Natürlich bekommen die Opfer von Kaupthing nicht das Mitleid, das sie glauben verdient zu haben, und selbstverständlich haben sie gezockt und sich verzockt. Allerdings taten sie dies in einer Welt, in der alle Medien, die Bundesregierungen, die Banken unter Führung von Josef Ackermann und die Industrie unter Führung von Pierer und Kannegiesser genau diese Strategie als die einzig richtige predigten. Sie sind also auch Verführte.
Das wird klar, wenn man sich die Beträge betrachtet. Im Durchschnitt geht es um 10.000 Euro pro Anleger. Dafür geht Josef Ackermann nicht einmal ans Telefon. Es geht aber auch um rund 1.000 Euro, die jeder isländische Bürger, auch Alte, Kinder und Säuglinge, bezahlen müsste, wenn Island alleine für den Schaden aufkäme. Der durchschnittliche Stundenlohn in Island beträgt 7 Euro, aber viele Isländer sind jetzt schon arbeitslos, Selbständige stehen vor dem Zusammenbruch der Existenz, Familien können ihre Häuser nicht mehr behalten.
Die Situation Islands ist unvorstellbar schlecht, ohne dass die Bürger etwas von den vorausgehenden Gewinnen gehabt hätten. Island war ein Finanzplatz der Öde. Die Zockergeschäfte wurden von schöneren Plätzen aus gesteuert - und dorthin flossen auch die Gewinne. Was gelaufen ist, könnte die isländische Justiz vielleicht herausfinden, aber dann würde Island total sterben, weil die Banken, die die Abzocke gesteuert haben, im Ausland fest im Sattel sitzen und, wie die englischen Banken, von ihren Regierungen dick abgeschirmt werden.
Wer nicht völlig verblödet ist, weiß, dass Großbritannien Island damit erpresste, das Land auf die Liste der Terrorländer zu setzen, wenn nicht sofort das Geld der britischen Anleger fließen werde. Die hätten im Zweifelsfall auch Island zerbombt, weil sie schon lange kein Gewissen mehr haben. Island war machtlos. Tatsächlich ist das Geld abgeflossen, das unter alle Gläubiger hätte verteilt werden können.
In Island stehen Wahlen an. Staatspräsident Olafur Ragnar Grimsson reagierte und sprach sich gegen eine Entschädigung deutscher Sparer durch die Kaupthing Bank aus. "Die Deutschen müssen begreifen, dass die Menschen in Island alles verloren haben". Das fasst die Situation so kurz und zutreffend wie möglich zusammen. Eine Regierung, die zahlt, wird sofort gestürzt werden. Die alte Regierung konnte und wollte die Kaupthing Bank und die anderen Banken nicht in Konkurs gehen lassen.
Wahrscheinlich hatten sie so gute "millionenfache" Gründe wie Frau Merkel und Herr Steinbrück. Bei uns wurden ja auch Ackermann und von Pierer zu Kanzlerberatern gemacht, während den anständigen Menschen der letzte Cent weggenommen wurde. So ist halt Politik. Überall auf der Welt schwimmt der Abschaum oben. Aber die Isländer haben diese Regierung gestürzt und würden auch die nächste stürzen. Es kann ihnen egal sein, sie können nur noch gewinnen.
Deshalb wird eine neue Regierung die Banken in den Konkurs schicken müssen. Die Realität schildert uns das
Handelsblatt mit wenigen Worten.
Wann? Wann zahlt Island endlich? Zahlreich sind sie angereist, die institutionellen Gläubiger aus Deutschland und Großbritannien. Deutsche Banken wie die DZ Bank, einige Landesbanken, die britische Tochter der Deutschen Bank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Commerzbank - sie alle und viele mehr haben noch offene Forderungen von schätzungsweise rund 21 Milliarden Euro gegenüber Kaupthing.
Die Frage ist leicht zu beantworten. Wahrscheinlich nie. Island hat zwar pro Kopf eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte in ganz Europa, was vor allem an der praktisch kostenlosen Energie liegt, aber es beträgt trotzdem nur 13,5 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass alle Isländer rund 1 Jahr und 8 Monate nur für die Kaupthing-Schulden arbeiten müssten, ohne selbst etwas zu verbrauchen. Kaupthing ist aber nur eine Bank. Das werden magere Jahrzehnte für Island.
Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen der Kaupthing Bank und reden gerne von Assets, die sie in Deutschland haben. 240 Millionen sollen es sein und dazu noch 50 Millionen, die unberechtigterweise bei der DZ Bank festgehalten würden. Das ist niedlich. Nach deutschem Recht melden die Gläubiger aus dem In- und Ausland ihre Forderungen an und dann wird gepfändet. Beim Arbeitgeber, bei den Banken und notfalls auch per Taschenpfändung. Die sogenannten Gelder in Deutschland werden also mit den 21 Milliarden an Forderungen verrechnet, und was dann für die Kleinsparer übrigbleibt, ist ein Witz. Nicht der Rede wert.
Allerdings geht das makabere Spielchen ja noch weiter. Diese Assets sind ja zum großen Teil Anlagen in sogenannte Wertpapiere. Natürlich in solche, die hohe Renditen bringen sollten und heute praktisch nichts wert sind. Die Deutsche Bank hat alleine davon wohl 92 Millarden. Bei der Hypo Real Estate sind bisher 102 Milliarden dieser wertlosen "Wertpapiere" oder Assets in Rauch aufgegangen und gerade folgen zehn weiter Milliarden, die Merkel und Steinbrück großzügig verschenken. Am Ende werden alleine dort 250 Milliarden verbrannt werden.
Aber Frau Merkel und Herr Steinbrück müssen das Volk nicht fürchten. Die können Geld verbrennen ohne Ende. Sie sind nur dem Großkapital verantwortlich und für diese Leute arbeiten sie gut. Die Isländer aber haben Revolution gemacht und werden sie wieder machen. Sie werden nicht für die Ackermänner und Co. bezahlen - und das ist gut so.
Also wird Kaupthing zweifelsfrei in den Konkurs gehen. Dann greift das isländische Bankensicherungssystem und platzt. Nur mal eben so als Nebenbemerkung. Der deutsche Einlagensicherungsfond wäre auch geplatzt, wenn nicht Merkel und Steinbrück mal eben 10 Milliarden dort hineingeschoben hätten, um ihn zu retten. Denn der Tod von Lehman Brothers Deutschland hätte ihn sonst zerrissen. Was also sollte den isländischen Bankensicherungsfond retten. Nichts. Der deutsche Einlagensicherungsfond ist - genauso wie Merkels Sicherungszusage - nur noch Makulatur. Dummes Gerede ohne Wert.
Natürlich sagt die Kaupthing Bank dass sie bezahlen will. Das sagt jeder Schuldner, notfalls jahrzehntelang. Vielleicht passiert doch etwas. Ein Sechser mit Superzahl im Lotto, ein Zusammenbrechen aller Währungen. Man weiß es nicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Selbstverständlich sagt auch die Bundesregierung, dass sie zahlen will. Sie bieten sogar einen Kredit an. Island soll Schulden aufnehmen, um das Problem Kaupthing und seine deutschen Kleinkunden zu erledigen, und soll dafür die Schulden der Isländer erhöhen. Dann könnten sie auch gleich zahlen.
Erst wird in Island gewählt, dann ist Wahlkampf in Deutschland, dann muss die vermutlich neue Regierung sich einrichten, dann wird das Thema auf Europa verlagert und irgendwann in weiter Zukunft, wenn die Inflation einen großen Teil des Problems gefressen hat, wird es eine Lösung geben. Welche, ist dann auch schon fast egal.
Oder es kommt wie uns
Frank Meyer weise mitfürchten lässt.
Was wird wohl passieren? Dinge mögen den energieärmsten Zustand - in der Physik, in der Chemie, in der Biologie. Ob die Wirtschaft davon ausgeschlossen bleibt? Wenn künftig mal eine Porzellankanne mit dem Rosenthal-Zeichen zum Einsatz kommt, werden wir als Großeltern zurückdenken und den Enkeln berichten. In der Zwischenzeit haben sich chinesische und britische Preise in der Mitte getroffen, auch die Arbeitsbedingungen und der Leistungsdruck. Deutsche und polnische Löhne werden sich angleichen. Nichts anderes passiert mit den Renten und Sozialsystemen. Die einen steigen auf, die anderen steigen ab.
Nicht dass ich mir das wünschte, ich erwarte es sogar. Es wird ein langer und schmerzlicher Weg.
Duckhome geht noch einen Schritt weiter. Es gibt zuviel geraubtes Kapital, das auf äußerst unredliche Weise erworben wurde. Bevor das System sich auf den energieärmsten Zustand einpendelt, wird es zum Aufruhr kommen, eine Neuverteilung geben, etwas Gerechtigkeit, aber natürlich auch wieder Verlierer. Verlierer sind immer die Schwachen, die Armen und die Friedfertigen, Fleißigen, Innovativen die so oft vergessen werden.
So wie wir vor 20 Jahren den real existierenden Sozialismus mit Recht zu Grabe getragen haben, stehen wir heute vor dem stinkenden Kadaver des marktradikalen, neoliberalen Raubtierkapitalismus. Noch dürfen wir das stinkende Biest nicht beerdigen, weil die Quandt, Springer, Mohn/Bertelsmann und ihre Helfer wie Merkel und Steinmeier uns das verbieten. Sie hoffen, dem verwesenden Haufen mit dem Blut des Steuerzahlers noch Leben einzuhauchen. Eine Idee, die genauso pervers ist wie die Politik der letzten 20 Jahre.
Dieses System haben fertig. Aber vollständig fertig.
Diesem Pack die Suppe zu versalzen und dafür zu sorgen, das die Opfer nicht noch einmal verarscht werden, ist ein vernünftiges Ziel.
Demnächst gibt es hier übrigens eine Liste der Leute die von anderen Geld für ihre angebliche Hilfe genommen haben.
Es handelte sich um ein klassisches TAGESGELDKONTO! Nix Börse, Fonds o. ä., gleiche Prozedur und Rechtsprechung wie bei jedem Onlinekonto.
Da alle Informationen mehr als dürftig sind, versammeln sich die Geschädigten, um von BAFIN, DZ- Bank etc. mehr zu erfahren. Und um früh genug zu erfahren, wer Abzocker ist.
Jeder einigermassen fitte Finanzversteher hätte lediglich zu bedenken gegeben, dass man nicht mehr als 20.000 dort anlegen soll.
Ob die gleichen Leute einen anderen Vertrag mit einem ausländischen Lieferanten abschließen würden bei Vorkasse. Wohl eher nicht, weil sie die Risiken einen Pullover oder ein Radio nicht zu bekommen viel höher einschätzen würden.
Keiner weiß was konkretes zur Sache zu berichten, viele Leute schreiben zum Thema Kaupthing schlicht und ergreifend blanken Unsinn und wieder andere wittern eine lukrative Geschäftsidee mit den Kunden der Kaupthing Bank. (ist man dort überhaupt noch Kunde ?)
Wenn man das Werbeverbot der freien Berufe wie u.A. Rechtsanwälte kennt, kann man sich momentan nur wundern.
- Ich gehöre auch zu den Betroffenen / Zockern / Geschädigten oder wie man auch immer diesen Personenstamm nennen mag. Wenn ich heute Angebote diverser Banken bekomme, stelle ich mit einem leichten Schmunzeln fest, dass die Welt sich weiter dreht, Kaupthing heißt jetzt Comdirekt, Santander oder Twix und sonst ändert sich nix.
Das diese Einsicht derart teuer war, ist zwar traurig, umso freudiger wäre aber die Überraschung etwas von dem längst abgeschriebenen Geld wieder zu sehen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Kaupthing Anlegern nicht auch noch dem "schlechten Geld" in Island gutes Geld hinterher zuwerfen.
Die im Internet werbenden Rechtsanwälte sind nicht bedürftig und haben in der Regel auch ohne Isländische Bankenpleite genug zu tun. Schreibt das Geld lieber ab und freut euch evtl. hinterher das es doch noch was gegeben hat
Die Eier in möglichst viele Körbe. Von allem ein wenig bei vielen Banken, in Gold, in Silber vor allem aber in Land. Wald, Ackerland und selbst ein Schrebergarten können helfen.
Geld leihen= mindestens 8% Zinsen berappen
Dispot überziehen im Durchschnitt 18,5% Zinsen berappen
Geld anlegen für 1,5% = Gewinn für die Bank und der Anleger ist der Dumme.
So schauts.
Über die Abzocke einiger DEUTSCHER Institute sag ich schon gar nix, aber wer bei der Kaupthing Geschichte nur ein müdes Lächeln übrig hat, der hat den ganzen Finanzkram nicht kapiert und sollte besser den juten alten Sparstrumpf wieder vorholen, am besten erst die DM, dann die Euros...
Gierig sind nunmal in erster Linie die Banken und weniger der TAGESGELDANLEGER.
Und falls es noch keiner begriffen haben sollte (beschissen wird man eh in dem Moment wo Geld im Spiel ist):
Die BAFIN hat das Moratorium verhängt, um die deutschen Sparer zu schützen. Ach ja, schon mal den Schuldenticker geschaut? Da sind 300 Millionen ein lächerlicher Mikrobenschiss, und jeder Einzelne hier hat ca. 20 000 Schulden (Euros!). Vielleicht schicken die uns allen ja demnächst einen Vollstrecker vorbei, damit nicht nur die Banken, sondern auch die BRD gerettet wird. Guckst Du, wenn Du plötzlich für 20 Mille Miese 18,5% Prozent Zinsen zahlen darfst ;-)
wenn Du jemanden (Kaupthing) Dein Tagesgeld (Sparbuch, Festgeld usw.) anvertraust, dann leihst Du ihm Geld; dafür zahlt der Dir dann Zinsen
grundsätzlich wird sich derjenige (Kaupthing) bei dem das Geld leihen, dem er die niedrigsten Zinsen zahlen muss oder bei dem er noch was kriegen kann oder der schlecht informiert ist
im Fall Kaupthing ist es eine Mischung aus Allem
denn Kaupthing hätte bei einer Großbank oder einem befreundeten Staat vielmehr berappen müssen oder gar nix bekommen
das nennt man Marktwirtschaft
und wenn Du jetzt mit Deinem Beispiel von 8 % Kreditzinsen ankommst : es gibt genug Banken/Sparkassen, die Dir das Geld für weniger Zins leihen (Bonität vorausgesetzt)
es soll ja inzwischen Banken geben, bei denen Du weniger Zinsen zahlst als Du nachher für die Einlage bekommst
Fazit : nimm den Zins einfach als Gradmesser für die Bonität, denn Zins ist der Preis für Geld, und ein Preis wird immer von Angebot und Nachfrage bestimmt
der Preis für Deutsches Staatsgeld (Finanzierungsschatz 1 Jahr) liegt übrigens bei 0,99 % p.a. (Nachfrage riesig), bei Anleihen deutscher Industrieunternehmen jenseits der 5 % (Nachfrage kaum)
Die Zinsversicherung beruhte also nur auf der Tatsache, dass sie glaubten auf anderen Märkten mehr verdienen zu können.
Aber schon damals zahlten deutsche Banken und vor allem sichere Anlagen wie Bundesschatzbriefe und Kommunalobligationen deutlich weniger als Kaupthing. Kaupthing musste mehr Zinsen bezahlen um an Geld zu kommen. Das hätte Warnhinweis genug sein müssen.
Aber die Leute wollten nicht gewarnt werden sondern gierig sein. Jetzt haben sie alles verloren. Das ist bitter. Noch bitterer ist aber das sich ein Haufen Geier auf sie stürzt und sie dem verlorenen Geld jetzt noch gutes Geld hinterher werfen.
aber hier laufen noch einige rum, die denken dass Banken die mehr Zinsen geben als andere sind Wohltäter bzw. die Banken, die weniger Zinsen geben, ziehen den Anleger über den Tisch
Wirtschaft ist sau einfach, wenn man Zusammmenhänge erkennt und eins und eins zusammen zählt