Das System von Kritik und Selbstkritik wurde in der Sowjetunion der 1920er Jahre geschaffen. Vor allem Parteimitglieder waren angehalten, in regelmäßigen Abständen zu Sitzungen der „Kritik und Selbstkritik“ zusammenzukommen, deren Ergebnisse protokolliert wurden und auch zu Sanktionen führen konnten (Rückversetzung in den Status des Parteikandidaten, Pflicht zur gesellschaftlichen Arbeit, berufliche Nachteile). Berthold Unfried sieht dieses der öffentlichen Beichte verwandte Ritual als Konzept gegenseitiger Überwachung unter Gleichen.[1] Oft waren die Anklagen und Selbstbezichtigungen allerdings Inszenierungen von seiten einer höheren Instanz.
Stalinismus an niedersächsischen Schulen
Es ist schon seltsam, welche Blüten sich aus kruden Lehrerköpfen entwickeln, wenn es darum geht, das eigene Fehlverhalten oder Unvermögen zu verdecken. An einer Schule in Niedersachsen wurde deshalb die alte stalinistische Praxis von "Kritik und Selbstkritik" wieder eingeführt.
Selbst im Stalinismus ließ sich diese Form der Unterdrückung und Selbstbezichtigung unter Nichtparteimitgliedern kaum durchsetzen. In niedersächsischen Schulen sieht das ganz anders aus. Da ergibt sich die Verpflichtung zu "Kritik und Selbstkritik" schon aus der Mitgliedschaft an einer Schule, die ja eher staatlichem Zwang unterliegt, und aus den seltsamen pädagogischen Vorstellungen einzelner, vor allem weiblicher Lehrkräfte.
Natürlich ist es an dieser niedersächsischen Schule genau wie im richtigen Leben. Nur die größten Versager brauchen Unterdrückungsmethoden, um von ihrem Versagen abzulenken. Im letzten Halbjahr haben sich bereits 12 Schüler lieber die Rote Karte geben lassen, als sich weiterhin diesem in einigen Punkten wohl völlig unfähigen Lehrkörper (eigentlich könnte man auch Leerkörper schreiben), zu unterwerfen. Flucht durch massive Vorwärtsverteidigung. Das anscheinend letzte aller zur Verfügung stehenden Mittel.
Wie mies müssen Lehrer eigentlich sein, damit Schüler sogar ein verlorenes Schuljahr in Kauf nehmen, nur um von solch einer Anstalt wegzukommen, und wie unfähig ist eine Schulaufsicht, die sich nicht in der Lage sieht, dem komischen Treiben ein Ende zu setzen? Man ist versucht, an die Lehrerin und Direktorin Dolores Umbridge in Harry Potter zu denken, die nur durch perverse Quälereien an ihren Schülern Befriedigung finden konnte.
Natürlich gibt es im wirklichen Leben keine Dolores Umbridge, aber dafür Direktorinnen und Klassenlehrerinnen, die ihr in vielen anderen Punkten nicht nachstehen, weil sie ihre Frau vor der Klasse und der Schule nämlich nicht stehen können, sich ihr Unterricht in ein Tollhaus verwandelt und sie einfach nur Dienst nach Vorschrift machen und dabei nicht merken, dass sie längst keiner 'pädagogischen' Vorschrift mehr genügen.
Im letzten und aktuellsten Fall ging es um eine Schülerin, die Probleme mit ihrer Rolle in der Klassengemeinschaft und vor allem in der Beziehung zu der Klassenlehrerin hat. Probleme, die bereits seit längerer Zeit die typischen Symptome von 'Schulangst' mit sich brachten. Deshalb fragte sie eine andere Lehrerin an der gleichen Schule, die in der gleichen Jahrgangsstufe ebenfalls eine Klasse leitet und die auch Fachunterricht bei ihr erteilt, ob sie nicht wechseln könne. Die angesprochene Lehrerin stimmte prinzipiell zu.
Das war jedoch für die "verlassene" Klassenlehrerin der guten Dinge zuviel. In ihrer eigenen, wenn auch äußerst beschränkten Geisteswelt ist sie natürlich unfehlbar. Nie kann ein Schüler oder eine Schülerin wissen, was besser für sie wäre, als die völlig unfähige und total überforderte Lehrerin. Sie klemmte sich umgehend hinter die Direktorin, die ihre eigene Unfähigkeit mit den vielen Abgängern ja bereits bewiesen hatte, und beide waren sich einig: nur über ihre Leichen.
Dann begann ein munterer Reigen von Kritik und Selbstkritik, bei der die Direktorin und die Klassenlehrerin die Parteileitung stellten, die immer Recht hat - an anderes wollte man sich nicht erinnern. Da half auch die Unterstützung der Mutter nichts. Die Schulleitung ist unfehlbar - selbst wenn sie tausendmal gefehlt hat. Selbst als die Mutter dem Zirkus mit einem Schreiben ein Ende setzen wollte, wurde ihr von der Direktorin erklärt, dass es bereits in den nächsten Tagen weitere Sitzungen im Sinne von "Kritik und Selbstkritik" geben werde, bis die Schülerin zerbreche oder nachgebe. Ärztliches Anraten, das Kind im aktuellen seelisch-labilen Gesundheitszustand nicht an derartig 'inquisitorischen' Gesprächen teilnehmen zu lassen, sollen übergangen werden. Das Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung wird unter Druck erheblich blockiert.
Sitzungen, bei denen sich ein Kind gegen die von der Klassenlehrerin aufgehetzte Klasse - wovon in anderen, bekannten Fällen jedoch abgesehen wurde - und eine furios auf ihr Rechthaben fixierte Direktorin wehren soll. Das hat schon unter Stalin niemand geschafft. Da sind Helden zusammengebrochen. Der psychologische Druck ist nicht auszuhalten. Selbst spitzfindigste Rhetoriker sind solchen Anforderungen nicht gewachsen. Wer Fragen hat, sollte Wolfgang Leonhard lesen, der derartiges anschaulich beschreibt.
In Niedersachsen nennt man so etwas Schule. Überall woanders würde man von einem Irrenhaus, oder Mobbing par excellence, reden und Klassenlehrerin wie auch Diktatorin in Zukunft zum Spargelstechen einteilen. Dabei können sie zwar den Spargel verletzen, aber lassen wenigstens unsere Kinder in Ruhe. Aber Niedersachsen ist CDU Land. Wulff und die FDP. Das muss das wohl alles so sein. Da zählen die Menschen nicht mehr und Kinder schon gar nicht.
PS: Die Namen der handelnden Personen sind dem Autor bekannt und er freut sich schon jetzt auf die eingehenden Klagen und wird dann auch gerne Ross und Reiter nennen. Rücksprachen mit anderen Verantwortlichen in Schulen haben ergeben, dass so ein Verhalten, wie es die Direktorin und die Klassenlehrerin zeigen, im zivilisierten deutschen Schulunterricht nicht denkbar ist.
Wenn sich jemand angesprochen und berufen fühlt, in diesem Fall Hilfe zu leisten, kann er oder sie sich sofort über das Impressum mit uns in Kontakt setzen.
Natürlich ist es an dieser niedersächsischen Schule genau wie im richtigen Leben. Nur die größten Versager brauchen Unterdrückungsmethoden, um von ihrem Versagen abzulenken. Im letzten Halbjahr haben sich bereits 12 Schüler lieber die Rote Karte geben lassen, als sich weiterhin diesem in einigen Punkten wohl völlig unfähigen Lehrkörper (eigentlich könnte man auch Leerkörper schreiben), zu unterwerfen. Flucht durch massive Vorwärtsverteidigung. Das anscheinend letzte aller zur Verfügung stehenden Mittel.
Wie mies müssen Lehrer eigentlich sein, damit Schüler sogar ein verlorenes Schuljahr in Kauf nehmen, nur um von solch einer Anstalt wegzukommen, und wie unfähig ist eine Schulaufsicht, die sich nicht in der Lage sieht, dem komischen Treiben ein Ende zu setzen? Man ist versucht, an die Lehrerin und Direktorin Dolores Umbridge in Harry Potter zu denken, die nur durch perverse Quälereien an ihren Schülern Befriedigung finden konnte.
Natürlich gibt es im wirklichen Leben keine Dolores Umbridge, aber dafür Direktorinnen und Klassenlehrerinnen, die ihr in vielen anderen Punkten nicht nachstehen, weil sie ihre Frau vor der Klasse und der Schule nämlich nicht stehen können, sich ihr Unterricht in ein Tollhaus verwandelt und sie einfach nur Dienst nach Vorschrift machen und dabei nicht merken, dass sie längst keiner 'pädagogischen' Vorschrift mehr genügen.
Im letzten und aktuellsten Fall ging es um eine Schülerin, die Probleme mit ihrer Rolle in der Klassengemeinschaft und vor allem in der Beziehung zu der Klassenlehrerin hat. Probleme, die bereits seit längerer Zeit die typischen Symptome von 'Schulangst' mit sich brachten. Deshalb fragte sie eine andere Lehrerin an der gleichen Schule, die in der gleichen Jahrgangsstufe ebenfalls eine Klasse leitet und die auch Fachunterricht bei ihr erteilt, ob sie nicht wechseln könne. Die angesprochene Lehrerin stimmte prinzipiell zu.
Das war jedoch für die "verlassene" Klassenlehrerin der guten Dinge zuviel. In ihrer eigenen, wenn auch äußerst beschränkten Geisteswelt ist sie natürlich unfehlbar. Nie kann ein Schüler oder eine Schülerin wissen, was besser für sie wäre, als die völlig unfähige und total überforderte Lehrerin. Sie klemmte sich umgehend hinter die Direktorin, die ihre eigene Unfähigkeit mit den vielen Abgängern ja bereits bewiesen hatte, und beide waren sich einig: nur über ihre Leichen.
Dann begann ein munterer Reigen von Kritik und Selbstkritik, bei der die Direktorin und die Klassenlehrerin die Parteileitung stellten, die immer Recht hat - an anderes wollte man sich nicht erinnern. Da half auch die Unterstützung der Mutter nichts. Die Schulleitung ist unfehlbar - selbst wenn sie tausendmal gefehlt hat. Selbst als die Mutter dem Zirkus mit einem Schreiben ein Ende setzen wollte, wurde ihr von der Direktorin erklärt, dass es bereits in den nächsten Tagen weitere Sitzungen im Sinne von "Kritik und Selbstkritik" geben werde, bis die Schülerin zerbreche oder nachgebe. Ärztliches Anraten, das Kind im aktuellen seelisch-labilen Gesundheitszustand nicht an derartig 'inquisitorischen' Gesprächen teilnehmen zu lassen, sollen übergangen werden. Das Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung wird unter Druck erheblich blockiert.
Sitzungen, bei denen sich ein Kind gegen die von der Klassenlehrerin aufgehetzte Klasse - wovon in anderen, bekannten Fällen jedoch abgesehen wurde - und eine furios auf ihr Rechthaben fixierte Direktorin wehren soll. Das hat schon unter Stalin niemand geschafft. Da sind Helden zusammengebrochen. Der psychologische Druck ist nicht auszuhalten. Selbst spitzfindigste Rhetoriker sind solchen Anforderungen nicht gewachsen. Wer Fragen hat, sollte Wolfgang Leonhard lesen, der derartiges anschaulich beschreibt.
In Niedersachsen nennt man so etwas Schule. Überall woanders würde man von einem Irrenhaus, oder Mobbing par excellence, reden und Klassenlehrerin wie auch Diktatorin in Zukunft zum Spargelstechen einteilen. Dabei können sie zwar den Spargel verletzen, aber lassen wenigstens unsere Kinder in Ruhe. Aber Niedersachsen ist CDU Land. Wulff und die FDP. Das muss das wohl alles so sein. Da zählen die Menschen nicht mehr und Kinder schon gar nicht.
PS: Die Namen der handelnden Personen sind dem Autor bekannt und er freut sich schon jetzt auf die eingehenden Klagen und wird dann auch gerne Ross und Reiter nennen. Rücksprachen mit anderen Verantwortlichen in Schulen haben ergeben, dass so ein Verhalten, wie es die Direktorin und die Klassenlehrerin zeigen, im zivilisierten deutschen Schulunterricht nicht denkbar ist.
Wenn sich jemand angesprochen und berufen fühlt, in diesem Fall Hilfe zu leisten, kann er oder sie sich sofort über das Impressum mit uns in Kontakt setzen.
Tags für diesen Artikel: bildung, deutschland, erziehung, menschen brechen, mobbing, niedersachsen, psychoterror, regionen, stalinismus
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Gerade hier, im pädagogischen Bereich, muss konsequent durchgegriffen werden. Solch ein Verhalten darf keine Schule machen im wahrsten Sinne des Wortes.
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scherz beiseite, es gibt formen kritischer selbstreflexion, die man als wünschenswert bezeichnen kann. ein beispiel: der detektiv lew archer in den romanen von ross macdonald. selbstbeobachtung, selbstreflexion. stichwort: the inward eye.
auf meine homepage findet man einen aufsatz über: der detektiv als statthalter konkreter utopie.
büchners frage, was ist es, das in uns lügt, mordet, hurt und stiehlt, ist schon solche selbstkritische betrachtung.
ich erinnere noch eine szene aus der grundschule in der DDR. ein junge mußte sich vor der klasse ausziehen, zwar nur so weit, daß man sehen konnte, wie er die unterwäsche falsch angezogen hatte, aber es war ein akt barbarischer demütigung. damals trugen wir noch kurze hosen und lange strümpfe mit strumpfhaltern. es darf also nie zur bloßstellung kommen, so daß die anderen im übertragenen sinne sich überhoben fühlen und steine werfen können.
in dem film "der fremde sohn", der die mutter fertigmacht und sie in psychiatrie einliefert, was sie nicht so will, wie er.
unglaublich, wie unsensibel manche leute heute immer noch mit kindern umgehen.
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und eine furios auf ihr Rechthaben fixierte Direktorin
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die frau gehört suspendiert.
Soviel auch zum P.S. des Artikels,Satz 2, leider ein frommer Wunsch oder Ausdruck von "Selbstkritik" der Befragten. Das Grundproblem liegt in der gegenwärtigen Realität unseres Erziehungssystems. Mein Rat an die Betroffenen Eltern, nehmen Sie das Kind von der Schule. Schreiben Sie eine schöne Begründung zu Ihrer Abmeldung, kommt in die Schulakte. Denken Sie vor allem an Ihr Kind. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung.