämpfen...die "rechte" Opposition der Oligarchen disqualifizierrt sich ohnehin selbst:
QUOTE Selbst Manfred Reyes Villa, Ex-Gouverneur von Chochabamba und einer der Gegenspieler Morales, sagte gegenüber Joshua Partlow von der Washington Post: "Heute existiert keine signifikante Opposition im Land". Im September 2008 hatte die Rechte in der Provinz Pando eine Gewaltwelle geleitet. Dabei starben 20 Menschen, viele wurden verletzt. Dadurch büßte die Rechte den Großteil ihrer Legitimität und Unterstützung ein. "In Pando ist die regionale Opposition soeben kollabiert", sagt George Gray Molina, ein ehemaliger Offizieller der UNO in Bolivien, der heute an der Universität Oxfort forscht, gegenüber Partlow. "Ich denke, selbst an ihrer eigenen Basis hat sie (die Opposition) an Autorität und Legitimität verloren".:
Natürlich sind diese Leute links, natürlich sind sie auch extrem, nein extremistisch. Denn sie stellen eine Gefahr dar. Sie könnten den Menschen auf dieser Welt die Augen öffnen. Ihnen zeigen, dass ein friedliches Miteinander, ein gerechter Interessenaustausch möglich ist. DAS ist es wovor die globale Finanzelite Angst hat.
Ist es nicht erstaunlich, wie seit einigen Jahren in Lateinamerika quasi die Demokratie neu erfunden wird? Und ist es nicht geradezu selbstentlarvend, wie die hiesigen Medien darüber berichten? Ich denke mittlerweile ernsthaft darüber nach, portugiesisch und spanisch zu lernen, damit ich es etwas leichter habe, wenn ich dann in wenigen Jahren in einem dieser länder um politisches Asyl ersuche, wenn die EU endgültig zu einer Diktatur geworden ist.
Das ist doch hanebüchen, diese Behauptung, angesichts der Zugeständnisse die Morales und seine MitstreiterInnen an die Oppoition bereits gemacht haben. (Es wäre sonst nie zu einem Referendum gekommen)
und lass Morales doch ruhig "links" sein, wenn "links" sein bedeutet, sich gegen Neoliberalismus und Ausbeutung zu stellen und für Gerechtigkeit zu kämpfen...die "rechte" Opposition der Oligarchen disqualifizierrt sich ohnehin selbst:
http://zmag.de/artikel/bolivien-neue-verfassung-in-einem-referendum-angenommen
(neuerdings kommt immer eine spammeldung wenn ich die BBcodeformatierung anwende?)