Bürger-Herold - Geburten: Die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen stützt sich auf Statistiken der ersten neun Monate von 2008 und 2007. Und jetzt muss der "Bürger-Herold" ihr die Stütze wegnehmen, denn im Vergleich der ersten zehn Monate ergibt sich ein völlig umgekehrtes Bild.
Diebische Leyen-Freude
Die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist schnell zur Stelle, wenn sie im statistischem Zahlenmaterial einen Hauch des Positiven sieht, um anschliessend sich selber zu loben. Jüngst wieder die Leyenschen Freudensprünge: Es gibt wieder mehr Kinder - sagt sie und sagt die Statistik. Ob dann ihre Schlüsse, diese geschehe wegen ihrer Familienpolitik, einen Sinn ergeben, steht auf einem anderen Papier. Die Medien haben genug geschrieben, so dass wir nicht unbedingt alles wiederholen müssen (
Familienreport 2009: Deutsche bekommen mehr Kinder) (
Von der Leyen: „Wenn die Wirtschaft wankt, hat die Familie Konjunktur…“) (
Geburten: Tom Buhro-Tagesthemen, SpiegelOnline, BILD und eine Reihe anderer Medien erweisen sich wieder als Teil der PR-Industrie) (
“Babyboom” & “Neue Väter”: Die statistischen Tricks der Ursula von der Leyen).
Vor etwa 9 oder 10 Monaten freute sich Ursula von der Leyen diebisch, indem sie davon überzeugt war, dass Geburtenziffer für 2007 deutlich über 1,4 gestiegen sei (
Stürmisches Jahr). Eingetroffen ist dieses Ereignis nicht, denn laut
abschliessender Regierungsstatistik betrug die deutsche Geburtenziffer für das Jahr 2007 1,370 (2006 = 1,331) (
Kinderzahl je Frau - zusammengefasste Geburtenziffer) (
Doch nicht so stürmisch). Tatsächlich sind die Geburten im Jahre 2007 gegenüber 2006 um 12'138 auf 684'862 gestiegen, was einer Steigerung von 1,8 Prozent entspricht, wie die
entsprechende Statistik (XLS-Tabelle) aussagt. Das Jahr 2007 eine Wende? Eher eine Umkehr, keinesfalls eine Trendwende.
Neun und Zehn - Plus und Minus
Das letzjährige Leyen-Theater (siehe vorhergehender Absatz) wiederholt sich, diesmal ein paar Monate früher (
Familienreport 2009). Eine endgültiges Ergebnis für 2008 liegt zwar nicht vor, aber Ursula von der Leyen jubelt erneut, denn in den ersten
neun Monaten von 2008 seien die Geburten im Vergleich zu den ersten
neun Monaten des Jahres 2007 um 3'397
gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 0,66 Prozent. Die statistischen Zahlen stimmen, wie man
dieser Statistik entnehmen kann, jedoch ist von der Leyens Jubel falsch. Warum? Die Antwort ist aus Aktualitätsgründen einfach:
Von der Leyen stützt sich auf die ersten neun Monate von 2008 und 2007. Und jetzt muss der "Bürger-Herold" ihr die Stütze wegnehmen, weil sich im Vergleich der ersten zehn Monate ein völlig umgekehrtes Bild ergibt: In den ersten
zehn Monaten von 2008 sind die Geburten im Vergleich zu den ersten
zehn Monaten des Jahres 2007 um 4'304
gesunken. Das entspricht einer Abnahme von 0,74 Prozent. Ursula von der Leyen kann nichts dafür, wenn die Neun- oder Zehn-Monatsvergleiche - solche Vergleiche findet der "Bürger-Herold" ohnehin nicht sehr sinnvoll - von Positiv in Negativ umschlagen. Dem "Bürger-Herold" geht es um den Jubel von Ursula von der Leyen, der völlig daneben liegt - das ist Irreführung. Entscheidend ist das gesamte 2008-Ergebnis, das noch nicht vorliegt.
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