Gerade im Bereich "Gesundheit" und "Ernährung" müssen immer mehr Menschen Abstriche machen. Der eine oder andere begrüßt auf dem Markt beworbene Produkte, die beide Themenbereiche miteinander zu vereinen scheinen. Diese 2-in-1-Mentalität hat sich die vergangenen Jahre, auch in anderen Bereichen, immer mehr durchgesetzt. So bekommen wir gesagt, wir könnten durch bestimmte Softdrinks eine zusätzliche Portion Vitamine zu uns nehmen oder wir könnten mit nur einem Shampoo gleichzeitig auch die Haare einer Kur unterziehen. Bei letzterem haben wir uns jahrelang, unwissend, Silikon mit in die Haare geschmiert und uns vielleicht gewundert, warum wir plötzlich soviel Haarausfall haben im Gegensatz zu früher, vor dessen regelmäßiger Anwendung - mit einem Stoff, mit dem man üblicherweise Fugen abdichtet oder Brüste vergrößert.
In allererster Linie dient ein solches Zusammenlegen verschiedener Eigenschaften dem Geldbeutel der Hersteller. Dem Kunden selbst entstehen längerfristig gesehen aber zusätzliche Kosten, das wiederum ist den Herstellern willkommen. Sei es durch das Aufsuchen eines Arztes oder durch den Kauf zusätzlicher Produkte, die als Gegenmittel bei Problemen angesehen werden.
Es gibt aber wesentlich kostensparendere Maßnahmen, die zwar u.U. mit mehr Aufwand verbunden sind, dafür aber gesünder sind und den grinsenden Dritten oder Vierten, der sich über Mehreinahmen freut, entzaubert.
Eine von mir gefundene ältere
Studienauswertung, die sich für mich zeitlos liest, widmet sich Kostenreduktionsmaßnahmen. Dabei geht es allerdings nicht um Joghurts, Getränke oder Haarwaschmittel. Viele verschiedene Bereiche (Gesundheit, Landwirtschaft, Rechtssystem, Wirtschaft, u.v.m) werden erwähnt, erklärt und versucht auszuwerten, um am Ende zu der Einsicht zu gelangen, dass es wenig sinnvoll ist, ein vorhandenes und funktionierendes Niedrigkostensystem weiterhin zu boykottieren.
Demokratie lebt von Vielfalt und nicht von Einfalt. Das ist zentraler Inhalt des vorliegenden Armutsmanifestes.
Es muss ein Wandel erfolgen - ein Wandel hin zur bedürfnisorientierten Wirtschaft. Es gilt vorzüglich, nicht die Markt- und die Wirtschaftsinteressen zufriedenstellend und optimal zu fördern, sondern deren davon abhängige Bevölkerung - dann klappt's auch mit der Wirtschaft. Anders herum ist es nicht zweckmässig, denn da, wo es durch Armut keinen Abnehmer mehr gibt, gibt es keine Wirtschaft und erst recht keinen Markt.
Es folgen 2 Auszüge aus der Studienauswertung:
Lungentuberkulose – kurz TBC - ist heute weltweit eine erneut stark im Vormarsch befindliche Erkrankung. Oftmals sind dafür entwickelte Antibiotika mangels Resistenzbildung nicht mehr einsetzbar. Doch wozu Antibiotika, wenn es billiger und effektiver geht. Das heißt und meint ohne Nebenwirkungen und ohne Resistenzbildungsmöglichkeiten. Dazu muss Dr. Karl Trincher vor den Vorhang gebeten werden, da es sein Verdienst war, aufgrund einer folgerichtigen Beobachtung, in verschiedenen Straflagern in Sibirien, diese Lösung zu erarbeiten. Das heißt die Lösung gab es schon länger. Sein Verdienst war es aber die Zusammenhänge richtig zu erkennen und zu deuten: Hunde- oder Dachsfett als Brotaufstrich täglich genossen, vornehmlich in kalter Umgebung, heilt TBC in nahezu jedem Stadium innert kürzester Zeit: Das Miristinsäuremolekül im Dachs- bzw. Hundefett ist fast identisch mit der Tuberkulinsäure einem wichtigen Molekül in der Zellwand des Tuberkulosebakteriums. Sind aber gerade mal vermehrt Miristinsäuremoleküle in der Lunge des Betroffenen, baut das Bakterium vermehrt dieses sehr ähnliche Molekül in die eigene Zellwand ein. Die Folge dieses fatalen Irrtums ist eine Stoffwechselstörung des Bakteriums mit finalem Absterben des Krankheitserregers. Selbst offene und eitrige TBC wäre weit unspektakulärer zu heilen – wenn man nur wollte.
Zinsen zahlen wir für geliehenes Geld, also für Vorwegnahmen auf die Zukunft. Könnte es sein, dass „Normalpreissysteme“ zuviel zukunftsorientiert sind und darüber die Gegenwart „vergessen“? Meine Bedürfnisse jetzt im Augenblick sind von Belang, auf die wird nicht, oder zu wenig, oder mit ungeeigneten Mitteln eingegangen. Die Rede war soeben von den engeren Bedürfnissen und nicht ob ein Liter Milch mehr angeschafft werden soll. Denn die kommerzielle Werbung suggeriert ein Manko, dass tatsächlich zuvor noch nicht bestand. Quasi künstlich generierte Armut.
Lebensstandard-Vorgabe eine Seifenblase?
Gegenfrage: Was passiert, wenn sie zuerst den übernächsten Schritt machen wollen bevor sie den nächstgelegenen gehen? Genau! Man kann sich zwar immer am gerade übernächstgelegenen Schritt orientieren, darüber aber den unmittelbaren Bereich aus den Augen verlieren. Zukunft findet zwar statt, doch zuvor kommt erbarmungslos die Gegenwart. Auch ohne Kredite und Vorwegnahmen. Wir brauchen heute nicht die Aufträge von morgen vergeben, nur um heute die Arbeitslosen von den Straßen wegzubekommen, sinnlose Megaprojekte vom Zaun brechen, nur um politisch das Überleben gerade nochmals geschafft zu haben. Und: um nur ja keine wirklich tiefgreifenden Änderungen herbeiführen zu müssen. Denn, bei solchen Großbaustellen wird auf arbeitsintensive Verfahren mit hohem Arbeitskräfteaufkommen großer Wert gelegt. Das findet bereits Eingang in die einschlägigen Ausschreibungsunterlagen. Unwirtschaftlichkeit als Grundlage seriös gelten wollender Politik? Wer in der Zukunft zentriert ist, lebt rascher, weil jetzt unzufriedener. Entwicklungen kann man dadurch ungeheuer in eine willkürliche Richtung beschleunigen. Geschäfte mit der Angst nutzen diese Unsicherheiten ganz gezielt aus. Und nochmals zur Erinnerung: Meine Bedürfnisse jetzt im Augenblick sind von Belang, auf die wird nicht, oder zu wenig, oder mit ungeeigneten Mitteln eingegangen – vorsätzlich oder unbewusst.
Quellen:
Udo Pollmer: Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung. 2006
Marita Vollborn; Vlad D. Georgescu: Die Joghurt-Lüge. Die unappetitlichen Geschäfte der Lebensmittelindustrie. Campus Verlag 2006
Silikon in Shampoos und der Teufelskreis
Werbetrommeln: Im Dschungel der Überinformation und fehlender Recherchen
Niedrigkostensysteme – Armut: eine Studienauswertung
Ein immer wieder interessantes
und aktuelles Thema!