Der
Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ist ein typisch katholischer Machtmensch, dessen eigenes Gewissen von seiner Arroganz vollständig überdeckt wird, wenn es bei katholischen Bischöfen überhaupt noch ein Gewissen gibt. Duckhome fiel er das erste Mal negativ auf, als er dem bekannt pädophilen Pfarrer Peter K. erneut die Gelegenheit zum Missbrauch von Kindern gab, indem er ihn in Riekhofen als Pfarrer einsetzte und damit gegen jede Rechtsnorm seiner Kirche verstieß, die so schon nur sehr wenig für Menschen und deren Rechte übrig hat.
Als dann Kritik an seinem Verhalten hochkochte und auch die Gemeindemitglieder in Riekhofen von einer arglistigen Täuschung sprachen, wurde Bischof Müller, wie alle Täter, einfach frech - ratzfrech. Er sprach von Verleumdung und war entsetzt, dass selbst seine dümmsten Schäfchen begriffen hatten, dass ihm Kinder egal sind, solange er Pfarrstellen, mit wem auch immer, besetzen kann.
Zwar sind danach keine wirklichen Klagen dieser wohl ziemlich erbärmlichen Person bekannt geworden, aber das lag wahrscheinlich daran, dass sogar die
Deutsche Bischofskonferenz missbilligend reagiert hat.
»Dilettantisch« sei Müller vorgegangen, findet Fritz Wallner, einer seiner ärgsten Kritiker und Sprachrohr der »Wir sind Kirche«-Bewegung; tatsächlich könnte die weltabgewandte Unbeweglichkeit, mit der der frühere Münchner Dogmatikprofessor die aktuelle Krise zu meistern versucht, zu einem Karriereknick führen; immerhin ist der 60-Jährige als Nachfolger des Erzbischofs von München-Freising, Kardinal Wetter, im Gespräch. Diesmal jedoch hat der gerne als unbeugsamer Verfechter der reinen Lehre auftretende Bischof sich nicht nur über den Common Sense in seiner Kirche hinweggesetzt, wie bei der Entmachtung der Laien, er hat auch Richtlinien der Bischofskonferenz missachtet. Danach darf, wer einmal als pädophil aufgefallen ist, nicht mehr als Seelsorger arbeiten.
So verlangt es die Deutsche Bischofskonferenz. Geistliche werden »nach Verbüßung ihrer Strafe nicht mehr in Bereichen eingesetzt, die sie mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringen«, so der Passus. Genau dies aber hat Müller im aktuellen Fall getan. Derselbe Pfarrer, der jetzt in U-Haft sitzt, war acht Jahre zuvor bereits im 60 Kilometer entfernten Viechtach auffällig geworden. Er wurde rechtskräftig verurteilt. Als die Eltern, die seinerzeit Anzeige erstattet hatten, nun von seiner Anstellung in Riekofen erfuhren, machten sie den Fall publik.
Danach hätte man eigentlich erwarten sollen, dass die Kirche diesen Mann aus der Verantwortung, der er augenscheinlich nicht gewachsen ist, herausnimmt. Aber nichts dergleichen geschah, was ja auch verständlich ist in einer Kirche, die einen unfehlbaren Papst hat und durch den dann natürlich auch unfehlbare Amtsträger ernannt werden. Auch die Erwartung, dass Bischof Müller nun etwas leiser und besonnener vorgehen würde, war falsch.
Als drei Regensburger Theologen die
Petition Vaticanum 2, eine Petition für den unbedingten Erhalt des aktuell gültigen Kirchenrechts unterschrieben, sah Bischof Müller den Papst beleidigt. Dass der Papst mit der Rehabilitierung der Pius-Bruderschaft und deren Holocaustleugners nicht nur die Opfer des Holocausts, sondern alle denkenden Menschen in der Welt beleidigt hat, sieht Müller natürlich nicht.
Nein. Er droht den Theologen, sofern sie ihre Unterschrift nicht zurückzögen, mit Sanktionen, die nur im Entzug der Lehrerlaubnis bestehen können. Noch einmal: Der Bischof, der Kinderschänder zulässt, droht Bürgern der Bundesrepublik Deutschland mit dem Entzug ihrer beruflichen Existenz, wenn sie sich für die Beibehaltung aktuellen Kirchenrechts aussprechen. Das genau kommt dabei heraus, wenn man einer Kirche die Oberhand über die Lehre lässt. Unfreiheit und Diktatur.
Natürlich tut sich ein Staat schwer, der nach 1945 die Kirchengesetzgebung der Nazis komplett übernommen hat, daran etwas zu reformieren. Die Verträge zwischen dem Vatikan und den Nazis waren ja schließlich der Preis dafür, dass die Nazis munter die Juden ermorden durften, ohne dass sich der Vatikan sichtbar oder gar wirkungsvoll rührte. Deshalb wird aus Scham von deutscher Seite einfach weitergemacht und eine unrechtmäßige und falsche Vereinbarung nicht einfach gekündigt.
Der Ratzefatzpapst hat je bereits mehrfach seine Missachtung gegenüber anderen Religionen kundgetan. Wer weiß, wie die Lebensline des "Gesegneten" verlaufen ist, der weiß auch, dass dieser im ersten Moment einer Belastungsprobe, nämlich als ihm seine Studenten im Hörsaal in der 68er-Zeit unbequeme Fragen und ihn selbst in Frage stellten, ängstlich die Brocken hinwarf und ab sofort gegen jede geistige Freiheit war.
Es ist also nicht anzunehmen, dass Ratzinger die Wiederaufnahme der Pius-Bruderschaft zufällig gemacht hat. Er wollte damit ausdrücken, dass er den alten Ritus nach vorne bringen will, in dem die Gemeinde den Hintern des Priesters bewundern darf, der auf Latein allerlei Unfug vor sich hin brabbelt. Der nächste Schritt dürfte wohl sein, dass die Bibeln wieder eingezogen werden, damit die Gläubigen nicht nachlesen und vor allem nicht verstehen können, was in ihr steht.
Bischof Müller bietet sich mit seinen Maßnahmen wohl nun für höhere Aufgaben an. Aufgaben, in denen er den Menschen noch mehr schaden kann, als er das bisher geschafft hat. Deutschland muss über eine neue Haltung zu den Religionen nachdenken. Wir sind ein säkularer Staat. Jeder soll glauben dürfen, was er will, solange er damit nicht die Rechte anderer verletzt. Wer die Rechte anderer verletzt, muss bestraft werden.
Das gilt auch und insbesondere für Leute wie Müller, die die Kinder einer ganzen Gemeinde bewusst der Missbrauchsgefahr aussetzen. Die Macht von Leuten wie Müller ließe sich sehr leicht brechen, wenn man ihnen das Geld entzöge. Keine Kirchensteuer, keine Subventionen für Gebäude und vor allem keine Einnahmen aus Altenheimen, Kindergärten und Krankenhäusern. Wenn diese Herrschaften gewerblich tätig sein wollen, dann sollen sie das nach den Gewerberegeln ohne jede Gemeinnützigkeit und vor allem ohne Subvention tun. Ganz sicher aber darf in Schulen kein Religionsunterricht erteilt werden.
Wenn Theologie Denkverbote beinhaltet, dann darf sie nicht mit öffentlicher Unterstützung gelehrt werden. Und es muss vor jeder Vorlesung ein Warntext verlesen werden, der darauf hinweist, dass diese Art von Glauben dumm machen und dumm halten will.
Daß diese unsägliche Angelegenheit eine Beleidigung der Holocaustopfer ist, dürfte außer Frage stehen. Weitaus beunruhigender ist für mich zukünftiges, zB. die laufende Kampagne zum Volksbegehren von Pro Reli. Da sollen durch die Hintertür und per Gesetz den schwärzesten unter den schwarzen Schafen der Kuttenträger eine erweiterte Auswahl an potenziell zu mißbrauchenden Kindern dargeboten werden. Und intellektuell wird das Ganze von unserem familienkompatiblen Millionärsmoderator gesponsert. Der sich, wenn es wieder mal etwas Kohle abzustauben gilt, ungeachtet der Vorbildwirkung auf unsere sich ins Koma saufenden Kinder das Bier einer sehr bekannten Brauerei zu Gunsten des Regenwaldes einfüllt. Und wenn man sich dann zusätzlich der Unterstützung einer abgedankten Djungelqueen wie D.Nick, dazu W.Thierse, Nahles,Steinmeier und dem ganzen Aufgebot an CDU Sympathisanten; voranrollend unser aller Schäuble, muß man sich doch ernsthaft fragen, ob die Unterzeichner erstens Eltern von schulpflichtigen Kindern sind, und zweitens wenn ja, wie sie Ihren bei vorauszusehendem Niveauabfall der Natur- und geisteswissenschaftlichen Fächer künftigen Pisa-Krüppeln erklären wollen, daß sie selbst es waren, die sie ihren Mißbrauchern zugeführt haben. Wie können wir das verhindern?
Mann, ist mir schlecht!