Immer wenn der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter in die Bütt muss, stellt sich nicht die Frage was er uns gerade sagen will, sondern wovon er ablenken soll. Wenn er also höchst offiziell den Vorbereitungsgipfel der europäischen G20-Staaten auf das Weltfinanztreffen Anfang April in London kritisiert, weil ihm die Beratungen nicht konkret genug sind, bevor sie eigentlich stattfinden, dann ist dies ein Signal.
Auch wenn er verlangt, dass nicht die UN-Charta für ein neues Wirtschaftsmodell verhandelt werden soll, sondern nur die Hypotheken zu reparieren seien, ist das ein klares Zeichen.
Norbert Walter und mit ihm die deutsche Bank sowie deren Chef Josef Ackermann haben die Hose voll. Genau wie Duckhome lesen sie die Meldungen aus den USA, in denen sich abzeichnet, dass nicht nur die Justiz alleine sondern der US-Staat insgesamt gegen alle die vorgehen will, die amerikanischen Bürgern den Steuerbetrug erleichtern. Für Fachleute besonders erschreckend ist die Tatsache, dass die USA gegenüber der UBS genau die Bankdaten von 52.000 US-Bürgern einfordert. Das klingt danach, als ob die USA genau wüssten, wovon sie reden.
So ist es eben, wenn man sich mit Nationalstaaten anlegt. Man erinnert sich daran, dass der BND eine Datei mit den deutschen Steuersündern in Liechtenstein aufkaufte oder vielleicht auch besorgte. Die Zahl 52.000 dürfte wohl aus einer ähnlichen Operation der CIA stammen oder man hat die Abhörer bei der NSA in Bewegung versetzt. Das was gegen eine Bank geklappt hat, wird auch bei anderen klappen.
Während die UBS aber nun schon das zweite Mal einen Vergleich eingehen musste, ist es um die Deutsche Bank und andere immer noch recht ruhig. Das ist aber eher eine Folge des amerikanischen Rechtes als eine Beruhigung. In den USA reicht es, Klagen einzureichen oder deren Einreichung anzukündigen, um Verjährungsfristen zu unterbrechen; und dann macht es Sinn, einen Gegner nach dem anderen zu erledigen, um eine Vermischung der Geschichten, auch in der öffentlichen Meinung, zu verhindern.
Vor allem aber besteht die Gefahr, dass sich auch am europäischen Recht sehr schnell einiges ändern könnte, was bisher - gerade bei Auslandsgesellschaften - nicht oder nur sehr schwammig gefasst ist. Klar ist, dass der G20-Gipfel eine Verschärfung der Vorschriften bringen wird. Darin wird vermutlich auch stehen, dass Produkte, die im eigenen Land nicht verkauft werden dürfen, natürlich auch nicht im Ausland angeboten werden dürfen. Genau dies hat aber die Deutsche Bank bei einigen Produkten, die mittlerweile auch in den USA ein Thema sind, getan.
Alles in allem dürften in den USA wohl die eine oder andere Milliarde Dollar an Strafen und Wiedergutmachung für die Deutsche Bank anfallen. Geld, das sie eigentlich nicht mehr hat. Sie wird deshalb den Regierungsfonds brauchen, was Ackermann nicht überleben würde, wenn er nicht einen anderen Schuldigen präsentieren kann. Dieser Schuldige soll die internationale Politik sein, die ihm in den Rücken gefallen ist. Natürlich muss er dann auch viel mehr Geld haben, weil sich die Lage ja verändert hat und die 92 Milliarden Altpapier in seinen Büchern nun vom Steuerzahler gedeckt werden müssen.
Das ist die Botschaft, die uns Norbert Walter nicht sagte, auf die er uns aber vorbereiten sollte.