Immer wieder werden die Folgen dieser “Gier-Exzesse“ an der Börse durch die Summe der „verbrannten Gelder“ bekannt, bei denen nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Firmen zocken bis der Arzt kommt. Nicht nur internationale Krisen lassen sich damit auslösen, sondern Kapitalwerte in astronomischen Größenordnungen lassen sich damit „vernichten“.
Geldverbrenner: Die größten Verlierer der Finanzkrise der Vergangenheit und Gegenwart
Dass es sich bei der aktuellen „Kreditmarktkrise“ um keine einmalige oder erstmalige handelt, wissen die meisten. Aber wer waren in den letzten Jahren die „Könige der Loser“? Nachstehend sind zumindest einige von ihnen benannt und deren „wohltuende“ Wirkung für Aktien, Kredite und andere Werte, mit denen man so schön spielen kann. Vermutlich werden wir aber nie erfahren, wieviel Schaden angerichtet wurde und wer alles mitgespielt hat.
Wer versucht zu ermitteln, wie groß der finanzielle Kollaps wirklich ist, wird feststellen, dass es nur wenige Informationen dazu im Internet oder anderen Quellen gibt. Die Finanzjongleure haben Angst davor, dass bekannt wird, welche „Werte“ sich in Luft aufgelöst haben.
Zurzeit noch nicht absehbar sind die Wirkungen der sogenannten Kreditkartenkrise, die hauptsächlich in den USA, aber zunehmend auch in Europa ihre Wirkung hinterlässt. Damit einhergehend werden in nächster Zeit die Kreditvergaberichtlinien für „Privat-Kreditkartenkunden“ erheblich verschärft, bzw. werden diese bis zur „Schmerzgrenze“ umgesetzt.
Aufgrund eigener Auswertungen internationaler Medien bis zum 08. Februar konnte ich selbst Summenangaben zusammentragen, die zusammengerechnet unglaubliche 28.679.200.000.000 Euro ergeben. Da einige der Summen in US-Dollar angegeben wurden, während in Europa fast überall der Euro gilt, müssen diese mit dem Umrechnungsfaktor zur US-Währung berechnet werden (die Beträge werden deshalb wesentlich höher).
Wenn man die bekannten Geldsummen den verschiedenen Zonen zuzuordnen versucht, ergibt sich folgendes Bild:
Nordamerika mit etwa 12.000.000.000.000 Euro.
Afrika, Latein-/Südamerika keine Zahlenangaben.
EU-Mitgliedsstaaten 4.146.200.000.000 Euro.
Nicht-EU (Europa) 12.353.000.000.000 Euro.
Asien 169.000.000.000 Euro
Australien 11.000.000.000 Euro.
Bezieht man in diese Rechnung noch weitere „Unschärfen“ mit ein und rundet auf, wird die "Gesamtschadenssumme", vorsichtig geschätzt vermutlich doppelt so hoch sein. Demzufolge beträgt die tatsächliche Schadenssumme global etwa 58.000.000.000.000 Euro.
Vermutlich erst in einigen Jahren werden Analysen ans Tageslicht fördern, wie groß das Ausmaß der Schäden und Tragödien in Wahrheit war, vielleicht werden wir es aber auch nie erfahren, denn die Branche reagiert auf jede Veröffentlichung solcher Zahlen oder Analysen allergisch und versucht ständig, die Tatsachen zu verschleiern und die Öffentlichkeit zu täuschen.
Welche Auswirkungen auf dem internationalen Arbeitsmarkt durch das Kollabieren der Finanzmärkte entstehen, ist ebenso wie "Kaffeesatzlesen". Erste Rechercheergebnisse zum Jahresanfang haben ein düsteres Bild ergeben. - Die Arbeitslosenrate innerhalb der EU ist auf 8,8% im Dezember gestiegen (Eurostat). Die OECD geht nach eigenen Statistiken von einem Anstieg der Weltarbeitslosigkeit von mehr als 2% aus. Die internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt ebenfalls einen erheblichen Anstieg der Arbeitslosen.
Da der Ausbruch der Krise bereits fast zwei Jahre zurückliegt, müssten deren Zahlen richtigerweise miteinbezogen werden. Jobverluste werden aber nicht in diesem Kontext betrachtet. - Nach bisherigen Ermittlungen sind weltweit etwa 32 Millionen Menschen infolge der Krise arbeitslos geworden. Wie viele davon dauerhaft ohne Beschäftigung bleiben werden, ist nicht zu beantworten.
Ob die bisher eingeleiteten internationalen Maßnahmen zur Stabilisierung ausreichen, darf bezweifelt werden - unter Berücksichtigung der sprunghaften Entwicklungen.
Sehr interessant: eine Aufstellung der größten Finanzverlierer der letzten Jahre und Jahrzehnte (Quelle: "Die Presse").
Die einst führende Sparkasse der USA brach in der Finanzkrise endgültig zusammen. Sie wurde von JPMorgan Chase übernommen. Der Kaufpreis dürfte um die 1,4 Milliarden Euro betragen haben. In ihren letzten drei Quartalen verlor WaMu rund fünf Milliarden Dollar. Die Sparkasse verlor im vergangenen Jahr 99,63 Prozent ihres Börsewertes - rund fünf Milliarden.
Merrill Lynch
Die Bank of America hat als einer der Profiteure der Finanzkrise ihren einstigen Rivalen, Merrill Lynch, um die 50 Milliarden Dollar gekauft. Zuvor musste Merrill rund 25 Milliarden Euro aus der Hypotheken- und Finanzkrise abschreiben. In ihrem letzten Quartal musste sie einen Verlust von 4,7 Milliarden, im letzten Jahr gar 19 Milliarden Dollar (13,5 Mrd. Euro) hinnehmen.
Lehman Brothers
Die einst viertgrößte US-Investmentbank musste Mitte September Insolvenz anmelden. Diese Pleite, die die US-Regierung als Signal nicht verhindern wollte, gilt als Stein, der die derzeitige Finanzkrise ins Rollen brachte. Die britische Barclays übernahm die Bankgeschäfte für läppische 176 Millionen Euro. Die Schulden von Lehman betragen rund 440 Milliarden Euro, an der Börse ist Lehman weniger als drei Milliarden wert.
Fannie Mae und Freddie Mac
Die beiden Hypothekenfinanzierer stehen für rund 3,4 Billionen Euro an Hauskrediten. In der Hypothekenkrise mussten sie quasi verstaatlicht werden. Allein von April bis Juni verloren sie über zwei Milliarden Euro. Wie viel sie gesamt verloren haben, ist durch die Verstaatlichung nicht feststellbar, da der Staat viele "Ramschhypotheken" aufkauft.
Bear Stearns
Schon im März wurde Bear Stearns um 236 Millionen Dollar (damals rund 160 Millionen Euro) von JP Morgan Chase übernommen. Im Februar musste Bear Stearns einen Gewinneinbruch von 79 Prozent auf 73 Millionen Euro hinnehmen.
Bradford & Bingley
Britische Steuerzahler müssen für 63 Milliarden Euro Hypotheken und Kredite bürgen. Das Filialnetz wird um 770 Millionen Euro vom spanischen Bankriesen Santander übernommen. Seit Anfang 2008 hatte B&B rund 94 Prozent (4,5 Milliarden Euro) Börsewert eingebüßt.
Hier die Einzelspieler als "Koryphäen" des Finanz-"Jungle":
Platz 1: Jerome Kerviel
4,9 Milliarden Verlust soll Kursmakler Jerome Kerviel seiner Bank Société Générale bei eigenmächtigen Finanzgeschäften beschert zu haben. Zweifel an der Einzeltäter-Theorie mehren sich aber zunehmend.
Platz 2: Gebrüder Hunt
Nelson und William Hunt gingen schon 1988 in Konkurs. Sie hatten beim Crash des Silberpreises unglaubliche 4,4 Milliarden Euro verloren.
Platz 3: Brian Hunter
Der Brite von Amaranth verlor rund 3,9 Milliarden Euro, da er zur falschen Zeit in Erdgas investierte.
Platz 4: John Meriwether
Sein Fonds, LTCM, schaffte einst über 40 Prozent Rendite im Jahr mit Anleihenspekulationen. Bis er sich an Staatsanleihen aus Süd-Ost-Asien und Russland die Finger verbrannte: Er verlor in einem Monat rund 3,2 Milliarden Euro.
Platz 5: Giancarlos Paretti
Die französische Crédit Lyonnais bereut ihre Geschäfte mit Paretti: Gesamt rund zwei Milliarden Euro soll er in den 1990ern mit faulen Krediten verspekuliert haben. Der Öffentlichkeit wurde er durch den missglückten Kauf der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmstudios 1990 bekannt.
Platz 6: Yasuo Hamanaka
Einst kontrollierte er fünf Prozent des weltweiten Kupferhandels. Er wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem ihm Preismanipulationen nachgewiesen wurden. Er verlor rund 1,8 Milliarden Euro.
Platz 7: Die BAWAGs
Der Fluch der Karibik lastet auf Wolfgang Flöttl und Helmut Elsner. Rund 1,3 Milliarden versanken durch risikoreiche Spekulationen im karibischen Ozean. Der Prozess läuft noch, wer wie woran schuld ist, wird sich hoffentlich zeigen.
Platz 8: Robert Citron
Rund 1,2 Milliarden Euro der Orange-County-Fonds verlor Robert Citron 1994. Er setzte darauf, dass die Leitzinsen der USA sinken würden. Leider stiegen sie und seine Derivate wurden wertlos.
Platz 9: Nick Leeson
Der Mann, der die Bank des Königs zerstörte: die Barings PLC. Diese gehörte seit ihrer Gründung der britischen Königsfamilie. Leeson, einst gefeierter Star-Investor, setzte am 16. Januar 1995 alles auf steigende Kurse in Tokio. In der Nacht suchte ein Erdbeben Kobe heim, die Kurse fielen - und Leeson hatte fast eine Milliarde Euro verloren.
Platz 10: John Rusnak
Der Währungsspekulant stand in Diensten der Allied Irish Bank. Er verschätzte sich bei der Entwicklung des japanischen Yen zum US-Dollar und verlor so rund 490 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren.
Platz 11: Der Mizuho-Trader mit den dicken Fingern
Ein Händler der japanischen Investmentgesellschaft "Mizuho" wurde unter dem Synonym "fat-fingered" berühmt: Er sollte eine Aktie von J-Com um 610.000 Yen verkaufen. Er dürfte leicht legasthenisch sein oder nicht sonderlich geschickt mit seiner Tastatur umgehen können. Er verkaufte 610.000 Aktien um einen Yen. Der Verlust betrug umgerechnet rund 240 Millionen Euro.




















Interessant, Interessant aber haben sich wirklich Werte in Luft aufgelöst, oder ist man nur dem Wert verfallen? Sprich, es wird zum Ursprung zurückgekehrt, also Überbewertungen korrigiert!
Aber warum immer alles in Geld ausdrücken? Geht es wirklich darum und wird nicht eher einer Fiktion gefolgt? Was momentan Zusammenbricht ist ein Kartenhaus, welches errichtet wurde um länger schon wirkenden Krisen zu begegnen. Ursächlich handelt es sich nicht um eine Finanzkrise, auch wenn Banken reihenweise Opfer ihrer eigenen Taten werden und Geld zu verschwinden scheint. Nur wohin verschwindet es, oder handelt es sich nicht eher um das Platzen von Spekulationsblasen, welche geschaffen wurden um Kapital akkumulieren zu lassen, nur akkumuliert Kapital nicht ohne Wertschöpfung mit Hilfe von Mehrwert.
Geld war, ist und wird es immer sein, in erster Linie Ausdruck von Wert, es ist ein Äquivalent, ein Spiegel. Es kann aber nur das widerspiegeln was da ist an Wert und wenn versucht wird mehr zu spiegeln, egal wie, so wird es real trotzdem nicht mehr. Da bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder Entwertung des Geldes, also Inflation, oder Vernichtung in Form von Abschriften.
Da Banken, oder die Eigner dieser, dieses ungern sehen und ihr fiktives Kapital gern in Reales verwandeln wollen, ist der Staat gefragt, welcher die Verluste übernehmen soll, in dem er diese zukünftigen Generationen auf bürdet.
Und mal ehrlich, ist diese „Geldvernichtung“ wirklich das Problem von Otto Normal? Sind nicht eher die angebotenen und praktizierten Lösungen das Problem?
Gruß
Sicherlich waren und sind viele
"Bewertungen" von Unternehmen
überzeichnet (d.h. höher bewertet,
als der tatsächliche Wert des Unternehmens)