Gestern am Abend hat es, wenn man den Gerüchten trauen kann, am Rande der Münchner Unsicherheitskonferenz Gespräche zwischen Hamid Karsai und Vertretern der Besatzungsarmeen, die in Afghanistan operieren, gegeben. Nachdem sich Barack Obama darauf festgelegt hat, dass der Krieg wie bisher weitergeführt wird, muss es einen Schuldigen geben. Dieser Schuldige war schnell gefunden.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat ja schon mehrfach Einwände dagegen vorgebracht, dass die Besatzungsarmeen im wesentlichen Zivilisten töten. Die Besatzungsmächte wollen sich aber nicht beim fröhlichen Morden stören lassen. Für die ist jeder lebende Afghane ein Terrorist, was ja auch bald stimmt, da die Toten, Brüder, Väter, Söhne, Mütter, Schwestern und Töchter haben, die den Besatzungsterror schon lange leid sind.
Aber die Interessen Afghanistans und der Afghanen sind den Besatzungsmächten egal. In München sollte Hamid Karsai schon einmal darauf eingestimmt werden, dass er nicht wiedergewählt werden darf. Die Besatzungsmächte, vor allem aber die USA unter Barack Obama, suchen einen willfährigen Präsidenten, der sich nicht mit so Kleinigkeiten wie toten Zivilisten und zerbombten Hochzeitgesellschaften abgibt.
Deshalb wird Karsai jetzt vorgeworfen, nicht genug gegen den Drogenanbau, die Taliban und die Korruption in seiner Regierung getan zu haben. Natürlich ist Karsai untätig gewesen. Er hatte als Präsident von amerikanischen Gnaden überhaupt keine Chance. Seine Regierung sollte die Interessen der USA wahrnehmen und war praktisch auf die Hauptstadt begrenzt. Deshalb bezeichnen ihn ja viele auch nur als Bürgermeister von Kabul.
Aber selbst der wird nicht mehr gebraucht. Die USA haben nämlich neue Pläne. Sie wollen die Clanchefs wieder stärken und erwarten dann von den Clanchefs Unterstützung gegen die Taliban. Es gibt dann also eine halbfertige afghanische Polizei, eine halbfertige Arme und die schwer bewaffneten Truppen der Clans. Das wird Afghanistan sehr viel sicherer machen und bestimmt auch den Drogenanbau einschränken.
Das Endziel ist wahrscheinlich ein Afghanistan, wie es die USA und andere schon im
Kongo haben. Auf jeden Fall wird es viel Potential für die Anwerbung von Terroristen geben. Da, wo den Menschen keine Hoffnung bleibt, gewinnt die Gewalt. Aber vielleicht ist auch das gewollte Taktik.
Einige scheinen ja den Terror geradezu magisch anziehen zu wollen, um ihre kleinen hässlichen Unterdrückungsgesetze durchzubekommen. Notfall machen sie sich ihre
Bomber sogar selbst oder lassen sie von befreundeten Diensten anwerben.
Das die Süddeutsche Zeitung ein ziemliches Käseblättchen ist, dürfte den ständigen Lesern von Duckhome nicht unbekannt sein. Was sie sich aber an Ergebenheitsjournalismus für den militärisch-industriellen Komplex in Sach ...